Luigi Bianchi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Luigi Bianchi

Luigi Bianchi (* 18. Januar 1856 in Parma; † 6. Juni 1928 in Pisa) war ein italienischer Mathematiker, der sich vor allem mit Differentialgeometrie beschäftigte.

Er studierte in Pisa bei Enrico Betti und Ulisse Dini zusammen mit seinem Freund Gregorio Ricci-Curbastro, der ebenfalls ein bedeutender Differentialgeometer werden sollte und auch ein späterer Kollege in Pisa war. 1877 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab. Nach seiner Promotion ging er an die Universitäten von München und zu Felix Klein nach Göttingen. 1881 wurde er Professor an seiner Universität in Pisa, der Scuola Normale Superiore, wo er 1890 eine volle Professur erhielt. Einer seiner Schüler war Guido Fubini.

1898 klassifizierte er die dreidimensionalen Liegruppen von Isometrien (Abstands-erhaltende Abbildungen) Riemannscher Mannigfaltigkeiten (und damit die dreidimensionalen reellen Liealgebren). Diese neun Bianchi-Gruppen spielten auch später eine Rolle in der Symmetrie-Klassifikation von kosmologischen Lösungen der Allgemeinen Relativitätstheorie. 1902 entdeckte er die Bianchi-Identitäten für den Riemannschen Krümmungstensor (die anscheinend schon Ricci 1880 entdeckte, was aber auch für ihn selbst in Vergessenheit geraten war), die ebenfalls eine Rolle in der Allgemeinen Relativitätstheorie spielen (sie drücken die Energieerhaltung aus). Bianchi beschäftigte sich auch mit Zahlentheorie.

Bianchi war seit 1887 korrespondierendes Mitglied der Accademia dei Lincei und wurde 1893 zum Vollmitglied (socio nazionale) gewählt. Er gab lange Zeit die Annali di Matematica heraus. 1924 wurde er Senator. Er war Ehrenmitglied der London Mathematical Society.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Enzo Pozzato: Bianchi, Luigi. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 10 (Biagio–Boccaccio), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1968 (italienisch).
  • Wilhelm Blaschke: Luigi Bianchi e la geometria differenziale. In: Annali della Scuola Normale Superiore di Pisa - Classe di Scienze, Ser. 3, 8 no. 1-2 (1954), S. 43-52 (online bei NUMDAM, PDF)
  • Ettore Carruccio: Artikel Luigi Bianchi in Dictionary of Scientific Biography
  • Guido Fubini: Luigi Bianchi e la sua opera scientifica, Annali di matematica, Band 6, 1928/29, S. 45-83
  • Guido Fubini: Commemorazione di Luigi Bianchi, Rendiconti della Accademia nazionale dei Lincei, Classe di scienze fisiche matematiche e naturali, Serie 6a, Band 10, 1929, S. xxxiv-xliv
  • H. Hilton Luigi Bianchi, Journal of the London Mathematical Society, Band 4, 1929, S.79–80

Weblinks[Bearbeiten]