Ludwigstal

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Ludwigstal
Koordinaten: 48° 0′ 6″ N, 8° 49′ 59″ O
Höhe: 638 m ü. NN
Einwohner: 500
Postleitzahl: 78532
Vorwahl: 07461

Ludwigstal ist ein Stadtteil von Tuttlingen im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwigstal liegt nahe der Donau, direkt am Hang zum Leutenberg, auf 638 m.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwigstal wurde 1694 auf dem Tuttlinger Stadtgebiet mit der Eröffnung der Schwäbischen Hüttenwerke durch den württembergischen Herzog Eberhard Ludwig gegründet und dann nach ihm benannt. Der Standort wurde gewählt, weil er nicht direkt im Stadtgebiet aber direkt an der Donau lag und auf den Äckern zwischen Tuttlingen und Nendingen sowie auf der Hegau-Hochfläche Bohnerze in roher, blanken Form zu finden sind.

Zwischen 1827 und 1831 war der spätere Wirtschaftspolitiker Ferdinand von Steinbeis Hüttenschreiber im Ludwigstal.

Bis 1880 wurde das Ludwigstal als eigenständiges Dorf unter der Administration von Tuttlingen angesehen, das lag vor allem an der relativ weit entfernten Lage zur Stadt selbst. So liegt es 2,5 Kilometer vom ehemaligen Stadtrand (bei der Kirche St. Gallus) und 2,2 Kilometer von Nendingen entfernt. Heute gehört das Ludwigstal zur Kernstadt Tuttlingen. Seit den 1990er Jahren ist das Ludwigstal an das Stadtgebiet angeschlossen, was durch die Schaffung des Industriegebiets Rudolf-Diesel-Straße / Gewerbegebiet Nord und den Bau der Südtangente „Nendinger-Allee“ geschah. Das Ludwigstal ist nunmehr lediglich durch die Donau von der restlichen Kernstadt getrennt. Aktuell ist der Bau einer neuen Straße geplant. Bisher müssen die Anwohner über das Werksgelände der SHW fahren um an ihre Wohnungen zu kommen. Der Bau war bereits für das Jahr 2009 geplant[1], wurde aber kurzfristig aufgrund der Wirtschaftskrise aufgeschoben. Momentan ist der Bau frühestens für das Jahr 2015 geplant. Der Donauradweg, der bisher am Werk vorbeiführt wurde jüngst verlegt. Die Verlagerung macht zwar nur einige Meter aus, verhindert aber, dass Radfahrer unversehens aufs Werksgelände geraten.

Früher wurden in den Schwäbischen Hüttenwerke im Ludwigstal vor allem Roheisen, Öfen und Platten gegossen. Bis in die 1990er Jahre hinein wurden noch Spezialgegenstände, wie Familienwappen gegossen und später per Hand veredelt. Durch eine umfassende Umstrukturierungsmaßnahme hat sich der Konzern im Werk Ludwigstal ausschließlich auf innen belüftete Bremsscheiben von Premiumherstellern (z. B. Porsche, Audi und BMW) spezialisiert und sich so in die starken schwarzen Zahlen zurückgebracht. Nach dem Guss im Ludwigstal werden die Bremsscheiben im 2002 errichteten Werk im Gewerbepark take-off Neuhausen nachbearbeitet. Die Verwaltung befindet sich heute in Wasseralfingen.

Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl von Ludwigtal war stets vom wirtschaftlichen Erfolg der Schmelze abhängig. Heute hat der Wohnplatz rund 100 Einwohner, wobei der Anteil der Ausländer relativ hoch ist.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher sind die katholischen Ludwigstaler nach Nendingen in die Kirche gegangen. Diese Verbundenheit und die Nähe sorgten auch dafür, dass traditionell viele Nendinger in der Schmelze arbeiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ludwigstal geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Tuttlingen. Neue Straße im Ludwigstal