Ludwig Narziß

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Ludwig Wendelin Oskar Narziß (* 30. September 1925 in München) ist ein deutscher Brauwissenschaftler. Er ist Verfasser von Standardwerken über das Brauwesen und international anerkannter Mentor des Fachs.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narziß entstammt einer brauereiaffinen Familie, sein Vater war Direktor bei Hacker-Bräu in München und später bei Lederer Bräu in Nürnberg. Statt wie seitens des Vaters gewünscht eine kaufmännische Ausbildung zu machen, begann er seine berufliche Ausbildung mit einer Brauer-Lehre bei der Tucher Bräu.[1]

Anschließend studierte er an der Technischen Hochschule München in Weihenstephan Brauwesen. Im Anschluss war er mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Betriebsberater für die Landesgewerbeanstalt Bayern in Nürnberg und die Staatliche Prüfanstalt Weihenstephan tätig. 1956 promovierte er über Den Einfluss der Hefe auf die Eigenschaften des Bieres. Von 1958 bis 1964 war er erster Braumeister der Münchener Löwenbräu AG.

Am 1. April 1964 wurde er als Nachfolger von Karl Schuster auf den Lehrstuhl für Technologie der Brauerei I an die Hochschule Weihenstephan berufen. Gleichzeitig übernahm er dessen Leitung der Bayerischen Lehr- und Versuchsbrauerei. 1992 wurde er emeritiert.

Am 13. September 2019 verlieh ihm die TU München „in Würdigung seiner herausragenden wissenschaftlichen Pionierleistungen, die auf dem Gebiet der Brau- und Getränketechnologie internationale Maßstäbe der Forschung gesetzt haben und für seine richtungsweisenden Lehrbücher und Monographien zur Brautechnologie“[2], die Ehrendoktorwürde (Dr. Ing. e. h.).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig-Narziß-Preis für Brauwissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 wird jährlich der Ludwig-Narziß-Preis für Brauwissenschaft verliehen für die wissenschaftliche Veröffentlichung in der Fachzeitschrift BrewingScience mit der größten Relevanz für die Brauerei-Praxis.[6]

Preisträger
  • 2015: Adrian Forster und Andreas Gahr, Hopfenveredlung St. Johann GmbH
  • 2016: Fritz Jacob und Mathias Hutzler, Forschungszentrum Weihenstephan (BLQ),
  • 2017: Philip C. Wietstock, Thomas Kunz und Frank-Jürgen Methner für Influence of Hopping Technology on Oxidative Stability and Staling-Related Carbonyls in Pale Lager Beer Technische Universität Berlin, Institut für Biotechnologie, Fachgebiet Brauwesen[7]
  • 2018 Mathias Hutzler, Andreas Brandl, Fritz Jacob, Paula Goderbauer und Robert Riedl für ihre Arbeit zum Thema Bavarian Wheat Beer, an Example of a Special Microbe Habitat - Cultivation, Detection, Biofilm Formation, Characterization of Selected Lactic Acid Bacteria Hygiene Indicators and Spoilers[8]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abriss der Bierbrauerei, Wiley-VCH Verlag, 7. Auflage, 2004, ISBN 978-3527310357
  • Ludwig Narziß, Werner Back: Die Bierbrauerei, Band 1: Die Technologie der Malzbereitung, Wiley-VCH Verlag, 8. Auflage, 2012, ISBN 978-3527325320
  • Ludwig Narziß, Werner Back: Die Bierbrauerei, Band 2: Die Technologie der Würzebereitung, Wiley-VCH Verlag, 8. Auflage, 2009, ISBN 978-3527325337
  • zahlreiche Artikel in den Zeitschriften Brauwelt, Brauindustrie, und weiteren Fachzeitschriften für Brauwesen
  • zahlreiche Doktorarbeiten und Habilitationen als Betreuer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Macht wieder mehr unterschiedliche Biere, sueddeutsche.de
  2. TUM zeichnet herausragende Persönlichkeiten aus. Abgerufen am 18. September 2019.
  3. 500 Jahre Reinheitsgebot, auf bamberger-maelzerei.de, abgerufen am 24. Mai 2018
  4. Freising ehrt eine große Persönlichkeit. Abgerufen am 9. August 2018.
  5. Ministerpräsident Dr. Markus Söder verleiht Bayerischen Verdienstorden. Abgerufen am 24. Juli 2019.
  6. Ludwig-Narziß-Preis für Brauwissenschaft, drinktec.com, abgerufen am 19. September 2019
  7. Der 3. Ludwig-Narziß-Preis ging 2017 an die TU Berlin, mebak.org, abgerufen am 19. September 2019
  8. BrauBeviale – Servus und bis zum nächsten mal!, gradplato.com, abgerufen am 19. September 2019