Luftsicherheitszentrale Berlin

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Die alliierte Luftsicherheitszentrale Berlin 1982

Die Luftsicherheitszentrale Berlin, englisch: Berlin Air Safety Center (BASC) war von 1945 bis 1990 eine Behörde der vier alliierten Besatzungsmächte Vereinigte Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion in Berlin-Schöneberg, die den Flugverkehr im Raum Berlin überwachten und kontrollierten. Hierzu gehörte der Luftraum der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Die alliierte Luftsicherheitszentrale Berlin wurde, neben dem Kriegsverbrechergefängnis Spandau (Allied Prison Spandau), als einzige Einrichtung von den vier alliierten Mächten betrieben und hatte in der Zeit des Kalten Krieges Bestand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Luftsicherheitszentrale mit den alliierten Fluglotsen 1989
Eine Flugverkehrskontrollanzeige mit den Luftkorridoren nach Berlin 1989

Am 30. November 1945 beschloss der Alliierte Kontrollrat die Errichtung einer Luftsicherheitszentrale. Die am 13. Dezember 1945 gegründete Behörde hatte ihre Sitz in der Elßholzstraße 32 in Berlin-Schöneberg des ehemaligen Preußischen Kammergerichts im Kleistpark, in dem sich nach 1945 der Alliierte Kontrollrat befand.[1][2]

Sie nahm im Februar 1946 ihre Arbeit auf und regelte jedes Befliegen der Kontrollzone Berlin (Berlin Control Zone; BCZ) im Radius von 64 km sowie der Korridore, die sich von Berlin aus bis zu den Grenzen der benachbarten Kontrollbezirke erstreckte. Hierzu gehörten die Luftkorridore Hamburg-Berlin, Bückeburg/Hannover-Berlin und Frankfurt am Main-Berlin. Am 22. Oktober 1946 trat die Vier-Mächte-Vereinbarung des Luftfahrtdirektorates der Alliierten Kontrollkommission über die Luftsicherheitszentrale „Flugvorschrift für Flugzeuge, die die Luftkorridore in Deutschland und die Kontrollzone Berlin befliegen“ in Kraft. Jeder militärische wie zivile Flug durch eine dieser drei je 32 Kilometer breiten Luftkorridore musste 40 Minuten vor Überfliegen von DDR-Territorium der Luftsicherheitszentrale gemeldet werden. Auch während der Berliner Luftbrücke 1948 war die alliierte Luftsicherheitszentrale für die Freigabe (Air Traffic Clearance) jedes einzelnen Fluges nach Berlin zuständig.

Obwohl die Sowjetunion aus Protest gegen die Londoner Sechsmächtekonferenz und die Gründung des Brüsseler Paktes ab dem 20. März 1948 die Beschlussfassung des Alliierten Kontrollrats blockierte und dieser nicht mehr zusammentrat, arbeiten die ehemaligen Alliierten in der Luftsicherheitszentrale bis zur Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende des Kalten Krieges zusammen und die Behörde wurde am 31. Dezember 1990 offiziell aufgelöst.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Berlin Air Safety Center – Luftsicherheitszentrale Berlin

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://history.state.gov/historicaldocuments/frus1945v03/d1204
  2. https://history.state.gov/historicaldocuments/frus1945v03/d1206
  3. D.M. Giangreco, Robert E. Griffin: Airbridge to Berlin - The Berlin Crisis of 1948, its Origins and Aftermath, 1998

Koordinaten: 52° 29′ 32″ N, 13° 21′ 25″ O