Luganersee

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Luganersee
Damm von Melide
Damm von Melide
Geographische Lage Kanton Tessin, Lombardei
Zuflüsse Vedeggio, Cassarate, Magliasina, Mara, Laveggio, Bolletta, Rezzo, Cuccio
Abfluss Tresa
Orte am Ufer Lugano
Daten
Koordinaten 718605 / 9354445.9830555555568.9691666666667271Koordinaten: 45° 58′ 59″ N, 8° 58′ 9″ O; CH1903: 718605 / 93544
Luganersee (Schweiz)
Luganersee
Höhe über Meeresspiegel 271 m ü. M.
Fläche 48,7 km²dep1f5
Maximale Tiefe 288 mf10

Besonderheiten

Weltnaturerbe Monte San Giorgio; Seedamm von Melide

Karte Luganersee.png

Der Luganersee oder Lago di Lugano, auch Ceresio (eine Italianisierung des lateinischen Namens Ceresius[1]) oder deutsch veraltet Lauisersee, nach der früheren deutschen Bezeichnung Lauis für Lugano, ist einer der oberitalienischen Seen. Er befindet sich zu 63 % im Schweizer Kanton Tessin. Zu 37 % liegt die Seefläche in italienischem Gebiet. Er ist nach der Schweizer Stadt Lugano benannt. Seine Oberfläche liegt 271 m über dem Meeresspiegel und misst 48,8 km², von denen 30,7 km² zur Schweiz und 18,1 km² zu Italien gehören. Seine tiefste Stelle liegt bei 288 m, und sein Volumen beträgt 5,9 km³. Der wichtigste Zufluss ist der Vedeggio mit 4 m³/s.[2].

Seine Form erklärt sich durch seine Entstehung nach der Eiszeit in einem Gebiet, in dem zwei Gletscher zusammentrafen. Durch den künstlichen Seedamm von Melide wird der See in ein Nord- und Südbecken geteilt. Das Nordbecken hat eine Fläche von 27,5 km², das Südbecken 20,3 km², dazu kommt das kleine Becken von Ponte Tresa mit 1,0 km².

Einige Ausläufer des Sees reichen nach Italien, dazu befindet sich die durch ihr Spielkasino bekannte italienische Enklave Campione d’Italia an seinem Ufer, was zu einem komplizierten Grenzverlauf führt. Zollrechtlich sieht es noch einmal anders aus: Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Zollkodex der EG gehört zwar der italienische Seeanfang von Porlezza zum Zollgebiet der heutigen EU, nicht jedoch das Gebiet der Gemeinde Campione d'Italia samt ihrem Anteil am See. Südlich von Lugano überqueren Autobahn und Bahnlinie den See auf dem Damm von Melide.

Bekannte Aussichtsberge an seinem Ufer sind der Monte Brè (925 m ü. M.) im Osten, der Monte San Salvatore (912 m ü. M.) im Westen von Lugano und der Monte Generoso (1'701 m ü. M.) am südöstlichen Ufer. Zwischen den beiden südlichen Armen liegt das Unesco-Weltnaturerbe Monte San Giorgio (1'097 m ü. M.).

Da der See durch seine Lage an der Südspitze der Schweiz in einem mediterranen Klima liegt, ist er ein beliebtes Touristenziel.

Rund um den Luganersee haben sich verschiedene deutsche Komponisten zurückgezogen, wie Michael Jary, Martin Böttcher oder auch Peter Thomas. Der Schriftsteller Hermann Hesse lebte ab seinem 42. Lebensjahr bis zu seinem Tod in Montagnola bei Lugano.

Blick vom Gipfel des Sighignola auf den südlichen Teil des Luganersees

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Etymologie des lateinischen Namens ist unbekannt. Vorgeschlagene Basiswörter sind lateinisch cerasus ‘Kirschbaum’; ein antiker Ortsname Ceresius, der ‘himmelblau’ bedeuten soll, oder angeblich keltisch keresius, was ‘verzweigt, verästelt’ heisse; vgl. Il Lago di Lugano, ieri e oggi.
  2. Der Zustand der Seen in der Schweiz, Schriftenreihe Umwelt Nr. 237, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, 1994, Seite 71.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luganersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien