Luino

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Luino
Wappen
Luino (Italien)
Luino
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Lokale Bezeichnung Lüin / Luvín
Koordinaten 46° 0′ N, 8° 45′ OKoordinaten: 46° 0′ 0″ N, 8° 45′ 0″ O
Höhe 202 m s.l.m.
Fläche 20,95 km²
Einwohner 14.454 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 690 Einw./km²
Stadtviertel Baggiolina, Biviglione, Bonga, Casa Colombaro, Casa Demenech, Casa Donato, Casa Ferrario, Casa Ferrattina, Casa Pozzi, Cascina Pastore, Case Mirabello, Colmegna, Creva, Fornasette, Girasole, Il Gaggio, Il Valdo, La Brughiera, La Speranza, Longhirolo, Molino, Monte Bedea, Motte, Pezza, Pezzalunga, Pezze, Pianazzo, Poppino, Roggiolo, Ronchi, San Pietro, Tecco, Torretta, Trebedora, Vignone, Voldomino
Angrenzende Gemeinden Agra, Brissago-Valtravaglia, Cannero Riviera (Provinz Verbano-Cusio-Ossola), Cannobio (VB), Cremenaga, Dumenza, Germignaga, Maccagno con Pino e Veddasca, Monteggio, Montegrino Valtravaglia
Postleitzahl 21016
Vorwahl 0332
ISTAT-Nummer 012092
Volksbezeichnung luinesi
Schutzpatron Simon Petrus und Paulus von Tarsus (29. Juni)
Website Luino
Gemeinde Luino in der Provinz Varese

Luino ist eine Gemeinde in der Provinz Varese in der Region Lombardei. Die größte Stadt am Ostufer des Lago Maggiore ist berühmt für ihren allwöchentlich mittwochs stattfindenden Markt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt ungefähr 15 km südlich der Landesgrenze zur Schweiz und bedeckt eine Fläche von 20,95 km². Zu Luino gehören die Fraktionen Baggiolina, Biviglione, Bonga, Casa Colombaro, Casa Demenech, Casa Donato, Casa Ferrario, Casa Ferrattina, Casa Pozzi, Cascina Pastore, Case Mirabello, Colmegna, Creva, Fornasette, Girasole, Il Gaggio, Il Valdo, La Brughiera, La Speranza, Longhirolo, Molino, Monte Bedea, Motte, Pezza, Pezzalunga, Pezze, Pianazzo, Poppino, Roggiolo, Ronchi, San Pietro, Tecco, Torretta, Trebedora, Vignone und Voldomino. Das steile Ufer des Lago Maggiore öffnet sich hier zum ersten Mal weiträumig. Der Fluss Tresa, welcher sich aus dem Luganersee (271 m ü. M.) hier in den Lago Maggiore (193 m ü. M.) ergiesst, hat ein breites Delta ausgebildet und eine offene Ebene geschaffen.  Der Lago Maggiore bildet die Grenze zwischen den beiden italienischen Regionen, Lombardei und Piemont. Die Nachbargemeinden sind Agra, Brissago-Valtravaglia, Cannero Riviera (Provinz Verbano-Cusio-Ossola), Cannobio (VB), Cremenaga, Dumenza, Germignaga, Maccagno con Pino e Veddasca, Monteggio und Montegrino Valtravaglia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine römische Besiedlung ist mit Funden aus dem 3. Jahrhundert nach Christus nachgewiesen.

Im Mittelalter entwickelte sich hier ein historisches Städtchen, welches für das Hinterland das regionale Zentrum war und durch die Schifffahrt eine gewisse Bedeutung erlangte. Abwechslungsweise wurde Luino von einflussreichen Familien aus Mailand oder aus Como verwaltet. 1512–1515 war es Untertanenland der Eidgenossen, welche das Gebiet während ihrer Mailandfeldzüge kurzfristig erobert hatten. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Marignano geriet es unter die Herrschaft Frankreichs. 1541 verlieh Karl V. der Stadt das Marktrecht und legte damit den Grundstein für den touristisch weit herum bekannten Wochenmarkt.

1848 versuchte Garibaldi mit einem Handstreich, die österreichischen Besatzer aus Luino zu vertreiben – in Erinnerung an diesen Versuch errichteten die Luinesi im Jahre 1867 ihrem Freiheitshelden das erste Denkmal auf italienischem Boden. 1861 wurde die Fremdherrschaft der Oesterreicher mit dem Risorgimento abgelöst und Italien schuf seinen eigenen Nationalstaat.

Die Regierung des neu gegründeten Nationalstaates bemühte sich, eine eigene Wirtschaftspolitik zu betreiben und verfolgte dieses Ziel auch mit entsprechenden Einfuhrbestimmungen und Zollvorschriften.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1751 1805 1809 1853 1861 1881 1901 1921 1931 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2004 2011 2016 2017 2018
Einwohner 1200 1446 *2604 2258 2404 3023 5989 7265 9655 10693 11275 14118 15110 14883 14179 14234 14276 14664 14472 14454
Luino am Lago Maggiore
Luinos Hafen

Textilindustrie in Luino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in schweizerischen Händen liegende Textilindustrie hat ab 1868 über 1000 Arbeitsplätze geschaffen. Sie belieferte mit ihren Produkten Absatzmärkte auf der ganzen Welt. Das günstige Umfeld mit der sicheren Energieversorgung, Rekrutierungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte in der ganzen Region und der Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz trugen zum Erfolg dieser Entwicklung bei.

Um gute Voraussetzungen für die Ausbildung der Kinder der Kaderangestellten aus der deutschen Schweiz zu schaffen, wurde 1883 die Schweizer Schule Luino gegründet

Bahnhof Luino an der 1882 in Betrieb genommenen Bahnstrecke Luino–Oleggio

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luino und die Gotthardbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Projekt der Gotthardbahn sah einen Anschluss an das italienische Streckennetz bei Novara vor und sollte dem Ufer des Lago Maggiore entlang führen. Aufgrund der Intervention der Eidgenossenschaft, zusammen mit der Metropole Mailand, wurde in der Folge der Ceneri-Variante der Vorzug gegeben und die Strecke im Juni 1882 in Mailand eröffnet. Die Variante über Luino wurde ebenfalls gebaut und im gleichen Jahr nur 6 Monate später eingeweiht. Das imposante Bahnhofgebäude, errichtet nach den Plänen von Giovanni Faini und die grosszügigen Geleiseanlagen erinnern noch heute daran, dass hier einst die internationale Strecke Berlin – Genua geplant war. Von 1885 bis 1950 verband eine Schmalspurbahn Luino mit Lavena Ponte Tresa mit einer Fortsetzung von Ponte Tresa nach Lugano.

Entwicklungen im Laufe der Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1906 wurde die Simplonlinie in Betrieb genommen und der Grenzbahnhof Luino verlor damit an Bedeutung. Die  Schliessung der Bahnverbindung während des 1. Weltkrieges leitete den Niedergang der prosperierenden Gemeinde ein. Luino erlangte, obwohl sich die Ortschaft in Italien befindet, dank der Eisenbahnverbindung von Giubiasco an der Gotthardbahn schweizweite Bekanntheit. Von 1885 bis 1950 (elektrifiziert 1918) verband eine Schmalspurbahn Luino mit Ponte Tresa am Luganersee.

Autobahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächsten Anschlüsse an den Straßenfernverkehr sind:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sakrale Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo mit 4 Fresken (Evangelisten) des Malers Raffaele Casnedi aus Runo
  • Oratorium San Pietro erbaut 12. Jahrhundert beim Friedhof mit Fresken (15. Jahrhundert) und Fresko Adorazione dei Magi der Schule von Bernardino Luini; im Apsys Gemälde Madonna col Bambino, san Giovanni Battista e san Francesco d’Assisi (1647) aus der Kirche Madonna del Carmine
  • Kirche San Giuseppe, Architekt Carlo Felice Soave (1749–1803) aus Lugano, mit Orgel (1683) restauriert von Vincenzo Mascioni aus Cuvio
  • Wallfahrtskirche Santa Maria del Carmine mit Fresken (15. –16. Jahrhundert) und Orgel (1857) von Francesco Carnisi
  • Kirche Santa Maria Assunta
  • Pfarrkirche Unserer Lieben Frau von Lourdes bei Fraktion Creva
  • Kirche Santa Caterina bei der Fraktion Colmegna

Zivile Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palast Crivelli Serbelloni, Architekt Carlo Felice Soave
  • Denkmal mit Statue von Giuseppe Garibaldi des Bildhauers Alessandro Puttinati (1867)

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanderweg Variante 3V – Via Verde Varesina

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luino pflegt eine Partnerschaft mit der südfranzösischen Stadt Sanary-sur-Mer.

Piero Chiara und Paolo Nuzzi
Vittorio Sereni
Dario Fo
Sarah Maestri

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierangelo Frigerio: Luino, Un secolo 1885–1985. Banca Populäre di Luino e di Varese 1985.
  • Nathalie Tami: Luino. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2009.
  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 218, 219.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Luino Online auf italienisch

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Dario Fo è morto, aveva 90 anni. Milano dà l’addio al premio Nobel per la Letteratura. Il Giorno, abgerufen am 13. Oktober 2016 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Comune Luino
  • Luino (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it/luoghi
  • Luino (italienisch) auf tuttitalia.it/lombardia
  • Luino (italienisch) auf comuni-italiani.it
  • Luino (italienisch) auf lombardia.indettaglio.it/ita/comuni/va
  • Luino auf de.lagomaggiore.net, abgerufen 25. November 2015
  • Luino auf der Plattform ETHorama