Ludwig Maria Hugo

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Ludwig Maria Hugo, ca. 1930
Ludwig Maria Hugo, offizielles Sterbebildchen, 1935
Bingen am Rhein: Hildegardfest anlässlich des 750. Todestages der heiligen Hildegard von Bingen 1929: Bischof Dr. Ludwig Maria Hugo von Mainz (Mitte) und Bischof Joannes Sproll (rechts) während der Ansprache von Ignaz Seipel

Ludwig Maria Hugo (* 19. Januar 1871 in Arzheim, Diözese Speyer; † 30. März 1935 in Mainz) war Bischof von Mainz von 1921 bis 1935.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Arzheim, Südpfalz, als Sohn eines Volksschullehrers, der später als Stationsvorsteher zur Bayerischen Staatsbahn wechselte. In der Lateinschule zu Grünstadt und im Gymnasium und Konvikt von Speyer verbrachte er seine Schulzeit. Hugo studierte in Innsbruck und am Collegium Germanicum in Rom. Dort empfing er am 28. Oktober 1894 aus der Hand von Kardinalvikar Lucido Maria Parocchi die Priesterweihe und wurde 1895 zum Doktor der Theologie promoviert. Danach war er im Bistum Speyer in mehreren Funktionen als Priester tätig; zunächst als Kaplan (ab 2. September 1895 in Landstuhl, ab 6. September 1897 in Deidesheim und ab 6. September 1900 in Kaiserslautern, St. Martin), dann als Studienpräfekt in Speyer (1. September 1903), schließlich ab 1904 als Pfarrer in Remigiusberg (siehe Haschbach am Remigiusberg). Hier veröffentlichte er die vielbeachtete Schrift „Katholische Exegese unter falscher Flagge“, in der er „als einfacher Landpfarrer“ (wie er sich darin selbst bezeichnete) den Modernismus anprangerte und die Linie von Papst Pius X. im sogenannten Modernismusstreit unterstützte. Dadurch wurde Bischof Konrad von Busch auf ihn aufmerksam. Er berief ihn 1905 als Domvikar und Bischofssekretär nach Speyer, wo er erstmals näheren Einblick in die Verwaltung einer Diözese erhielt. Von 1911 bis 1915 wirkte er wieder in der Seelsorge, als Pfarrer von Bliesdalheim, Saarpfalz. 1915, im Ersten Weltkrieg, übernahm Ludwig Maria Hugo als Regens die Leitung des Speyerer Diözesan- Priesterseminars.

Da der Mainzer Bischof Georg Heinrich Maria Kirstein aus Krankheitsgründen sein Amt nur noch eingeschränkt ausüben konnte, wurde Hugo am 7. März 1921 zum Koadjutor des Bistums Mainz und zum Titularbischof von Bubastis ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 10. April 1921, fünf Tage vor dem Tode seines Vorgängers Kirstein, durch den Speyerer Bischof Ludwig Sebastian.

In seine Amtszeit fallen das Aufblühen des Mainzer Caritasverbandes und die Fundamentsicherungsmaßnahmen am Mainzer Dom. Ein Höhepunkt seines Pontifikats war die Weihe des wiederhergestellten Doms 1928 in Anwesenheit des Apostolischen Nuntius in Deutschland, Eugenio Pacelli.

Dem aufkeimenden Nationalsozialismus trat Hugo entschieden entgegen: Als erste deutsche bischöfliche Behörde verbot Hugos Ordinariat 1930 unter Federführung des Generalvikars Philipp Jakob Mayer den Katholiken die Mitgliedschaft in der NSDAP. Nationalsozialisten wurden im Bistum Mainz der Empfang der Sakramente und das kirchliche Begräbnis verwehrt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten demonstrierte Hugo mit dem dritten Internationalen Christkönigskongreß 1933 und der Ketteler-Feier der Werktätigen 1934 den katholischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bischof Dr. Ludwig Maria Hugo – Erinnerungen, aufgezeichnet von einem Priester der Diözese Mainz (ohne Namensangabe), 61 Seiten, Mainz Verlag und Druckerei Lehrlingshaus, 1935
  • Dr. Karl Speckner: Wächter der Kirche – Ein Buch vom deutschen Episkopat, Kösel & Pustet Verlag München, 1934, Seiten 218–226
  • Ludwig Lenhart: Dr. Ludwig Maria Hugo (1871–1935). Ein theologisch-religiös markanter, den Nationalsozialismus frühzeitig durchschauender Rheinpfälzer auf dem Mainzer Bischofsstuhl (1921–1935), in: AmrhKG 18 (1966), S. 119.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Georg Heinrich Maria Kirstein Bischof von Mainz
1921–1935
Albert Stohr