Luisenthal (Völklingen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Luisenthal
Mittelstadt Völklingen
Koordinaten: 49° 14′ 57″ N, 6° 54′ 14″ O
Höhe: 177–210 m
Einwohner: 1764 (31. Dez. 2021)[1]
Postleitzahl: 66333
Vorwahl: 06898
Luisenthal (Saarland)

Lage von Luisenthal im Saarland

Blick vom Bahnhof auf die Grube Luisenthal

Luisenthal ist ein Ortsteil der Stadt Völklingen im Regionalverband Saarbrücken.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luisenthal liegt im Saartal östlich von Völklingen an der B 51 zwischen der Innenstadt und der Landeshauptstadt Saarbrücken. Durch den Ort verläuft auch die Bahnstrecke Saarbrücken–Trier, an der der Bahnhof Luisenthal (Saar) gelegen ist. Bis heute ist der Ortsteil geprägt vom Bergbau und seinen Hinterlassenschaften wie etwa Industriebrachen und Halden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1717 gründete eine wohlhabende Familie einen Hof östlich von Völklingen und benannte ihn nach der Tochter Louise dann "Louisenthal". 1833 gab es dann drei Häuser: die Frommersbacher Mühle und zwei Wohnhäuser. 1836 waren es bereits sechs Häuser, der Ortsteil erhielt den neuen Namen Obervölklingen. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden mehrere Stollen angehauen. Durch das Wachstum der neuen Bergwerke siedelten sich viele Bergarbeiter im Stadtteil an. 1857 entstand außerdem eine Glashütte nahe dem ein Jahr später eröffneten Bahnhof, die allerdings 1872 den Betrieb wieder einstellte. 1899 entstand dann die Grube Luisenthal. Schacht Richard I wurde in der Nähe des Bahnhofs abgeteuft. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Bevölkerung durch den Bergbau stark an.

Während des Völkerbund-Mandats über das Saargebiet (1920–1935) bestand in Luisenthal eine Domanialschule.[2]

1957 erhielt der Ort dann den alten Namen "Luisenthal" offiziell wieder zurück. 1961 zählte der Ortsteil 3116 Einwohner. Am 7. Februar 1962 macht Luisenthal wegen eines schweren Grubenunglücks bundesweit Schlagzeilen. Bei einer Schlagwetterexplosion und mehreren Kohlenstaubexplosionen in der Grube Luisenthal starben 299 Bergleute.[3][4]

1974 sollte Luisenthal im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland an Saarbrücken angegliedert werden, eine Befragung der Bevölkerung ergab jedoch mit 98,6 % eine überwältigende Mehrheit für den Verbleib bei Völklingen.[5]

1995 wurde die Kohleförderung in Luisenthal eingestellt, 2006 dann die Zeche stillgelegt.[5] Seither nimmt die Wohnbevölkerung stetig ab. 2011 lebten noch 1693 Menschen im Stadtteil.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist die Schweißdraht Luisenthal GmbH, die der Saarstahl-Gruppe zugehörig ist, einer der größten Arbeitgeber im Stadtteil.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Luisenthal (Völklingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Völklingen: Stadtportrait, Statistik & Geschichte. 31. Dezember 2021, abgerufen am 27. Januar 2022.
  2. Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«. Die französischen Domanialschulen in der Völkerbundszeit (Memento des Originals vom 4. September 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/files.melusine-literatur.org, Vortragsmanuskript vom 22. Juni 1993
  3. Christoph Gunkel: Feuerhölle in 600 Metern Tiefe. In: Spiegel. Rudolf Augstein, 6. Februar 2012, abgerufen am 13. Mai 2018.
  4. 299 Tote unter Tage: Die Hölle von Luisenthal, Saarbrücker Zeitung, 6. Februar 2022, abgerufen am 7. Februar 2022
  5. a b Geschichte Luisenthals, völklingen-im-wandel.de