Luiz Gustavo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Luiz Gustavo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Luiz Gustavo
Luis Gustavo Dias.jpg
im Trikot der Nationalmannschaft (2013)
Spielerinformationen
Name Luiz Gustavo Dias
Geburtstag 23. Juli 1987
Geburtsort PindamonhangabaBrasilien
Größe 187 cm
Position Defensives Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
0000–2006 Universal FC Rio Largo
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2007
2007
2007–2010
2011–2013
2013–2017
2017–
SC Corinthians Alagoano
CR Brasil (Leihe)
TSG 1899 Hoffenheim
FC Bayern München
VfL Wolfsburg
Olympique Marseille
21 (2)
14 (1)
99 (2)
64 (6)
109 (7)
0 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2011– Brasilien 39 (2)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 4. Juli 2017

2 Stand: 30. Mai 2016

Luiz Gustavo 2014

Luiz Gustavo Dias (* 23. Juli 1987 in Pindamonhangaba) ist ein brasilianischer Fußballspieler, der seit 2016 auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.[1] Er steht nach zehn Jahren in Deutschland ab Sommer 2017 beim französischen Erstligisten Olympique Marseille unter Vertrag. Bevorzugt spielt er im defensiven Mittelfeld, aufgrund seiner Flexibilität ist er jedoch auch als linker Verteidiger und Innenverteidiger einsetzbar.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Jugend spielte Luiz Gustavo beim Universal FC Rio Largo, bis er im Januar 2007 zum SC Corinthians Alagoano, einem unterklassigen Verein aus Maceió, der Hauptstadt des nordöstlichen brasilianischen Bundesstaates Alagoas, wechselte. Bereits im Mai 2007 wurde er für zwei Monate an den brasilianischen Zweitligisten Clube de Regatas Brasil ausgeliehen.

TSG 1899 Hoffenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar nach dem Ablauf der Leihfrist wurde Luiz Gustavo zum Beginn der Saison 2007/08 an den deutschen Zweitligisten TSG 1899 Hoffenheim weiter verliehen. Für die TSG debütierte er am 16. September 2007 (5. Spieltag) beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück, als er in der 65. Minute für Dragan Paljic eingewechselt wurde. Am 1. April 2008 nahm die TSG 1899 Hoffenheim eine im Leihvertrag enthaltene Kaufoption wahr, woraufhin Luiz Gustavo einen Dreijahresvertrag erhielt.

Nach seiner ersten Saison in Deutschland stieg er mit dem Team als Tabellenzweiter in die Bundesliga auf. In dieser gab er am 16. August 2008 (1. Spieltag) beim 3:0-Sieg im Auswärtsspiel gegen den FC Energie Cottbus sein Debüt. Für einen Negativrekord sorgte Luiz Gustavo, als er – saisonübergreifend mit der Saison 2008/09 und 2009/10 – vier Platzverweise (davon drei Gelb-Rote Karten) und 15 Gelbe Karten erhielt.[2] Sein erstes Tor (mit dem er der 3000. Torschütze in der Bundesligageschichte wurde) erzielte er am 18. September 2010 (4. Spieltag) beim 2:2-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 in der 39. Minute. Große Aufmerksamkeit erlangte sein Transfer im Januar 2011 zum FC Bayern München, da er ohne das Wissen des Hoffenheimer Trainers Ralf Rangnick erfolgte. Rangnick und der Verein trennten sich innerhalb weniger Tage nach Bekanntwerden des Transfers.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Januar 2011 (18. Spieltag) gab Luiz Gustavo beim 1:1-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den VfL Wolfsburg sein Debüt für den FC Bayern München, als er in der 69. Minute für Anatolij Tymoschtschuk eingewechselt wurde. Sein Startelfdebüt absolvierte er am Spieltag darauf gegen den 1. FC Kaiserslautern neben Mark van Bommel im zentralen Mittelfeld. Sein Debüt in der Champions League gab er am 23. Februar 2011 beim 1:0-Sieg bei Inter Mailand. Am 26. Februar 2011 (24. Spieltag) gelang ihm mit dem zwischenzeitlichen 1:1 bei der 1:3-Niederlage im Heimspiel gegen Borussia Dortmund sein erstes Tor für die Bayern. In der Saison 2012/13 gewann er das erste Mal die deutsche Meisterschaft und die Champions League. Das DFB-Pokal-Finale blieb ihm verwehrt, da er zeitgleich der Verpflichtung des brasilianischen Verbandes, die Abstellung für die A-Nationalmannschaft im Rahmen des Confed-Cups, nachkommen musste.

VfL Wolfsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2013/14 wechselte Luiz Gustavo zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg und unterzeichnete einen bis 30. Juni 2018 gültigen Vertrag.[3][4] Für den Verein kam er am 17. August 2013 (2. Spieltag) beim 4:0-Sieg im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 zum Einsatz.[5] Nach dem erfolgreichen Debüt erlebte Luiz Gustavo einen Rückschlag; er erhielt zwei Platzverweise. Am 24. August 2013 (3. Spieltag) sah Luiz Gustavo die Gelb-Rote Karte für ein taktisches Foul am Mainzer Stürmer Nicolai Müller.[6] Nachdem er seine Sperre abgesessen hatte, erhielt er am 5. Spieltag wiederum einen mit gelb-rot geahndeten Feldverweis.[7] Sein erstes Bundesligator für den VfL Wolfsburg erzielte er am 20. Oktober 2013 mit dem 2:1-Siegtreffer im Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg.

Olympique Marseille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Juli 2017 wurde Gustavos Wechsel zum französischen Verein Olympique Marseille verkündet. Nach zehn Jahren in Deutschland ging er zur Saison 2017/18 in die Ligue 1.[8][9]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luiz Gustavo gab am 10. August 2011 sein Debüt für die „Seleção“, als er bei der 2:3-Niederlage im Test-Länderspiel gegen die Auswahl Deutschlands in der 86. Spielminute für Ramires eingewechselt wurde. Sein erstes Länderspieltor erzielte er am 7. September 2013 in Brasília beim 6:0-Sieg im Testspiel gegen die Auswahl Australiens mit dem Treffer zum Endstand in der 83. Minute.

Am 8. Mai 2014 wurde er vom brasilianischen Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari in den WM-Kader berufen.[10] Hier war Luiz Gustavo Stammspieler und bildete mit Paulinho bzw. Fernandinho die Doppelsechs. Brasilien wurde bei diesem Turnier Vierter. Die Copa América 2015 verpasste Luiz Gustavo hingegen wegen eines Außenmeniskuseinrisses.[11] In den Kader der Copa América Centenario 2016 wurde er nicht berufen.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine
Nationalmannschaft

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luiz Gustavo ist gläubiger Christ und Anhänger der römisch-katholischen Kirche. Im Juni 2016 erhielt er zusätzlich zu seiner brasilianischen die deutsche Staatsangehörigkeit.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luiz Gustavo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b VfL: Neue Staatsangehörigkeit für Luiz Gustavo. www.news38.de, 29. Juni 2016, abgerufen am 28. August 2016.
  2. Rüpel, Rowdy, Rekord-Treter – der etwas andere Brasilianer. www.rp-online.de, 19. Februar 2010, abgerufen am 22. Februar 2010.
  3. Neuzugang: Luiz Gustavo. www.vfl-wolfsburg.de, 16. August 2013, abgerufen am 16. August 2013.
  4. Abschied – Luiz Gustavo wechselt nach Wolfsburg. www.fcbayern.de, 16. August 2013, abgerufen am 16. August 2013.
  5. Luiz Gustavo beflügelt Wolfsburger Fußball-Träume. www.wolfsburger-nachrichten.de, 18. August 2013, abgerufen am 26. Februar 2014.
  6. Luiz Gustavo fliegt vom Platz. www.kicker.de, 24. August 2013, abgerufen am 26. Februar 2014.
  7. Wolfsburgs Gustavo sieht schon wieder Rot. www.welt.de, 14. September 2013, abgerufen am 26. Februar 2014.
  8. Meldung auf der Website von Olympique Marseille, abgerufen am 4. Juli 2017 (französisch)
  9. Meldung auf der Website des VfL Wolfsburg, abgerufen am 4. Juli 2017
  10. Bundesliga Stars der WM 2014 – Teil 2: Brasilien ohne Kaka, Ronaldinho und Rafinha fussballnationalmannschaft.net, abgerufen am 12. Mai 2014.
  11. Keine Copa America – Luiz Gustavo wird operiert, kicker online, 2. Juni 2015.