Lustheide

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Koordinaten: 50° 56′ 57″ N, 7° 6′ 34″ O

Lustheide
Höhe: um 70 m ü. NN
Einwohner: 3348 (2010)
Postleitzahl: 51427
Vorwahl: 02204
Lustheide (Bergisch Gladbach)
Lustheide

Lage von Lustheide in Bergisch Gladbach

Lustheide ist der Stadtteil 65 von Bergisch Gladbach und gehört zum Statistik-Bezirk 6 der Stadt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lustheide liegt im Südwesten der Stadt Bergisch Gladbach, an der Stadtgrenze zu Köln. Lustheide wird im Norden von der Stadtbahnlinie 1, im Osten von der Vürfelser Kaule und im Süden und Westen von der Bundesautobahn 4 umgrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name nimmt auf die hochmittelalterliche Hofstelle Lustheide Bezug, die sich bis 1905 zu einer größeren Siedlung mit 38 Gebäuden und 245 Einwohnern entwickelte. Die ursprüngliche Hofstelle, das Gut auf der Lauffsheiden, wurde vermutlich unter dem Grafen Dietrich von Meer (1078–1107) bzw. dessen Nachfolger Gottfried von Meer (1107–1124) als so genanntes Köttergut angelegt.[1]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lustheide hat einen Anschluss an die Autobahn 4. Mit der Kölner Stadtbahnlinie 1 ist Lustheide auch von und zu den Bergisch Gladbacher Stadtteilen Bensberg, Frankenforst und Refrath schnell und in kurzen Abständen zu erreichen.

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Abgrenzungen der heutigen Stadtteile liegt die 1963 geweihte Katholische Pfarrkirche „St. Elisabeth“ an der Straße In der Auen zwar im Bereich von Refrath, dient aber letztlich auch der Versorgung der Bewohner von Lustheide. Das Ensemble mit angeschlossenem Pfarrhaus und Jugendheim entwarf Bernhard Rotterdam. Westlich schließt sich die „Katholische Grundschule In der Auen“ an. Zugehörig ist ferner eine Integrative Kindertagesstätte. Die Pfarre wurde im Jahr 2008 mit den Gemeinden St. Johann Baptist in Refrath und St. Maria Königin in Frankenforst zu der neuen Gemeinde St. Johann Baptist zusammengelegt.

Fördermaschinenhaus des Victoria-Schachts der Grube Consolidierte Catharina II

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1850 waren in der Umgebung von Lustheide mehrere Erzgrubenfelder verliehen, die man 1887 zu der Grube Consolidierte Catharina II zusammenführte. Es handelte sich für damalige Verhältnisse um eine bedeutende Eisenerzgrube, deren Zentrum sich an der Einmündung des Neufeldwegs auf den Rather Weg befand. Heute stehen hier Wohnhäuser.

Kinderdorf Bethanien

Weitere Verwendung des Geländes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Schließung des Bergwerks siedelte sich im südwestlichen Teil des Geländes eine Dynamitfabrik an, die im Besitz der Hamburger Sprengstoffgesellschaft Kosmos war. Dieses Unternehmen schloss seinen Betrieb im Jahr 1925. Zuletzt wurden dort nach dem Zweiten Weltkrieg Dachpfannen und Bimssteine hergestellt.[2][3] Heute befindet sich hier das Kinderdorf Bethanien.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Einwohnerdatei hatte Lustheide am 31. Dezember 2010 3.348 Einwohner (davon 207 Ausländer). Die Altersgruppe über 65 Jahre war mit 880 Einwohnern (davon 29 Ausländer) deutlich stärker als die Altersgruppe unter 18 Jahre mit 543 Einwohnern (davon 18 Ausländer).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andree Schulte: Bergisch Gladbach. Stadtgeschichte in Straßennamen. Stadtarchiv, Bergisch Gladbach 1995, ISBN 3-9804448-0-5, S. 263 (Beiträge zur Geschichte der Stadt Bergisch Gladbach 3 = Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg e.V. 11).
  2. Refraths explosive Vergangenheit abgerufen am 24. Dezember 2015.
  3. Grube Katharina und Dynamitfabrik abgerufen am 24. Dezember 2015.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Müller: Refrath, Geschichte der Stadtteile Bensberg-Refrath und -Frankenforst, herausgegeben von Peter Bürling in Zusammenarbeit mit der Stadt Bensberg, 1974
  • Helmut Höher, Hans Peter Müller: Die Güter auf der Lustheide von der Vürfelser Kaule abwärts:. In: Refrath gestern und heute. Große Güter und keine Höfe, Band 3/II Hrsg. Bürger– u. Heimatverein Refrath, Bergisch Gladbach 2015, o. ISBN, S. 206–233.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]