Lukawzi

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Lukawzi
Лукавці
Wappen fehlt
Lukawzi (Ukraine)
Lukawzi
Lukawzi
Basisdaten
Oblast: Oblast Tscherniwzi
Rajon: Rajon Wyschnyzja
Höhe: 413 m
Fläche: Angabe fehlt
Einwohner: 2.608 (2007)
Postleitzahlen: 59230
Vorwahl: +380 3730
Geographische Lage: 48° 12′ N, 25° 25′ OKoordinaten: 48° 11′ 50″ N, 25° 25′ 24″ O
KOATUU: 7320584001
Verwaltungsgliederung: 4 Dörfer
Bürgermeister: Mykola Wyschynskyj
Adresse: вул. Головна 164
59230 с. Лукавці
Statistische Informationen
Lukawzi (Oblast Tscherniwzi)
Lukawzi
Lukawzi
i1

Lukawzi (ukrainisch Лукавці; russisch Лукавцы/Lukawzy bzw. bis 2005 Луковцы/Lukowzy, deutsch Lukawetz am Sereth, rumänisch Lucavăț pe Siret bzw. Luncavăț) ist ein Dorf im Rajon Wyschnyzja in der ukrainischen Oblast Tscherniwzi. Es liegt westlich der Stadt Storoschynez am Fluss Sereth, südwestlich von Czernowitz in der nördlichen Bukowina.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1428: Urkunde des Fürsten Alexander

Schon vor der Gründung des Fürstentums Moldau 1350 ließ Pancu (Panko), der Urahn der Familie Wassilko in der Moldau, den Wald am linken Ufer des Großen Sereth roden und gründete für seinen einzigen Sohn Luca den Ort. Nach Ion Drăguşanul soll es sich zusammen mit Panka um die ältesten Niederlassung in diesem Gebiet handeln. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lukawzi, als den Urenkeln des Gründers durch die Urkunde Fürst Alexander des Guten vom 16. Februar 1428 unter anderen dieses Dorf als Eigentum für sie und ihre Nachfahren bestätigt wurde. Lukawetz blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in großen Teilen[1] Besitz der Familie.[2]

St.-Paraskeva-Kirche in Lukawzi

Die Kirche des Ortes Lucavăţ mit Pfarrer wurde am 15. März 1490 von Fürst Ștefan cel Mare (deutsch Stefan der Große) als erste dem Bischofssitz von Rădăuți (Radautz) bestätigt. Fürst Alexandru Lăpușneanu, Sohn des obigen, bestätigt am 7. Mai 1565 nicht nur die Rechtmäßigkeit der Urkunde des Fürsten Alexanders für besagte Familie, vielmehr anderweitiges Eigentum in der nördlichen Moldau.[3] Die Ortschaft gehörte bis 1775 zum Fürstentum Moldau.

Nachdem 1774 die Bukowina gegen Ende des Russisch-Osmanischen Kriegs (1768–1774) vom neutralen Österreich besetzt worden war, wurde dies 1775 im Frieden von Küçük Kaynarca bestätigt, offiziell als Dank für Österreichs „Vermittlerdienste“ zwischen den Kriegsgegnern. Dadurch war Lukawetz ein Teil Österreichs zuerst im Königreich Galizien und Lodomerien, ab 1849 im neu gegründeten Kronland Herzogtum Bukowina.

Nach der Angliederung der Bukowina an das Königreich Rumänien am 27. November 1918 gehörte der Ort zum damaligen Kreis Storojineţ.[4]

Die durch den Hitler-Stalin-Pakt bedingte Annexion der Nordbukowina erfolgte am 28. Juni 1940. Lukawzi wurde ein Teil der Sowjetunion, dazwischen, von 1941 bis 1944 wiederum rumänisch, wurde die gesamte Region 1947 in die Ukrainischen SSR integriert und ist seit 1991 ein Teil der unabhängigen Republik Ukraine.[5]

Lage und politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf 413 m Höhe am linken Ufer des Sereth im mittelöstlichen Teil des Rajons Wyschnyzja. Administrativ gehören zur gleichnamigen Landratsgemeinde die Orte Lypowany (Липовани), Majdan (Майдан), Wachniwzi (Вахнівці) und Wowtschynez (Вовчинець). Lukawzi wird heute überwiegend von Huzulen bewohnt.

Mit Beschluss des Obersten Rates der Ukraine Nr. 2372-IV vom 29. Januar 2005, wechselte der ukrainische Name des Dorfes Lukiwzi (Луківці) wieder hin zur (älteren) Bezeichnung Lukawzi (Лукавці).[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Holzkirche "Hl. Paraschewa" – erbaut 1898 [7]
  • Die Holzkirche "Hl. Nikolaus" - erbaut 1905[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Prokopowitsch: Der Adel in der Bukowina, Südostdeutscher Verlag, München, 1983, S. 144
  2. Teodor Balan, Prof. univ., Documente bucoviniene, Vol. 3, Institutul de arte grafice şi editură "Glasul Bucovinei", Cernăuţi 1937, S. 32
  3. http://www.monitorulsv.ro/Povestea.../LUCAVAT-I
  4. http://romaniainterbelica.memoria.ro/judete/storojinet/index.html#
  5. http://www.monitorulsv.ro/Povestea-asezarilor-bucovinene/2011-11-03/LUCAVAT-I#ixzz225NYIVDk
  6. http://w1.c1.rada.gov.ua/pls/z7503/A036?rdat1=30.06.2004&vf7551=677
  7. Biserica de lemn din Lucavăț - Sf. Parascheva
  8. Biserica de lemn din Lucavăț - Sf. Nicolae

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Teodor Bălan: "Documente bucoviniene", Vol. 3, Institutul de arte grafice şi editură "Glasul Bucovinei", Cernăuţi 1937
  • Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser Teil B, 114. Jahrgang, 1941, S. 536–537
  • Erich Prokopowitsch: "Der Adel in der Bukowina", Südostdeutscher Verlag, München, 1983