Luftwaffenbasis Palmachim

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Luftwaffenbasis Palmachim
Air Base 30 & Spaceport
Luftwaffenbasis Palmachim (Israel)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code LL59
Koordinaten

31° 53′ 52″ N, 34° 41′ 26″ OKoordinaten: 31° 53′ 52″ N, 34° 41′ 26″ O

10 m (33 ft) über MSL
Basisdaten
Eröffnung 1970er Jahre
Betreiber Israelische Luftstreitkräfte
& Israel Space Agency
Start- und Landebahnen
03/21 2403 m Asphalt
13/31 803 m Asphalt



i8 i10 i11 i13

BW

Die Luftwaffenbasis Palmachim besteht aus einem Militärflugplatz der Israelischen Luftwaffe (ICAO Code: LL59 für Israeli Air Force Base Palmachim) und einem Raketenstartplatz, den die Luftwaffe und die Israelische Raumfahrtagentur (ISA) gemeinsam betreiben. Flugplatz und Raketenstartplatz liegen direkt am Mittelmeer, südlich des Kibbuz Palmachim. Etwa 12 km weiter nördlich beginnt der Großraum Tel Aviv-Jaffa. Der Flugplatz hat eine längere und eine kürzere Start- und Landebahn. Die Koordinaten des Raketenstartplatzes sind: 31° 53′ 5,7″ N, 34° 40′ 48,5″ O.

Der Flugplatz wurde in den 1970er Jahren angelegt und das Gelände zunächst genutzt, um Raketen und Geschosse zu testen, die man Richtung Meer abfeuerte. Später kam eine Hubschrauberbasis hinzu, im Jahr 2019 sind dort zwei Staffeln UH-60 Black Hawk/Sikorsky S-70 stationiert. Ab Mitte der 1990er Jahre begann die Erprobung und Einführung der Drohnen IAI Heron 1, kurz danach der Elbit Hermes 450 und schließlich ab 2009 von deren Nachfolger Hermes 900, jeweils mit eigenen Staffeln.

Mit dem Start des Satelliten Ofeq 1 von Palmachim am 19. September 1988 begann für Israel das Raumfahrtzeitalter, die neueste Version Ofeq 11 startete am 13. September 2016 zum ersten Mal. Die Satelliten werden mit der ständig weiter entwickelten Shavit-Rakete in den Orbit geschossen und dienen meist der militärischen Aufklärung. Auch die nuklear bestückbaren Jericho-Raketen sind hier getestet worden, wozu es allerdings keine offiziellen Äußerungen gibt.[1]

Am 17. Januar 2008 testete Israel hier eine mehrstufige ballistische Rakete, von der man annimmt, dass es eine Jericho-III-Rakete war, die Atomsprengköpfe etliche 1000 km weit tragen kann.[2] Am 2. November 2011 testete Israel erneut erfolgreich eine vermutlich verbesserte Version der Jericho III, deren lange Rauchsäule in ganz Zentral-Israel zu sehen war.[3]

Aufgrund der geografischen Lage Israels und der feindseligen Beziehungen zu den Nachbarländern starten die Raketen genau nach Westen über das Mittelmeer. Damit wird ein Überfliegen feindlicher Länder vermieden und verhindert, dass bei einem Absturz Teile auf besiedelte Gebiete fallen. Die gestarteten Satelliten gehören zu den wenigen Erdsatelliten, welche die Erde in Ost-West-Richtung und dabei nicht annähernd äquatorial umkreisen. Der Start gegen die Erdrotation verursacht einen um ca. 30 % höheren Treibstoffverbrauch.

Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 123. Staffel UH-60L Black Hawk Yanshuf Transporthubschrauber („Desert Birds“ Squadron)
  • 124. Staffel UH-60L Black Hawk/Sikorsky S-70A Yanshuf („Rolling Sword“ Squadron)[4]
  • 161. Staffel Hermes 450 Zik Drohnen („Black Snake“ Squadron)
  • 166. Staffel Hermes 900 Drohnen („Spark“ Squadron)
  • 200. Staffel Heron 1 Shoval Drohnen („First UAV“ Squadron)[5]
  • 151. Raketentest-Staffel
  • Hubschrauber und Drohnen Simulator-Staffel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Militärbasis Palmachim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.globalsecurity.org/military/world/israel/palmachim.htm
  2. Yuval Azoulay: Missile test 'will improve deterrence'. In: Haaretz, 18. Januar 2008. Abgerufen am 5. Januar 2012. 
  3. Anshel Pfeffer: IDF test-fires ballistic missile in central Israel. In: Haaretz, 2. November 2011. Abgerufen am 3. November 2011. 
  4. IAF-Website: The Rolling Sword Squadron
  5. IAF-Website: The First UAV Squadron