Luftschutzkeller

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Ein Luftschutzkeller (auch: „Luftschutzraum“) ist eine bauliche Anlage zum Schutz vor Luftangriffen im Kellergeschoss eines Gebäudes, das primär nicht dem Luftschutz dient. Abzugrenzen ist der Luftschutzkeller vom Luftschutzbunker, der dem gleichen Zweck dient, aber ein baulich selbständiges Gebäude ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Hinweis "LSR" (Luftschutzraum) an einem Haus im Freundschaftsweg in Salbke
Stahl-Außentür der Gasschleuse im Luftschutzkeller Marschnerstraße 5, Frankfurt am Main
Ein deutscher Luftschutzraum während des Zweiten Weltkriegs um 1940
Luftschutzkeller in der Marschnerstraße 5, Frankfurt am Main

Die Entwicklung der Flugzeugtechnik in den 1930er Jahren ließ es wahrscheinlich erscheinen, dass im Falle eines Krieges Bomber auch Orte weit hinter der Frontlinie würden treffen können. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erwies sich die Prognose als zutreffend.

Front gegen Feuer, Plakat aus dem Zweiten Weltkrieg in einem Luftschutzkeller in Stuttgart

Ein Weg, die Zivilbevölkerung zu schützen, war in den Kellern von Wohnhäusern Schutzräume einzubauen. Dies hatte gegenüber öffentlichen Luftschutzbunkern den Vorteil leichterer Erreichbarkeit durch die Schutz Suchenden und – aus Sicht des Staates – der Möglichkeit, die Kosten ganz oder teilweise auf private Hauseigentümer abzuwälzen. Der Nachteil von Luftschutzkellern bestand darin, dass sie in der Regel nicht so massiv gebaut werden konnten wie öffentliche Großbunkeranlagen. Auch öffentliche Gebäude – etwa Schulen oder Bürogebäude – erhielten Luftschutzkeller.

Auch die Schweiz forcierte im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs den Bau von Luftschutzkellern. 1934 verabschiedete der Bund einen Beschluss zum Aufbau eines Luftschutzes. Ziel war es, jedem Schweizer einen Platz in einer Luftschutzanlage bieten zu können. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden in der Schweiz fast 34.000 Anlagen.

Bauliche Ausrüstung[Bearbeiten]

Um Schutz vor Giftgas, dessen Einsatz nach den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg befürchtet wurde, zu gewährleisten, wurden in manchen Luftschutzkellern eine Gasschleuse mit zwei Türen eingebaut, von denen im Falle eines Gasalarms immer nur eine geöffnet werden durfte, sowie Luftfilteranlagen.

Bei aneinander gebauten Häusern befanden sich die Luftschutzräume nach Möglichkeit am Rand des Gebäudes und waren mit einem Durchbruch zum Nachbargebäude versehen der normalerweise mit dünnem Mauerwerk verschlossen war, das im Ernstfall leicht durchbrochen werden konnte. Dies eröffnete einen Fluchtweg durch die Kellerräume des Nebengebäudes ins Freie (oder durch den nächsten Durchbruch weiter ins übernächste Gebäude), wenn der Zugang im eigenen Gebäude verschüttet wurde.

Kennzeichnung[Bearbeiten]

An den Sockeln der Häuser wurden in Deutschland im Zweiten Weltkrieg an entsprechenden Stellen in weißer fluoreszierender Farbe (wegen Verdunklung oder Stromausfall) die Abkürzungen LSK (Luftschutzkeller) oder LSR (Luftschutzraum) angebracht, oft aber auch ausgeschrieben. Verbunden war das ab dem 15. März 1944 verpflichtend mit Pfeilen, die möglichst ebenfalls in Leuchtfarbe aufgemalt werden sollten.[1] Gegebenenfalls wurde der zusätzliche Hinweis „i.H.“ (im Haus/im Hof)[2] angebracht. Der Pfeil wies nicht nur auf den Eingang zum Luftschutzkeller hin, sondern diente, wenn ein Gebäude einstürzte, auch der Rettungsmannschaft dazu, den Zugang zu finden. Notausstiege wurden außer mit Pfeilen auch mit den Buchstaben N.A. markiert.[3] Hinweise zu nahegelegen Hydranten wurden mit einem „H“ gekennzeichnet, Lüftungsschächte und Notausgänge durch Stahlgitter abgedeckt. Soweit sie noch vorhanden sind, tragen sie die Beschriftung Mannesmann-Luftschutz. Die Wandaufschriften sind meist durch Neuanstrich des Gebäudes oder Verwitterung verschwunden, nur in seltenen Fällen kann man sie heute noch erkennen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Vorschrift der Luftwaffe: L.Dv. 793 – Baulicher Luftschutz Planung und Durchführung der baulichen Maßnahmen bei öffentlichen Luftschutzräumen – 1939.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Luftschutzkeller – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Luftschutzraum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erlass des Reichsluftfahrtministeriums vom 15. März 1944 (RABl. I, 127), [1]
  2. http://www.zonebattler.net/2006/06/24/malerisches-menetekel/
  3. http://www.renate-trautwein.de/veroeffentlichungen/geheimnisvollezeichen.shtml