Luftkabel

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Ein Luftkabel auf Telefonmasten

Ein Luftkabel, auch als selbsttragendes Kabel (SETRA) bezeichnet, ist in der Fernmeldetechnik ein auf Freileitungsmasten montiertes, elektrisch isoliertes Kabel mit mehreren Adern.[1] Der Begriff wird auch für auf Masten frei montierte Lichtwellenleiter verwendet.[2]

Luftkabel sind von Freileitungen zu unterscheiden, welche aus einzelnen, blanken Drähten bestehen, die mit Hilfe von Isolatoren (meist aus Glas oder Porzellan) aufgespannt sind und nicht nur in der Fernmeldetechnik, sondern auch in der elektrischen Energietechnik Anwendung finden.

Luftkabel werden hauptsächlich für Telefonanschlüsse abgelegener Gebäude und temporärer Einrichtungen (wie zum Beispiel Baustellen) verlegt. Bei Telefonkabeln an Masten wird zwischen Luftkabeln und Tragseilluftkabeln unterschieden. Beim Luftkabel ist die Zugentlastung im Kabelmantel rundsymmetrisch integriert. Als Zugentlastung dient oft ein Glasfaser- oder Stahlgeflecht. Beim Tragseilluftkabel ist als Zugentlastung ein einzelnes Seil (meist Stahlseil) in den Kabelmantel eingebaut. Das Kabel hat einen Querschnitt, der an eine Acht erinnert. Hierbei bildet das Leiterbündel den unteren Kreis und – meist über einen kleinen Steg verbunden – das Tragseil den zweiten, meist kleineren Kreis. Beide sind von einem gemeinsamen wetter- und sonnenresistenten Kabelaußenmantel umhüllt.

Auch die Energieversorgungsunternehmen setzen zum Aufbau des betriebseigenen Telefonnetzes Luftkabel ein. Häufig ist dieses Kabel im Erdseil integriert. Gelegentlich wird auch ein zusätzliches Seil auf den Masten, meist in Höhe der obersten Traverse, verlegt. Bei Leitungen mit einer ungeradzahligen Zahl von Leiterseilen wird dieses auch gern als Ankerphase verlegt. Es gibt auch Luftkabel, die im Innern von Freileitungs-Leiterseilen untergebracht sind.

Bei der früheren EVS (jetzt in der EnBW AG) wurden die Luftkabel für die betriebsinterne Nachrichtenübermittlung bis Mitte der 1980er Jahre häufig girlandenförmig am Erdseil oder einem Hilfsseil auf den Masten installiert. Bei einer 20-kV-Leitung zwischen Ried und Eberdingen wurde hierfür sogar ein Leiterseil benutzt. Luftkabel für die Nachrichtenübertragung entlang von Stromleitungen werden heutzutage wegen störender Beeinflussungen durch die Stromleitung fast immer als Lichtwellenleiter ausgeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch der Fernmeldetechnik. 7. Teil II, Linientechnik. Deutsche Postgewerkschaft, 1973, S. 84–100 (Online).
  • FTTH Handbook Ausgabe 5 D&O Committee Ausgabedatum: 08/02/2012. FTTH Council Europe 2012, 2012, S. 52 (Online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Selbsttragende Fernmeldekabel (SETRA Telefonkabel). Abgerufen am 17. Juli 2016.
  2. DIN EN 60794-3-20, Familienspezifikation für selbsttragende LWL-Fernmelde-Luftkabel. Abgerufen am 21. August 2013.