Luisenhof (Dresden)

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Luisenhof, 2008

Der Luisenhof ist ein bekanntes Restaurant in Dresden. Er befindet sich in Loschwitz auf der Bergbahnstraße an der Bergstation der Dresdner Standseilbahn. Durch den Standort an den oberen Elbhängen wird der Luisenhof auch als „Balkon Dresdens“ bezeichnet.

Der Name Luisenhof geht zurück auf die ehemalige sächsische Kronprinzessin Luise von Toskana, die um die Jahrhundertwende in Dresden lebte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terrasse des Luisenhofs, 1958
Standseilbahn mit Luisenhof, um 1960

Der Luisenhof wurde nach Plänen des Architekten Reuter durch die Fa. Friebel & Großmann erbaut und in den ersten Jahren bewirtschaftet. Die Aussichtsgaststätte wurde etwa zeitgleich mit der Dresdner Standseilbahn am 25. September 1895 eröffnet. Bis 1914 erfolgte an der Ostseite der Anbau eines großen Musikpavillons, wodurch die Aussicht stark eingeschränkt wurde. Im Jahr 1920 übernahm Carl-Otto Voigt mit seiner Familie durch den Ankauf des vorherigen Besitzers Friedrich August Reck die Leitung des Hotels. Zwischen 1920 und 1925 wurde der „Lindengarten“ an der Elbseite verglast. Dabei ging es dem Restaurant darum, auch bei schlechtem Wetter Gäste empfangen zu können.

Am 6. April 1928 eröffneten die großzügig erweiterten Gasträume. Es konnten etwa viermal mehr Personen untergebracht werden; der Umsatz verdoppelte sich. Die Stadtrundfahrten nahmen den Luisenhof in ihr Besichtigungsprogramm auf. Allerdings musste dafür der Musikpavillon im Lindengarten abgerissen werden.

1930 erfolgte ein weiterer großer Umbau, bei dem vor allem logistische Erneuerungen vorgenommen wurden. Dabei erhielt das Gebäude eine zweigeschossige unterirdische Großgarage und eine Tankstelle mit zwei Zapfsäulen. Im Jahr 1935 wurden weitere Verglasungen zum Wind- und Wetterschutz durchgeführt.

Am 8. Mai 1945 wurde die Gaststätte geschlossen, konnte aber bereits am 1. Juni 1945 wiedereröffnen. Im nächsten Jahr übernahm die Sächsische Hotel- und Gaststätten GmbH den Betrieb.

Bei einem durch glimmende Tabakreste verursachten Brand wurden die Räumlichkeiten beschädigt, zudem kam ein Familienmitglied der ehemaligen Restaurantinhaber ums Leben. Infolgedessen schloss der Betrieb bis zum April 1957.

Zwischen 1975 und 1990 war die Handelsorganisation Gaststätten (HOG) Dresden im Besitz des Betriebes. Danach gelangte er wieder zurück an Hans-Otto Voigt. Im Jahr 1997 wurde das Gebäude saniert und umgebaut. Im August 1999 erfolgte die Wiedereröffnung des Luisenhofs.

Seit dem 9. Mai 2002 betrieb Familie Armin Schumann das Gasthaus. Am 5. März 2006 wurde der Luisenhof als Topausbildungsbetrieb Deutschlands für Köche geehrt.

Am 15. Dezember 2014 wurde das Gebäude des Luisenhofs für 1,8 Mill. Euro zwangsversteigert. Neuer Eigentümer ist die Aachener Firma Patria-Casa Vermögensverwaltung. Der Pachtvertrag der Gaststätte lief bis 2017.[1]

Am 25. Februar 2015 gab Armin Schumann bekannt, dass Familie Schumann den Betrieb des Luisenhofs wegen „überzogener Pachtforderung“ (Erhöhung der Pacht um 5.000 auf 19.000 Euro pro Monat) des neuen Eigentümers zum 30. Juni 2015 aufgibt.[2]

Seit Juni 2017 wird die Terrasse des Luisenhofes saisonal unter dem Namen "Inges Weinterrasse" von Mathieu Caziot und Nick Murphy bewirtschaftet. Für die Innenräume ist seit November 2016 ein Bauantrag für den Umbau in eine verkleinerte Gaststätte und sechs Mietwohnungen eingereicht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Café-Restaurant Luisenhof GmbH (Hrsg.): Luisenhof – Auf dem Balkon von Dresden – 110 Jahre Restaurantgeschichte, Dresden 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luisenhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Weller: Luisenhof für 1,8 Millionen Euro zwangsversteigert Sächsische Zeitung vom 16. Dezember 2014, abgerufen am 12. Juni 2017
  2. Schumann´s Luisenhof ab 1. Juli 2015 für immer geschlossen, abgerufen am 3. April 2015.

Koordinaten: 51° 3′ 30″ N, 13° 49′ 6″ O