Ludwig Katzenellenbogen

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Ludwig Katzenellenbogen

Ludwig Katzenellenbogen (* 21. Februar 1877 in Krotoschin; † 30. Mai 1944 im KZ Sachsenhausen) war ein deutscher Brauereidirektor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Adolph Katzenellenbogen (1834–1903) hatte die Alkohol-Brennerei im damaligen Krotoschin (heute Krotoszyn) gegründet.[1] 1903 wurde Ludwig Leiter der väterlichen Geschäfte und gründete die Spiritus-Zentrale in Berlin (später verstaatlicht).

Er wurde Generaldirektor der Ostwerke-Schultheiß-Patzenhofer-Brauerei in Berlin. Die Ostwerke waren ein Konzern aus Spiritus-, Zement- Hefe-, Glas- und Maschinenfabriken und gerieten nach der Übernahme der Schultheiß-Patzenhofer-Brauerei und infolge der Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre in Schwierigkeiten

Er gehörte der Gesellschaft der Freunde an.

Bis Ende der 1920er war er verheiratet mit Estella Marcuse (1886–1991), der Tochter eines Arztes.[2] Ihre Kinder waren der Politologe Konrad Kellen (1913–2007) und die jüngeren Schwestern Estella und Leonie.

Ende 1924 erwarb ein Konsortium unter seiner Leitung ein großes Aktienpaket der Mitteldeutschen Creditbank, in der sein Vetter Albert (1863–nach 1933[1])im Vorstand saß.[3] Nach dem Tod von Adolf Jarislowskys Sohn Alfred (1929) war der Weg frei für die Fusion mit der Commerzbank.

1930 heiratete er die Schauspielerin Tilla Durieux.[4]

1932 wurde er in Finanzskandale verwickelt. Er hatte bei mehreren Banken Kredite aufgenommen, ohne die Banken jeweils über die anderweitig bestehenden Kredite zu informieren. Zudem hatte er einen gefälschten Börsenprospekt vorgelegt.

1933 flüchtete er mit Tilla Durieux erst in die Schweiz und emigrierte von dort 1935 nach Kroatien, wo eine entfernte Verwandte seiner Frau lebte. Während diese versuchte, für beide ein Visum zur Emigration in die USA zu bekommen, wurde Katzenellenbogen 1941 in Saloniki von der Gestapo verhaftet und ins KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin verschleppt, wo er zu Tode kam.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. Hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem. Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Genealogische Informationen im Artikel über Adolf Katzenellenbogen (1901–1963): Eva-Suzanne Bayer-Klötzer: Katzenellenbogen, Adolf. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 335 f. (Digitalisat).
  2. Einstein in Berlin 1914–1933 Von Hubert Goenner, S. 138
  3. Grossbürger und Unternehmer: die deutsche Wirtschaftselite im 20. Jahrhundert, S. 99
  4. Ursula El-Akramy: Die Schwestern Berend – Geschichte einer Berliner Familie. Europäische Verlagsanstalt Rotbuch Verlag, Hamburg 2002, S. 346.
  5. Stefan Koldehoff: Ein Schuß ins Herz. In: welt.de. 14. Januar 2006, abgerufen am 7. Oktober 2018.