Lusitanische Sprache

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Lusitanisch
Zeitraum bis 2. Jahrhundert n. Chr.

Ehemals gesprochen in

westliche Iberische Halbinsel
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-3:

xls

Antike Sprachen der Iberischen Halbinsel (lusitanisches Sprachgebiet hier hellblau)

Die lusitanische Sprache ist eine ausgestorbene Sprache, die ehemals im Westen der Iberischen Halbinsel von den Lusitanern gesprochen wurde.

Reproduktion der lusitanischen Inschrift von Arroyo de la Luz (Cáceres) Inschrift: „ISAICCID. RVETI. PVPPID. CARLAE. EN ETOM. INDI. NA(.) (....) CE. IOM. M“ Autor der Reproduktion: J.M de la Osa

Während eine Zuordnung zu den indogermanischen Sprachen als wahrscheinlich gilt, ist die weitere Klassifikation der lusitanischen Sprache umstritten. Einige Autoren führen einen nicht keltiberischen Ursprung der Sprache an, weise sie doch eine für das keltische untypische Lautentwicklung auf.[1]

Eine Verwandtschaft mit den keltischen Sprachen, die auch in diesem Gebiet verbreitet waren, konnte daher bisher nicht bewiesen werden. Zwar sind einige lusitanische Begriffe denen anderer festlandkeltischen Sprachen ähnlich, allerdings erhält das Lusitanische indogermanisches */p/, welches in den keltischen Sprachen verloren gegangen ist.[2]

Die Sprache ist durch einige kurze Schriften belegt, die auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert wurden. Diese wurden im lateinischen Alphabet niedergeschrieben. Daneben existieren in der Region auch Ortsnamen lusitanischen Ursprungs.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patrizia de Bernardo Stempel: Varietäten des Keltischen auf der Iberischen Halbinsel. In H. Birkhan et al. (Hrsg.): Kelteneinfälle an der Donau. (ÖAW Denkschriften 345), Wien 2007
  • Blanca María Prósper: Lenguas y religiones prerromanas del occidente de la Península Ibérica. Salamanca 2002, ISBN 84-7800-818-7
  • Joaquín Gorrochategui: En torno a la clasificación del lusitano. Actas del IV coloquio sobre lenguas y culturas paleohispanicas (1987) S. 2-3.
  • Jürgen Untermann: Lusitanisch, keltiberisch, keltisch. Veleia 2-3, 1997 S. 57-76.
  • Jürgen Untermann: Monumenta Linguarum Hispanicarum. IV Die tartessischen, keltiberischen und lusitanischen Inschriften, Wiesbaden 1997
  • Jürgen Untermann: Discursos da Investidura de D. Jürgen Untermann como doutor «Honoris Causa».Santiago de Compostela: Universidade de Santiago de Compostela, (2003).
  • Francisco Villar: Los indoeuropeos y los orígenes de Europa. Madrid 1996

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Maier: Geschichte und Kultur der Kelten. Bd. 3 Handbuch der Altertumswissenschaft, C.H.Beck, München 2012, ISBN 3-406-64143-1, S. 210 f
  2. George Broderick: Die vorrömischen Sprachen auf der iberischen Halbinsel. In: Uwe Hinrichs (Hrsg.): Das Handbuch Der Eurolinguistik. 1. Auflage. Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 3-447-05928-1, S. 302–304.