Mises Institute

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Ludwig von Mises Institute for Austrian Economics
Logo
Rechtsform Non-Profit-Organisation, 501(c)(3) organization
Gründung 1982
Gründer Lew Rockwell
Sitz Auburn, USA
Vorsitz Lew Rockwell
Umsatz 10.250.383 US-Dollar (2019)
Website www.mises.org
Mises Institute Campus in Auburn

Das Ludwig von Mises Institute for Austrian Economics, kurz Mises Institute, ist eine Non-Profit-Organisation und Denkfabrik mit Hauptsitz in Auburn, Alabama in den Vereinigten Staaten, benannt nach dem Begründer der österreichischen Schule der Wirtschaftswissenschaft Ludwig von Mises. Das Institut wurde 1982 von Lew Rockwell ins Leben gerufen und hat Ableger in mehreren Ländern, darunter auch in Deutschland. Es hat sich der Verbreitung und Förderung libertärer und anarchokapitalistischer Ideen verschrieben und betreibt dafür Lobbying, führt Lehr- bzw. Informationsveranstaltungen und Treffen durch. Es unterhält in Zusammenarbeit mit Hochschulen ein eigenes Graduiertenprogramm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ludwig von Mises Institute wurde 1982 von Lew Rockwell gegründet. Rockwell, der zuvor als Redakteur bei Arlington House Publishers tätig gewesen war, erhielt bei einem Treffen in New York City den Segen von Margit von Mises, die daraufhin zur ersten Vorsitzenden des Vorstands ernannt wurde. Zu den frühen Unterstützern der neuen Institution gehörten der Politiker Ron Paul und Mises Schüler Murray Rothbard.[1] Rockwell zufolge bestand die Motivation des Instituts darin, die spezifischen Beiträge von Ludwig von Mises zu fördern, da er befürchtete, dass diese von libertären Institutionen, die von Charles Koch und David Koch finanziert werden, ignoriert werden würden. Es hatte auch die Befürchtung bestanden, Mises sei zu radikal, um eine Organisation nach ihm zu benennen.[2]

2001 wurde das Mises Institute Europe mit Sitz in Brüssel eröffnet.[3] Seit dem Oktober 2012 existiert mit dem Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V. ein deutscher Ableger des Netzwerkes. Dieser hat seinen Hauptsitz in München.[4] Das Mises Institut Deutschland war eng verbunden mit dem 2021 verstorbenen Unternehmer und Milliardär August von Finck junior.[3] Seit 2020 bietet das Mises Institute ein Graduiertenprogramm an.[5]

Ideologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der wichtigsten Philosophien des Instituts ist die Mises'sche Praxeologie ("Logik des menschlichen Handelns"), die davon ausgeht, dass die Wirtschaftswissenschaft deduktiv und nicht empirisch ist. Sie wurde von Ludwig von Mises in Anlehnung an den Methodenstreit von Carl Menger entwickelt und wendet sich gegen die mathematische Modellierung und das Testen von Hypothesen, die in der neoklassischen Wirtschaftswissenschaft zur Rechtfertigung und Überprüfung von Theorien verwendet werden. Die misesianische Ökonomie ist eine Form der heterodoxen Ökonomie und unterscheidet sich von anderen Forschern der österreichischen Tradition wie Hayek und den Vertretern der George Mason University.[6]

Politisch wird das Mises Institute in den Vereinigten Staaten mit der Libertarian Party und einigen spezifischen Politikern wie Ron Paul, der auch die Republikanische Partei vertrat, in Verbindung gebracht. Das Mises Institute unterstützt eine isolationistische Außenpolitik, die Kürzung der öffentlichen Ausgaben, den Abbau des Sozialstaats, die Senkung oder Abschaffung von Steuern, die Deregulierung der Wirtschaft und die Abschaffung der Zentralbank mit gleichzeitiger Einführung des Goldstandard. Das Institut unterstützt außerdem das Recht auf Sezession vom Zentralstaat und die Gründung freier Privatstädte.[7][8] Vom Southern Poverty Law Center wurde das Institut 2000 als Teil der Neo-Konföderierten klassifiziert.[9] Auch vertraten einige mit dem Institut in Verbindung stehende Personen rechtskonservative und verschwörungstheoretische Ansichten.[10] Als ein Reporter der New York Times im Jahr 2014 um eine Führung durch das Institut bat, forderte Rockwell ihn auf, das Institut zu verlassen, da er "Teil des Regimes" sei.[11]

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den namhaften Persönlichkeiten, die mit dem Mises Institute verbunden sind, gehören:[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mises Institute – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tho: The Story of the Mises Institute. 18. September 2018, abgerufen am 8. April 2022 (englisch).
  2. Raimondo, Justin (2000). Enemy of the State: The Biography of Murray Rothbard. Prometheus.
  3. a b Mises Institute – Lobbypedia. Abgerufen am 8. April 2022.
  4. Über uns. In: Ludwig von Mises Institut Deutschland. Abgerufen am 8. April 2022 (deutsch).
  5. Chad: Graduate Program. 26. März 2020, abgerufen am 8. April 2022 (englisch).
  6. Ryan: Socialism: The Calculation Problem Is Not the Knowledge Problem. 13. März 2018, abgerufen am 8. April 2022 (englisch).
  7. The Prospects for Soft Secession in America. 21. September 2021, abgerufen am 8. April 2022 (englisch).
  8. Private Städte – exklusiv und antidemokratisch. Abgerufen am 8. April 2022.
  9. The Neo-Confederates. Abgerufen am 8. April 2022 (englisch).
  10. Where did Donald Trump get his racialized rhetoric? From libertarians. In: Washington Post. ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 8. April 2022]).
  11. Sam Tanenhaus, Jim Rutenberg: Rand Paul’s Mixed Inheritance. In: The New York Times. 25. Januar 2014, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 8. April 2022]).
  12. Faculty and Staff. Abgerufen am 8. April 2022 (englisch).