Luino

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Luino
Wappen
Luino (Italien)
Luino
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Lokale Bezeichnung Lüin / Luvín
Koordinaten 46° 0′ N, 8° 45′ OKoordinaten: 46° 0′ 0″ N, 8° 45′ 0″ O
Höhe 202 m s.l.m.
Fläche 20,95 km²
Einwohner 14.575 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Baggiolina, Biviglione, Bonga, Casa Colombaro, Casa Demenech, Casa Donato, Casa Ferrario, Casa Ferrattina, Casa Pozzi, Cascina Pastore, Case Mirabello, Colmegna, Creva, Fornasette, Girasole, Il Gaggio, Il Valdo, La Brughiera, La Speranza, Longhirolo, Molino, Monte Bedea, Motte, Pezza, Pezzalunga, Pezze, Pianazzo, Poppino, Roggiolo, Ronchi, San Pietro, Tecco, Torretta, Trebedora, Vignone, Voldomino
Postleitzahl 21016
Vorwahl 0332
ISTAT-Nummer 012092
Volksbezeichnung luinesi
Schutzpatron Simon Petrus und Paulus von Tarsus (29. Juni)
Website comune.luino.va.it
Gemeinde Luino in der Provinz Varese

Luino ist eine italienische Gemeinde mit 14.575 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Varese, Region Lombardei. Die größte Stadt am Ostufer des Lago Maggiore ist berühmt für ihren allwöchentlich mittwochs stattfindenden Markt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt mit dem Ortsteil Fornasette direkt an der Landesgrenze zur Schweiz, beherbergt den gleichnamigen Grenzübergang, und bedeckt eine Fläche von 20,95 km². Zu Luino gehören die Fraktionen Baggiolina, Biviglione, Bonga, Casa Colombaro, Casa Demenech, Casa Donato, Casa Ferrario, Casa Ferrattina, Casa Pozzi, Cascina Pastore, Case Mirabello, Colmegna, Creva, Fornasette, Girasole, Il Gaggio, Il Valdo, La Brughiera, La Speranza, Longhirolo, Molino, Monte Bedea, Motte, Pezza, Pezzalunga, Pezze, Pianazzo, Poppino, Roggiolo, Ronchi, San Pietro, Tecco, Torretta, Trebedora, Vignone und Voldomino. Das steile Ufer des Lago Maggiore öffnet sich hier zum ersten Mal weiträumig. Der Fluss Tresa, welcher sich aus dem Luganersee (271 m ü. M.) hier in den Lago Maggiore (193 m ü. M.) ergiesst, hat ein breites Delta ausgebildet und eine offene Ebene geschaffen. Der Lago Maggiore bildet die Grenze zwischen den beiden italienischen Regionen, Lombardei und Piemont. Die Nachbargemeinden sind Agra, Brissago-Valtravaglia, Cannero Riviera (Provinz Verbano-Cusio-Ossola), Cannobio (VB), Cremenaga, Dumenza, Germignaga, Maccagno con Pino e Veddasca, Monteggio und Montegrino Valtravaglia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine römische Besiedlung ist mit Funden aus dem 3. Jahrhundert nach Christus nachgewiesen.

Im Mittelalter entwickelte sich ein Städtchen, welches für das Hinterland das regionale Zentrum war und durch die Schifffahrt eine gewisse Bedeutung erlangte. Abwechslungsweise wurde Luino von einflussreichen Familien aus Mailand oder aus Como verwaltet. 1512–1515 war es Untertanenland der Eidgenossen, welche das Gebiet während ihrer Mailandfeldzüge kurzfristig erobert hatten. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Marignano geriet es unter die Herrschaft Frankreichs. 1541 verlieh Karl V. der Stadt das Marktrecht und legte damit den Grundstein für den touristisch weit herum bekannten Wochenmarkt.

1848 versuchte Giuseppe Garibaldi mit einem Handstreich, die österreichischen Besatzer aus Luino zu vertreiben – in Erinnerung an diesen Versuch errichteten die Luinesi im Jahre 1867 ihrem Freiheitshelden das erste Denkmal auf italienischem Boden. 1861 wurde die Fremdherrschaft der Österreicher mit dem Risorgimento abgelöst und Italien schuf seinen eigenen Nationalstaat.

Die Regierung des neu gegründeten Nationalstaates bemühte sich, eine eigene Wirtschaftspolitik zu betreiben und verfolgte dieses Ziel auch mit entsprechenden Einfuhrbestimmungen und Zollvorschriften.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1751 1805 1809 1853 1861 1881 1901 1921 1931 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2004 2019
Einwohner 1200 1446 *2604 2258 2404 3023 5989 7265 9655 10693 11275 14118 15110 14883 14179 14234 14575
Luino am Lago Maggiore
Luinos Hafen

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzgänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grenzgänger sind ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor der Gemeinde Luino. Die genaue Zahl der in Luino wohnenden wird statistisch nicht erfasst. Da etwa 72.000 italienische Bürger insgesamt täglich zur Arbeit in die Schweiz pendeln, kann für Luino von 800-1.000 Grenzgängern ausgegangen werden.

Das hat positive Auswirkungen auf den Bau- und Immobiliensektor, Gastronomie oder auch die örtlichen Geschäfte. Spiegelt sich aber auch im Mietpreis, der im Schnitt, auch für Ferienwohnungen, über den anliegenden Gemeinden liegt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Veränderungen der Reisegewohnheiten (Auto, Flugzeug) ist in Luino im Vergleich zu früheren Jahren der Tourismus zurückgegangen. Mangelnde Unterbringungsmöglichkeiten in Hotels tragen dazu bei. Viele ehemalige Hotels sind im Zuge der wirtschaftlichen Veränderungen wie europäische Grenzöffnung (Luino hatte ein großes Zolllager) und Auslagerung von industrieller Produktionen in Staaten Osteuropas bankrottgegangen.

Allerdings gehört Luino wegen seiner schönen geografischen Lage zu einem starken Markt für Ferienwohnungen und -Häusern in Italien.[2] Das führt zu viel Bautätigkeit und Arbeitsplätzen in der Erhaltung und Pflege.

Auch der Tagestourismus aus der Schweiz oder dem südlichen Deutschland spielt für Restaurants und Gaststätten eine wichtige Rolle.

Wochenmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktstände in der Via Vittorio Veneto
Marktstände in der Via Vittorio Veneto

Luino veranstaltet jeden Mittwoch zwischen 06:00 und 17:00 Uhr einen Markt, der zu den größten in Europa gehört. Je nach Wetter und Jahreszeit stellen bis zu oder auch einige mehr als 400 Stände ihre Waren zum Verkauf.

Die Besucherzahl lässt sich nur schätzen, variiert je nach Wetter und Jahreszeit. Aber die Bedeutung des Wochenmarktes wird unterstrichen durch angebotene Busreisen aus der Schweiz, Deutschland, Belgien und sogar aus Holland. Die Frequenz der öffentlichen Verkehrsmittel aus der Schweiz wird erhöht und in jeder Jahreszeit Sonderbusse eingesetzt.

Erstmals veranstaltet im Jahr 1535 im Wechsel mit der Nachbargemeinde Maccagno, ging im Jahr 1541 das Marktrecht auch alleinig an Luino. Vieh, Getreide wurden angeboten und lokale Handwerker zeigten ihre Produkte.

Standgebühren, der kommunale Parkplatz am See, Strafzettel für Falschparker sind für das Gemeinde-Budget ein wichtiger Faktor. Auch hier profitiert, neben den gastronomischen Ständen auf dem Markt, die örtliche Gastronomie und damit natürlich der Arbeitsmarkt.

Da der Markt auf den drei wichtigsten Straßen veranstaltet wird und sich bis zum Bahnhof zieht verzeichnen auch Einzelhändler gesteigerte Umsätze. Die dadurch entstehende Verkehrssituation stellt für die Einwohner eine Herausforderung dar.

Ehemalige Textilindustrie in Luino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in schweizerischen Händen liegende Textilindustrie hat ab 1868 über 1000 Arbeitsplätze geschaffen. Sie belieferte mit ihren Produkten Absatzmärkte in der ganzen Welt. Das günstige Umfeld mit der sicheren Energieversorgung, Rekrutierungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte in der Region und der Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz trugen zum Erfolg dieser Entwicklung bei.

Um gute Voraussetzungen für die Ausbildung der Kinder der Kaderangestellten aus der Deutschschweiz zu schaffen, wurde 1883 die Schweizer Schule Luino gegründet

Bahnhof Luino an der 1882 in Betrieb genommenen Bahnstrecke Luino–Oleggio

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luino liegt an der Straße SP62 nach Varese. Pomte Tresa ist über die SP61 erreichbar und die SP69 verbindet mit Sesto Calende und somit auch den Flughafen Malpensa

Schiffsanleger Luino mit ankommendem Schiff
Schiffsanleger Luino mit ankommendem Schiff

Bus & Schiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luino ist mit dem Bus oder der Linien der Schifffahrt zu erreichen. Der Schiffsanlegeplatz liegt direkt am Eingang zum Markt. Die Linien dienen eher touristischen Zwecken und stellen für das tägliche Leben der Einwohner keine oder kaum eine Erleichterung dar.

Die Buslinien verbinden die umliegenden Gemeinden mit Luino, von dort wiederum führen Linien nach Varese, Lugano, Ponte Tresa und in die Magadinoebene, mit diesen Verbindungen zum Teil ebenfalls in die umliegenden Gemeinden wie Mezensana.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S30 verbindet Luino mit Bellinzona und Gallarate, von dort mit Umsteigen auch den Flughafen Malpensa.

Luino und die Gotthardbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Projekt der Gotthardbahn sah einen Anschluss an das italienische Streckennetz bei Novara vor und sollte dem Ufer des Lago Maggiore entlang führen. Aufgrund der Intervention der Eidgenossenschaft, zusammen mit der Metropole Mailand, wurde in der Folge der Ceneri-Variante der Vorzug gegeben und die Strecke im Juni 1882 in Mailand eröffnet. Die Variante über Luino wurde ebenfalls gebaut und im gleichen Jahr nur sechs Monate später eingeweiht. Das imposante Bahnhofgebäude, errichtet nach den Plänen von Giovanni Faini und die großzügigen Geleiseanlagen erinnern noch heute daran, dass hier einst die internationale Strecke Berlin – Genua geplant war. Von 1885 bis 1950 verband eine Schmalspurbahn Luino mit Lavena Ponte Tresa mit einer Fortsetzung von Ponte Tresa nach Lugano.

Entwicklungen im Laufe der Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1906 wurde die Simplonlinie in Betrieb genommen und der Grenzbahnhof Luino verlor damit an Bedeutung. Die Schließung der Bahnverbindung während des Ersten Weltkrieges leitete den Niedergang der prosperierenden Gemeinde ein. Luino erlangte, obwohl sich die Ortschaft in Italien befindet, dank der Eisenbahnverbindung von Giubiasco an der Gotthardbahn schweizweite Bekanntheit. Von 1885 bis 1950 (elektrifiziert 1918) verband eine Schmalspurbahn Luino mit Ponte Tresa am Luganersee.

Autobahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächsten Anschlüsse an den Straßenfernverkehr sind:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sakrale Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo mit 4 Fresken (Evangelisten) des Malers Raffaele Casnedi aus Runo
  • Oratorium San Pietro erbaut 12. Jahrhundert beim Friedhof mit Fresken (15. Jahrhundert) und Fresko Adorazione dei Magi der Schule von Bernardino Luini; in der Apsis Gemälde Madonna col Bambino, san Giovanni Battista e san Francesco d’Assisi (1647) aus der Kirche Madonna del Carmine
  • Kirche San Giuseppe, Architekt Carlo Felice Soave (1749–1803) aus Lugano, mit Orgel (1683) restauriert von Vincenzo Mascioni aus Cuvio
  • Wallfahrtskirche Santa Maria del Carmine mit Fresken (15. – 16. Jahrhundert) und Orgel (1857) von Francesco Carnisi
  • Kirche Santa Maria Assunta
  • Pfarrkirche Unserer Lieben Frau von Lourdes in der Fraktion Creva
  • Kirche Santa Caterina bei der Fraktion Colmegna

Zivile Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Palazzo Verbania noch als Kursaal
Der Palazzo Verbania noch als Kursaal
  • Palast Crivelli Serbelloni, Architekt Carlo Felice Soave
  • Denkmal mit Statue von Giuseppe Garibaldi des Bildhauers Alessandro Puttinati (1867)
  • Palazzo Verbania, aufwändig restauriertes ehemaliges Hotel und Kursaal am See, das jetzt als Kulturzentrum und Sitz des Touristenbüros dient.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanderweg Variante 3V – Via Verde Varesina

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luino pflegt eine Partnerschaft mit der südfranzösischen Stadt Sanary-sur-Mer.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Luino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Luino (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it/luoghi
  • Luino (italienisch) auf tuttitalia.it/lombardia
  • Luino (italienisch) auf comuni-italiani.it
  • Luino (italienisch) auf lombardia.indettaglio.it/ita/comuni/va
  • Luino auf de.lagomaggiore.net, abgerufen 25. November 2015
  • Luino auf der Plattform ETHorama

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]