Ludwigsstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ludwigsstadt
Ludwigsstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ludwigsstadt hervorgehoben

Koordinaten: 50° 29′ N, 11° 23′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 446 m ü. NHN
Fläche: 58,73 km2
Einwohner: 3396 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96337
Vorwahl: 09263
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 152
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lauensteiner Str. 1
96337 Ludwigsstadt
Website: www.ludwigsstadt.de
Bürgermeister: Timo Ehrhardt (SPD)
Lage der Stadt Ludwigsstadt im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Oberfranken)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Marktplatz
Evangelisch-Lutherische Michaeliskirche
Profanierte Marienkapelle

Ludwigsstadt (thüringisch-obersächsisch-regional Ludscht) ist eine Stadt im Norden des oberfränkischen Landkreises Kronach in Bayern, die an der Bayerischen Porzellanstraße liegt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist die einzige Kommune in Bayern, die nördlich des Rennsteigs liegt. Die Umgebung ist durch den Frankenwald und das Thüringer Schiefergebirge geprägt. Ludwigsstadt liegt an der Loquitz etwa vier Kilometer von der thüringischen Landesgrenze entfernt. Als nördlichste Region des Landkreises Kronach wird die Stadt Ludwigsstadt in drei Himmelsrichtungen von Thüringen umschlossen, was bis 1989/1990 bedeutet, in einer extremen Grenzlage an der innerdeutschen Grenze zu liegen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwigsstadt hat 21 amtlich benannte Gemeindeteile.[2]

Selbständige Gemeinden waren:

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile von Ludwigsstadt:[3]

Ortsteil Einwohner Fläche in km²
Ludwigsstadt 2023 23,28
Ebersdorf 741 13,65
Lauenhain 186 6,63
Lauenstein 494 6,77
Steinbach an der Haide 180 6,35

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name von Ludwigsstadt geht vermutlich auf „Ludwig, Vogt von Ludewichsdorf“ zurück, der zum Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes am 24. Juni 1269 dort seinen Sitz hatte. Im Laufe der Jahrhunderte wurden der Name des Ortes und dessen Schreibweise mehrmals verändert. So sind etwa die Namen „Ludwigstorff“, „Lutzstadt“, „Luderstatt“ und „Ludwigstadt“ (mit einem s) belegt. Seit 1837 schreibt man den Ortsnamen mit Doppel-s: Ludwigsstadt.

Schon 1222 wurde der heutige Ortsteil Lauenstein als „Lewinsteine“ erstmals urkundlich erwähnt.[4]

Nach der ersten Jahrtausendwende wurde das Gebiet an den Oberläufen der Saale (Nebenfluss Loquitz) durch Mönche des Benediktinerklosters Saalfeld kolonisiert. Die Burg Lauenstein stellte einen herrschaftlichen Mittelpunkt in dem damaligen Rodungsgebiet dar. Die Sage der Mantelburg erzählt, dass Burg Lauenstein bereits durch König Konrad I. im Jahre 915 als Bollwerk gegen vordringende Sorben und Wenden errichtet wurde. Es wird angenommen, dass die ältesten Bausubstanzen auf das 12. Jahrhundert zurück gehen. In der ersten urkundlichen Erwähnung von 1222 wird Lauenstein im Zusammenhang mit "Henricus de Lewinstein", wohl "Heinrich von Könitz" genannt. Gegen 1250 gelangte Lauenstein an die Grafen von Orlamünde, später an die die Grafen von Schwarzburg und die Grafen von Mansfeld.[5]

14. bis zum 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

14. bis zum 15. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bedeutung des Ortes wurde Rechnung getragen, als Graf Otto von Orlamünde, Herr zu Lauenstein, am 15. August 1377 „Ludwigstorff“ das Marktrecht verlieh und den Ort mit weiteren Rechten ausstattete. Diese Privilegien erneuerten am 18. April 1490 die Besitzer der Herrschaft Lauenstein, Reichserbküchenmeister Philipp von Seldeneck und Jacob Heimburg und erweiterten sie zum Stadtrecht.

Ab diesem Zeitpunkt wurde der Ortsname in den zeitgenössischen Dokumenten „Ludwigstadt“, „Lutzstadt“ oder „Luderstatt“ geschrieben. Die Urkunde ist betitelt: „der Stadt Ludwigsstadt Privilegia Statuta und Freyheiten, wie solche ihnen von Philipp von Seldeneck, des Heiligen Römischen Reiches Erbküchenmeister, und Jacob Heimburg zu Lauenstein, anno 1490 sind ertheilet worden“.

Am 15. August 1377 verlieh Graf Otto von Orlamünde, der Herr von Lauenstein Ludwigsstadt, welches damals zur Herrschaft Lauenstein gehörte, die Marktrechte. Sie wurden am 18. April 1490 als Stadtrechte erweitert.[4]

15. bis zum 17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1506 kaufte Heinrich Thun (später von Thüna) die Herrschaft Lauenstein. Da der Markgraf von Brandenburg seine Zustimmung zu diesen Geschäft verweigerte, blieben die Grafen von Mansfeld Lehensherrn. Die Thünas besaßen die Herrschaft somit als sogenanntes "Afterlehen" (Unterlehen).

Während des Bauernkrieges 1525 verlor der Ort diese Privilegien jedoch wieder, als die Bevölkerung gegen ihren Herrn, Friedrich von Thüna, aufbegehrte. Erst in den Jahren 1659 und 1717 wurden die Marktrechte teilweise zurückgegeben. In den Jahren 1551–1554 erfolgte der Umbau, bzw. Neubau der Burg Lauenstein. Christoph von Thüna ließ den schönsten Teil, den sogenannten "Thünaflügel" errichten.[4]

17. bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1622 verkauften die Ritter von Thüna Burg Lauenstein mit dem zugehörigen Herrschaftsgebiet an Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth. Die Burg wurde Sitz des "Markgräflichen Bayreuthischen Castenamtes Lauenstein".

Das Amt Lauenstein litt unter den Schrecknissen des 30-jährigen Krieges, vor allem 1633–1634, durch Truppendurchzügen, Brandschatzungen, Plünderungen und der Pest. Die seit dem 15. Jahrhundert bestehende Saigerhütte Ludwigsstadt musste kriegsbedingt bereits 1630 ihren Betrieb einstellen.

Auf dem Gelände der stillgelegten Saigerhütte wurde 1665 ein neuer Eisenhammer, der spätere "obere Hammer" gegründet

In den Jahren 1746–1749 wurde das Ludwigsstädter Rathaus am Marktplatz neu errichtet.

Das Eisenhammerwerk Falkenstein wurde 1765 gegründet.

Durch extrem strenge und lange Winter in den Jahren 1770 bis 1772 wurde eine große Teuerung und Hungersnot ausgelöst.

Nach der Abdankung des Markgrafen Alexander von Ansbach-Bayreuth fiel das Gebiet 1792 an das Königreich Preußen unter der Verwaltung des Freiherrn Karl August von Hardenberg.[4]

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Ludwigsstadt bayerisch: Am 30. Juni 1803 wurde der "Landes- und Grenztauschvertrag" zwischen dem Königreich Preußen und dem Kurfürstentum Bayern unterzeichnet, nach dem das Amt Lauenstein zu Bayern kam. Durch ein kgl. preußisches Patent vom 1. November 1803 wurden alle "Untertanen, Vasallen, Lehensleute, geistliche und weltliche Beamte" ihres Treueides gegenüber ihren König entbunden und an den neuen Lehensherrn überwiesen. Durch ein gleichlautendes bayerisches Patent vom 26. September 1803 wurden die neuen Besitzungen übernommen. Die tatsächliche "Besitzergreifung" zog sich allerdings bis Mitte März 1804 hin.

Im Jahre 1837 wurde das "königl. bayer. Landgericht Lauenstein" in "Landgericht Ludwigsstadt" umbenannt. Die Gründung der ersten Schiefertafelfabrik in Ludwigsstadt erfolgte 1862.

In den Jahren 1881 bis 1883 wurde die Stadt von drei Großbränden heimgesucht, die in der Stadtmitte und in der heutigen Lauensteiner Straße große Schäden anrichteten. Dabei brannte 1881 das letzte Stadttor (Torhaus) Richtung Lauenstein ab.

Am 1. Oktober 1865 wurde die Eisenbahnstrecke von Stockheim nach Eichicht über Frankenwald und Schiefergebirge ("Frankenwaldbahn") eröffnet. Mit der Fertigstellung war die durchgehende Süd- Nord-Verbindung von München nach Berlin hergestellt. Sichtbares Zeichen in der Stadt ist bis heute das Trogenbachviadukt (erbaut 1883–1885).[4]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände des ehemaligen "Unteren Hammers" in Oberneuhüttendorf wurde 1908 das erste Elektrizitätswerk errichtet. Noch im selben Jahr wurde Ludwigsstadt, Lauenstein, Ottendorf und Lauenhain mit elektrischer Energie versorgt.

Bei Kriegsbeginn 1914 wurde auf der Burg Lauenstein ein Lazarett für Militärpersonen eingerichtet.

Auf Einladung von Max Weber fanden 1917 auf Burg Lauenstein die sogenannten "Lauensteiner Tagungen" statt. Viele Intellektuelle der Zeit trafen sich zu Gesprächen. Teilnehmer waren neben Max Weber u. a. Walter von Molo, Ernst Toller und Theodor Heuss.

Im Jahr 1924 kam es zu einem Eisenbahnunfall, bei dem ein Güterzug von der Trogenbachbrücke in den Ort stürzte.[6] Siehe: Eisenbahnunfall von Ludwigsstadt.

In Ludwigsstadt wurde im Rahmen von Notstandsarbeiten 1932 das erste Freibad im Landkreis Kronach gebaut. Auf Burg Lauenstein fand 1936 der 42. Deutsche Philatelistentag statt.

Im November 1943 wurde die Burg Lauenstein beschlagnahmt und bis zum Kriegsende von Dienststellen der Abwehr genutzt. Vom Februar bis Juni 1944 befand sich Admiral Wilhelm Canaris auf Burg Lauenstein in "Ehrenhaft" (Hausarrest).

Das Stadtrecht wurde dem Ort am 30. September 1953 vom bayerischen Innenminister Wilhelm Hoegner erneut verliehen.[7] Die Feier der Stadterhebung fand im Frühjahr 1954 statt.

1963 wurde der Aussichtsturm "Thüringer Warte" in Lauenstein eröffnet.

Im Zuge der bayerischen Gemeindegebietsreform wurden 1978 die selbständigen Gemeinden Ebersdorf, Lauenstein, Lauenhain und Steinbach an der Haide in die Stadt Ludwigsstadt eingegliedert.

Ludwigsstadt/Probstzella war von 1945 bis 1990 Grenzbahnhof zwischen der SBZ bzw. DDR und der amerikanischen Besatzungszone bzw. der Bundesrepublik Deutschland.

Da das 1746/49 errichtete Rathaus am Marktplatz zu klein geworden war, zog die Stadtverwaltung 1994 in das zum Rathaus umgebaute und sanierte ehemalige Amtsgerichtsgebäude.

Das Bayerische Rote Kreuz errichtete 1996 in Ludwigsstadt ein modernes Alten- und Pflegeheim.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde zunächst am 1. Januar 1977 die bis dahin selbständige Gemeinde Ebersdorf eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kamen Lauenhain und Steinbach an der Haide hinzu. Lauenstein folgte am 1. Mai 1978.[8]

Ottendorf wurde bereits am 1. April 1938 eingemeindet.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 17 Mitglieder einschließlich des ersten Bürgermeisters:

2014
SPD 9
CSU 6
FW 2
Gesamt 17 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Timo Ehrhardt (SPD), der 2008 erstmals gewählt wurde und in der Kommunalwahl 2014 im Amt bestätigt wurde. Bürgermeister und Stadtrat werden für 6 Jahre gewählt.

Haushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten zehn Jahren wurden in Ludwigsstadt insgesamt 42 Millionen Euro in Projekte und Infrastrukturmaßnahmen investiert. Der Eigenanteil der Stadt lag bei zwölf Millionen Euro. Trotz aller Investitionen konnten die Schulden auf rund sechs Millionen Euro Ende 2019 reduziert werden.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber auf grünem Boden stehend der Erzengel Michael im langen, roten Gewand mit goldenen Flügeln; er hält in der Rechten einen silbernen Stab mit goldenem Kreuz, mit der Linken eine goldene Waage, in deren gesenkter Schale ein nackter Mensch, in der erhöhten ein Teufel sitzt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiefermuseum

Ludwigsstadt hat zwei Museen:

  • Schiefermuseum (Deutsches Schiefertafelmuseum) mit der umfassenden Darstellung der Schiefertafelproduktion vom einfachen Hausgewerbe bis zur industriellen Fertigung als Schwerpunkt.
  • Burg Lauenstein, eine mittelalterliche Höhenburg mit einem Museum, in dem Fachsammlungen von Schlössern und Schlüsseln, Beleuchtungskörpern und Mobiliar aus dem 15. bis 19. Jahrhundert sowie Waffen und Rüstungen gezeigt werden.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Gebäude mit Schieferfassaden vermitteln in Ludwigsstadt einen typischen wie einzigartigen Eindruck. Als besondere Bauwerke sind zu nennen:

  • Villa Falkenstein (ehemals Grenzhotel, Gaststätte und Brauerei)
  • Burg Lauenstein im Stadtteil Lauenstein
  • Kirchen in Ludwigsstadt: Kath. Pfarrkirche St. Michael und Kath. Heilig-Geist-Kirche
  • Kirche in Ebersdorf: ev.-luth. Pfarrkirche Maria Magdalena
  • Kirche in Lauenstein: ev.-luth. Pfarrkirche St. Nikolaus und ev.-luth. Filialkirche St. Franziskus
  • Kirche in Steinbach an der Haide: ev-luth. Pfarrkirche St. Elisabeth und profanierte Marienkapelle
  • Thüringer Warte: Hoch über Lauenstein steht auf dem Gipfel des 678 m hohen Ratzenberg, der Aussichtsturm "Thüringer Warte". Der 26,5 m hohe Turm (errichtet 1963) steht kaum 200 m von der thüringisch-bayerischen Landesgrenze entfernt. Er wurde auch "Schaufenster nach Thüringen" genannt.
  • Eisenbahnbrücke: Trogenbachviadukt (erbaut 1883–1885)

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus, Natur und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge eingebettet, spielen Natur und Tourismus in Ludwigsstadt und Umgebung eine große Bedeutung. Für Kinder gibt es den Märchenpfad Lauenstein. Ausgewiesene Wander-, Nordic Walking- und Mountainbike-Strecken führen Gelegenheitssportler wie auch ambitionierte Freizeitaktivisten abwechslungsreich durch tief eingeschnittene Täler und über ausblickreiche Höhen. Zwischendurch bietet sich eine Rast am idyllisch gelegenen Ölschnitzsee oder natürlich in einem der gut-bürgerlichen Gasthäuser an. Im Winter wird die Region mit ihrem abwechslungsreichen Loipennetz und den längsten Skiliften im Frankenwald zum Wintersportzentrum.

Als Naturbad wird der Ölschnitzsee genutzt. In Ludwigsstadt gibt es ein Freibad: Beiheizt wird das mit einem 50 Meter-Becken, zwei Nichtschwimmerbecken und einem Planschbecken, Wasserrutsche und Sprungturm ausgestattete Bad von einer Solarheizung. Das Wasser wird dadurch auf bis zu maximal 25 Grad erwärmt. Ein Hallenbad mit einem 16-Meter-Becken befindet sich in der Grundschule "Am Grünen Band" in Ludwigsstadt.

Ludwigsstadt bietet eine große Palette an Beherbergungsmöglichkeiten, von Bauernhöfen und Privatunterkünften, über Pensionen und Gasthäuser bis hin zu Hotels.

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rennsteig stellt die Sprachgrenze zwischen den ostmitteldeutschen Dialekten der thüringisch-obersächsischen Gruppe und den zum Oberdeutschen gehörenden ostfränkischen Mundarten dar. In Ludwigsstadt spricht man einen Dialekt, der lokal "Ludschterisch" genannt wird und zum Ostmitteldeutschen gehört. Damit unterscheidet sich der Zungenschlag der Ludwigsstädter, als sprachliche Exklave, deutlich vom fränkischen Sprachraum.

Oertels Dachschieferbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Oertelsbruch im Trogenbachtal bei Ludwigstadt wurden im 18. und 19. Jahrhundert Tonschiefer des Unterkarbons der sogenannte Blaue Lagerstein abgebaut. Sie wurden zur Herstellung von Schiefertafeln sowie zum Dachdecken und für Wandverkleidungen verwendet. Noch heute prägen die schiefergedeckten Häuser das Erscheinungsbild vieler Orte des Frankenwaldes.

Der Dach- und Tafelschieferbruch wurde im Jahre 1779 eröffnet. Große Abraumhalden oberhalb der Kehlbacher Straße, vor allem im Bereich Edelhof, belegen, dass nur ein geringer Teil des abgebauten Gesteins tatsächlich verwertbar war. Der Schieferbruch wurde schon bald unrentabel. Erst von 1826 bis 1855 war es dem Thüringer Ernst Oertel gelungen, den Dachschiefer mit Erfolg abzubauen.

Der Dachschieferbruch ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 476A030[11] ausgewiesen und mit dem offiziellen Gütesiegel Bayerns schönste Geotope ausgezeichnet worden.[12] Siehe auch Liste der Geotope im Landkreis Kronach.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Burgfest findet alle zwei Jahre am vierten Wochenende im Juni statt.
  • Die Kirchweih im Stadtteil Ebersdorf findet jährlich am Sonntag zwischen 6. und 12. August statt.
  • Schützenfest jährlich am vorletzten Wochenende im Juli
  • Kirchweihfest in Ludwigsstadt am Michaelistag (29. September) wenn es ein Sonntag ist, ansonsten am Sonntag davor.
  • Schützenfest im Stadtteil Ebersdorf findet jährlich am dritten Sonntag im Juni statt.
  • Bergfest des Frankenwaldvereins immer am ersten Sonntag im September

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwigsstadt ist Standort von Handwerks- und mittelständischen Industriebetrieben, z. B. im Werkzeugbau. Daneben spielen Holzverarbeitung, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus eine größere Rolle. Eine überregional bekannte Pralinenmanufaktur ist die "Confiserie Burg Lauenstein", die einen Werksverkauf anbietet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trogenbachbrücke der Frankenwaldbahn über Ludwigsstadt

Ludwigsstadt liegt an der Bundesstraße 85 und der Frankenwaldbahn von Saalfeld/Saale nach Bamberg. Bis zur deutschen Wiedervereinigung war Ludwigsstadt Grenzbahnhof an der Frankenwaldbahn nach Thüringen.

Früher zweigte hier die, am 1. Dezember 1885 eröffnete, 7,6 Kilometer lange Bahnstrecke Ludwigsstadt–Lehesten ("Schieferbahn") ab, die mit der Deutschen Teilung unterbrochen und 1971 stillgelegt wurde.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundschule "Am Grünen Band" hat derzeit 5 Grundschulklassen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Christian Georg Kapp (* 24. März 1792 in Ludwigsstadt; † 8. Februar 1866 in Hamm), deutscher Pädagoge
  • Ernst Kapp (* 15. Oktober 1808 in Ludwigsstadt; † 30. Januar 1896 in Düsseldorf), deutscher Pädagoge, Geograph und Philosoph
  • Paul Mulzer (* 8. Mai 1880 in Ludwigsstadt; † 5. Februar 1947), deutscher Dermatologe
  • Hermann Wilhelm (* 4. September 1897 in Lauenstein; † 24. Februar 1970), Maler und Hochschullehrer
  • Fritz Fischer (* 5. März 1908 in Ludwigsstadt; † 1. Dezember 1999 in Hamburg), deutscher Historiker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludwigsstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ludwigsstadt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ludwigsstadt in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Einwohnerzahlen
  4. a b c d e f Stadt Ludwigsstadt: Chronik der Stadt Ludwigstadt. In: https://www.ludwigsstadt.de/. Stadt Ludwigsstadt, abgerufen am 28. November 2019.
  5. Stadt Ludwigsstadt: Die Mantelburg in Lauenstein. In: https://www.ludwigsstadt.de/. Stadt Ludwigsstadt, abgerufen am 28. November 2019.
  6. Ludwigsstadt im Frankenwald. Abgerufen am 6. Februar 2019.
  7. Geschichtliche Daten in chronologischer Reihenfolge. Stadt Ludwigsstadt, abgerufen am 8. März 2011.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  10. Veronika Schadeck: Timo Ehrhardt will zum dritten Mal Bürgermeister von Ludwigsstadt werden. In: https://www.infranken.de/. 21. November 2019, abgerufen am 28. November 2019.
  11. Geotop: Örtels Dachschieferbruch (abgerufen am 13. Oktober 2013; PDF; 182 kB)
  12. Dachsieferbruch