Luthe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Luthe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Luthe
Stadt Wunstorf
Wappen von Luthe
Koordinaten: 52° 25′ 32″ N, 9° 28′ 30″ O
Höhe: 46 m
Einwohner: 5759 (30. Apr. 2016)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31515
Vorwahl: 05031
Luthe (Niedersachsen)
Luthe

Lage von Luthe in Niedersachsen

Luftaufnahme von Luthe
Luftaufnahme von Luthe

Luthe ist eine Ortschaft der Stadt Wunstorf in Niedersachsen. Seit der Gebietsreform von 1974 ist die vormals selbstständige Gemeinde ein Teil der Stadt und nach Wunstorf selbst der zweitgrößte Ortsteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Luthe leitet sich vom alt-deutschen Wort „Luthi“ ab. Das bedeutet ungefähr so viel wie „Platz/Ort am klaren Wasser“. Dieser Name von Luthe ist aller Wahrscheinlichkeit auf die erste Luther Siedlung am Luther See zurückzuführen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1228 in einer Urkunde des Stifts Wunstorf. Nach der Herrschaft der Grafen von Wunstorf übernahmen 1447 die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, die es dem Amt Blumenau zuordneten. Bis 1859 gehörte der Ort zum Amt Blumenau.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Ort Luthe einen gravierenden Strukturwandel durch die Ansiedlung einiger bedeutender Industriebetriebe (u. a. Portland-Zement und Fulgurit). Daraus resultierte in der Folge auch ein erhebliches Bevölkerungswachstum. In der Luther Masch wurde 1945 ein Entlassungslager für deutsche Kriegsgefangene eingerichtet. Dem bestehenden Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der evangelischen Kirche wurden 1959/60 Gedenktafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges hinzugefügt. Am 1. März 1974 wurde Luthe in die Stadt Wunstorf eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl 2016 verteilten sich die neun Sitze des Ortsrates Luthe mit fünf auf die SPD, drei auf die CDU und einer auf B`90/Die Grünen.[2]

Ortsbürgermeister ist Rolf Hoch (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Luthe stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 25. Oktober 1960 erteilt.[3]

Wappen von Luthe
Wappenbeschreibung: „Durch Wellenlinie geteilt, in dem dreimal von Blau und Rot geteilten, oberen Feld ein wachsender, goldbewehrter, blaubezungter, silberner Löwe, unten in Silber auf drei grünen Seeblättern eine silberne Seerose.“
Wappenbegründung: Der steigende Löwe auf dem blau und rot gestreiften Feld der oberen Hälfte des Wappenschildes weist auf die frühere Herrschaft der Wunstorfer Grafen in diesem Raum hin. Die blühende Seerose auf der unteren Hälfte ist ein Hinweis auf den Luther See, an dessen Ufer sich die ersten Dorfbewohner ansiedelten. Die Seerosen haben sich bis heute hier gehalten und stehen seit mehreren Jahren unter Naturschutz.
Evangelische Kirche
Pfarrhaus von 1783
Heilig-Kreuz-Kirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Den Mittelpunkt von Luthes alten Ortsteil bildet die evangelische Kirche. Die 1818 erbaute Kirche hatte eine kleinere Vorgängerkirche. Der Kirchturm von 1490/95 blieb bis heute erhalten.
  • Das Pfarrhaus direkt neben der Kirche wurde 1639 erstmals erbaut, brannte 1783 ab und wurde im gleichen Jahr wieder erstellt. Seit der Renovierung im Jahre 1983 wird das Haus als Gemeindehaus und Küsterwohnung genutzt.
  • Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1971 als schlichter Saalbau mit freistehendem Glockenturm errichtet, 2010 erfolgte die Profanierung, 2012 schließlich der ersatzlose Abriss.
  • Das NaturErlebnisBad Luthe ist mit dem Preis „Deutschland - Land der Ideen“ ausgezeichnet worden und ist das erste genossenschaftlich betriebene Freibad Deutschlands.
  • Als Naherholungsgebiet sehr beliebt ist der Luther See am nördlichen Ortsende, ein toter Arm der Leine. Typisch sind die Seerosen, die hier im Frühling blühen.
  • Ein weiteres Erholungsgebiet ist die Tongrube im Zentrum Luthes sowie die umliegende Feldmark.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportlich betätigen kann man sich in Luthe auf einem der insgesamt drei Fußballplätze (drei Rasenplätze im Besitz des TSV Luthe), auf der Tennisanlage mit fünf Tennisplätzen, auf einem der zehn Spielplätze und nachmittags auf dem Schulhof der Grundschule.

Die intakte Dorfgemeinschaft zeigt sich auch bei verschiedensten Aktivitäten im Ort, wenn mehrere Vereine und Parteien gemeinsame Ziele (wie zum Beispiel den Erhalt des Freibades) verfolgen. Das Schützen-, Volks- und Erntefest in Luthe wird von einer aus vier Vereinen gebildeten Veranstaltergemeinschaft organisiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Luthe gibt es sehr gute Einkaufsmöglichkeiten und viele Lokale. Auch die Zahl der in Luthe ansässigen Betriebe übersteigt deutlich den Durchschnitt der Region.

Der Ort verfügt über eine gute Verkehrsanbindung (Bahnhof, Bundesautobahn 2 und Bundesstraße 441 befinden sich in unmittelbarer Nähe) und hat sich seinen Dorfcharakter erhalten. Luthe verfügt über eine ausgeprägte Vereinskultur. Neben dem Schützenverein Luthe, dem TSV Luthe und dem Volkstanzkreis Luthe gibt es viele weitere Vereine. So haben nicht nur beide Kindergärten und die Grundschule, sondern auch das NaturErlebnisbad einen eigenen Förderverein.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Gäpel (1900–1998), niederdeutscher Schriftsteller und Lyriker

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luthe (Wunstorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  2. Wahlbekanntmachung Nr. 10 – Bekanntgabe der endgültigen Wahlergebnisse der Kommunalwahlen in Wunstorf vom 11.09.2016. In: Stadt Wunstorf. 14. September 2016, abgerufen am 8. November 2016 (pdf, deutsch).
  3. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985