Lundbeck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Pharmaunternehmen, für den Zoologen siehe William Lundbeck
H. Lundbeck A/S
Lundbeck-Logo.svg
Rechtsform A/S
ISIN DK0010287234
Gründung 1915
Sitz Kopenhagen, DanemarkDänemark Dänemark
Leitung Kare Schulz (CEO)
Mitarbeiter 2.090 (21. Dezember 2008) [1]
Umsatz 1.513 Mio. EUR (2008) [1]
Branche Pharmazie
Website www.lundbeck.com

H. Lundbeck A/S (bekannt unter Lundbeck) ist ein dänisches Pharmazieunternehmen mit Firmensitz in Kopenhagen. Das Unternehmen war zeitweise im Aktienindex OMX Copenhagen 20 gelistet. Lundbeck produziert verschiedene Pharmazieprodukte und verfügt in den Indikationen Schizophrenie, Depressionen, Parkinson-Krankheit und Schlafstörungen international über bedeutende Marktanteile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 14. August 1915 von Hans Lundbeck gegründet. Damals war es noch eine Handelsfirma, die mit Keksen, Konfekt, Süßstoffen, Alufolie, Kameras, Fotopapier, usw. handelte und Staubsauger vermietete.

Lundbeck erschloss sich den pharmazeutischen Markt 1924, indem das Unternehmen Medikamente und kosmetische Artikel von Gesellschaften mit Sitz in anderen europäischen und amerikanischen Ländern importierte. Gegen Ende 1930 begann Lundbeck mit der Produktion eigener Arzneiprodukte und gründete eine eigene Forschungsabteilung. Es wurde auch in der Zeit des Zweiten Weltkrieges produziert, obwohl die Produktion wegen des Fehlens von Rohstoffen begrenzt blieb.

Nach 1945 expandierte Lundbeck und wurde zu einem großen internationalen pharmazeutischen Unternehmen mit Schwerpunkt auf der Herstellung von Medikamenten zur Behandlung von psychischen Funktionsstörungen und Krankheiten des zentralen Nervensystems. 2007 beliefen sich die Betriebseinnahmen auf 1,47 Milliarden Euro.

2009 vervollständigte Lundbeck seine Geschäftstätigkeit mit dem Erwerb von Ovation Pharmaceuticals, einem führenden US-amerikanischen biopharmazeutischen Unternehmen, das im Jahr 2000 von Jeffrey Aronin und E. Bernstein gegründet worden war.

Portfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernprodukte sind selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Escitalopram sowie der NMDA-Rezeptor-Antagonist Memantin.

Lundbeck produziert auch Pentobarbital (Handelsname Nembutal) und hat die ausschließliche Lizenz zur Herstellung von Pentobarbital in den USA.[2] Dieses Arzneimittel wurde von den USA zur Substitution für Thiopental zur Hinrichtung von Gefangenen, die zum Tod verurteilt wurden, ausgewählt. Mehrere Menschenrechtsorganisationen, wie Reprieve[3], Amnesty International und Befürworter der Abschaffung der Todesstrafe aus der ganzen Welt, kritisieren Lundbeck, weil es kein Endverbraucher-Abkommen abgeschlossen hat, das es Importeuren untersagt hätte, das Arzneimittel Nembutal an amerikanische Gefängnisse zur Hinrichtung von Gefangenen zu verkaufen. Lundbeck hat sich geweigert, die Sicherheit von Nembutal als integralem Bestandteil der Todesspritze zu untersuchen.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lundbeck - Annual Report 08 (Memento vom 15. Januar 2010 im Internet Archive) (PDF; 6,6 MB)
  2. Execution drug still available after Lundbeck shuns ‘end user’ agreements. Abgerufen am 20. Mai 2011.
  3. Reprieve. Abgerufen am 20. Mai 2011.
  4. Lundbeck refuses to investigate safety of new lethal injection procedure using Lundbeck-produced drugs; Cleve Foster set to die on Tuesday with experimental procedure. Abgerufen am 20. Mai 2011.