Luftwechselrate

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eingebautes Blower-Door-Gerät zur Messung der Luftwechselrate

Die Luftwechselrate n ist ein Maß für den Zuluftvolumenstrom der Raumluft bezogen auf das Bauvolumen von Gebäuden. Sie spielt in der Belüftungstechnik und der Heiztechnik eine Rolle.

Definition[Bearbeiten]

Die Luftwechselrate in der Einheit [1/h] gibt das Vielfache des Raumvolumens an, das als Zuluft zugeführt wird.

Beispiel: n = 15 /h: Das 15fache Raum-/Gebäudevolumen wird in einer Stunde ausgetauscht.

Diese Aussage gilt streng genommen nur für die Verdrängungslüftung. Bei der Verdünnungslüftung liegt die Rate der tatsächlich ausgetauschten Luft wesentlich niedriger.

Beispiel Außenluftstrom[Bearbeiten]

Die Außenluftrate wird bestimmt durch die Anzahl der in den zu versorgenden Räumen sich aufhaltenden Personen sowie der Außenluftrate pro Person gemäß den gültigen Vorschriften. Empfohlene Außenluftraten pro Person sind zum Beispiel für:

  • Großraumbüros 50 m³/h
  • Gaststätten 40 m³/h
  • Einzelbüros, Konferenzräume, Hörsäle 30 m³/h
  • Theater, Säle, Hallen 20 m³/h

Wenn mit einer zusätzlichen Geruchsbelästigung zu rechnen ist, werden die genannten Werte um ca. 20 bis 50 % erhöht.

Beispiele Luftwechselraten[Bearbeiten]

Für die Festlegung der Luftwechselrate ist die Art der Raumnutzung zuständig. Empfohlene Luftwechselrate sind zum Beispiel für:

  • Büroräume 3 bis 6fach pro Stunde
  • Gasträume, Versammlungsräume 5 bis 10fach pro Stunde
  • Hörsäle 8 bis 10fach pro Stunde
  • Kaufhäuser 4 bis 6fach pro Stunde
  • Kinos, Theater 4 bis 6fach pro Stunde
  • Schwimmhallen 3 bis 4fach pro Stunde
  • Toiletten 4 bis 6fach pro Stunde
  • Laboratorien 8 bis 15fach pro Stunde
  • Küchen 20 bis 30fach pro Stunde

Unabhängig von der Luftwechselrate ist jedoch dafür Sorge zu tragen, dass in den betroffenen Räumen das gesamte Raumvolumen erfasst und gewechselt wird.

Luftwechselrate n50 als Dichtemaß[Bearbeiten]

Die Luftwechselrate n50 ist ein Maß für die Luftdichtheit eines Gebäudes. Diese Zahl ergibt sich aus dem Luftvolumenstrom, der sich pro Stunde einstellt, wenn eine Druckdifferenz von 50 Pa aufrechterhalten wird, dividiert durch das Gebäudevolumen. Je kleiner die Zahl ist, desto dichter ist das Gebäude. Für normale Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen wird eine Luftwechselrate von n_{50} \le 3, von solchen mit Raumlufttechnik-Anlagen wird n_{50}\le 1,5 verlangt.[1] Für Passivhäuser gilt n_{50}\le 0,6. Die Messung wird z. B. mit dem Blower-Door-Test (Differenzdruck-Messverfahren) verwirklicht.

Hygienische Mindestluftwechselrate[Bearbeiten]

Die hygienische Mindestluftwechselrate liegt bei etwa 0,3/h. Sie ist ein Mindestmaß für die Sicherstellung von Frischluft, unterhalb dem Geruchsprobleme, Staub- und Mikroorganismenbelastung sowie zu hohe Radonkonzentrationen auftreten können.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. enev-online.org