Luftschlacht um England (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelLuftschlacht um England
OriginaltitelBattle of Britain
ProduktionslandEngland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1969
Länge126 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieGuy Hamilton
DrehbuchWilfred Greatorex
James Kennaway
ProduktionBenjamin Fisz
Harry Saltzman
MusikRon Goodwin
KameraFreddie Young
SchnittBert Bates
Besetzung

Luftschlacht um England (Originaltitel: Battle of Britain) ist ein britischer Kriegsfilm des mehrmaligen James-Bond-Regisseurs Guy Hamilton und des Produzenten Harry Saltzman für den Verleih United Artists. In diesem Kinofilm wird der britische Kampf um die Luftherrschaft im Zweiten Weltkrieg dargestellt. Die Hauptrollen spielen Michael Caine, Barry Foster und Trevor Howard. Der Film erhielt 1970 eine Nominierung für den britischen Society of Film and Television Arts Award für den Besten Soundtrack für Teddy Mason und Jim Shields. 1969 erschien ebenfalls der Film "Stukas über London", zwar unter anderer Produktion, aber mit ähnlicher Thematik.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Sieg über Frankreich im Sommer 1940 bereitet die Wehrmacht die Invasion von Großbritannien vor. Zu deren Vorbereitung versucht die deutsche Luftwaffe, die Luftherrschaft über den britischen Inseln zu erkämpfen, zudem musste die Britische Armee die bei Dünkirchen nur knapp der Vernichtung durch die deutsche Wehrmacht entging, einen Großteil ihrer Waffen zurücklassen, die nun den Deutschen in die Hände fielen. Doch die deutschen Piloten treffen auf einen sich entschlossen verteidigenden Gegner: Mit allen Mitteln versucht die Royal Air Force unter Führung von Air Marshal Sir Hugh Dowding einen deutschen Sieg abzuwenden, sein Gegenspieler ist Reichsmarschall und Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe Hermann Göring der mit dem Zug in die deutsch besetzte Normandie kommt um die Luftschläge gegen England zu leiten. Zahlenmäßig ist die Royal Air Force der deutschen Luftwaffe nicht gewachsen, deshalb beginnt die RAF mit der Rekrutierung kanadischer, polnischer und tschechischer Piloten.

Die englischen Piloten kämpfen im Lauf der Handlung mit Hingabe gegen die deutschen Bomberverbände, erleiden dabei jedoch Verluste, die Luftwaffe greift ihrerseits Militärflugplätze in Südengland an und versucht möglichst viele britische Jägerflugzeuge am Boden zu zerstören, doch den Briten kommen ihre Radarstationen zu gute. Nach einem britischen Luftangriff auf Berlin schwört Adolf Hitler Vergeltung und London gerät in das Visier deutscher Bomber, wodurch die Zivilbevölkerung stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Doch hinter dieser Preisgabe der Hauptstadt steckt ein ausgeklügelter Plan der britischen Führung: der Angriffsdruck wird von den wichtigen Militärflugplätzen genommen. Damit ist der Wendepunkt der Schlacht erreicht, die Verluste der Deutschen erreichen schnell kritische Ausmaße. Schließlich schafft es die Luftwaffe nicht die Luftherrschaft über England zu erringen. England ist der Sieger dieser Schlacht. Reichsmarschall Hermann Göring zieht sich gedemütigt zurück und die Deutschen müssen sich mit den Britischen Kanalinseln zufriedengeben. Am Ende des Filmes wird eine Liste eingeblendet die die Verlustzahlen der Royal Air Force und der deutschen Luftwaffe während der Luftschlacht um England zeigen.

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Dreharbeiten wurden unter anderem Flugzeuge der spanischen Luftwaffe ausgeliehen bzw. erworben (HA-1112, CASA 2.111).

Die HA-1112 ist eine Weiterentwicklung der in Spanien in Lizenz gebauten Bf 109 G-2 und wurde im Film dazu verwendet, die 1940 von der Luftwaffe eingesetzten Bf 109 E-4 darzustellen. Zu diesem Zweck wurden Bordwaffenattrappen und Höhenleitwerksverstrebungen nachgerüstet. Außerdem wurde die Lackierung dem Tarnschema der Luftwaffe nachempfunden. Die Produktionsfirma (Spitfire Productions) kaufte 27 HA-1112 von der spanischen Luftwaffe. Eine dieser Maschinen wurde in den letzten Jahren restauriert und ist seit dem 19. Mai 2006 wieder flugfähig. Das Flugzeug mit der Produktionsnummer 223 wurde 1959 von Hispano Aviación in Sevilla gebaut. Als „Rote 7“ lackiert hat sie im Film mitgewirkt. Aktuell ist sie im Farbschema einer fiktiven Bf 109 E „Gelbe 10“ lackiert, wie es auch im Film Verwendung fand.

In der Flugwerft des Deutschen Museums in Oberschleißheim bei München wurde von 2000 bis 2009 eine in Spanien unter Lizenz gebaute He 111 H-16 (CASA 2.111B) restauriert, die zuletzt bei den Dreharbeiten im Einsatz war.[1]

Drehorte in London waren unter anderem die St Katharine Docks, wo zur Zeit der Dreharbeiten mehrere ältere Häuser abgerissen wurden, sowie die U-Bahn-Station Aldwych. Luftaufnahmen entstanden auch in Spanien bei Sevilla.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Dem scheinrealistischen, monumentalen Breitwand-Film mangelt es vor allem an authentischer Darstellung und künstlerischem Ausdrucksvermögen, so daß Hintergründe und Zusammenhänge des Krieges und der politischen Handlungen unklar bleiben.“

„Ein englischer Film, der sich mit enormem Aufwand um dokumentarische Echtheit bemüht, dessen Personenzahl und Handlungsflut aber den Zuschauer insgesamt in seltsam kühler Distanz lassen. Für interessierte Erwachsene und ältere Jugendliche geeignet, für jüngere Altersstufen aus unterschiedlichen Gründen weniger.“

Evangelischer Filmbeobachter, Kritik Nr. 422/1969

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der englischen Fassung wird der von Ron Goodwin eigens für den Film komponierte „Ace High March“ als Titelmusik verwendet, in der deutschen Fassung wurde dieses Stück durch den „Badenweiler-Marsch“ und das Trio von „Preußens Gloria“ ersetzt.

Technische und militärische Berater der deutschen Seite des Films waren Generalleutnant Adolf Galland, Oberst Hans Brustellin sowie Major Franz Frodel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite der Flugwerft des Deutschen Museums in Schleissheim
  2. Luftschlacht um England. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet