Ludwigsau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ludwigsau
Ludwigsau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ludwigsau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 56′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 111,93 km2
Einwohner: 5530 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36251
Vorwahlen: 06670, 06621
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 1
36251 Ludwigsau
Webpräsenz: www.ludwigsau.de
Bürgermeister: Thomas Baumann (parteilos)
Lage der Gemeinde Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
ThüringenVogelsbergkreisLandkreis FuldaSchwalm-Eder-KreisWerra-Meißner-KreisAlheimRotenburg an der FuldaCornbergNentershausen (Hessen)BebraBebraWildeckHeringen (Werra)Philippsthal (Werra)Friedewald (Hessen)LudwigsauNeuenstein (Hessen)HohenrodaSchenklengsfeldSchenklengsfeldHauneckHaunetalNiederaulaKirchheim (Hessen)Breitenbach am HerzbergRonshausenBad HersfeldKarte
Über dieses Bild

Ludwigsau ist eine Großgemeinde im Nordosten Hessens im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Sie ist mit 112 km² eine der größten Flächengemeinden Hessens.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Fulda im Städtedreieck Bad Hersfeld, Bebra und Rotenburg an der Fulda. Die Gemeindegemarkung liegt am Rande des Seulingswaldes und erstreckt sich entlang des Rohrbaches und seines linken Zuflusses Endersbach in das östliche Knüllgebirge hinein. Der Rohrbach fließt bei Reilos in die Fulda. Das Rohrbachtal wird teilweise Besengrund genannt, was sich auf die Korbmacher und Besenbinder bezieht. Diese Berufe kamen hier in den vergangenen Jahrhunderten oft vor.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwigsau grenzt im Norden an die Gemeinde Alheim und die Stadt Rotenburg an der Fulda, im Osten an die Stadt Bebra und die Gemeinde Ronshausen, im Südosten an die Gemeinde Friedewald, im Süden an die Stadt Bad Hersfeld sowie im Westen an die Gemeinde Neuenstein (alle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und die zum Schwalm-Eder-Kreis gehörende Gemeinde Knüllwald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den 13 Ortsteilen Beenhausen, Biedebach, Ersrode, Friedlos, Gerterode, Hainrode, Meckbach, Mecklar, Niederthalhausen, Oberthalhausen, Reilos, Rohrbach und Tann.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Ludwigseck

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform 1971/72 wurden im Fuldatal nördlich von Bad Hersfeld, im Besengrund und angrenzenden Tälern zwei Großgemeinden gegründet. Nach kurzer Zeit wurden diese Gebietskörperschaften und weitere bis dato politisch selbstständige Dörfer zur Großgemeinde Ludwigsau verschmolzen.

Die Namensgebung bezieht sich letztlich auf Landgraf Ludwig I. von Hessen, der auf dem heutigen Gebiet der Gemeinde die Errichtung zweier nach ihm benannter Burgen – Schloss Ludwigseck und Burg Ludwigsaue (erbaut 1416) – veranlasste. Von der zuletzt genannten Burg gibt es keine sichtbaren Spuren mehr, sie stand an der Mündung des Rohrbaches in die Fulda.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 entstand die Gemeinde Ludwigseck durch den freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Beenhausen, Ersrode, Hainrode und Oberthalhausen. Zur gleichen Zeit entstand die Gemeinde Ludwigsau durch den freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Biedebach, Friedlos, Gerterode, Mecklar und Tann.[2] Insbesondere Friedlos war daran interessiert, um einer Zwangseingemeindung in die Kreisstadt Bad Hersfeld zu entgehen.

Da sich Niederthalhausen dem Zusammenschluss zur Gemeinde Ludwigseck widersetzte, wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. August 1972 die Gemeinde Ludwigseck wieder aufgelöst und die dazugehörigen Gemeinden und Niederthalhausen sowie Meckbach und Rohrbach wurden in die Großgemeinde Ludwigsau zwangseingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
  
Insgesamt 25 Sitze
  • SPD: 16
  • BFL: 9
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 61,5 16 64,4 16 61,2 19 61,7 19
BFL Bürger für Ludwigsau[6] 37,4 9
FDP Freie Demokratische Partei 1,1 0
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,6 9 38,8 12 38,3 12
gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 61,0 59,3 61,1 63,6

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Ludwigsau neben dem Bürgermeister sieben ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Der Bürgermeister Thomas Baumann (parteilos) wurde am 25. März 2012, mit einem Stimmenanteil von 86,6 % für eine vierte Amtsperiode bis 2018 wiedergewählt. Er amtiert seit 1994 und hatte erneut keine Gegenkandidaten.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Das Wappen ist mit einer blauen Doppelwellenlinie schräg geteilt. Rechts oben auf Silber eine rote Burg und links unten auf Silber ein rotes Mühlrad“.

Bedeutung: Die 13 Schaufeln des Mühlrades stehen für die Ortsteile der Gemeinde und die Burg stellt das Schloss Ludwigseck dar. Die Doppelwellenlinie steht für die Fulda und den Rohrbach.

Ludwigsau unterhält Partnerschaften mit dem französischen Changé in der Nähe von Le Mans (seit 1997) und mit dem thüringischen Struth-Helmershof (jetzt Teil von Floh-Seligenthal) in der Nähe von Schmalkalden (seit 1990).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Teile der Gemeinde Ludwigsau vom Giegenberg aus in nördliche Richtung fotografiert

Bauwerke von historischer Bedeutung sind das

Naturdenkmäler in der Umgebung sind das

  • Naturschutzgebiet „Fuldaaue“ mit renaturierter Kiesabgrabung (bei Mecklar), das
  • Landschaftsschutzgebiet Malchustal (bei Ersrode),
  • Landschaftsschutzgebiet Hauksgrund (bei Biedebach) und
  • der Gernkopf (417 m ü. NN, oberhalb von Oberthalhausen).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Mecklar, Reilos und Friedlos führt die Bundesstraße 27. Im Ortsteil Friedlos besteht ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Bebra–Fulda, der von Cantus (Linie R5 Kassel – Bebra – Bad Hersfeld – Fulda im NVV) angefahren wird. Der Bahnhof Mecklar, der einen größeren Güterbahnhof umfasste, wurde bereits in den 1980er Jahren geschlossen. Zwischen allen Ortsteilen der Gemeinde Ludwigsau und der Kreisstadt Bad Hersfeld verkehrt regelmäßig die Buslinie 320 der ÜWAG.

Radwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Friedlos und Mecklar folgende Radwanderwege:

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Industriegebiet in der Fuldaaue in Mecklar-Meckbach befindet sich seit 2007 die Firma DHL Supply Chain mit einem eigenen Gebäude. In Mecklar-Meckbach befinden sich vier Ferngasleitungen in der Nähe und ein größeres Umspannwerk liegt in dem Ortsteil. Dadurch entschied sich der Stromkonzern Iberdrola hier ein Gas- und Dampfkraftwerk zu bauen. Im Jahr 2011 verkaufte Ibertrola die Anteile an den dänischen Energiekonzern Dong Energy. Die Bauarbeiten sollten ursprünglich im Jahr 2010 beginnen, allerdings verzögerte sich dies auf derzeit unbestimmte Zeit.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludwigsau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 397.
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. Hersfelder Zeitung vom 19. Januar 2016: Bürgerliste tritt in Ludwigsau an
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Ludwigsau
  8. Genehmigung für Kraftwerk erteilt