Ludwig Josef Bleser

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Ludwig Josef Bleser (geboren am 6. Juli 1810 in Treis; gestorben am 28. Mai 1878 in Trier) war ein deutscher Psychiater.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1836 machte er sein Abitur am Gymnasium zu Trier,[1] zusammen mit Ludwig Simon.[2] Er studierte Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn[3] und an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Sein Studium beendete er mit einer Dissertation 1843 in Bonn.[4] 1844 ließ er sich in Trier nieder. Er wurde um 1862 leitender Arzt am „Landesarmenhaus in Trier mit Provincial-Irrenanstalt“. Außerdem war er erster festangestellter Arzt am „Mutterhaus der Borromäerinnen“ in Trier.[5]

1847 heiratete er Nanny Jacoby. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, die Schriftstellerinnen Viktorine Endler und Maria Krug.

Am 16. April 1848 unterzeichnete der gemeinsam mit Ludwig Simon, Karl Leopold Wencelius,[6] Karl Ludwig Otto,[7] Peter Junk,[8] Victor Schily und anderen das „Volksprogramm“, in dem die Republik gefordert wurde.[9] Am 1. Mai 1848 Bleser wurde zum Wahlmann gewählt.[10] Am 11. Mai 1848 wählte er in dieser Funktion Ludwig Simon zum Abgeordneten des Trierer Wahlkreises in die Frankfurter Nationalversammlung.[11]

Ludwig Josef Bleser war ein anerkannter Arzt und bekannt für seine soziale Einstellung. Er behandelte Arme der Stadt Trier kostenlos. Nach seinem Tod heirateten seine beiden Töchter und zogen aus Trier fort.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Trier widmete ihm ein Ehrengrab.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De varietate febrilis typi ex caussa una eademque, sc. ex vitae morbique conditionum conflictu prodeunte. Krüger, Bonn 1843. (Bonn, Univ., Med. Diss., 1843)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonie Haupt: Ludwig Josef Bleser (1811–1878), ein Trierer Arzt. In: Kur-Trier. 3 (1920), S. 40–42.
  • Alma Kreuter: Deutschsprachige Neurologen und Psychiater. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon von den Vorläufern bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Walter de Gruyter, Berlin 1995, S. 147. Digitalisat
  • Theresia Zimmer: Bleser, Ludwig Josef. In: Heinz Monz (Hrsg.):Trierer biographisches Lexikon. Landesarchivverwaltung, Koblenz 2000. ISBN 3-931014-49-5,S. 34.
  • Heinz-Günther Böse: Ludwig Josef Bleser (1810–1878) aus Treis – Arzt und Revolutionär. In: Heimat–Jahrbuch Kreis Cochem-Zell 2001, S. 146–151.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Später (1896) umbenannt in Friedrich-Wilhelm-Gymnasium.
  2. Festschrift zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. phil. Hans Lülfing am 24. November 1966. Bibliographisches Institut, Leipzig 1966 (Zentralblatt für Bibliothekswesen Beiheft 83, ISSN 0323-6331), S. 39–40.
  3. Er besuchte auch zwei Vorlesungen von August Wilhelm Schlegel. (Festschrift Hans Lülfing, S. 40.)
  4. De varietate febrilis typi ex caussa una eademque, sc. ex vitae morbique conditionum conflictu prodeunte.
  5. Theresia Zimmer.
  6. Heinz-Günther Böse: Wecelius, Karl Leopold. In: Heinz Monz (Hrsg.):Trierer biographisches Lexikon. Landesarchivverwaltung, Koblenz 2000, S. 500.
  7. Eberhard Klopp: Otto, Karl Ludwig. In: Heinz Monz (Hrsg.):Trierer biographisches Lexikon. Landesarchivverwaltung, Koblenz 2000, S. 332.
  8. Heinz-Günther Böse: Junk, Peter. In: Heinz Monz (Hrsg.):Trierer biographisches Lexikon. Landesarchivverwaltung, Koblenz 2000, S. 205–206.
  9. Dieter Dowe: Die erste sozialistische Tageszeitung in Deutschland. Der Weg der „Trierischen Zeitung“ vom Liberalismus über den „wahren Sozialismus“ zum Anarchismus (1840–1851). In: Archiv für Sozialgeschichte. 1972, S. 93 Anm. 259.
  10. Gottfried Kentenich: Die Geschichte der Stadt Trier von ihrer Gründung bis zur Gegenwart. Denkschrift zum hundertjährigen Jubiläum der Zugehörigkeit der Stadt zum preußischen Staat. Lintz, Trier 1915, S. 832.
  11. Heinz Monz: Karl Marx und Trier. Verhältnisse - Beziehungen - Einflüsse. Neu, Trier 1964, S. 124 f.