Lugano

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Siehe auch Lugano (Begriffsklärung).
Lugano
Wappen von Lugano
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Luganow
Kreis: Lugano Ost,
Lugano West,
Lugano Nord
BFS-Nr.: 5192i1f3f4
Postleitzahl: 69xx
UN/LOCODE: CH LUG
Koordinaten: 718030 / 9656046.0102788.962503273Koordinaten: 46° 0′ 37″ N, 8° 57′ 45″ O; CH1903: 718030 / 96560
Höhe: 273 m ü. M.
Fläche: 75.8 km²
Einwohner: i62'792 (31. Dezember 2013)[2]
Einwohnerdichte: 828 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 37.3 % (31. Dezember 2013)[3]
Stadtpräsident: Marco Borradori (Lega)
Website: www.lugano.ch
Lugano vom Sighignola her gesehen

Lugano vom Sighignola her gesehen

Karte
Lago Maggiore Lago Delio Lago di Piano Lago di Origlio Lago di Muzzano Luganersee Comer See Italien Italien Italien Kanton Graubünden Bezirk Bellinzona Bezirk Locarno Bezirk Mendrisio Agno TI Bioggio Cademario Muzzano TI Vernate TI Alto Malcantone Aranno Miglieglia Novaggio Capriasca Origlio Ponte Capriasca Ponte Capriasca Kommunanz Capriasca/Lugano Collina d’Oro Grancia Melide TI Morcote Paradiso TI Vico Morcote Arogno Bissone Brusino Arsizio Maroggia Melano Rovio Lugano Caslano Curio TI Curio TI Magliaso Neggio Ponte Tresa TI Pura TI Astano Bedigliora Croglio Monteggio Sessa TI Curio TI Bedano Gravesano Manno TI Mezzovico-Vira Monteceneri Torricella-Taverne Cadempino Canobbio Comano TI Cureglia Lamone Massagno Porza Savosa Sorengo VeziaKarte von Lugano
Über dieses Bild
w

Lugano (lombardisch Lügàn [lyˈgaŋ, lyˈgeɲ],[4] deutsch veraltet Lauis) ist eine Stadt und politische Gemeinde im Bezirk Lugano des Schweizer Kantons Tessin. Die im Sottoceneri gelegene Stadt ist die grösste des Kantons. Sie ist in die Kreise Lugano West, Lugano Ost und seit 2013 auch Lugano Nord gegliedert.

Die Stadt hat sich in den letzten zwanzig Jahren sehr stark entwickelt und ist heute nach Zürich und Genf der drittgrösste Finanzplatz der Schweiz. Seit der Eingemeindungen von Barbengo, Carabbia und Villa Luganese im Jahr 2008 und von Bogno, Cadro, Carona, Certara, Cimadera, Sonvico und Val Colla im Jahr 2013 ist Lugano flächenmässig die siebtgrösste Schweizer Stadt, belegt den neunten Platz hinsichtlich der Einwohnerzahl und den zehnten Platz bezüglich der vorhandenen Arbeitsplätze.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Süden des Bezirks Lugano und des Kantons an der Mündung des Cassarate in den Luganersee. Lugano zieht als Universitäts-, Kongress- und Kulturstadt (vor allem zwischen Frühjahr und Herbst) zahlreiche Besucher aus Italien und von jenseits der Alpen an.

In der vom Schweizer Bundesamt für Statistik definierten statistischen Raumkategorie wurde Lugano der Metropolregion Tessin zugerechnet, die neu zum multipolaren Agglomerationssystem[5] herabgestuft wurde. Dieses umfasst mehrere Agglomerationen des Tessins und der Lombardei mit insgesamt über 500'000 Einwohnern. Es ist mit Como-Chiasso-Mendrisio Nachbaragglomeration der Metropolregion Mailand (Grande Milano) mit rund 7,5 Millionen Einwohnern. Das Zentrum Mailands ist mit dem Auto und der Bahn in zirka einer Stunde erreichbar.

Wappen[Bearbeiten]

Die vier Lettern LVGA im Wappen sind lediglich eine Abkürzung des Stadtnamens und stehen nicht, wie von anderen Theorien postuliert, für La vera giustizia antica oder für die römische Legion Legio V (quinta) Gallia Alpina. Der Ortsname leitet sich aus lateinischen lucus, (heiliger) Wald, ab.

Geographie[Bearbeiten]

Lugano liegt am Luganersee (Lago di Lugano, italienisch Lago Ceresio) und ist umgeben von den drei Aussichtsbergen Monte Brè (925 m) im Osten, Monte San Salvatore (912 m) im Westen und dem Sighignola (1'314 m) (am gegenüberliegenden Seeufer), dessen Gipfel Balcone d’Italia bereits auf italienischem Boden liegt.

Klimatabelle[Bearbeiten]

Lugano
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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7
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: www.meteoschweiz.admin.ch
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lugano
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 6,6 8,5 13,0 15,8 20,2 24,2 26,9 26,1 21,7 16,7 11,3 7,4 Ø 16,6
Min. Temperatur (°C) 0,8 1,6 4,9 7,9 12,1 15,4 17,8 17,4 13,9 10,0 5,1 1,7 Ø 9,1
Niederschlag (mm) 66 52 80 156 196 164 153 158 185 142 127 80 Σ 1.559
Sonnenstunden (h/d) 4,0 4,9 6,0 5,7 6,0 7,4 8,2 7,8 6,2 4,5 3,7 3,5 Ø 5,7
Regentage (d) 5 5 6 11 13 10 8 10 8 9 8 6 Σ 99
Luftfeuchtigkeit (%) 70 65 61 66 70 68 66 69 73 78 72 70 Ø 69
T
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24,2
15,4
26,9
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10,0
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Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Lugano war bereits von Etruskern und Galliern besiedelt. 818 und 875 wird Lugano erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter war es jahrhundertelang von Konflikten zwischen Como und Mailand betroffen, da diese oft auf Schlachtfeldern ausgetragen wurden, die auf dem Gebiet des heutigen Kantons Tessin liegen.

In der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts kam die Stadt unter die Herrschaft der Visconti[6] von Mailand. Danach wurde Lugano von französischen Söldnern besetzt, 1513 wurden diese von den Eidgenossen vertrieben, und ab dann war Lugano unter eidgenössischer Herrschaft. Mit dem Einrücken französischer Revolutionstruppen 1798 ins Gebiet der Eidgenossenschaft endete der Untertanen-Status des Tessins, und Lugano wurde für ein paar Jahre zum Hauptort des Kantons Lugano der Helvetischen Republik. 1803 kam Lugano zum Kanton Tessin, dessen Hauptort bis 1878 alle sechs Jahre zwischen Bellinzona, Locarno und Lugano wechselte.

Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Lugano, Ansicht vom See
Bucht von Lugano von Paradiso aus gesehen

1972 wurden die früheren Gemeinden Brè-Aldesago und Castagnola in die Stadt Lugano eingegliedert.

2004 fusionierten acht weitere Gemeinden mit der Stadt Lugano: Breganzona, Cureggia, Davesco-Soragno, Gandria, Pambio-Noranco, Pazzallo, Pregassona und Viganello. Dadurch vergrösserte sich sowohl die Fläche als auch die Bevölkerung von Lugano erheblich.

Am 30. September 2007 stimmten die Stimmbürger von Barbengo, Carabbia und Villa Luganese sowie von Lugano der Eingemeindung dieser drei Gemeinden zu. Die Stimmberechtigten der Gemeinde Cadro hingegen lehnten die Fusion ab, weshalb Villa Luganese zu einer Exklave der Stadt Lugano wurde. Die Eingemeindung wurde am 20. April 2008 vollzogen.

Per 14. April 2013 wurden die Gemeinden Bogno, Cadro, Carona, Certara, Cimadera, Sonvico und Val Colla mit Lugano fusioniert,[7] wodurch die Stadt rund 3'400 zusätzliche Einwohner erhielt.

Aufgrund der durch See und Berge beengten Verhältnisse im Stadtgebiet spielt sich die wirtschaftliche Entwicklung heute hauptsächlich ausserhalb der Gemeindegrenzen in der Vedeggio-Talebene ab.

Stadtquartiere[Bearbeiten]

Die Quartiere 1–9 sind die alten Stadtquartiere, die schon vor der grossen Eingemeindung von 2004 zur Stadt gehörten. Bei den Quartieren 11–18 handelt es sich um die Gebiete der 2004 mit Lugano fusionierten Gemeinden. Die Quartiere 19–21 kamen durch die Eingemeindung des Jahres 2008, die Quartiere 22–25 durch die Eingemeindung des Jahres 2013 hinzu.

Quartier Nr.  BFS-Code Einwohnerzahl Eingemeindung Quartiere von Lugano
Aldesago 1 5192001 bereits Teil von Lugano 1972
Besso 2 5192002 bereits Teil von Lugano
Brè 3 5192003 bereits Teil von Lugano 1972
Caprino 4 5192004 bereits Teil von Lugano 1972
Cassarate 5 5192005 bereits Teil von Lugano 1972
Castagnola 6 5192006 bereits Teil von Lugano 1972
Centro 7 5192007 bereits Teil von Lugano
Loreto 8 5192008 bereits Teil von Lugano
Molino Nuovo 9 5192008 bereits Teil von Lugano
Breganzona 11 5192011 4782 2004
Cureggia 12 5192012 0112 2004
Davesco-Soragno 13 5192013 1288 2004
Gandria 14 5192014 0207 2004
Pambio-Noranco 15 5192015 0570 2004
Pazzallo 16 5192016 1162 2004
Pregassona 17 5192017 7354 2004
Viganello 18 5192018 6284 2004
Barbengo 19 5192021 1559 2008
Carabbia 20 5192022 0512 2008
Villa Luganese 21 5192023 0467 2008
Cadro 22 5192024 0453 2013
Carona 23 5192025 0172 2013
Sonvico 24 5192026 1852 2013
Val Colla 25 5192027 0946 2013

Bevölkerung[Bearbeiten]

Seit den Eingemeindungen in den Jahren 2004, 2008 und 2013 zählt die Stadt Lugano ca. 63'000 Einwohner. Im ganzen Ballungsgebiet sind es rund 145'000 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Einwohner 50'408 50'877 51'132 51'411 51'608 52'033 52'606
Bevölkerungsentwicklung
Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Einwohner 53'534 54'437 55'060 54'667 55'151 56'038 62'792

Sprachen[Bearbeiten]

Amtssprache ist Italienisch. Der Tessiner Dialekt (Ticinées), eine Varietät des zum Arealtypus Norditalienisch oder Padanisch gehörenden Lombardischen, befindet sich auf dem Rückzug. Tourismus, Binnenmigration und Urbanisierung werden als Ursachen angesehen. In den Tessiner Schulen wird als erste Fremdsprache Französisch und als zweite Deutsch unterrichtet.

Die Ortsnamen im Luganese gehen oft auf keltischen Ursprung zurück (z. B. Brè für Berg, vgl. auch etwa Bregenz).

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Stand 2012[8] (in Klammern: Stand 2000):

Politik[Bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten]

3
9
9
19
18
2
19 18 
Von 60 Sitzen entfallen auf:

Die Legislative wird durch den Gemeinderat repräsentiert. Er besteht aus 60 Mitgliedern aus 6 Parteien und wird alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt (Sitzverteilung 2013–2016:[9] FDP 19, Lega 18, CVP 9, SP 9, GPS 3, SVP 2). Das rechts stehende Diagramm zeigt die momentane Sitzverteilung des Rates (Stand: April 2013).

Exekutive[Bearbeiten]

Die Exekutive ist der Stadtrat. Er besteht aus sieben Mitgliedern und wird wie der Gemeinderat alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt.

Stadträte (2013–2016): Stadtpräsident Marco Borradori (Lega), Lorenzo Quadri (Lega), Michele Foletti (Lega), Michele Bertini (FDP), Giovanna Masoni Brenni (FDP), Cristina Zanini Barzaghi (SP), Angelo Jelmini (CVP).[10]

Ortsbürgergemeinde (Patriziat)[11][Bearbeiten]

Vorstand Lugano[Bearbeiten]

  • Giorgio Foppa, Präsident

Vorstand Castagnola[Bearbeiten]

  • Andrea Ender, Präsident

Vorstand Davesco-Soragno[Bearbeiten]

  • Flavio Gianini, Präsident

Vorstand Brè[Bearbeiten]

  • Alfio Prati, Präsident

Aktive Ortsbürgerfamilien von Lugano[Bearbeiten]

  • Airoldi, Alleoni, Anastasi, Bariffi, Bellasi, Beretta, Beretta-Piccoli, Bernasconi (zwei Stämme), Bianchi, Bossi, Brentani, Camuzzi, Conti (zwei Stämme), Crivelli, De Carli, De Filippis, De Marchi, Domeniconi, Fioratti, Foppa, Gorini, Laghi, Lepori, Lurati, Luvini, Moroni-Stampa, Morosini, Peri-Morosini, Perlasca, Riva (zwei Stämme), Salmini, Snorghi, Solari, Soldini, Torricelli, Vegezzi, Viglezio

Aktive Ortsbürgerfamilien von Brè-Aldesago[Bearbeiten]

  • Aprile, Caratti, Danesi, Demarchi, Gianini, Gilardi, Malacrida, Monti, Navoni, Pedrotta, Prati, Raselli, Sabbioni, Sala, Scopazzini, Taddei, Zeppi

Ehemalige Ortsbürgerfamilien von Brè-Aldesago[Bearbeiten]

  • Gedra, Molinari, Snaghi, Talleri

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Kathedrale San Lorenzo, 875 erwähnt
Kirche Santa Maria degli Angioli
Fresco «Kreuzigung Christi»

Die Gemeinde beherbergt das Studio des Schweizer Radios der italienischen Sprache RSI und das Orchestra della Svizzera italiana, das aus dem 1935 gegründeten RSI Orchestra hervorgegangen ist. Lugano ist Sitz verschiedenster freier Theatergruppen, die sowohl in Lugano und im Tessin, als auch schweiz- und weltweit aktiv sind, u. a. Teatro Pan, Markus Zohner Theater Compagnie, Teatro Sunil, Teatro delle Radici.

International bekannt ist das seit 1979 veranstaltete Estival Jazz, das sich zur grössten Jazz-Veranstaltung in Europa entwickelt hat.

1956 fand in Lugano unter dem Titel Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea die erste Ausgabe des Eurovision Song Contest statt. Berühmt ist auch das Progetto Martha Argerich unter der Leitung der weltbekannte Pianistin.[12]

Die Schweizer Nationalphonothek (Fonoteca Nazionale Svizzera), gegründet 1987, befindet sich ebenfalls in Lugano.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist der Parco civico mit seiner üppigen südlichen Vegetation und der Villa Ciani. Westlich des Parks schliesst sich die Seepromenade an, die bis nach Paradiso führt. Die Stadt bietet einen ausgesprochen italienischen Charakter. In der Altstadt sind vor allem die Flaniermeile Via Nassa und die Piazza Riforma einen Besuch wert.

Weitere Attraktionen von Lugano sind die beiden Hausberge Monte San Salvatore und Monte Brè, von denen aus man ein schönes Panorama über die Stadt, den Luganersee und die Tessiner Berge geniesst. Beide Berge sind sowohl per Bahn als auch zu Fuss erreichbar. Am Fusse des Monte Brè liegen das Dorf Gandria und die Villa Favorita.

Kirchen
  • Kathedrale San Lorenzo. Die Kirche wird das erste Mal in Schriften aus dem Jahre 875 erwähnt. Die prachtvolle Renaissancefassade wurde 1517 abgeschlossen.[13][14]
  • Pfarrkirche Santa Maria degli Angioli. In dieser 1500 fertiggebauten Kirche findet man die schönsten Fresken der Meister der Renaissance. Die Darstellungen «Kreuzigung Christi», «Das Abendmahl» und «Die Muttergottes mit Kind» im Innern der Kirche wurden von Bernardino Luini gemalt, einem Schüler Da Vincis.[13][15]
  • Kirche San Rocco.[13][16]
  • Basilika del Sacro Cuore[13]
  • Pfarrkirche del Cristo Risorto, Architekt: Rino Tami[13]
  • Kirche Santa Maria di Loreto[13]
Das neue Kunst- und Kulturzentrum LAC vom Tessiner Architekten Ivano Gianola
Museen
Andere Gebäude

Sport[Bearbeiten]

Der Eishockeyverein HC Lugano spielt in der höchsten Eishockeyliga der Schweiz, der NLA, im Stadion La Resega. Er ist siebenfacher Schweizer Meister (1986, ’87, ’88, ’90, ’99, 2003, ’06) und damit national erfolgreichste Eishockey-Mannschaft seit Einführung der Play-Offs 1985.

Der Fussballverein FC Lugano spielt in der zweithöchsten Fussballliga der Schweiz im Stadio di Cornaredo. Er wurde drei Mal Schweizer Meister (1938, ’41 und ’49) und drei Mal Schweizer Cupsieger (1931, ’68 und ’93). Ottmar Hitzfeld spielte von 1978 bis 1980 beim FC Lugano.

Hier gibt es auch Football Club Rapid Lugano[36], Football Club Femminile Rapid Lugano[37], Football Club Trevano[38] und F. C. Os Lusiadas[39].

Lugano war einer von sechs Austragungsorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954, der UCI-Strassen-Weltmeisterschaften 1953 und der 1996.

Zwischen 1999 und 2010 fand im Tennis-Club Lido Lugano das ATP Challenger Turnier statt, das der Schweizer Stanislas Wawrinka zweimal gewann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus, Finanzen und Handel sind die Hauptpfeiler der Wirtschaft Luganos und sichern insgesamt 27'000 Arbeitsplätze. Weiter verfügt Lugano als eine von sieben Schweizer Städten über ein Casino mit A-Konzession.

Lugano ist das drittgrösste Finanzzentrum der Schweiz. Neben der 1873 gegründeten BSI SA, der ältesten Bank des Kantons Tessin, haben die Banca Arner, Banca Commerciale Lugano, Banca del Ceresio, Banca del Sempione und die Cornèr Bank ihren Sitz in Lugano. Ihren Sitz in Lugano hatte auch die einst grösste Bank des Kantons Tessin, die Banca del Gottardo. Dazu sind in Lugano neben den beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse auch zahlreiche weitere Schweizer und internationale Private-Banking-Institute mit Niederlassungen vertreten.

Daneben sind in Lugano auch die Rohstoffhandelsunternehmen Duferco, Filofibra und Interbulk Trading ansässig.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof der FLP

Lugano liegt an der Eisenbahnlinie (EuroCity, Schnellzüge, S-Bahnen) Zürich - Mailand (Gotthardbahn).

Die Stadt liegt an der Autobahn A2 (Basel – Gotthard – Lugano – Chiasso) und hat zwei Ausfahrten (Nr. 49 Lugano Nord und Nr. 50 Lugano Süd).

In und um Lugano wurden bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts vier meterspurige Strassenbahnen betrieben, nämlich die Trambahn Lugano (TLC), die Lugano–Cadro–Dino-Bahn (LCD), die Lugano–Tesserete-Bahn (LT) sowie die Lugano–Ponte Tresa-Bahn (FLP). Die ersten drei wurden später auf Busbetrieb umgestellt, die FLP hingegen schrittweise zu einer leistungsfähigen Vorortbahn ausgebaut. Für die Zukunft steht eine unterirdische Einführung in die Innenstadt (unter Aufgabe des jetzigen Endpunkts beim SBB-Bahnhof) zur Debatte.

Innerhalb der Stadt wurden die alten, meist einspurigen Tramstrecken zwischen 1954 und 1959 durch den Trolleybus Lugano ersetzt. In den 1990er-Jahren wurde der Unterhalt der Trolleybusse sowie dessen Infrastruktur zunehmend zurückgefahren. Nachdem das Bundesamt für Verkehr für Teile des Fahrzeugparks nur noch befristete Betriebsbewilligungen gewährte und diverse weitere Auflagen an den Weiterbetrieb des Netzes knüpfte, wurde der Trolleybusbetrieb am 30. Juni 2001 auf Dieselbusse umgestellt und die elektrischen Anlagen demontiert. Im Zusammenhang mit den Umbauplänen der FLP wird auch die Wiedereinführung eines Trambetriebs diskutiert.

Für den innerstädtischen Verkehr wichtig und daher stark frequentiert ist die Standseilbahn von der Piazza Cioccaro bis zum SBB-Bahnhof (2014 - 2016 wg. Modernisierung ausser Betrieb).

Westlich der Stadt liegt der Flughafen Lugano-Agno (Linienflüge nach Genf und Zürich), dessen Bahnhof durch die Linie S60 der S-Bahn Tessin mit dem Stadtzentrum verbunden ist, mit dem Auto erreicht man ihn in Richtung Ponte Tresa und über die Anhöhe von Sorengo (Abzweigung zur Collina d’Oro).

Schulen, Hochschulen[Bearbeiten]

In Lugano befindet sich die 1996 gegründete Università della Svizzera italiana mit den Fakultäten Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Informatik. Zur gleichen Universität gehört auch die Architekturakademie[40] in Mendrisio.

Das Franklin College, eine sowohl von der Schweiz als auch von den USA anerkannte private Universität, hat seinen Sitz in Lugano. Seine Schwerpunkte liegen in den Fächern Internationale Beziehungen, Wirtschaft sowie Geschichte.

Im Ballungsgebiet von Lugano, aber ausserhalb der Stadtgrenze in Manno, unterhält die ETH das nationale Hochleistungsrechenzentrum CSCS.

Mit der Facoltà di Teologia di Lugano befindet sich auch eine theologische Hochschule in Lugano. Die 1992 gegründete Theologische Fakultät Lugano ist eine Philosophisch-theologische Hochschule und dient vorwiegend der Priesterausbildung.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Das Regionalspital von Lugano (Ospedale Regionale di Lugano, ORLugano) ist aus den beiden Spitälern Ospedale Civico und Ospedale Italiano hervorgegangen.

Ferner befinden sich folgende Kliniken in der Stadt Lugano:

  • Cardiocentro Ticino (auf Herzerkrankungen spezialisierte Klinik)
  • Clinica luganese Moncucco e San Rocco (Privatklinik für akute Pathologie einschliesslich Intensivpflege)
  • Clinica Viarnetto (private Psychiatrieklinik)

Das Gesundheitswesen im Grossraum Lugano wird zudem durch folgenden Institutionen ergänzt:

  • Ars Medica Clinic (Privatklinik in Gravesano)
  • Clinica Sant’Anna (private Geburtsklinik in Sorengo)
  • Eidgenössische Rehabilitationsklinik (Klinik für Rehabilitation des Bewegungsapparates und des Rückens in Novaggio)
  • Ospedale Malcantonese (halbprivate Klinik für Allgemeinmedizin und Psychiatrie in Castelrotto)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Lugano geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Panorama von Lugano, gesehen von Lugano Paradiso

Literatur[Bearbeiten]

Geschichte

Kunstgeschichte

  • Andreas Hauser: Lugano. In: INSA, 6. Inventario Svizzero di Architettura 1850–1920. Orell Füssli, Zurigo 1991, S. 205–356.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lugano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lugano – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. luganobre.ch
  2. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. EinwohnerInnen nach Meldearten – Bundesamt für Statistik .Stadt Lugano. Stand: 1. April 2012, abgerufen am 11. Juli 2014
  4. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 548.
  5. Schuler Martin, Joye Dominique, Dessemontet Pierre; Eidgenössische Volkszählung 2000. Die Raumgliederungen der Schweiz, BFS, Neuenburg 2005.
  6. Giuseppe Chiesi: Visconti (Herzöge) im Historischen Lexikon der Schweiz
  7. Bundesamt für Statistik auf bfs.admin.ch (abgerufen am: 18. Juni 2012).
  8. Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit, 2012. Bundesamt für Statistik, 1. Januar 2012, abgerufen am 6. April 2014 (xls).
  9. Sitzverteilung der neue Stadtrat 2013–2016
  10. Verteilung der neue Stadtrat 2013–2016
  11. luganobre.ch
  12. Progetto Martha Argerich' auf ticino.ch
  13. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 295–318.
  14. Kathedrale San Lorenzo (PDF; 61 kB)
  15. Pfarrkirche Santa Maria degli Angioli (PDF; 60 kB)
  16. Kirche San Rocco (PDF; 50 kB)
  17. Museo LAC
  18. Kantonales Kunstmuseum
  19. Kantonales naturhistorisches Museum (Museo cantonale di storia naturale)
  20. Kantonales naturhistorisches Museum
  21. Biblioteca «Salita dei Frati»
  22. Friedhofszentrum
  23. Biblioteca cantonale
  24. Palazzo civico (PDF; 49 kB)
  25. Palazzo und cinema Corso (PDF; 10 kB)
  26. Palazzo Riva in Via Soave (PDF; 48 kB)
  27. Palazzo Riva di Santa Margherita, in via Pretorio
  28. Simona Martinoli: Il Palazzo Riva di Santa Margherita a Lugano: storia e architettura. In: Archivio Storico Ticinese. Nummer 153, Casagrande SA, Bellinzona 2013, S. 4–59.
  29. Palazzo Riva (PDF; 50 kB)
  30. Eliana Perotti, Simona Martinoli: Il palazzo dei marchesi Riva a Lugano. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 566). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2002, ISBN 978-3-85782-566-8.
  31. Radiotelevisione svizzera di lingua italiana
  32. Fonoteca nazionale svizzera
  33. Villa Ciani und Park
  34. Museo civico delle belle arti
  35. Villa Favorita und Park (PDF; 12 kB)
  36. Football Club Rapid Lugano
  37. Football Club Femminile Rapid Lugano
  38. Football Club Trevano
  39. F. C. Os Lusiadas
  40. Marco Marcacci: Universität der italienischen Schweiz im Historischen Lexikon der Schweiz