Ludwig Kraft (Nassau-Saarbrücken)

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Grabdenkmal des Grafen Ludwig in der Saarbrücker Schlosskirche; Die Inschriften lauten in deutscher Übersetzung aus dem Lateinischen: "Der Tod trennt nicht die Liebenden. Bedauere, Leser, das durch Herkunft, Würde und Anmut in gleicher Weise erlauchte Paar. Den erhabenen und erlauchten Grafen, Herrn Ludwig Crato, Graf zu Nassau-Saarbrücken und Saarwerden, Herr zu Lahr, Wiesbaden und Idstein, des allerchristlichsten Königs Generalleutnant und Oberst des Reiterregiments Royal-Allemand. Die erhabene und erlauchte Gräfin Frau Philippine Henriette, Gräfin von Nassau-Saarbrücken und Saarwerden, Herrin zu Lahr, Wiesbaden und Idstein, geborene Gräfin zu Hohenlohe und Gleichen, Herrin in Langenburg und Kranichfeld. Der Tod, der den Leib auflöste, konnte die Beständigkeit der Seelen, die fester ist als dieser Stein, nicht zerstören. Der erhabene und erlauchte Graf, Sieger in Waffen, in der Beredsamkeit wie in der Menschlichkeit, starb unbesiegten Glaubens am 14. Februar 1712. Die erhabene und erlauchte Gräfin, Siegerin in der Hoffnung, in der Geduld und in der Beständigkeit, starb unbesiegten Glaubens im Jahr (ohne Eintrag)

Ludwig Crato (Kraft), Graf von Nassau-Saarbrücken (* 28. März 1663 in Saarbrücken; † 14. Februar 1713 ebd.) war der Sohn des Grafen Gustav Adolf von Nassau-Saarbrücken und der Eleonore Clara, geborene Gräfin von Hohenlohe-Neuenstein. Erzogen wurde er auf Neuenstein bei seinem Onkel Graf Wolfgang Julius von Hohenlohe-Neuenstein, später in Tübingen. Sein Vater war zu der Zeit Kriegsgefangener bei den Franzosen.

1677 erbte er beim Tode des Vaters die Grafschaften Saarbrücken und Saarwerden. Er trat die Regentschaft nicht an, da das Land von den Franzosen besetzt war. Es war wohl Abenteuerlust und die mangelnden Möglichkeiten, die ihn bewogen, in französische Dienste zu treten. Er wurde dort Inhaber des Kavallerieregiments Royal allemand und erreichte schließlich den Rang eines Lieutenant général. Während seiner Karriere zeichnete er sich durch Tapferkeit, Kaltblütigkeit und militärischen Scharfsinn aus. So nahm er an der Belagerung und Eroberung von Luxemburg 1684 teil. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs in der Niederländischen Kompagnie: der Schlacht bei Fleurus (1690) (schwer verwundet), der Belagerung von Namur und Schlacht von Steenkerke 1692, Schlacht bei Neerwinden 1693. Ein kurzes Gastspiel beim holländischen Heer beendete der französische König Ludwig XIV. durch Beschlagnahme seiner Länder. Nach dem Frieden von Rijswijk im Jahr 1697 wurden seine Länder wieder deutsch und er übernahm nun wieder die Regentschaft. Während des Spanischen Erbfolgekrieges war er nur noch beratend tätig.

Er galt als guter Regent, so konnte er sein Land aus weiteren Kriegen heraushalten. Der Graf ordnete die Rechtspflege und die Landesfinanzen. Er war wohltätig und reorganisierte das Schulwesen.

Sein Regierungsnachfolger war sein Bruder Karl Ludwig.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. April 1699 heiratete er Gräfin Philippine Henriette zu Hohenlohe-Langenburg (1679–1751), Tochter von Graf Heinrich Friedrich zu Hohenlohe-Langenburg.

Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken ist über seine Tochter Karoline der Urgroßvater des ersten bayerischen Königs Maximilian I. Joseph sowie der Ururgroßvater von dessen Frau Karoline und der vierfache Urgroßvater des bayerischen Königs Ludwig II.

Hinsichtlich des österreichischen Kaiserhauses ist er der dreifache Urgroßvater des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. sowie von dessen Ehefrau Elisabeth von Österreich-Ungarn.

Hinsichtlich des preußischen Königshauses ist er der Urgroßvater der preußischen Königin Friederike Luise, der Ururgroßvater des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und der dreifache Urgroßvater des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. sowie von dessen Bruder Wilhelm I., des ersten Kaisers des Deutschen Reiches. Ebenso ist er der dreifache Urgroßvater der preußischen Königin und ersten deutschen Kaiserin Augusta, der Frau Wilhelms I.

Hinsichtlich des russischen Zarenhauses ist er der Urgroßvater der früh verstorbenen russischen Thronfolgerin Natalia Alexejewna und der Ururgroßvater der russischen Zarin Jelisaweta Alexejewna, der Ehefrau von Zar Alexander I. Ebenso ist er der dreifache Urgroßvater der russischen Zarin Marija Alexandrowna, der Gattin von Zar Alexander II.

Hinsichtlich des schwedischen Königshauses ist Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken der Ururgroßvater der schwedischen Königin Friederike.

Hinsichtlich des sächsischen Königshauses ist er Urgroßvater der ersten sächsischen Königin Amalie, der Schwester des ersten bayerischen Königs Maximilian I. Joseph.

Unter der Voraussetzung, dass Kaspar Hauser der Sohn des badischen Großherzogs Karl Ludwig Friedrich gewesen wäre, wäre Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken dessen dreifacher Urgroßvater.

Hinsichtlich der monegassischen Fürstenfamilie ist Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken der fünffache Urgroßvater des Fürsten Louis II. von Monaco, dem Urgroßvater des seit 2005 regierenden Fürsten Albert II. von Monaco.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Gustav Adolf Graf von Nassau-Saarbrücken
1677–1713
Karl Ludwig