Lufthansa Group

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Lufthansa Group

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0008232125
Gründung 6. Januar 1953
Sitz Köln, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 135.534[1]
Umsatz 35,844 Milliarden [1] (2018)
Branche Luftfahrt
Website www.lufthansagroup.com
Stand: 31. Dezember 2018

Die Deutsche Lufthansa AG ist ein deutsches Luftfahrtunternehmen mit Sitz in Köln.[1] Der gesamte Konzern tritt inzwischen unter dem Markennamen Lufthansa Group auf.

Hinsichtlich der bis Mitte der 1990er Jahre noch staatlichen Linienfluggesellschaft Lufthansa ist die Deutsche Lufthansa AG sowohl Muttergesellschaft als auch größte operative Einzelgesellschaft im Konzern.[2] Weitere Teile der Lufthansa Group sind heute unter anderem die Fluggesellschaften Swiss, Austrian Airlines, Eurowings und Brussels Airlines. Zum Konzern zählen außerdem die Luftfracht mit der Lufthansa Cargo, die Instandhaltung mit der Lufthansa Technik und das Catering mit der LSG Sky Chefs. Das Unternehmen betreibt darüber hinaus mit der Lufthansa Aviation Training Schulungszentren für Piloten und Flugbegleiter sowie verschiedene IT-Gesellschaften.

Gemessen an der Anzahl der beförderten Passagiere gilt die Lufthansa Group mit ihren verschiedenen Tochtergesellschaften als größtes Luftverkehrsunternehmen Europas.[3] In den Forbes Global 2000 der weltgrößten börsennotierten Unternehmen belegt die Deutsche Lufthansa AG Platz 372 und Platz 4 unter den Fluggesellschaften (Stand: Geschäftsjahr 2017). Das Unternehmen kam Mitte 2018 auf einen Börsenwert von ca. 14 Mrd. US-Dollar.[4] Die Deutsche Lufthansa AG ist Initiator und Gründungsmitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance und ist im DAX gelistet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Deutsche Lufthansa AG wurde im Jahr 1953 zunächst als Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf (LUFTAG) gegründet und 1954 im Anschluss an den Erwerb der Rechte am traditionsreichen Firmennamen Lufthansa in Deutsche Lufthansa AG umbenannt. Den Linienflugbetrieb nahm das Unternehmen am 1. April 1955 auf. Bis 1963 war die Deutsche Lufthansa AG zu fast 100 Prozent in staatlichem Besitz. Noch bis 1994 war sie der offizielle Flagcarrier der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1997 ist die Deutsche Lufthansa AG vollständig privatisiert.

Seit Mitte der 1990er Jahre entwickelte sich die Deutsche Lufthansa AG zum heutigen Luftverkehrs-Konzern mit verschiedenen Geschäftsbereichen, die als eigenständige Tochtergesellschaften geführt werden, darunter die Luftfracht in der Lufthansa Cargo AG, die Flugzeugwartung in der Lufthansa Technik AG und das Catering in der LSG Service Holding AG. Seit Mitte der 2000er Jahre übernahm die Deutsche Lufthansa AG darüber hinaus mehrere europäische Fluggesellschaften, darunter Swiss International Air Lines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Eurowings, Teile der Air Berlin sowie zeitweise auch British Midland Airways.

Die heutige Gesellschaft ist keine Rechtsnachfolgerin eines „ersten“, bereits 1926 in Berlin gegründeten Unternehmens namens Deutsche Luft Hansa AG, die ab 1933 nationalsozialistisch geprägt war, und mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 ihren Flugbetrieb einstellte (endgültige Liquidation 1951 durch die Alliierten).

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Konzern (Lufthansa Group) einschließlich Lufthansa Passage Airlines gesellschaftsrechtlich unmittelbar von der Deutschen Lufthansa AG geleitet wird, werden seine formalrechtlich eigenständigen Tochtergesellschaften indirekt über die dortigen Aufsichts- und Vorstandsgremien geführt.

Konzernzentrale der Lufthansa in Köln (Lage)

Der Konzernvorstand steuert mit den sechs Ressorts Vorstandsvorsitz, Network Airlines, Eurowings, Airline Resources & Operations Standards, Finanzen sowie Personal und Recht die gesamte Unternehmensgruppe.[5] Vorstandsvorsitzender ist seit dem 1. Mai 2014 Carsten Spohr, er folgte auf Christoph Franz. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist seit September 2017 Karl-Ludwig Kley.[6] Unternehmenssitz und Hauptverwaltung befinden sich in Köln, die Geschäfte werden jedoch im 2005 eröffneten Lufthansa Aviation Center am Flughafen Frankfurt am Main geleitet.[7] Dort sind alle dem operativen Geschäft nahen Abteilungen untergebracht. In der Hauptverwaltung in Köln, deren Neubau 2007 in Köln-Deutz eröffnet wurde, sind rund 800 Mitarbeiter aus dem Ressort Finanzen untergebracht.[8] Die übrigen Abteilungen wurden bereits in den 1980er Jahren, teilweise gegen den Widerstand der Mitarbeiter, von Köln nach Frankfurt verlegt.[9]

Im Jahr 2018 beschäftigte der Konzern im Durchschnitt 134.330 Mitarbeiter.[10] In der Vergangenheit waren es 117.521 (31. Dezember 2009)[11] 107.800 (31. Dezember 2008)[12] und 105.261 (31. Dezember 2007) Mitarbeiter mit 155 Nationalitäten (in Deutschland 64.434 Mitarbeiter mit 126 Nationalitäten).[13] Die Lufthansa Group gehört zu den Unternehmen der Zivilluftfahrtbranche mit deutlichem Personalzuwachs. Anders als viele andere (ehemalige) Flagcarrier in Europa ist das Unternehmen mehrheitlich im Privatbesitz. Mit weltweit über 400 Konzern- und Beteiligungsgesellschaften ist es einer der größten Konzerne in der Zivilluftfahrtbranche.

Die Aktivitäten der Deutschen Lufthansa AG gliedern sich in die drei Geschäftsfelder

  • Network Airlines, mit Lufthansa Passage, Swiss International Airlines, Austrian Airlines;
  • Eurowings (Point-to-Point-Airlines), mit Eurowings, Brussels Airlines;
  • Aviation Services (Fracht, Technik, Catering, IT Services), mit Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik, LSG Sky Chefs, Lufthansa Systems und anderen.

Neben den unter verschiedenen Markennamen im Linienflugverkehr agierenden Tochtergesellschaften wie Eurowings, Swiss, Brussels Airlines oder Austrian Airlines sowie den Fluggesellschaften der Dachmarke Lufthansa Regional bestehen Beteiligungen an mehreren ausländischen Fluggesellschaften. Daneben unterhält der Konzern Service- und Finanzgesellschaften. Die einst zu Lufthansa gehörende Fluggesellschaft Condor wurde 1997 aus dem Konzern ausgegliedert und 2006 verkauft, behielt aber ihre Mitgliedschaft im Lufthansa-Vielfliegerprogramm Miles & More.

Im Jahr 2007 wurde ein Reformprogramm angekündigt, unter welchen insbesondere die bis dahin relativ selbständigen Management-Bereiche Einkauf, Controlling und Immobilienmanagement der größeren Tochtergesellschaften (wie Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo) zentralisiert wurden.[14]

Im internationalen Luftverkehr findet sich der Konzern unter den IATA-Fluggesellschaften je nach Berechnungsmethode in den Top 10 der größten Fluggesellschaften. Er wird aber in fast allen Bereichen von großen US-Gesellschaften übertroffen.

Unternehmensentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basisdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basisdaten[15] 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009
Flugbetrieb
Fluggäste (Mio.) 142,3 129,3 109,7 107,7 106,0 104,6 103,6 100,6 92,7 77,3
Angebotene Sitzkilometer (Mio.) 349.489 322.875 286.555 273.975 268.104 262.682 260.169 258.263 234.377 208.226
Verkaufte Sitzkilometer (Mio.) 284.561 261.149 226.639 220.396 213.643 209.649 205.015 200.376 186.452 162.286
Sitzladefaktor (%) 81,4 80,9 79,1 80,4 80,1 79,8 78,8 77,6 79,6 77,9
Angebotene Fracht-Tonnenkilometer (Mio.) 16.431 15.754 15.117 14.971 14.659 14.893 13.749 16.260 15.298 14.372
Verkaufte Fracht-Tonnenkilometer (Mio.) 10.907 10.819 10.071 9.930 10.249 10.285 10.240 10.861 10.429 8.706
Fracht-Nutzladefaktor (%) 66,4 68,7 66,6 66,3 69,9 69,1 69,4 66,8 68,2 60,6
Flüge (Anzahl) 1.228.920 1.128.745 1.021.919 1.003.660 1.001.961 1.028.260 1.067.362 1.050.728 1.008.988 899.928
Verkehrsflugzeuge (Anzahl) 763 728 617 600 615 622 627 697 710 722
Mitarbeiter
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 134.330 128.856 123.287 119.559 118.973 117.414 118.368 119.084 117.066 112.320
Finanzen
Umsatz (Mio. EUR) 35.844 35.579 31.660 32.056 30.011 30.027 30.135 28.734 26.459 22.283
Ergebnis vor Ertragssteuern (Mio. EUR) 2.784 3.158 2.248 2.026 180 546 1.296 446 1.134 -134
Konzernergebnis (Mio. EUR) 2.163 2.340 1.776 1.698 55 313 1.228 -13 1.131 -34
Umsatzrendite (%) 7,8 8,9 7,1 6,3 0,6 1,8 4,3 1,6 4,3 -0,6

Rentabilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer Umsatzrendite (Operating Margin) von 8,64 % lag die Lufthansa 2018 im Mittelfeld ihrer wichtigsten europäischen Wettbewerber. Während Ryanair und IAG deutlich höhere Renditen erzielten und Turkish Airlines und Easyjet auf vergleichbarem Niveau lagen, blieben Air France-KLM hinter der Lufthansa zurück.

2018 Operating Margin Net Profit Margin Return on Investment
Ryanair[16] 16,81 % 14,69 % 12,54 %
IAG[17] 15,07 % 11,87 % 17,16 %
Turkish Airlines[18] 9,26 % 5,86 % 5,11 %
Lufthansa[19] 8,64 % 6,4 % 9,43 %
Easyjet[20] 7,8 % 6,07 % 7,75 %
Air France-KLM[21] 4,98 % 1,49 % 2,29 %

Anteilseigner/Aktie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1966 wurde die Lufthansa-Aktie erstmals an der Börse gehandelt. Der Staat behielt zunächst die Mehrheit. In den 1990er Jahren reduzierte die öffentliche Hand ihren Anteil von über 50 Prozent auf 34 Prozent. Seit 1997 ist die Lufthansa vollständig privatisiert.[22]

Die Deutsche Lufthansa AG ist im DAX sowie im DivDAX an der Börse Frankfurt notiert. Die Marktkapitalisierung betrug im März 2019 rund 9,4 Milliarden Euro.[23] Ausgegeben sind 475.210.729 Stückaktien.[24]

Die Aktien der Deutschen Lufthansa AG sind gemäß dem Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz[25], welches seit September 1997 bei der Lufthansa Anwendung findet, als vinkulierte Namensaktien ausgegeben, wodurch die Kontrolle des Aktionärskreises ermöglicht wird. Der Anteil der Aktionäre, die als natürliche Personen keine EU-Staatsbürger sind oder als juristische Personen ihren Sitz außerhalb der EU haben, darf gemäß der staatlichen Betriebsgenehmigung nicht mehr als 50 Prozent des Gesellschaftskapitals betragen. Da die internationalen, außereuropäischen Luftverkehrsrechte ebenfalls unter dieser Bedingung gewährt wurden, ist die Gesellschaft verpflichtet den Nachweis zu führen, dass die 50-Prozent-Marke nicht überschritten wird und das Unternehmen unter deutscher bzw. europäischer Kontrolle steht.[26]

Eigentümerstruktur nach Nationalitäten[27] Anteil
Deutschland 70,5 %
USA 9,1 %
Irland 5,3 %
Luxemburg 5,1 %
Kaimaninseln 2,7 %
Großbritannien 2,4 %
Übrige 4,9 %


Stimmrechtsanteile

mit einem gemeldeten Anteil von min. 3 %[28]

Anteil
(in Prozent)
BlackRock 4,46 %
Lansdowne Partners International Ltd. 3,62 %
Norges Bank 3,05 %

Der Streubesitz beträgt 100 % gemäß Standard der Deutsche Börse AG.

Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Network Airlines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Netzwerk-Fluggesellschaften werden Airlines bezeichnet, die ihren Verkehr über Drehkreuze abwickeln (sogenanntes Hub-and-Spoke-System). Bis auf die Eurowings arbeiten alle Fluggesellschaften in der Lufthansa Group nach diesem Modell.

Lufthansa Logo

Lufthansa Passage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Passagierlinienfluggesellschaft unter dem Markennamen Lufthansa (konzerninterne Bezeichnung Lufthansa Passage Airlines) ist im Konzern Deutsche Lufthansa AG die größte Einzelgesellschaft. Im Oktober 2012 hat die Lufthansa ihre Strategie bei der Passagierbeförderung geändert. Die Kurz- und Mittelstreckenflüge abseits der Drehkreuze Frankfurt am Main und München werden schrittweise an die Tochtergesellschaft Eurowings übergeben. Die Kernmarke Lufthansa konzentriert sich auf alle Flüge ab Frankfurt und München.

Unter der Marke Lufthansa Regional führen die zwei Tochtergesellschaften Air Dolomiti und Lufthansa CityLine Regional- und Zubringerflüge für die Lufthansa durch. Die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo nutzt den Markennamen ebenfalls.

Swiss International Airlines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swiss Logo

Seit 1. Juli 2007 ist der Lufthansa-Konzern Alleineigentümer der Swiss.[29] Zuvor gehörte die Swiss aus rechtlichen Gründen bis zur Neuaushandlung bilateraler Luftverkehrsrechte (insbesondere von Landerechten) zwischen der Schweiz und insgesamt mehr als 140 außereuropäischen Ländern nur zu 49 Prozent dem Lufthansa-Konzern. Die restlichen 51 Prozent verblieben auf Grund einer Nationalitätsklausel (Mehrheitseigentümer mussten aus der Schweiz stammen) zwar bei der eigens zu diesem Zweck gegründeten Schweizer Stiftung Almea, jedoch hatte der Lufthansa-Konzern schon aufgrund vertraglicher Regelungen bereits die operative Entscheidungsmacht. Almea und Lufthansa waren in diesem Verhältnis (51:49) Eigentümer der AirTrust AG, die wiederum Alleineigentümerin der Swiss war. Somit galt die Swiss als Schweizer Unternehmen und konnte die vorhandenen Verkehrsrechte in den Ländern außerhalb der Europäischen Union beibehalten. Diese sind seit jeher weltweit zwischenstaatlich geregelt und nicht an andere Staaten veräußert werden.

Eine Schwestergesellschaft der Swiss ist die Edelweiss Air, ein Ferienflieger mit Basis am Flughafen Zürich.

Austrian Airlines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Austrian Airlines Logo

Am 5. Dezember 2008 wurde nach langen Verhandlungen die Übernahme der Austrian Airlines durch Lufthansa bekannt. Der geringe Kaufpreis von 366.000 Euro für den 42-prozentigen Anteil der ÖIAG entstand mit der daran gekoppelten Übernahme von mindestens 500 Millionen Euro Schulden der finanziell angeschlagenen österreichischen Gesellschaft.[30] Lufthansa stieg damit zur größten Fluggesellschaft Europas (gefolgt von Air France-KLM) auf. Die Übernahme erfolgte zum 3. September 2009, als Lufthansa mehr als 90 Prozent des Aktienkapitals von Austrian Airlines hielt. Die restlichen Aktien übernahm Lufthansa zum 4. Februar 2010.[31]

Eurowings (Point-to-Point Airlines)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Point-to-Point Airlines bedienen ihre Flugziele direkt, ohne einen Zwischenstopp in einem Drehkreuz. Um wirtschaftlich operieren zu können, werden dabei meist kleinere Flugzeuge eingesetzt. In der Lufthansa Group arbeitet nur Eurowings nach diesem Prinzip, die Fluggesellschaft Brussels Airlines und die Beteiligung an SunExpress sind intern aber der Eurowings unterstellt und gehören deshalb zu diesem Geschäftsbereich.[32]

Eurowings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eurowings Logo

Die deutsche Regionalfluggesellschaft Eurowings wurde im August 2011 zu 100 Prozent übernommen. De facto verfügte der Lufthansa-Konzern aber bereits seit 2005 über die wirtschaftliche Kontrolle.

Ab 2013 wurden alle innerdeutschen und innereuropäischen Strecken der Lufthansa-Gruppe außerhalb der großen Drehkreuze Frankfurt am Main und München von der Eurowings Group übernommen. Dazu gehören die Eurowings selbst, ihr österreichischer Ableger Eurowings Europe und die Germanwings. Die Fluggesellschaft ist auf günstige Kurz- und Mittelstreckenflüge innerhalb Europas spezialisiert und führt außerdem Langstreckenflüge von den Flughäfen Köln/Bonn, München und Düsseldorf durch.

Brussels Airlines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brussels Airlines Logo

Zunächst (2008) hielt Lufthansa 45 Prozent der Anteile an Brussels Airlines.[33] und besaß eine Option, auch die restlichen 55 Prozent zu erwerben.[34] Trotz Freigabe durch den Aufsichtsrat und die EU-Kommission wollte Lufthansa die Übernahme erst durchführen, als bei Brussels Airlines der „wirtschaftliche Turnaround abgeschlossen“ war.[35][36] Nachdem der Aufsichtsrat nach einer Sitzung im September 2016 den Plänen für eine Komplettübernahme grünes Licht gegeben hatte, schloss Lufthansa die Übernahme von Brussels Airlines am 11. Januar 2017 ab und erwarb die restlichen 55 % der Anteile.[37]

Bis Ende 2020 soll Brussels Airlines vollständig in die Lufthansa-Tochter Eurowings integriert werden. Der Markenname soll, laut Medienberichten, auf der Kurz- und Mittelstrecke verschwinden, der Erhalt auf der Langstrecke sei noch offen.[38]

SunExpress[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SunExpress Logo

Lufthansa ist zu 50 Prozent an der türkischen Ferienfluggesellschaft Sunexpress beteiligt, die anderen 50 Prozent hält Turkish Airlines. Die Beteiligung wird nicht in das Konzernergebnis eingerechnet.[39]

Aviation Services[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2008 nicht mehr aktuell zu sein
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Fracht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MD-11F der Lufthansa Cargo

Das Frachtgeschäft macht 11,6 Prozent des Konzern-Umsatzes aus und erbringt 12,0 Prozent des operativen Ergebnisses (Stand: 2008). Es wird von der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo betrieben. Diese ist ehemaliges Mitglied des Cargo Networks WOW und gemessen an Frachttonnenkilometern (FTKT) die sechstgrößte Frachtfluggesellschaft weltweit.[40] Sie nutzt und vermarktet die Luftfrachtkapazitäten der Passagierflugzeuge sämtlicher Fluggesellschaften im Konzernbereich Passagierbeförderung. Rund die Hälfte des Umsatzes der Lufthansa Cargo wird im asiatisch-pazifischen Raum getätigt. Im Oktober 2004 wurde in einem Joint Venture zwischen Shenzhen Airlines (51 %), Lufthansa Cargo (25 %) und der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (24 %) die chinesische Frachtfluggesellschaft Jade Cargo International gegründet. Der Flugbetrieb wurde im August 2006 aufgenommen. Mit dieser Beteiligung hat sich Lufthansa Cargo indirekten Zugang zum innerasiatischen Luftfrachtmarkt verschafft. 2012 wurde der Flugbetrieb der Jade Cargo aufgrund von Streitigkeiten eingestellt.[41] Des Weiteren ist Lufthansa Cargo an dem 2004 errichteten „International Cargo Center Shenzhen (ICCS)“ beteiligt.[42]

Seit 2004 arbeitet Lufthansa Cargo mit der Post-Tochter DHL zusammen. Im September 2007 ging aus dieser Zusammenarbeit das Joint Venture Aerologic hervor, eine Frachtfluggesellschaft, die am Flughafen Leipzig/Halle beheimatet ist.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der fünf Lufthansa-Technik-Wartungshallen in Frankfurt

Im Jahr 2009 machte das Geschäftsfeld Technik 10,3 Prozent des Konzern-Umsatzes aus (2008: 8,9 Prozent) und erbrachte 21,9 Prozent (2008) des operativen Ergebnisses. Lufthansa Technik betreut über die konzerneigenen Fluggesellschaften hinaus weltweit fremde Fluggesellschaften. Zentrum der Lufthansa Technik ist Hamburg; weitere große Wartungsbetriebe befinden sich in Frankfurt am Main, München und Berlin, an allen größeren deutschen Flughäfen und 50 Standorten weltweit. Zum Verbund gehören ferner 32 technische Instandhaltungsbetriebe auf der ganzen Welt.

Lufthansa Technik ist einer der größten Anbieter von Luftfahrzeug-Instandhaltungen, die 2008 für alle Fluggesellschaften zusammen ein geschätztes Volumen von 42 Milliarden US-Dollar weltweit hatten. Davon beträgt der für Lufthansa Technik in Frage kommende Anteil 34 Milliarden US-Dollar. Mit einem Anteil von 15 Prozent an dieser Summe ist das Unternehmen Weltmarktführer. Im Joint Venture mit dem Hersteller von Regional- und Geschäftsreiseflugzeugen Bombardier wird die Wartungsgesellschaft Lufthansa Bombardier Aviation Services GmbH unterhalten. Vorwiegend den asiatischen Markt bedient der Lufthansa-Konzern mit AMECO Beijing, einem gemeinsam mit Air China betriebenen Joint Venture zur Wartung von Verkehrsflugzeugen des Herstellers Boeing. Das notwendige Material nebst Einrichtungen hält die Lufthansa Technik Logistik GmbH an ihren neun Standorten in Deutschland und auf dem Flughafen Malta vor. Für die Ausbildung und Schulung wurde die Lufthansa Technical Training GmbH gegründet, die auch von anderen Fluggesellschaften genutzt wird.

Catering[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beladung eines A380 durch LSG Sky Chefs

Das von der LSG Sky Chefs betriebene Catering generiert 7,1 Prozent des Konzern-Umsatzes und erbringt 5,2 Prozent des operativen Ergebnisses (Stand: 2008). Unter der Marke LSG Sky Chefs stellt der zweitgrößte Caterer von Fluggesellschaften 20 Prozent aller Bordmahlzeiten bereit.[43] LSG umfasst 124 Unternehmen und ist mit zirka 200 Betrieben in 49 Ländern vertreten. In Amerika und Europa liegt der Marktanteil von LSG Sky Chefs zwischen 35 und 40 Prozent; weltweit gibt es fast 500 Kunden.[12]

IT-Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter Lufthansa Systems (LSY) ist als IT-Dienstleister mit weltweit rund 1900 Mitarbeitern neben dem Hauptsitz Raunheim bei Frankfurt am Main an weiteren zehn Standorten in Deutschland und 17 Standorten in 14 anderen Ländern tätig.[44] Sechs Standorte sind in Asien, sieben in Amerika und vier in Europa.[45] Lufthansa Systems ist nach eigener Aussage einer der führenden Anbieter von Flugverkehrsinformationstechnologie, luftverkehrsspezifischer Software für Bord-, Flug- und Wartungsmanagement für die Airline- und Aviation-Industrie weltweit.[44] Darüber hinaus hält der Lufthansa-Konzern Anteile an dem Flugreservierungssystem Amadeus (CRS).

Die Tochter Lufthansa Industry Solutions GmbH & Co. KG ist als IT-Dienstleister mit weltweit rund 1300 Mitarbeitern neben dem Hauptsitz Norderstedt bei Hamburg an weiteren Niederlassungen in Deutschland, Schweiz und den USA vertreten.[46] Lufthansa Industry Solutions ist nach eigener Aussage ein Anbieter von Prozessberatung und IT-Service für die Bereiche Industrie, der Logistik, dem Energiesektor, dem Gesundheitswesen, dem Tourismus oder dem Verlagsgeschäft.

Der Geschäftsbereich IT-Services hat einen Anteil von 2,15 Prozent am Konzern-Umsatz und 3,88 Prozent des operativen Ergebnisses (Stand: 2014). Der externe Umsatzanteil von LH Systems beträgt 41,8 Prozent (Vorjahr 2013: 41,4 Prozent).

Service- und Finanzgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildungsflugzeug der Lufthansa Aviation Training

Die Unternehmensaufgabe der Tochtergesellschaft Miles & More (ehemals „Lufthansa Worldshop“) besteht im Kundenbindungsprogramm von Lufthansa und anderen voll integrierten Partnern, dieses weiterzuentwickeln und am Drittmarkt zu etablieren. Darüber hinaus betreibt Miles & More die Onlineshops Lufthansa Worldshop und Swiss Shop sowie die gleichnamigen lokalen Geschäfte an sechs Flughäfen und organisiert den Bordverkauf für Lufthansa und Swiss.

Die konzerneigene Delvag Versicherungs-AG ist eine auf die Versicherung von Luftfracht spezialisierte Versicherungsgesellschaft. Die ebenfalls konzerneigene AirPlus ist auf das Geschäftsreisemanagement von Firmenkunden spezialisiert.

Von der Tochtergesellschaft Lufthansa Flight Training wird die Ausbildung und Schulung von Cockpit- und Kabinencrews durchgeführt.

Das Franchise-Unternehmen Lufthansa City Center ist eine Kette inhabergeführter mittelständischer Reisebüros. Es ist keine Tochtergesellschaft der Lufthansa, sondern hat seit 1994 einen Markennutzungsvertrag der Gesellschaft.

Die Lufthansa Consulting GmbH mit Sitz in Köln ist weltweit aktiv im luftfahrtaffinen Beratungsgeschäft. Zum Kundenkreis zählen in erster Linie Fluggesellschaften, Flughäfen, Logistikunternehmen und branchenverwandte Institutionen. Seit der Ausgliederung aus dem Lufthansa Konzern und der Gründung als eigenständige GmbH im Jahr 1988 hat sie über 1700 luftfahrtspezifische Projekte durchgeführt (Stand: 2010), vor allem in den Bereichen „Airline Strategy“, „Airline Restructuring“, „Airline Operations“, „Air Cargo Logistics“ und „Airports“. Mehr als 90 Prozent der Umsätze werden mit externen Kunden erzielt. Eine Niederlassung der Gesellschaft befindet sich in Frankfurt am Main, darüber hinaus ist das Unternehmen mit einem Büro in Moskau vertreten. Lufthansa ist (über ihre Tochtergesellschaft Lufthansa Commercial Holding) mit gut 90 Prozent der Anteile Mehrheitsgesellschafter. Die restlichen Anteile hält das Management (Partner).

Am Terminal 2 des Flughafens München hält Lufthansa eine 40-Prozent-Beteiligung. Über Tochter- und Partnergesellschaften hat sich Lufthansa das ausschließliche Nutzungsrecht für dieses Terminal gesichert (Kapazität bis zu 25 Millionen Passagiere). Erstmals im europäischen Luftverkehrsmarkt fand Bau und Betrieb eines Terminals durch Lufthansa und den dortigen Flughafenbetreiber statt. Zwischenzeitlich ist sie maßgeblich an der Fraport AG, der Betreiberin des Flughafens Flughafen Frankfurt am Main, beteiligt. Seit Januar 2005 betreibt Lufthansa dort zusammen mit Fraport den Terminal 1 sowie das Lufthansa First Class Terminal mit exklusiven Lounges, das ausschließlich für Erste-Klasse-Passagiere und Mitglieder des HON Circle (höchste Stufe des Vielfliegerprogramms Miles & More) bestimmt ist.[47]

Der Lufthansa-Konzern hält weiterhin Anteile an nicht direkt mit dem Luftverkehr zusammenhängenden Unternehmen. Insgesamt ist der Konzern an mehr als 400 nationalen und internationalen Gesellschaften beteiligt. Eine detaillierte Übersicht findet sich auf der Lufthansa-Financials-Webseite.

Bis zum ersten Quartal 2009 war der Konzern mit 24,9 Prozent an der Charterfluggesellschaft Condor Flugdienst beteiligt. Diese Anteile wurden durch den Tourismuskonzern Thomas Cook Group übernommen.[48]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht der Konzernflotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 31. Dezember 2018[49]
Marke Flottengröße Fluggesellschaft Flagge Anmerkungen
Lufthansa 351 Lufthansa DeutschlandDeutschland Deutschland
Air Dolomiti ItalienItalien Italien teilweise betrieben für Lufthansa Regional und im Codesharing für Lufthansa
Lufthansa CityLine DeutschlandDeutschland Deutschland
Eurowings 205 Eurowings DeutschlandDeutschland Deutschland
Eurowings Europe OsterreichÖsterreich Österreich betrieben für Eurowings
Germanwings DeutschlandDeutschland Deutschland
Brussels Airlines Brussels Airlines BelgienBelgien Belgien teilweise betrieben für Eurowings
Swiss 105 Swiss SchweizSchweiz Schweiz
Edelweiss Air SchweizSchweiz Schweiz
Austrian 83 Austrian Airlines OsterreichÖsterreich Österreich
Lufthansa Cargo 19 Lufthansa Cargo DeutschlandDeutschland Deutschland Frachtfluggesellschaft
SunExpress 75[50] Sunexpress TurkeiTürkei Türkei 50 % Turkish Airlines, 50 % Lufthansa
Sunexpress Deutschland DeutschlandDeutschland Deutschland Tochtergesellschaft der Sunexpress
763 Lufthansa Group (ohne SunExpress) DeutschlandDeutschland Deutschland

Flottenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeuge werden für die einzelnen Fluggesellschaften über den Konzern angeschafft. So ist es möglich, in großen Stückzahlen zu bestellen und dadurch Rabatte beim Hersteller zu erhalten. Die Lufthansa Group ist außerdem bestrebt, ihre sehr diverse Flotte in Zukunft auf weniger Flugzeugtypen zu reduzieren. Auch werden die Flugzeuge der einzelnen Tochtergesellschaften untereinander standardisiert, um sie leichter im Konzern zu verschieben. Beispielsweise erhalten alle Flugzeuge ab Ende 2018 einen einheitlichen Weißton und die Ausstattung der A320-Flotte wird standardisiert.[51][52]

Drehkreuze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeuge der Lufthansa am Frankfurter Flughafen

Die Lufthansa betreibt zwei übergeordnete Drehkreuze

Drehkreuze der Tochtergesellschaften befinden sich

Eurowings betreibt keine Drehkreuze, nutzt aber vor allem folgende Flughäfen:

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verdrängung der Verstrickung in das NS-Regime / Zwangsarbeiter im Dritten Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Blick auf das NS-Regime ist dem heutigen Unternehmen bei seiner Selbstdarstellung eine bewusste Verdrängung der Verstrickung in das nationalsozialistische Regime in der Zeit von 1933 bis 1945 nachgewiesen worden.[53][54][55][56]

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus hatte die Lufthansa bis 1936 über den zivilen Linienflugbetrieb hinaus die Aufgabe, Rüstung in der Luftfahrt, die nach dem Friedensvertrag von Versailles Deutschland nicht gestattet war, zu verdecken. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Passagierflugzeuge der Lufthansa auch für Kriegszwecke eingesetzt.

Nach den Forschungsergebnissen von Lutz Budraß von der Ruhr-Universität Bochum wurde erstmals auch aus wissenschaftlicher Perspektive bestätigt, dass in der Zeit von 1933 bis 1945 die „alte“ Lufthansa Zwangsarbeiter beschäftigte. In dieser Zeit hat das Unternehmen mindestens 10.000 Männer und Frauen aus den unterschiedlichsten Regionen wegen ihrer ethnischen Herkunft resp. ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Religion und ihrer politischen Überzeugungen zwangsweise beschäftigt.[57] Ihre Tätigkeit war im Wesentlichen die Reparatur von Flugzeugen der Luftwaffe.[58] Es stellte sich laut Budraß heraus, dass die besondere Rolle der Lufthansa bei der Beschäftigung von Zwangsarbeitern weder eine Verirrung noch eine von den Nationalsozialisten aufgezwungene Handlungsweise war, sondern ein sehr bewusst in Kauf genommenes Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsstrategie der damaligen Lufthansa, um nach dem Ausfall der eigentlichen Einnahmequelle Flugverkehr Kapital für eine Modernisierung ihrer Flotte für den Luftverkehr der Nachkriegszeit zu sammeln.

Nach Bekanntwerden erster Forschungsergebnisse im Rahmen einer von Joachim Wachtel erstellten Festschrift zum 75. Jahrestag der Gründung der „alten“ Lufthansa sagte die heutige Deutsche Lufthansa AG die zum 6. Januar 2001 geplanten Feierlichkeiten aus Furcht vor Regressforderungen von Holocaust-Überlebenden ab. Ebenso wenig wurde das Jubiläumsbuch veröffentlicht. In der weiteren Öffentlichkeitsarbeit des heutigen Unternehmens wurde dann das Jahr 1953 als Gründungsjahr genannt, ohne allerdings auf die Pioniertaten der „alten“ Lufthansa zu verzichten, die in die Darstellung einer harmlosen Unternehmenstradition der heutigen Fluggesellschaft Lufthansa einflossen.

In der ARD-/arte-Filmdokumentation Fliegen heißt Siegen. Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa[59] berichtet der Journalist Christoph Weber über ca. 17.000 Zwangsarbeiter, darunter jüdische Deutsche, Ukrainer, Russen und Angehörige anderer Nationen, die in Berlin-Staaken, Berlin-Tempelhof und Leipzig-Schkeuditz zum großen Teil in der Flugzeugreparatur zwangsarbeiten mussten, darunter auch Kinder, die von der Schulbank verschleppt, angelernt und nach Deutschland transportiert worden waren. Anders als die meisten anderen vergleichbar großen Unternehmen habe die Lufthansa – so Weber – ihre Geschichte zwar von einem Historiker untersuchen lassen, das Ergebnis aber nicht in Buchform publiziert.

Kurt Weigelt, Luft Hansa-Mitgründer (1926), SS-Fördermitglied und Kriegsverbrecher,[60] war sowohl der letzte stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende[61] der damaligen Lufthansa als auch Aufsichtsratsvorsitzender sowohl der Vorbereitungs- und Gründungsgesellschaft LUFTAG[62] (1953–1954, s. o.) als auch der daraus hervorgegangen heutigen Deutschen Lufthansa AG.[60][63] Auch Kurt Knipfer war sowohl zu NS-Zeiten als auch in den 1950er Jahren Mitglied in den o.a. Aufsichtsräten (jeweils als Ministerialbeamter).[64]

Mit der Begründung, die Lufthansa sei nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet worden, bestreitet die heutige Deutsche Lufthansa AG jedweden Anspruch gegen das Unternehmen auf Entschädigung und Rentenzahlungen an damalige Zwangsarbeiter. Dessen ungeachtet stellt das heutige Unternehmen seinen ersten Linienflug am 1. April 1955 als „Neubeginn“ der traditionsreichen Lufthansa dar und macht sich in diesem Zusammenhang die technischen Fortschritte in der deutschen Verkehrsluftfahrt vor Gründung der heutigen Deutschen Lufthansa AG als Unternehmensgeschichte zu eigen.[65]

Im Jahr 1999 überwies das Unternehmen 40 Millionen DM an den Zwangsarbeiterfond der deutschen Wirtschaft.[66]

Umwelt- und Lärmschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umweltschutzorganisationen kritisieren, dass die Deutsche Lufthansa AG sich gegen einen Emissionsrechtehandel ausspricht, zumindest solange dieser ausschließlich für europäische Gesellschaften gelten soll. Der Lufthansa-Konzern befürchtet Wettbewerbsnachteile gegenüber Airlines mit Sitz außerhalb der EU.[67] Die firmeneigene Umweltpolitik setzt sich für einen einheitlichen europäischen Luftraum ein, der die CO2-Emissionen bei innereuropäischen Flügen um acht bis zwölf Prozent senken würde. Des Weiteren verweist der Konzern auf die Umweltfreundlichkeit der für seine Flotten genutzten modernen, treibstoffsparenden Flugzeugtechnik.[68]

Die Lufthansa verfolgt das Ziel eines „CO2-neutralen Wachstums“ ab 2020. Zu diesem Zweck möchte der Konzern einen Teil seines Treibstoffes aus Pflanzen gewinnen.[69] Umweltschutzorganisationen kritisieren das neue Treibstoff-Konzept der Lufthansa als Imagekampagne.[70] Die Umweltschutzgruppen bezweifeln, dass Pflanzentreibstoffe nachhaltig und umweltfreundlich gewonnen werden können.[71][72]

Bürgerinitiativen kritisieren, dass der Lufthansa-Konzern gegen ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen plädiere, das vom Flughafenbetreiber Fraport als Zugeständnis an die am Flughafen-Standort betroffene Bevölkerung zugleich mit dem Ausbau beantragt wurde. Lufthansa sieht bei einem Nachtflugverbot vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa Cargo sowie 7.300 konzerneigene Arbeitsplätze bedroht.[73]

Monopolstellung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Insolvenz von Air Berlin hat der Lufthansa-Konzern auf vielen innerdeutschen Flugrouten eine Monopolstellung inne[74], was dem Konzern den Vorwurf einbrachte, Flugpassagieren auf bestimmten Inlandsrouten unnötige Preissteigerungen aufzuzwingen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikinews: Portal:Deutsche Lufthansa – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Lufthansa Group – Kennzahlen. In: Lufthansagroup.com. Deutsche Lufthansa AG, abgerufen am 28. März 2019.
  2. Unternehmensprofil. In: lufthansagroup.com. Deutsche Lufthansa AG, abgerufen am 25. März 2019.
  3. tagesschau.de: Lufthansa weiter Europas größte Fluggesellschaft. Abgerufen am 27. März 2019.
  4. The World’s Largest Public Companies. In: Forbes. (forbes.com). |Abruf=2018-07-17
  5. Lufthansa Group AG: Unternehmensführung. Abgerufen am 27. März 2019.
  6. mg/dpa-afx/rtr: Lufthansa: Wolfgang Mayrhuber übergibt AR-Vorsitz an Karl-Ludwig Kley. In: Manager Magazin. 26. September 2017, abgerufen am 27. September 2017.
  7. Webpräsenz des Lufthansa Aviation Center (Memento des Originals vom 16. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/lac.lufthansa.com, abgerufen am 11. Januar 2011
  8. report-k.de – Lufthansa-Verwaltung in Köln-Deutz eröffnet (Memento des Originals vom 24. November 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.report-k.de, abgerufen am 11. Januar 2011
  9. Hängen auf Halde. In: Der Spiegel. Nr. 47, 1986, S. 79 (online17. November 1987).
  10. Lufthansa Group AG: Lufthansa Group. Abgerufen am 27. März 2019.
  11. lufthansa-financials.de – Geschäftsbericht 2009@1@2Vorlage:Toter Link/www.lufthansa-financials.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 4 MB)
  12. a b lufthansa-financials.de – Geschäftsbericht 2008@1@2Vorlage:Toter Link/www.lufthansa-financials.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 4 MB)
  13. konzern.lufthansa.com – Lufthansa Nachhaltigkeitsbericht Balance, Ausgabe 2008 (Memento des Originals vom 7. Dezember 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/konzern.lufthansa.com
  14. Manager MagazinHarte Zeiten für die Töchter, 20. September 2007
  15. Deutsche Lufthansa AG: Zehn-Jahres-Übersicht. In: Geschäftsbericht 2018. Abgerufen am 28. März 2019.
  16. RYA | Ryanair Stock Price. Abgerufen am 28. März 2019 (englisch).
  17. ICAG | IAG Stock Price. Abgerufen am 28. März 2019 (englisch).
  18. THYAO | Turkish Airlines Stock Price. Abgerufen am 28. März 2019 (englisch).
  19. LHAG | Lufthansa AG Stock Price. Abgerufen am 28. März 2019 (englisch).
  20. EZJ | EasyJet PLC Stock Price. Abgerufen am 28. März 2019 (englisch).
  21. AIRF | Air France KLM SA Stock Price. Abgerufen am 28. März 2019 (englisch).
  22. Lufthansa-Privatisierung startet in Kürze. In: Tagesspiegel. 4. September 1997, abgerufen am 27. März 2019.
  23. DAX Marktkapitalisierung Liste. Abgerufen am 28. März 2019.
  24. Lufthansa Group AG: Aktionärsstruktur. Abgerufen am 28. März 2019.
  25. Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz (LuftNaSiG) Fassung vom 5. Juni 1997
  26. investor-relations.lufthansagroup.com – Besonderheiten der Lufthansa Aktie (Namensaktie), abgerufen am 10. März 2013.
  27. Lufthansa Group AG: Aktionärsstruktur. Abgerufen am 28. März 2019.
  28. Lufthansa Group AG: Aktionärsstruktur. Abgerufen am 28. März 2019.
  29. handelsblatt.com – Lufthansa schließt Swiss-Übernahme ab (Memento vom 7. September 2007 im Internet Archive)
  30. aero.de – Lufthansa übernimmt Austrian Airlines, 5. Dezember 2008 (Memento des Originals vom 7. Dezember 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aero.de
  31. austrianairlines.ag – Privatisierungsschritte, 9. Februar 2010, abgerufen am 23. September 2010
  32. Lufthansa Group: Point-to-Point Airlines. Abgerufen am 24. März 2019.
  33. Luftfahrt: Lufthansa steigt bei Brussels Airlines ein. In: Focus. 15. September 2008, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  34. airliners.de – Lufthansa will Brussels Airlines komplett übernehmen
  35. airliners.de – Lufthansa darf Brussels Airlines übernehmen, 22. Juni 2009
  36. Lufthansa will Brussels Airlines komplett übernehmen. airliners.de, 25. März 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  37. Lufthansa Group schließt Übernahme von Brussels Airlines ab. airliners.de, 11. Januar 2017, abgerufen am 29. August 2017.
  38. Timo Nowack: Vereinheitlichung: Name Brussels Airlines verschwindet im Europaverkehr. In: aeroTELEGRAPH. 23. Januar 2019, abgerufen am 23. März 2019 (deutsch).
  39. lufthansa-financials.de – Geschäftsbericht 2007@1@2Vorlage:Toter Link/www.lufthansa-financials.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  40. Scheduled Freight Tonne – Kilometres. (Nicht mehr online verfügbar.) In: iata.org. Archiviert vom Original am 30. März 2016; abgerufen am 20. September 2013 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.iata.org
  41. aero.de – Lufthansa begräbt Jade Cargo
  42. aero.de – Die Tiger-Fracht: Lufthansa-Cargo in Asien, 29. April 2007 (Memento des Originals vom 16. Oktober 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aero.de
  43. Frankfurter Allgemeine ZeitungChinas HNA verdrängt Lufthansa als führenden Bordverpfleger, 30. Dezember 2016, abgerufen am 2. Januar 2017
  44. a b Webpräsenz der Lufthansa Systems, abgerufen am 29. Juli 2010.
  45. lhsystems.com – Company Profile@1@2Vorlage:Toter Link/www.lhsystems.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei; englisch), abgerufen 29. Juli 2010
  46. Webpräsenz der Lufthansa Industry Solutions@1@2Vorlage:Toter Link/www.lufthansa-industry-solutions.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  47. Webpräsenz des HON Circle (Memento des Originals vom 19. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.honcircle.com
  48. Thomas Cook plc – Press Release 2009 Interim Results Announcement@1@2Vorlage:Toter Link/www.thomascookgroup.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF, englisch) 14. Mai 2009
  49. Flotte. In: lufthansagroup.com. Deutsche Lufthansa AG, März 2019, abgerufen am 11. April 2018.
  50. Flugzeugflotte – SunExpress. In: SunExpress.com. Abgerufen am 24. März 2019 (deutsch).
  51. Laura Frommberg: Umlackierung: Lufthansa verpasst ihren Airlines ein Einheits-Weiß. In: aeroTELEGRAPH. 3. Oktober 2018, abgerufen am 30. März 2019 (deutsch).
  52. Deutsche Lufthansa AG (Hrsg.): Nachhaltigkeitsbericht Balance. Ausgabe 2018, S. 32 bis 33.
  53. Lutz Budrass: Adler und Kranich, Die Lufthansa und ihre Geschichte 1926–1955, Blessing Verlag 2016 ISBN 978-3-641-11246-2
  54. Johannes Bähr: Rezension von Lutz Budrass, Adler und Kranich in: Sehepunkte Ausgabe 17 (2017), Nr. 10, abgerufen am 7. August 2018
  55. Sarah Hofmann: Geschichte der Lufthansa, Empörung über die fehlende Aufklärung in Deutschlandfunk vom 2. Mai 2016, abgerufen am 7. August 2018
  56. Nana Brink, Interview mit Johannes Bähr: Wie deutsche Unternehmen mit ihrer Geschichte umgehen in Deutschlandfunk Kultur vom 14. April 2016, abgerufen am 7. August 2018
  57. Manfred Köhler, Fernsehfilm sorgt für Unruhe bei der Lufthansa, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein-Main vom 4. August 2010 (online)
  58. taz.de: Arte-Doku – Der Führer flog kostenlos, 21. Juli 2010
  59. ARD-/arte-Dokumentation von Juli 2010 von Christoph Weber: „Fliegen heißt Siegen – Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa“
  60. a b „Die braune Geschichte der Lufthansa“, Artikel der „[Mittelbayerische Zeitung]“ vom 11. März 2016
  61. Aus der „Chronik Flughafen Frankfurt am Main: Aus dem Nachlaß von Verkehrsdirektor Rudolf Lange der Flughafen Frankfurt AG“ von Rudolf Lange, International Advisory Group Air Navigation Services (ANSA), 1. Oktober 1975, 676 Seiten
  62. Bildunterschrift auf der Website der Foto- und Nachrichtenagentur Nyhetsbyrån
  63. Christoph Weber, in „Fliegen heißt Siegen. Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa“, Dokumentation 2009, produziert vom WDR
  64. Kranich unterm Hakenkreuz – Lutz Budrass im Gespräch mit Katrin Heise, Aufzeichnung des Deutschlandfunks vom 12. März 2016
  65. chronik.lufthansagroup.com
  66. Adler und Kranich (Memento des Originals vom 28. Januar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.daserste.de bei ttt – titel, thesen, temperamente, 13. März 2016
  67. Emissionshandel im Luftverkehr: „Fliegen muss teurer werden“. In: Spiegel Online. 5. Dezember 2006, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  68. Luftfahrt: „Das Flugzeug ist ökologisch am besten“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. April 2007, abgerufen am 22. August 2014 (Lufthansa-Chef Mayrhuber im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung).
  69. waterlandinternational.com – Latest Visit of Lufthansa to Waterland Semarang Office and Purwodadi plantations (englisch)
  70. Lufthansa auf dem Irrflug – Agrosprit bedeutet Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen. In: Rettet den Regenwald e. V. 13. Juli 2011, abgerufen am 8. März 2013.
  71. Internationale Erklärung gegen den „Etikettenschwindel“ des Runden Tisches zu nachhaltigem Palmöl (RSPO). (PDF) regenwald.org, abgerufen am 22. August 2014.
  72. EU: Biotreibstoff-Studie stellt eigene Richtlinien in Frage. regenwald.org, 9. Juli 2011, abgerufen am 22. August 2014.
  73. verkehrsrundschau.de – Lufthansa-Chef: Nachtflugverbot gefährdet 7300 Jobs
  74. Claus Hecking: Lufthansa nach Air-Berlin-Aus: Die Kraft des Kranichs. In: Spiegel Online. 26. November 2017 (spiegel.de [abgerufen am 3. Februar 2018]).