Luisenburg-Festspiele

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Haupteingang zur Freilichtbühne

Die Luisenburg-Festspiele sind Theaterfestspiele im ältesten Freilichttheater Deutschlands. Sie finden alljährlich vor der Felsenkulisse des größten Felsenlabyrinths Europas nahe der Stadt Wunsiedel im Fichtelgebirge statt, die auch Veranstalter der Festspiele ist.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau des Musicals "Blues Brothers - Im Namen des Herren" auf der Bühne der Luisenburg Festspiele.
Blick über den alten Theaterplatz
Zuschauerraum vor dem Umbau 1970
Luisenburgfestspiele- Bühnenhaus nach dem großen Umbau 2010–2013

Nach der Überlieferung von 1665 feierten die Wunsiedler Lateinschüler ihr Sommerfest, das Margarethenfest oder Beersingen vor dem Felsenlabyrinth, wo auf einer großen Felsplatte selbst verfasste Stücke aufgeführt wurden. Im Anschluss daran gab es „allerlei Spiel und zulässige Kurzweil“. Der Höhepunkt der Schüleraufführungen lag um 1760, wobei Szenen des Alltagslebens oft derb und deutlich dargeboten wurden und „das Vehikel allgemeinen Jubels waren“. 1771 schaffte sie die Schulleitung ab. Zwischen 1790 und 1805 führten dann Wunsiedler Honoratioren Singspiele und Operetten auf, wobei es nun standesbewusster zuging. 1804 wurde das heutige Festspielgelände geschaffen.

Wegen der guten Akustik fanden auch fast jedes Jahr Sängerfeste und andere Vereinsfeste statt. 1805 erhielt die Spielstätte zu Ehren der preußischen Königin Luise ihren heutigen Namen. Zum 100-jährigen Jubiläum der Erschließung der Luisenburg verfasste Reallehrer Ludwig Hacker aus Wunsiedel das Festspiel Die Losburg, das am 20. Juli 1890 zur Aufführung gelangte und Bilder aus der Geschichte und Sage des Berges zum Inhalt hatte. Mit Unterbrechungen wurde das Heimatfestspiel in den nachfolgenden Jahrzehnten wiederholt, wobei Wunsiedler Bürger und Schüler als Schauspieler agierten. 1914 inszenierte man erstmals klassische Stücke mit Berufsschauspielern. Seitdem haben fast sieben Millionen Zuschauer die über 6500 Vorstellungen besucht.

Festspiele heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Umbauten 1912 und 1970 wurde die Spielstätte deutlich erweitert. Mit der Spielzeit 2013 wurde ein 15 Millionen Euro teuerer Neu- und Umbau der Betriebsräume eingeweiht. So können nun fast 1900 Zuschauer die Aufführungen besuchen. Zu allen Veranstaltungen kamen im Sommer 2005 mehr als 137.000, im Sommer 2006 mehr als 136.000 Besucher auf die Naturbühne.

Die Spielzeit 2011 gilt mit 151.239 Besuchern bei einer Auslastung von fast 100 % als bisher erfolgreichste überhaupt und als Spitzenreiter bei den deutschen Freilichtbühnen. In den nächsten Jahren besuchten meist ungefähr 120.000 Besucher (2012, 2013, 2014) die Festspiele, 2015, die 125. Spielzeit, waren es 141.000. 2016 wurden bereits vor der Eröffnung am 24. Juni über 120.000 Karten verkauft.

Der Spielplan besteht alljährlich aus einem Volksstück, einem klassischen Stück und seit dem Beginn der Intendanz Michael Lerchenbergs 2004 einem Musical (früher ein zeitgenössisches Stück). Die Musicals entwickelten sich zu wahren Kassenschlagern, so musste bereits das erste Musical Anatevka (2004) im Folgejahr wiederholt werden. Später folgten u.a. Kiss me Kate (2006), Der Watzmann ruft (2008) (mit Wolfgang Ambros), The Rocky Horror Picture Show (2010), eine Musical Adaption des Filmklassikers Blues Brothers (2011 und 2012) und Cabaret (2015). 2016 steht Cats auf dem Spielplan, das schon kurz nach Beginn des Vorverkaufs fast komplett ausverkauft war.

Auch die Volksstücke haben ihren festen Platz im Programm und sind sehr beliebt. Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben beispielsweise wurde viele Male auf der Luisenburg aufgeführt, erstmals 1967 (noch in der Bearbeitung von Josef-Maria Lutz) mit Beppo Brem als Brandner, dann 1982/83 u.a. mit Toni Berger, 1998 unter der Regie von Heinz Trixner und 2009/2010 mit Michael Lerchenberg als Boandlkramer. Aufgrund des durchschlagenden Erfolgs von 2009 und 2010 wurde die Erfolgsinzenierung als "Geschenk" für die treuen Luisenburg-Zuschauer 2015 zur 125 Jahre Jubiläumssaison erneut in den Spielplan aufgenommen und war wieder annähernd ausverkauft. Weitere Volksstücke der Intendanz Lerchenbergs waren "Die Geierwally" (2005), "Zwölfeläuten" (2008) "Der Holledauer Schimmel" (2011), "Wast Wohin?" (2012) und "Die Fahnenweihe" (2013). 2016 wird "Der verkaufte Großvater" aufgeführt. Michael Altmann übernimmt hier die Hauptrolle.

Bei den klassischen Stücken wurde der Sommernachtstraum von William Shakespeare besonders oft gespielt, erstmals stand das Stück 1914 auf dem Spielplan und wurde seitdem aufgrund der inhaltlichen Parallelen zur Geschichte der Luisenburg über 5 weitere Male dargeboten, zuletzt in der Jubiläumsspielzeit 2015. Auch andere klassische Stücke wie "Nathan der Weise", "Faust", "Hamlet", "Romeo und Julia" oder "Iphigenie auf Tauris" wurden im Laufe der Jahre auf der Luisenburg aufgeführt.

Wunsiedel gehört zu den Zehn Deutschen Festspielorten.

Intendanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felsenlabyrinth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar an die Felsenbühne grenzt das Felsenlabyrinth. Eine Hanglage mit Felsen und Bewuchs bildet auch einen Teil der Kulisse.

Nachwuchspreisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2016 der REHAU AG: Marc Schöttner

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2016 der Festspielstadt Wunsiedel: Fabian-Joubert Gallmeister

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2015 der REHAU AG: Lukas Schrenk

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2015 der Festspielstadt Wunsiedel: Katherina Sattler

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2014 der REHAU AG: William Danne

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2014 der Festspielstadt Wunsiedel: Pirmin Sedlmeier

Luisenburg-Nachwuchspreisträgerin 2013 der REHAU AG: Simone Bartzick

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2013 der Festspielstadt Wunsiedel: Sebastian M. Winkler

Luisenburg-Nachwuchspreisträger 2012 der REHAU AG: Moritz Katzmair

Luisenburg-Nachwuchspreisträgerin 2012 der Festspielstadt Wunsiedel: Hanna Plaß

Luisenburg-Nachwuchspreisträger der REHAU AG 2011: Andreas Birkner

Luisenburg-Nachwuchspreisträgerin der Festspielstadt Wunsiedel 2011: Ina Meling

Preisträger REHAU-Nachwuchspreis 2010: Johann Anzenberger

Preisträger Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2010: Caroline Hetényi

Preisträger Rosenthal-Nachwuchspreis 2009: Bastian Semm

Preisträger Nachwuchspreis Festspielstadt Wunsiedel 2009: Barbara Macheiner

Preisträger Rosenthal-Nachwuchspreis 2008: Konstantin Bühler

Preisträger Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2008: Matthias Lehmann

Preisträger Rosenthal-Nachwuchspreis 2007: Elli Wissmüller

Preisträger Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2007: Sebastian König

Preisträger Rosenthal-Nachwuchspreis 2006: Julia Eder

Preisträger Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2006:Stefan Murr

Preisträger Rosenthal-Nachwuchspreis 2005: Jessica Higgins

Preisträger Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2005: Michael Pascher

Preisträger Rosenthal-Nachwuchspreis 2004: Barbara Lucia Bauer

Preisträger Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2004: Barbara Romaner

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum. Offizielle Website der Luisenburg-Festspiele, abgerufen am 22. November 2013.

Koordinaten: 50° 0′ 41,8″ N, 11° 59′ 29″ O