Luise Elisabeth von Kurland

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Luise Elisabeth von Kurland (* 12. August 1646 in Mitau; † 16. Dezember 1690 in Weferlingen) war eine Prinzessin von Kurland aus der Familie Ketteler und durch Heirat Landgräfin von Hessen-Homburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luise Elisabeth war eine Tochter des Herzogs Jakob von Kurland (1610–1662) aus dessen Ehe mit Luise Charlotte (1617–1676), älteste Tochter des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg.

Am 23. Oktober 1670 heiratete sie in Cölln den nachmaligen Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg, den berühmten Prinzen von Homburg, der sie zärtlich „meine Engelsdicke“ nannte.[1] Aus Gründen der Eheschließung war Friedrich zum reformierten Glauben übergetreten. Der Glaubensübertritt brachte ihn in nähere Beziehungen zu den ebenfalls reformierten fürstlichen Häusern in Brandenburg und Hessen-Kassel, wo Luise Elisabeths Schwester Amalia seit 1673 Landgräfin war. Luise Elisabeth war eine Nichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, wodurch Friedrich in preußische Dienste trat und bald Kommandant sämtlicher Truppen des Kurstaates wurde.

Die reformierte Luise Elisabeth spielte eine wesentliche Rolle bei der Ansiedlung vertriebenener Hugenotten und Waldenser in Friedrichsdorf und Dornholzhausen sowie bei der Formung der reformierten Gemeinden in Weferlingen und Homburg.

Heute trägt die Bad Homburger Louisenstraße ihren Namen.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

⚭ 1700 Prinzessin Elisabeth Dorothea von Hessen-Darmstadt (1676–1721)
⚭ 1728 Prinzessin Christiane Charlotte von Nassau-Ottweiler (1685–1761)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Aust u. a.: Fontane, Kleist und Hölderlin S. 12 f.
  • Konstanze Grutschnig-Kieser: Der Geistliche Würtz S. 224
  • Jürgen Rainer Wolf: Die kurländische Erbschaft. Landgräfin Louise Elisabeth und die gescheiterten Hoffnungen des Hauses Hessen-Homburg, Bad Homburg vor der Höhe, 1988
  • Ulrich Schoenborn: Mit Herz und Verstand: Biographie und Lebenswelt der Töchter Herzog Jakobs von Kurland in Hessen-Homburg, Herford und Hessen-Kassel. Kovač, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-4667-7 (nicht ausgewertet).

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 1: Die Grafschaft Ruppin. Aufbau Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-351-02141-0, S. 425.