Lutherbibel

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Die erste vollständige Bibelübersetzung von Martin Luther 1534, Druck Hans Lufft in Wittenberg, Titelholzschnitt von Meister MS

Die Lutherbibel (Abk. LB) ist eine Bibelübersetzung des Alten und Neuen Testaments der Bibel aus der althebräischen, der aramäischen bzw. der altgriechischen Sprache in die deutsche Sprache (ursprünglich Frühneuhochdeutsch). Die Übersetzung wurde von Martin Luther unter Mitarbeit weiterer Theologen angefertigt. Im September 1522 war eine erste Auflage des Neuen Testaments fertig; ab 1534 lag eine deutsche Vollbibel vor, an der Luther zeitlebens weiter Verbesserungen anbrachte.

Unter Lutherbibel versteht man einerseits

  • ein Druckerzeugnis des 16. Jahrhunderts, mit Einführungen, Randglossen und Illustrationen versehen und durchaus als Gesamtkunstwerk anzusprechen,

und andererseits

  • ein für den deutschsprachigen Protestantismus zentrales Buch, das sich aus Luthers „Biblia Deudsch“ bis in die Gegenwart entwickelt hat, wobei der Pietismus und die moderne Bibelwissenschaft verändernd und bewahrend ihre Anliegen einbrachten.

In der Evangelischen Kirche (EKD) ist die Lutherübersetzung in der revidierten Fassung von 2017 der zum gottesdienstlichen Gebrauch empfohlene Bibeltext und wird demnächst auch in den liturgischen Büchern verwendet. In der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) ist im Gottesdienst die Lutherbibel von 1984 maßgeblich.[1] Ob die LB von 2017 eingeführt wird, ist noch nicht entschieden, zumal die Änderungen der Revision teils kritisch gesehen werden.[2]

In der Neuapostolischen Kirche wurde bis 2001 die Lutherbibel von 1912 verwendet; dann entschied sich die Kirchenleitung dafür, die revidierte LB von 1984 einzuführen. Ob die LB von 2017 auch eingeführt wird, ist noch nicht entschieden.[3]

Darüber hinaus hat die Lutherbibel im Raum evangelischer Freikirchen eine große Leserschaft, ohne dass hier eine bestimmte Übersetzung kirchenamtlich empfohlen würde. Bei den Bibelarbeiten auf Evangelischen Kirchentagen werden jeweils der Text in der aktuellen Fassung der Lutherbibel und eine für den Anlass neu erstellte Kirchentagsübersetzung zur Auswahl angeboten.

Inhaltsverzeichnis

Der Weg zur Biblia Deudsch von 1545[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luther-Briefmarkenblock DDR 1983

Übersetzung des Neuen Testaments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Rückweg vom Reichstag zu Worms (1521) nach Wittenberg wurde Martin Luther angeblich entführt. Tatsächlich hatte ihn sein Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen auf die Wartburg in Sicherheit gebracht. Untergetaucht als „Junker Jörg“, begann Luther Mitte September 1521 mit der Übersetzung des Neuen Testaments. „Als er Anfang März 1522 nach Wittenberg zurückkehrte, hatte er das fertige Manuskript im Gepäck.“[4] Diesen Entwurf ging er mit Melanchthon als Fachmann für die griechische Sprache in den folgenden Wochen noch einmal durch.[5] „Bei der Suche nach den richtigen Worten half … Georg Spalatin, indem er Luther Edelsteine auslieh, die er als Anschauungsbeispiele zur Übersetzung der Johannesoffenbarung haben wollte.“[6]

Im September 1522 wurde das übersetzte Neue Testament („Septembertestament“) in der hohen Auflage von 3000 Exemplaren von Melchior Lotter in Wittenberg gedruckt und von Lucas Cranach und Christian Döring verlegt. Trotz des hohen Preises von eineinhalb Gulden war die Auflage innerhalb von drei Monaten vergriffen und so wurde bereits im Dezember 1522 die zweite Auflage mit verbessertem Text und korrigierten Bildern gedruckt („Dezembertestament“).

Die Aussage zur Übernahme von Diktionen aus der Vulgata ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Die Bedeutung der Vulgata[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sollte nicht zu stark gewichtet werden, dass Luther sich in diesen Wochen – getreu dem humanistischen Motto „ad fontes“ (zu den Quellen) – von der traditionellen lateinischen Vulgata ab- und dem griechischen Urtext zuwandte. Dennoch „verwertete er häufig auch noch den ihm durch sein jahrelanges Vulgatastudium wohlvertrauten Hieronymustext“.[7] Deshalb ist der Einfluss der Vulgata in der Lutherbibel stark spürbar, die so ein Erbe der mittelalterlich-lateinischen Tradition im deutschen Sprachraum bis heute bewahrt. Und trotz der intensiven Arbeit am griechischen Text „ist der Weg von den Urtexten in die deutsche Sprache auf zweifache Weise an das Lateinische gebunden … erstens durch die Vulgata als Protokoll und Bezugstext und zweitens durch die Anfertigung eines neuen lateinischen Textes auf der Grundlage des griechischen Neuen Testamentes.“[8]

Beispiele für die Übernahme der Vulgata-Tradition gegen den Urtext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phil 4,7 ... καὶ ἡ εἰρήνη τοῦ θεοῦ ἡ ὑπερέχουσα πάντα νοῦν φρουρήσει τὰς καρδίας ὑμῶν καὶ τὰ νοήματα ὑμῶν ἐν Χριστῷ Ἰησοῦ.[9]

Vulgata: Et pax Dei, quæ exuperat omnem sensum, custodiat corda vestra, et intelligentias vestras in Christo Jesu.

LB 1545 Vnd der friede Gottes / welcher höher ist / denn alle vernunfft / beware ewre hertzen vnd sinne in Christo Jhesu.

LB 2017 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. - Dazu als Fußnote: „Luther übersetzte nach dem lateinischen Text."

Bedeutung: Mit dem Kanzelsegen[10] endet traditionell die Predigt im evangelischen Gottesdienst.

Röm 9,5 ... καὶ ἐξ ὧν ὁ Χριστὸς τὸ κατὰ σάρκα, ὁ ὢν ἐπὶ πάντων θεὸς εὐλογητὸς εἰς τοὺς αἰῶνας[11]

Vulgata: ... ex quibus est Christus secundum carnem, qui est super omnia Deus benedictus in sæcula.

LB 1545 ... aus welchen Christus her kompt nach dem Fleische /Der da ist Gott vber alles /gelobet in Ewigkeit.

LB 2017 ... aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch. Gott, der da ist über allem, sei gelobt in Ewigkeit. - Dazu als Fußnote: "Luther übersetzte nach dem lateinischen Text."

Bedeutung: Sehr hoch für die Christologie.

Beispiele für die Nachbildung von Vulgata-Formulierungen in der Lutherbibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier zitiert in der Version von 2017. Zum Vergleich die Einheitsübersetzung.

Röm 6,4 Consepulti enim sumus cum illo per baptismum in mortem: ut quomodo Christus surrexit a mortuis per gloriam Patris, ita et nos in novitate vitæ ambulemus.

LB So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

EÜ Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.

Röm 9,16 Igitur non volentis, neque currentis, sed miserentis est Dei.

LB So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

EÜ Also kommt es nicht auf das Wollen und Streben des Menschen an, sondern auf das Erbarmen Gottes.

Röm 12,18 Si fieri potest, quod ex vobis est, cum omnibus hominibus pacem habentes.

LB Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

EÜ Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!

Gal 2,20 Vivo autem, jam non ego : vivit vero in me Christus. Quod autem nunc vivo in carne : in fide vivo Filii Dei, qui dilexit me, et tradidit semetipsum pro me.

LB Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

EÜ Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.

Gal 6,10 Ergo dum tempus habemus, operemur bonum ad omnes, maxime autem ad domesticos fidei.

LB Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

EÜ Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind.

Übersetzung des Alten Testaments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in kurzer Zeit und in einer persönlich hoch belastenden Situation übersetzte „Septembertestament“ ist die eigene Leistung Martin Luthers. Betrachtet man dagegen auch das dann in Wittenberg in Angriff genommene Alte Testament, so stellt sich die Lutherbibel als Gemeinschaftswerk dar. Wohl noch 1522 wurde mit der Übersetzung der Fünf Bücher Moses begonnen. Begünstigt wurde das Übersetzungswerk „durch die Zusammenarbeit mit dem seit 1521 in Wittenberg lehrenden Hebraisten Matthäus Aurogallus“.[12]

Der Zeitzeuge Johannes Mathesius entwarf um 1564 in einer Predigt folgendes Bild des Übersetzungsprojektes: Melanchthon habe den Septuagintatext präpariert, Cruciger die Rabbinerbibel des Jakob Ben Chajim. Bugenhagen habe den Vulgatatext vorbereitet. „Darauf proponieret dieser Präsident (Luther) einen Text und ließ die Stimmen herumgehen und höret, was ein jeder dazu zu reden hätte …“

In jahrelanger Arbeit wurde ein Buch des Alten Testaments nach dem anderen übersetzt.

  • Oktober 1524 Pentateuch, historische und poetische Bücher
  • März 1526 das Buch Jona
  • Juni 1526 das Buch Habakuk
  • Januar 1528 das Buch Sacharja
  • Oktober 1528 das Buch Jesaja

1529 wurde das Neue Testament gründlich revidiert und 1530 endgültig ediert.

Die Arbeit an den Büchern des Alten Testaments und den Apokryphen ging weiter, inzwischen auch mit Kommentierungen:

  • Juni 1529 Weisheit Salomos (apokryph)
  • April 1530 das Buch Daniel mit breiter, kommentierender Vorrede
  • Juni 1530 Kommentar zum 38. und 39. Kapitel des Buchs Hesekiel

1531 wurde der Psalter noch einmal von einem Team durchgesehen, zu dem außer Luther auch Melanchthon, Cruciger und Justus Jonas gehörten. Das erhaltene Protokoll aus der Hand von Georg Rörer zeigt die Arbeitsweise der Kommission: alle Formulierungen kamen auf den Prüfstand, gelegentlich machten die anwesenden Philologen Änderungsvorschläge, die Luther annahm oder ablehnte.[13] Es blieb sein Text – die Zürcher Bibel, etwa gleichzeitig, war ein Gemeinschaftswerk.

Im März 1532 waren auch die Prophetenbücher fertig übersetzt und wurden von dem Wittenberger Hans Lufft gedruckt. Jetzt gab es also alle Schriften des Alten Testaments in deutscher Übersetzung.

  • Januar 1533 Jesus Sirach (apokryph), kurz danach das 1. Buch der Makkabäer (apokryph), in seiner 2. Auflage ergänzt durch die Stücke zu Daniel 1 (Susanna und Daniel, apokryph) und 2 (Bel und der Drache zu Babel, apokryph).
Titelholzschnitt der Ausgabe Wittenberg 1541 von Lucas Cranach dem Jüngeren

Die erste Gesamtausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1533 wurde die Gesamtausgabe vorbereitet: der gesamte Text des Alten Testaments wurde nochmal durchgesehen, mit besonderer Aufmerksamkeit für das 1. Buch Mose. Vom 4. Oktober bis zum 11. Oktober 1534 fand die Michaelismesse statt, zu der die vollständige Fassung ungebunden in 900 Folioblättern, in sechs Teilen mit je eigenem Titelblatt und eigener Blattzählung vorlag: Pentateuch, historische und poetische Bücher, Propheten, Apokryphen, Neues Testament.

1545 gab es die letzten Korrekturen der Biblia Deudsch von Luthers eigener Hand.

Die Bibelübersetzung Martin Luthers war nicht die erste Übersetzung der Bibel ins Deutsche, jedoch trug zu ihrer Bedeutung erheblich bei, dass gleichzeitig die Technik bereitstand, um Drucke zu erschwinglichen Preisen in großer Auflage bereitzustellen.

Luthers Bibel im Weltdokumentenerbe der UNESCO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 wurden eine Reihe von frühen Schriften der Reformation auf Antrag der Bundesrepublik Deutschland ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen;[14] darunter auch drei Bücher, die direkt mit dem Bibelprojekt in Verbindung stehen. Sie sind als digitale Editionen erschlossen (siehe Weblinks):

  1. Handexemplar Luthers der Hebräischen Bibelausgabe, Brescia 1494, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Shelfmark: Inc. 2840. „Vermutlich vor 1519 erwarb Martin Luther sie von einem Besitzer in Süddeutschland 'aus zweiter Hand' und hinterließ fortan umfangreiche Eintragungen und Benutzungsspuren. So befinden sich viele handschriftliche Einträge in den 5 Büchern Mose, hier ist etwa die Hälfte aller seiner handschriftlichen Eintragungen vorhanden. Die Sprache der handschriftlichen Einträge ist fast durchgängig Lateinisch, es finden sich auch einzelne deutschsprachige Marginalien. Die überwiegende Zahl der Eintragungen setzt sich mit Übersetzungsfragen und Verständnisschwierigkeiten auseinander.“[15]
  2. Das Newe Testament Deutzsch, Wittenberg, Melchior Lotter, 1522, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Shelfmark: Bibel-S. 4° 257.
  3. Biblia das ist die gantze Heilige Schrifft Deudsch. Mart. Luth.,Wittenberg, Hans Lufft, 1534, Herzogin Anna Amalia Bibliothek – Klassik Stiftung Weimar, Shelfmark: Cl I  : 58 (b).

Bibel-Spiritualität im Konfessionellen Zeitalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Christ kann im Sinne Luthers die Bibel meditativ lesen und Gewinn daraus ziehen, unabhängig von seinem Bildungsstand. Das widersprach dem damaligen Konsens der Gelehrten, wie ein gern zitiertes Wort des Luthergegners Johannes Cochläus zeigt: „Luthers Neues Testament wurde durch die Buchdrucker dermaßen gemehrt, … also daß auch Schneider und Schuster, ja Weiber und andere einfältige Laien, … wenn sie auch nur ein wenig Deutsch auf einem Pfefferkuchen lesen gelernt hatten, dieses gleich als einen Bronnen aller Wahrheit mit höchster Begierde lasen. Etliche trugen dasselbe mit sich im Busen herum und lernten es auswendig.“[16] Ambitionierte Lutheraner brachten es hier auf erstaunliche Leistungen, die sie in ihrer Bibel dokumentierten: „Das Exemplar des Braunschweigers Johann Cammann belegt: er habe 28 Mal die gesamte Bibel durchgelesen.“[17]

Bis heute sichtbar ist die Bibelfrömmigkeit des 16. und 17. Jahrhunderts in lutherischen Territorien durch die Inschriften an Fachwerkhäusern, die vor allem aus dem Psalter und der Weisheitsliteratur entnommen wurden.[18]

Grundsätze und Probleme beim Übersetzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Reformator gab in seinen „Summarien über die Psalmen und Ursach des Dolmetschens“ (1533) Rechenschaft über seine Übersetzungsgrundsätze: Er wollte einerseits eine (für damalige Leser) flüssige Übersetzung; andererseits sollte überall dort, wo der biblische Wortlaut einen tieferen Sinn zu bieten schien, auch wortwörtlich übersetzt werden.

Luther und seine Mitarbeiter erwarben geradezu enzyklopädische Kenntnisse bei der Übersetzung des Alten Testaments. In der „Vorrede von dem Propheten Daniel“ wird dem Leser die Geschichte der Makkabäerzeit detailliert dargestellt, da der historische Sitz im Leben richtig erkannt wird. (Doch dann überwältigt den Übersetzer die Zeitgeschichte: „HJe ist klerlich der Bapst abgemalet / der in seinen Drecketen vnuerschampt brüllet …“[19])

Mathesius behauptet, dass Luther sich „etliche Schöpse abstechen ließ“ und von dem Wittenberger Metzger dann die Bezeichnungen der einzelnen Innereien erfragte – um Stellen wie Lev 3,6–11 LUT richtig übersetzen zu können. Als Beispiel für die vielen kleinen Sachklärungen, die die Lutherbibel dem zeitgenössischen Leser anbot, hier eine Randglosse zu Hi 9,10 LUT: „(Orion) Jst das helle Gestirne gegen mittag / das die Bauren den Jacobsstab heissen. Die Glucke oder Henne / sind die sieben kleinen Sterne.“[20]

Bei alledem entsteht jedoch kein getreues Bild des Alten Orients oder der antiken Welt vor dem Auge des Lesers, sondern es ist immer Luthers eigene Umwelt, die von Knechten und Mägden, nicht Sklaven und Sklavinnen bevölkert wurde,[21] in der vertraute Pflanzen wuchsen und die Schweine wie in Wittenberg üblich Braurückstände fraßen statt Schoten des Johannisbrotbaums: „Vnd gieng hin / vnd henget sich an einen Bürger desselbigen Landes / der schicket jn auff sein acker der Sew zu hüten. Vnd er begerte seinen Bauch zu füllen mit trebern / die die Sew assen / vnd niemand gab sie jm.“ (Lk 15,15–16 LUT)

Luthers sprachschöpferische Leistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Lutherbibel von 1667

Volksnahe Sprache und Stilkunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein typischer Zug der Lutherübersetzung ist die Voranziehung des Verbs,[22] etwa in folgendem Beispiel (Mt 7,9–11 LUT):

„Welcher ist vnter euch Menschen / so jn sein Son bittet vmbs Brot / der jm einen Stein biete? oder so er jn bittet vmb einen Fisch / Der jm eine Schlange biete? So denn jr / die jr doch arg seid / künd dennoch ewren Kindern gute gabe geben / Wie viel mehr wird ewer Vater im Himmel gutes geben / denen die jn bitten?“

Eine direktere Übersetzung hätte etwa folgenden, deutlich schwerer verständlichen Satzbau verlangt:

„Welcher ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, da jener ihn ums Brot bittet, einen Stein biete? Oder der ihm, so jener ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange biete? So denn ihr, die ihr doch arg seid, euren Kindern dennoch gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn bitten, Gutes geben?“

Berühmtes Beispiel für Luthers Sprachkunst ist das Spiel mit dem Vokal „i“ in der Weihnachtsgeschichte: „Jr werdet finden das Kind in windeln gewickelt / vnd in einer Krippen ligen“ (Lk 2,12 in der Biblia Deudsch).[23]

Wegbereiter des Neuhochdeutschen?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacob Grimm schrieb: „Luthers sprache … muß ihrer edlen, fast wunderbaren reinheit, auch ihres gewaltigen einflußes halber, für kern und grundlage der neuhochdeutschen sprachniedersetzung gehalten werden, wovon bis auf den heutigen tag nur sehr unbedeutend, meistens zum schaden der kraft und des ausdrucks abgewichen worden ist. Man darf das neuhochdeutsche in der tat als den protestantischen dialect bezeichnen, dessen freiheitathmende natur längst schon, ihnen unbewußt, dichter und schriftsteller des katholischen glaubens überwältigte.“[24] Aus heutiger Sicht ist ein solches Urteil nicht mehr vertretbar.

Luthers Leistung bestand nicht darin, entscheidend auf das Sprachsystem, also auf die Grammatik und die Regeln, eingewirkt zu haben, da das Frühneuhochdeutsche diese Regeln längst vor ihm besaß. Er wirkte jedoch als Sprachvorbild in verschiedenen Textsorten: Erbauungsliteratur, Predigttexte, Agitationstexte, theologische Fachprosa, Kirchenlieder, Übersetzungstexte. Durch Luthers Bibelübersetzung verbreitete sich in vielen Wörtern das auslautende „e“ in der gemeindeutschen Schriftsprache; vgl. Lutherisches e.

Luthers Sprechsprache war vom Elternhaus her das Ostmitteldeutsche; das Niederdeutsche war ihm von seinen Aufenthalten in Eisleben und Mansfeld her vertraut.[25] Auch Wittenberg, Luthers wichtigste Predigtstätte, gehörte zum niederdeutschen Sprachgebiet. Luthers Schreibsprache orientierte sich nach eigenem Bekunden an der Sächsischen Kanzlei, die süddeutsche Einflüsse aufgenommen hat.[26] Die Lutherbibel half dem Neuhochdeutschen bei der Durchsetzung in Norddeutschland – was kein Anliegen Luthers war, im Gegenteil. Luthers Weggefährte Johannes Bugenhagen, der als gebürtiger Pommer kompetent für das Niederdeutsche war, übersetzte die gesamte Bibel im Sinne Luthers ins Mittelniederdeutsche (sogenannte Lübecker Bibel). Niederdeutsche Bibeln in lutherischer Tradition wurden bis ins ausgehende 17. Jahrhundert gedruckt.

Bereicherung des Wortschatzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuhochdeutscher Grundwortschatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lutherbibel hat Teil an einer Entwicklung des Frühneuhochdeutschen, bei der Worte der Alltagssprache, die vorher nur regional verwendet wurden, zu überregionaler Bekanntheit aufstiegen. Luthers fortgesetzte Arbeit an seiner Übersetzung besteht auch darin, solche Worte unter den bestehenden Alternativen der Dialekte zu ermitteln: Ziege (statt Geiß), Ufer (statt Gestade), Weinberg (statt Wingert). Seine Auswahlkriterien waren theologischer Natur, das heißt semantisch, kommunikativ und pragmatisch von der Religion her motiviert. Dies zeigen deutlich die Untersuchungen Oskar Reichmanns[27] am Material des Frühneuhochdeutschen Wörterbuches und des Göttinger Bibelarchivs.[28]

Die Lutherbibel als Lese- und Schulbuch hat die Etablierung eines gemeinsamen Wortschatzes in der Zeit nach Luther beschleunigt. Aber nicht jedes Wort, für das sich Luther entschied, wurde von der neuhochdeutschen Sprachgemeinschaft akzeptiert. Dann wurde in späteren Bibeldrucken zugunsten eines bekannteren Wortes korrigiert. Aber es hinterließ Spuren, wenn eine Formulierung aus der Lutherbibel zum geflügelten Wort geworden war. Beispiele:

  • büßen mit der Bedeutung „ausbessern“: Neh 4,7 Da aber Saneballat / vnd Tobia / … höreten … / das sie (die Juden) die Lücken (der Stadtmauer) angefangen hatten zu büssen / wurden sie seer zornig.
  • lecken mit der Bedeutung „hüpfen“: Apg 26, 14 Es wird dir schweer sein, wider den Stachel zu lecken.

Geflügelte Worte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luthers Bibel bereicherte den neuhochdeutschen Wortschatz um originelle Formulierungen.[29] Ein Beitrag aus Luthers engerer Heimat ist die Wendung „sein Scherflein beitragen“ (vgl. Lk 21,2 LUT). Der Scherf war eine Erfurter Scheidemünze und ist z. B. im Stadtmuseum Erfurt in zahlreichen Prägungen zu besichtigen.

Bei der Frage nach der Rolle solcher Ausdrücke ist zu beachten: Diese Beispiele bilden lediglich Einzelfälle innerhalb eines Ausdrucksbestandes von rund 100 000 Einheiten. Viele von ihnen sind zudem vor Luther belegt (vgl. dazu FWB-Online.de).

Einfluss auf andere Bibelübersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Bibeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Bibeln aus dem Raum evangelischer Freikirchen sind im Gegenüber zur Lutherbibel entstanden, sie wenden sich an eine Leserschaft, die mit der Lutherbibel gut vertraut ist, aber diese nicht als einzige Bibel nutzt, weil sie, im Gegensatz zur Elberfelder Bibel, ungenau oder im Gegensatz zur Neues Leben. Die Bibel – Übersetzung schwer verständlich ist. Es bleibt eine ästhetische Faszination; die Übersetzer sind ständig im Gespräch mit der LB. Das lässt sich an bekannten Texten gut zeigen.

Ps 139, 9-10  אשא כנפי־שחר אשכנה באחרית ים׃ גם־שם ידך תנחני ותאחזני ימינך׃

  • LB 2017 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
  • Elberfelder: Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen.
  • Neues Leben: Nähme ich die Flügel der Morgenröte oder wohnte am äußersten Meer, würde deine Hand mich auch dort führen und dein starker Arm mich halten.

Wo eine moderne Übersetzung nicht (mehr) mit einer solchen Leserschaft rechnet, klingt es deutlich anders:

  • Hoffnung für Alle: Eilte ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder versteckte ich mich im äußersten Westen, wo sie untergeht, dann würdest du auch dort mich führen und nicht mehr loslassen.
  • Gute Nachricht Bibel: Fliege ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder zum Ende des Meeres, wo sie versinkt: auch dort wird deine Hand nach mir greifen, auch dort lässt du mich nicht los.

Katholische Bibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „ökumenisch verantwortete“ Einheitsübersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die Einheitsübersetzung als erste kirchenamtliche katholische Übersetzung für den deutschen Sprachraum zeigt sich beeinflusst von der Lutherbibel. Psalmen und Neues Testament wurden in evangelisch-katholischer Gemeinschaftsarbeit übersetzt; es bestand damals die ökumenische Hoffnung, die Einheitsübersetzung könnte sich zur gemeinsamen Bibel aller deutschsprachigen Christen entwickeln. Sicher auch um die Akzeptanz unter evangelischen Lesern zu erhöhen, nahm die EÜ Formulierungen der Lutherbibel auf, z. B. das „Votum zur Eröffnung“ des Gottesdienstes[30] Ps 124,8 LUT: „Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn…“

Die Revision von 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die Vielzahl der an der Revision Beteiligten, geht die Revision der EÜ in verschiedene Richtungen. Einerseits soll der Urtext stärker durchscheinen. Andererseits will man sprachliche Moden der Gegenwart vermeiden. Beide Trends führen dazu, dass die LB zur Fundgrube für klassische Formulierungen wird. Beispiele:

Mt 4,4 οὐκ ἐπ’ ἄρτῳ μόνῳ ζήσεται ὁ ἄνθρωπος[31]

EÜ unrevidiert: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.

EÜ revidiert: Der Mensch lebt nicht von Brot allein.[32]

Mk 4,21 μήτι ἔρχεται ὁ λύχνος ἵνα ὑπὸ τὸν μόδιον[33]

EÜ unrevidiert: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber?

EÜ revidiert: Zündet man etwa eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel?[34]

Lk 2,14 δόξα ἐν ὑψίστοις θεῷ καὶ ἐπὶ γῆς εἰρήνη[35]

EÜ unrevidiert: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Frieden.

EÜ revidiert: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden.[36]

Lk 10, 7b ἄξιος γὰρ ὁ ἐργάτης τοῦ μισθοῦ αὐτοῦ[37]

EÜ unrevidiert: Ein Arbeiter hat ein Recht auf seinen Lohn.

EÜ revidiert: Wer arbeitet, ist seines Lohnes wert.[38]

Von der Biblia Deudsch zur „Lutherbibel 2017“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lutherbibel von 1912[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrhundertelang wurde die Bibel von den Druckern und Bibelgesellschaften nach eigenem Gutdünken modernisiert, so dass es Ende des 19. Jahrhunderts wünschenswert wurde, in Zukunft einen einheitlichen, revidierten Text zu verbreiten.

Es ging dabei auch um die Rechtschreibung: Da die Bibel nach Luthers Übersetzung als Schulbuch diente, sollte der Schüler in ihr nichts lesen, was der Lehrer ihm beim Diktat als Fehler anstreichen würde.[39] In den Jahren 1861 und 1863 wurden daher Grundsätze für die Feststellung eines einheitlichen Bibeltextes vereinbart und zehn Theologen mit der Revision des Neuen Testaments beauftragt. 1867 wurde probeweise ein Neues Testament herausgegeben; das Neue Testament war 1870 endgültig fertiggestellt. Jedoch gab es erst 1883 eine „Probebibel“ der Gesamtausgabe. 1892 wurde die erste „kirchenamtliche“ Revision (Durchsicht) für abgeschlossen erklärt, im Jahre 1912 die zweite.

Stuttgarter Jubiläumsbibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Editionen werden von der Deutschen Bibelgesellschaft bis heute nachgedruckt und finden offenbar ihre Leserschaft: „Im Jahr 1912 feierte die »Privilegierte Württembergische Bibelanstalt« in Stuttgart ihr 100jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass erschien eine Ausgabe der Lutherbibel mit allgemeinverständlichen Erklärungen, die unter dem Namen »Jubiläumsbibel« bald landauf, landab geschätzt wurde und bis heute gerne gelesen wird. … Im Anhang finden sich auch die Beigaben der historischen Ausgaben: der beliebte Merkvers zur »Ordnung der biblischen Bücher«, die historischen Sach- und Worterklärungen, Zeittafel, Schriftabschnitte und einzelne Schriftworte für besondere Fälle des Lebens (für Zeiten der Freude und für Zeiten der Trübsal), August Hermann Franckes »Kurzer Unterricht, wie man die Heilige Schrift zu seiner wahren Erbauung lesen solle«, »Etwas über deutsche Bibelübersetzungen überhaupt und über die von D. Martin Luther insbesondere«, Verzeichnis der Sonn- und festtäglichen Evangelien und Episteln.“[40]

Standardbibeln ohne Apokryphen nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlichter Papiermangel war der Grund dafür, dass nach 1945 die Apokryphen aus der Lutherbibel verschwanden. Einerseits waren die druckenden Bibelgesellschaften auf Papierspenden aus Amerika angewiesen, „mit der Auflage, daß davon nur Bibeln ohne Anmerkungen und ohne Apokryphen gedruckt werden durften“.[41] Dies entsprach den Grundsätzen der British and Foreign Bible Society. Andererseits ließen sich durch die Einsparung von Seiten natürlich auch mehr Bibeln drucken.

Moderne Ausgaben der Lutherbibel 1912[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lutherbibel ist in älterer Textgestalt nicht durch das Urheberrecht geschützt; es zirkulieren beispielsweise folgende nicht von der Deutschen Bibelgesellschaft vertriebene Editionen:

  1. Luther 98 (La Buona Novella Inc. Bible Publishing House), die das AT beim Text von 1912 beließ und das NT an den in Augen der Bearbeiter notwendigen Stellen anhand des Textus Receptus revidierte.
  2. NeueLuther von 2009[42] (La Buona Novella Inc. Bible Publishing House) – Lutherbibel von 2009, Überarbeitung des Alten und Neuen Testaments durch die Herausgeber der „Luther 98“, wobei auch das Neue Testament gegenüber der „Luther 98“ verändert wurde. Über die Qualifikation und Vorgehensweise der Bearbeiter informiert La Buona Novela Inc. nur sparsam: „Wir arbeiteten von 1992 bis 2009 an der sprachlichen Überarbeitung des Textes von Luther 1912. Es war ein internationales Team von Theologen und Sprachwissenschaftlern, die alle der Ursprachen kundig sind. Die letzten zwei Jahre des Feinschliffs, wobei besonderes Gewicht auf das ‚Deutsch‘ gelegt wurde, waren ausschließlich deutsche Mitarbeiter, die in Deutschland wohnen, an der Bearbeitung tätig. So kann man sagen, es ist eine deutsche Bibel. Das war uns sehr wichtig: Auch Luther war ein Deutscher und übersetzte für Deutsch sprechende Leser in Deutschland.“[43] Der Gideonbund verteilt NeueLuther-Bibeln in Hotels, Krankenhäusern, Schulen usw.[44]

Lutherbibel von 1956 (NT) bzw. 1964 (AT)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Revisionen des 20. Jahrhunderts gerieten offensichtliche Fehlübersetzungen Luthers in den Blick, die seiner mangelnden Sachkunde der antiken und altorientalischen Welt zuzuschreiben waren. Hierfür ein Beispiel:

Ps 104, 18 הרים הגבהים ליעלים סלעים מחסה לשפנים׃

LB 1545 Die hohen Berge sind der Gemsen zuflucht / Vnd die Steinklufft der Kaninichen.

LB 1984 Die hohen Berge geben dem Steinbock Zuflucht und die Felsklüfte dem Klippdachs.

Vor allem aber änderte sich die Textgrundlage. Luther übersetzte den sogenannten Textus Receptus, die seit der byzantinischen Zeit vereinheitlichte und weit verbreitete, schließlich von Erasmus von Rotterdam in Druck gegebene Textgestalt des Neuen Testaments (speziell die zweite Ausgabe des Novum Instrumentum omne). Die sogenannte Textkritik sammelt und bewertet demgegenüber die vielen Papyrusfragmente aus älterer Zeit, die zum Teil einen anderen Text bieten. Die maßgebliche wissenschaftliche Textausgabe des Neuen Testaments, der Nestle-Aland, enthält einen unter Berücksichtigung dieser Papyrusfragmente erstellten Mischtext, der so von keiner einzigen alten Handschrift bezeugt wird, jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit weitgehend dem Urtext entspricht. Diese wissenschaftliche Textausgabe ist die Grundlage der wichtigen modernen Bibelübersetzungen, sowohl der Einheitsübersetzung als auch der Gute Nachricht Bibel, und liegt auch allen Revisionsstufen der Lutherübersetzungen nach 1912 zugrunde.

1956 wurde die Revision des Neuen Testaments abgeschlossen, 1964 die des Alten Testaments. 1970 wurden die Apokryphen abgeschlossen und 1975 einige Änderungen im Alten Testament zum Gebrauch angenommen, wobei zwei Gliedkirchen und Österreich die Einführung ablehnten.

Lutherbibel von 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Revision von 1975 waren als Germanisten Fritz Tschirch und Waltraud Ingeborg Sauer-Geppert maßgeblich beteiligt. Sie stellten den Grundsatz auf, dass überall dort Änderungsbedarf bestehe, wo der Text dem durchschnittlichen Bibelleser nicht verständlich war.[45] Das führte zu einer weitgehenden Annäherung der Lutherübersetzung an den modernen Sprachgebrauch; z. B. wurde die sprichwörtliche Wendung „sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“ (Gleichnis vom Licht unter dem Scheffel, Matthäus 5,15) getilgt, da der Scheffel als Getreidemaß heute nicht mehr bekannt ist. Stattdessen hieß es nun „Eimer“, was der Erstauflage der 1975er Übersetzung den Namen „Eimertestament“ eintrug. "Das Schicksal dieses Versuchs war in der Öffentlichkeit besiegelt."[46]

Lutherbibel von 1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1977 beschloss der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland die Rücknahme radikaler Textveränderungen der letzten Revisionsstufe des Neuen Testaments (betroffen waren ca. 120 Textstellen).

Die Mitarbeiter der 1984er Revision entdeckten besonders den Satzbau Luthers als konstitutives Element seiner Übersetzung. Luthers oft einprägsame, rhetorisch geschliffene Sätze sollten nicht unnötig in zwei oder drei kürzere Sätze zerschlagen werden: es hatte sich gezeigt, dass das Auflösen längerer Sätze nicht zwangsläufig eine größere Verständlichkeit zur Folge hatte. Die Inkonsequenz der 1984er Revision war zugleich ihre Stärke: der Wortlaut der Weihnachtsgeschichte und anderer Lieblingstexte wurde nicht angerührt, aber an weniger bekannten Stellen hat man sich rigoros vom Luther-Wortlaut verabschiedet.

Das re-revidierte Neue Testament wurde 1984 zum Gebrauch angenommen, war erfolgreich und beendete die langjährige Krise um die Lutherrevision. Nota bene: die Textgestalt des Alten Testaments in der Lutherbibel von 1984 entspricht (mit kleinen Korrekturen 1975) immer noch dem Forschungsstand von 1964.

Schreibung biblischer Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem wurde anlässlich der 1984er Revision die Schreibung biblischer Namen neu geregelt. Die gescheiterte 1975er Revision hatte die ökumenische Schreibung biblischer Eigennamen (Loccumer Richtlinien) konsequent übernommen; die 1984er Lutherbibel bot bei vielen Namen wieder die altgewohnte Lutherschreibung: Nazareth statt Nazaret, Kapernaum statt Kafarnaum, Hesekiel statt Ezechiel, Hiob statt Ijob. Gegen die Loccumer Richtlinien wurde die traditionelle Schreibung auch bei recht unbekannten Namen wiederhergestellt, z. B. Absalom, Asser, Ephraim, Jeftah. Dagegen geht die Lutherbibel mit den Loccumer Richtlinien und ändert die bekannten Namen Rut (statt Ruth), Jonatan (Jonathan), Ester (Esther).

Nachrevision von 1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar galt die Revision von 1984 bis zum Erscheinen der Lutherbibel 2017 als der kirchenamtlich „zum Gebrauch empfohlene“ Bibeltext im Raum der EKD; es wurden aber 1999 wieder kleinere Veränderungen an diesem Text vorgenommen. Die wichtigste ist die weitgehende Ersetzung von „Weib“ durch „Frau“ nach dem Vorbild der evangelischen Agenden. „Weib“ wurde allerdings in folgenden Texten erhalten: Jos 6,21 LUT; Ri 21,10 LUT; Hi 14,1 LUT; Hi 15,14 LUT; Hi 25,14 LUT; Spr 9,13 LUT; Spr 30,19 LUT; Jes 19,16 LUT; Jer 50,37 LUT; Jer 51,30 LUT; Nah 3,13 LUT; und Lk 2,5 LUT. Als Gründe dafür können die sprachliche Vertrautheit (z. B. Lk 2,5), der Eingang des biblischen Ausdrucks in die Literatur (z. B. Hi 14,1) sowie die Beibehaltung der negativen bzw. verächtlichen Konnotation von „Weib“, um die Aussageabsicht wiederzugeben (z. B. Spr 9,13; Nah 3,13), gelten.

Lutherbibel von 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erneute Revision der Lutherbibel von 1984 wurde im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 am 19. Oktober 2016 veröffentlicht. Die wichtigste Aufgabe war die Herstellung eines verlässlichen Textes bei den Apokryphen.[47] Diese wurden zum Teil ganz neu aus dem Griechischen übersetzt,[48] wobei eine dem Lutherdeutsch angenäherte Sprache gebraucht wurde, so dass die Apokryphen stilistisch zum Rest der Bibel passen.[49] Insgesamt weicht die Revision 2017 in etwa 44 Prozent der Verse oder 8 Prozent der Wörter von der 1984er-Version ab[50], wenn auch unterschiedlich stark; die meisten Änderungen finden sich in den Apokryphen.

Mit einem Empfang auf der Wartburg am 16. September 2015 wurde offiziell das Ende der fünfjährigen Arbeit an der Revision der Lutherbibel gefeiert, an der fast 70 Wissenschaftler aus der Bibelexegese und der Praktischen Theologie sowie Vertreter der Kirchenleitung in einem vom Rat der EKD eingesetzten Lenkungsausschuss mitwirkten. Als Vorsitzender des Gremiums fungierte der thüringische Altbischof Christoph Kähler; die Deutsche Bibelgesellschaft wurde mit der Herstellung und Verbreitung der neuen Bibel betraut.[51]

Am 30. Oktober 2016 wurde die Lutherbibel 2017 während eines Festgottesdienstes in der Eisenacher Georgenkirche, unter Beteiligung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und der EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann, offiziell den Gemeinden übergeben.[52] Ihr Volltext ist – bis zum 31. Oktober 2017 kostenlos – als App für die mobilen Plattformen iOS und Android erhältlich.[53]

Mehr Luther[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Revision hat viele sprachliche Modernisierungen der Ausgabe von 1984 zurückgenommen. Der Text ist dadurch, gerade in den Paulusbriefen, schwerer verständlich. Das wurde in Kauf genommen. Die Lutherbibel gilt als kulturelles Erbe und einigendes Band der evangelischen Christenheit, sie ist aber ausdrücklich keine „Einheitsübersetzung“ (mehr), d. h. keine Bibel, die für alle Milieus, Altersgruppen und Situationen die am besten geeignete Bibel sein soll.[54] Diesem Anspruch hatten sich noch die Bearbeiter von 1984 gestellt. Heute wird vielmehr ergänzend auf die anderen Produkte der Deutschen Bibelgesellschaft verwiesen.

An einigen Stellen kehrt die Lutherbibel 2017 sogar zu Luthers Wortlaut von 1545 zurück. Dahinter steht ein Paradigmenwechsel in der Bibelwissenschaft, besonders im Alten Testament: dort, wo der Urtext sperrig klingt, hat die Exegese des 20. Jahrhunderts gern einen Abschreibfehler der Kopisten angenommen und eine vermeintlich sinnvollere Vokabel rekonstruiert.[55] Das ergab dann auch in den Übersetzungen des späten 20. Jahrhunderts einen glatteren Text. Heute dagegen traut man dem Urtext mehr zu und übersetzt das, was da steht. Da Luther es zu seiner Zeit genauso machte, enthält die Lutherbibel 2017 wieder „mehr Luther“.[56][57]

Geradezu stereotyp titelten kirchliche Medien mit Bezug auf Psalm 42,2 כאיל תערג על־אפיקי־מים כן נפשי תערג אליך אלהים׃: „Der Hirsch schreit wieder“ – er „lechzt nicht mehr“.[58][59] Das ist allerdings nicht besonders genau übersetzt. „In Ps 42,2 wird die nach Wasser schreiende, schmachtende Hirschkuh zum Bild für das Verlangen des Beters nach der Nähe Gottes (vgl. Riede 2000), ein Motiv, das sich auf judäischen Siegeln des 8./7. Jh.s v. Chr. mehrfach findet (vgl. Keel 1980, 347).“[60] Warum hat die Revision Luthers Formulierung wieder hervorgeholt und stellt sie ins Schaufenster? „Die neue Ausgabe … wird zu dem ursprünglichen Luthertext mit seiner elementaren Sprache zurückkehren, wie ihn die Kirchenchöre in der Vertonung von Mendelssohn kennen.“[61]

Konsequenter aus den Urtexteditionen übersetzt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass der Lutherbibel der wissenschaftlich gesicherte Urtext zugrunde liegen soll, und nicht der Urtext, wie er im 16. Jahrhundert vorlag, ist Konsens aller Revisionen nach 1912 gewesen; in der Umsetzung scheute man sich aber, inhaltlich relevante Änderungen an bekannten Texten vorzunehmen. Daher wusste der Leser nicht, ob die Übersetzung der Lutherbibel dem Urtext voll entspricht oder sich mehr schlecht als recht mit dem Urtext vereinbaren lässt. Hier stellt sich die Revision von 2017 klarer zum wissenschaftlich gesicherten Urtext, wo er dem Textus receptus widerspricht. Ein Beispiel aus der Bergpredigt:

Mt 6,1a Προσέχετε [δὲ] τὴν δικαιοσύνην ὑμῶν μὴ ποιεῖν ἔμπροσθεν τῶν ἀνθρώπων πρὸς τὸ θεαθῆναι αὐτοῖς[62]

Textus receptus: προσεχετε την ελεημοσυνην υμων μη ποιειν εμπροσθεν των ανθρωπων προς το θεαθηναι αυτοις[63]

LB 1545 Habt acht auff ewer Almosen / das Jr die nicht gebt fur den Leuten / das jr von jnen gesehen werdet.

LB 1912 Habt acht auf eure Almosen, daß ihr die nicht gebet vor den Leuten, daß ihr von ihnen gesehen werdet.

LB 1984 Habt Acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden.

LB 2017 Habt aber acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden."

„Gerechtere“ Sprache?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Blick auf ihre Verwendung im Gottesdienst und Unterricht wurde auch überprüft, wie Frauen in der Lutherbibel zur Sprache kommen und welches Bild der jüdischen Religion die Lutherbibel entwirft.

Korrektur antijüdischer Aussagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Änderung findet sich im Römerbrief, wo Paulus sich dem Problem stellt, dass die Mehrheit Israels Christus ablehnt.

Röm 11,15 εἰ γὰρ ἡ ἀποβολὴ αὐτῶν καταλλαγὴ κόσμου, τίς ἡ πρόσλημψις εἰ μὴ ζωὴ ἐκ νεκρῶν;[64]

LB 1545 Denn so jrer verlust der Welt versünung ist / Was were das anders / denn das Leben von den Todten nemen?

LB 1984 Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten!

LB 2017 Denn wenn ihr Verlust Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten!

Korrektur einer Frauen diskriminierenden Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Revision ändert anstößige Stellen (nur) dort, wo Luther über den Urtext hinausgehend Frauen diskriminierende Formulierungen gewählt hat. Das wichtigste Beispiel findet sich in der Schöpfungsgeschichte:[65]

Gen 2, 18 ויאמר יהוה אלהים לא־טוב היות האדם לבדו אעשה־לו עזר כנגדו׃

LB 1545 Vnd Gott der HERR sprach / Es ist nicht gut das der Mensch allein sey / Jch wil jm ein Gehülffen machen / die vmb jn sey.

Luther war dieser Satz so wichtig, dass er ihn im Druck hervorgehoben und mit einer Randglosse versehen hat: „Das ist / Kein Thier nam sich des Menschen an vmb jn zu sein / das ihm hülffe sich mehren vnd neeren etc.“[66]

LB 1984 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.

LB 2017 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.

Die Änderungen der Lutherbibel im Sinne einer frauengerechten Sprache (wie diese im Zusammenhang mit der Bibel in Gerechter Sprache diskutiert wurde) gehen nicht über das hinaus, was von einer soliden Übersetzung im 21. Jahrhundert erwartet werden muss und was z. B. in der revidierten Einheitsübersetzung oder der Zürcher Bibel von 2007 auch zu finden ist. Genannt seien: Junia (nicht Junias), „berühmt unter den Aposteln“ (Röm 16,7) und die Formulierung „Brüder und Schwestern“ immer dort, wo in der Apostelgeschichte und in den Briefen des Neuen Testaments die ganze Gemeinde gemeint ist.

Kritik von katholischer Seite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgesehen von der Einzelkritik an bestimmten Formulierungen in Luthers Übersetzung wird von katholischer Seite auch der „wacklige Aufbau“[67] der Lutherbibel kritisiert, weil sie einen ganz neuen, „hybriden“[68] Kanon heiliger Schriften biete:

  • das Alte Testament im Umfang des hebräischen Kanons (Tanach), aber in der Reihenfolge der Septuaginta;
  • die Apokryphen dem Anspruch nach als den Überschuss der Septuaginta, der im Alten Testament ausgeschieden wurde, de facto aber als eine von der Vulgata-Tradition beeinflusste Auswahl;
  • das Neue Testament in neuer Sortierung, wobei Hebräerbrief, Jakobusbrief, Judasbrief und Offenbarung an den Rand geschoben werden.

„Die Schrift, auf welche sich die reformatorischen Kirchen berufen, ist streng genommen … das Produkt der Reformation, nämlich ein aus hebräischem Umfang und griechischer Struktur gemischter, jedoch in einer dritten Sprache dargebotener Kanon.“[69]

Außerdem, so die Kritik, trete die Lutherbibel mit einer besonderen Dignität neben die Urtexte, sie übersetze nicht nur, sondern sie sei selbst Heilige Schrift, in demselben Sinn, wie die Septuaginta für das griechisch sprechende Judentum der Antike (darunter die Autoren des Neuen Testaments!) Heilige Schrift gewesen sei.[70]

Besonderheiten der Lutherübersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schon im Seitenlayout (Kernstellen) bietet sich die Lutherbibel als Meditationstext an: ein Alleinstellungsmerkmal unter den deutschen Bibeln. Kernstellen sind fett gedruckte Bibelverse, die früher von den Konfirmanden auswendig zu lernen waren. Zwar hat Luther selbst einzelne Verse seiner Bibel im Druck hervorgehoben, die Kernstellen selbst sind jedoch ein Erbe des Halleschen und württembergischen Pietismus, der sich sehr aktiv um die Bibelverbreitung bemühte und mit Kernstellen eine Anzahl „goldener Worte“ unters Volk bringen wollte.[71] Kritik entzündete sich daran, dass auch im biblischen Zusammenhang eher nebensächliche Sätze zu Kernstellen aufstiegen, wenn sie der Mentalität der Pietisten entgegenkamen.
    Zwar wurde der Kernstellenbestand bei jeder Revision überarbeitet, diese Methode, Verse aus dem Kontext auszugliedern und der unmittelbaren Rezeption anzubieten, wurde jedoch nicht angetastet[72] und wirkt auf heutige evangelische Frömmigkeitspraxis stark ein, indem Taufeltern oder Konfirmanden unter den Kernstellen „ihren Spruch“ wählen (früher: zugeteilt bekamen), der eventuell sogar als Lebensmotto in die Beerdigungsansprache eingehen wird.
  2. Ausgliederung der Spätschriften des Alten Testaments als sogenannte Apokryphen aus dem Alten Testament, so dass letzteres bei Luther wieder den Umfang des jüdischen Kanons hat. Luther hat mit seinem Mitarbeiterkreis die Apokryphen übersetzt, sie als Schriften, die „nützlich und gut zu lesen“ seien, in einem eigenen Bibelteil zwischen den Testamenten untergebracht und auch über sie gepredigt. Ihr vergleichsweise geringerer Wert in der evangelischen Tradition führte aber dazu, dass bis zur Revision von 2017 die Apokryphen der Lutherbibel aus schlechten Handschriften, wie sie im 16. Jahrhundert vorlagen, übersetzt worden waren. Das führte auch zu abweichender Kapitel- und Verszählung. Dieser sowohl wissenschaftlich als auch ökumenisch unerfreuliche Befund wurde mit der Revision von 2017 durch völlige Neubearbeitung, teilweise Neuübersetzung, der Apokryphen beendet. Die Aufwertung der Apokryphen wird offenbar von den meisten evangelischen Freikirchen, die im Vorfeld konsultiert worden waren, mitgetragen. So begrüßten baptistische Theologen bei einer ca. 1993 durchgeführten Befragung die Apokryphen als Beigabe zum Alten Testament (ohne normativen Wert), da sie, ähnlich wie Landkarten und Zeittafeln, dem Leser beim Verständnis der biblischen Welt helfen können.[73]
  3. Im Alten Testament bietet die Lutherbibel den hebräischen Text des Buches Ester und den aramäischen Text des Buches Daniel; die Erweiterungen im griechischen Septuaginta-Text finden sich am Ende der Apokryphen als „Stücke zu Ester“ bzw. „Stücke zu Daniel“. (In beiden Fällen komponiert die Einheitsübersetzung aus der hebräischen und der griechischen Texttradition einen Mischtext. Die Gute Nachricht Bibel bietet den hebräischen Ester-Text im Alten Testament und den griechischen Ester-Text in den Apokryphen.) Die Apokryphen der Lutherbibel 2017 enden mit dem „Gebet Manasses“, einem psalmartigen Text, den die Einheitsübersetzung gar nicht bietet. Luther fand das Gebet Manasses in seiner Vulgatabibel am Ende des 2. Buches der Chronik.[74] Eine Fußnote der Lutherbibel 2017 informiert hierzu: „Das Gebet wurde von Luther als Schlussgebet zum Alten Testament verstanden. Er nahm es nicht ins Inhaltsverzeichnis der Schriften auf.“[75]
  4. Eigenwillige Anordnung der Schriften des Neuen Testaments (vgl. Liste biblischer Bücher). Luther hat diejenigen Schriften, die er für theologisch fragwürdig hielt (Hebräerbrief, Jakobusbrief, Judasbrief), an das Ende des Neuen Testaments, vor die Offenbarung des Johannes, verschoben. Diese Reihenfolge war früher auch bei anderen evangelischen Bibelübersetzungen üblich, scheint aber mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal der Lutherbibel zu sein. Im Konfirmandenunterricht wird seit jeher, bis heute, die Reihenfolge der biblischen Schriften auswendig gelernt, so dass sich diese Differenz in den Unterrichtsmaterialien störend bemerkbar macht.
  5. Differenzierte Schreibweise des Gottesnamens: im AT steht die Schreibweise „HERR“ in Versalien für JHWH, die Schreibweise „HErr“ für Adonai. Im Neuen Testament steht die Schreibweise „HERR“ an 150 Stellen für Gott den Vater, wo sich Zitate aus dem AT auf den Eigennamen Gottes „JHWH“ beziehen. Bei Bezugnahmen auf Jesus Christus findet sich im NT die Schreibweise HErr, die einfache Schreibweise „Herr“ dagegen nur dort, wo sich das Wort auf Menschen bezieht. In modernen Ausgaben der Lutherbibel wird für JHWH die Schreibweise Herr in Kapitälchen gebraucht. (Unterscheidung zwischen Sohn und Vater im NT findet sich in neueren Ausgaben jedoch nicht mehr.) Die Schreibweise Herr aus der Lutherbibel wurde unter anderem übernommen von der Zürcher Bibel von 2007, der Elberfelder Bibel, seit 2016 auch: der Einheitsübersetzung.
  6. Im griechischen Neuen Testament werden die letzten Worte Jesu am Kreuz in Jesu Muttersprache, griechisch transkribiert, wiedergegeben: Mt 27, 46 „Eli, eli, lema sabachthani?“ bzw. Mk 15, 34 „Eloi, Eloi, lema sabachtani?“ Die Lutherbibel bietet an beiden Stellen: „Eli, Eli, lama asabthani?“ Das ist der Text aus Psalm 22,2 mit der seit dem Frühmittelalter verbindlichen hebräischen Vokalisation: אלי אלי למה עזבתני, die aber zur Zeit der Abfassung des griechischen Neuen Testaments noch nicht normiert war. In der Lutherbibel 2017 gibt es zu jeder dieser beiden Stellen eine erklärende Fußnote: zu Mt 27,46 „Andere Schreibweise: Eli, eli, lema sabachtani?[76]; zu Mk 15,34: „Die Handschriften bieten den aramäischen Wortlaut des Psalms: Eloi, Eloi, lema sabachtani?[77]
  7. Luther hat die Münzen des Neuen Testaments aktualisierend mit Münzen seiner eigenen Zeit identifiziert. Die Revision von 2017 hat Luthers Bezeichnungen (Groschen, Heller, Scherflein, Silberling, Silbergroschen) komplett übernommen.[78] Der Anhang informiert umfassend über die dahinter stehenden griechischen und römischen Münzsysteme. Die Kaufkraft des Geldes war in der Antike starken Schwankungen unterworfen; keine für die Bibelübersetzung gewählte Münzbezeichnung ermöglicht dem Leser eine Umrechnung auf heutige Verhältnisse.
  8. Die Lutherbibel hat keine durchlaufende Seitenzählung, sie beginnt im Neuen Testament mit der Zählung von neuem. Der Grund hierfür kann 2017 nicht mehr in einer veralteten Drucktechnik liegen, sondern darin, für Christen, die die Apokryphen auch als Anhang zum Alten Testament nicht in ihrer Bibel sehen wollen, weiter Bibeln ohne Apokryphen anbieten zu können.

Gedenktag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

20. September im Evangelischen Namenkalender (für das Septembertestament) [79]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schauspieler Ben Becker legte 2007 mit seinem Konzert Die Bibel – Eine gesprochene Symphonie seine Interpretation der Lutherbibel (in der Fassung von 1984) vor, musikalisch begleitet von der Zero Tolerance Band und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg. Unbemerkt blieb, dass das Buch Jona in der Fassung der Elberfelder Bibel zu Gehör gebracht wurde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Luther-Bibel von 1534. Kolorierte Faksimileausgabe, 2 Bände und Begleitband (v. Stephan Füssel), Taschen Verlag, 2002 (Rezension und einige Auszüge)
  • Biblia Germanica. Luther-Übersetzung 1545, Ausgabe letzter Hand. Faksimilierte Handausgabe nach dem im Besitz der Deutschen Bibelgesellschaft befindlichen Originaldruck; einspaltig. Mit zahlreichen Initialen und Holzschnitten des Meisters MS, an deren Gestaltung Luther selbst mitgewirkt hat. Deutsche Bibelgesellschaft, 1967. ISBN 3-438-05501-5
  • D. Martin Luther. Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. Der komplette Originaltext von 1545 in modernem Schriftbild. Hrsg. von Hans Volz unter Mitarbeit von Heinz Blanke; Textredaktion Friedrich Kur. Rogner & Bernhard, München 1972 (Neuausgabe: Ed. Lempertz, Bonn 2004), ISBN 3-933070-56-2.
  • Die Luther-Bibel. Originalausgabe 1545 und revidierte Fassung 1912 (CD-ROM), Digitale Bibliothek 29, Berlin 2002, ISBN 3-89853-129-5 (Es handelt sich um Luthers frühneuhochdeutschen Text.)
  • Evangelische Kirche in Deutschland (Hrsg.): Die Bibel. Nach Martin Luthers Übersetzung. Lutherbibel revidiert 2017. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-438-03310-9
  • Martin Luther: Sendbrief vom Dolmetschen, Nürnberg 1530 (Luther erläutert seine Übersetzungsgrundsätze). Neuausgabe bei Reclam, Ditzingen 1986. Online in heutigem Deutsch: Martin Luther – Sendbrief vom Dolmetschen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Volz, Luthers deutsche Bibelübersetzung, Vorwort zu D. Martin Luther. Die gantze Heilige Schrifft Deudsch, München 1972, 41*-137*
  • Werner Besch, Deutscher Bibelwortschatz in der frühen Neuzeit, Auswahl – Abwahl – Veralten, Frankfurt/Main 2008
  • Dieter Gutzen, "Denn wer dolmetzschen wil, mus grosse vorrath von worten haben." Von Luthers Bibelübersetzung zur Bibel in gerechter Sprache, in: Albrecht Buschmann (Hrsg.), Gutes Übersetzen. Neue Perspektiven für Theorie und Praxis des Literaturübersetzens, Berlin/Boston 2015, S. 243-282
  • Anja Lobenstein-Reichmann: Martin Luther, Bible Translation, and the German Language. In: Oxford Research Encyclopedia of Religion. Oxford University Press, 2017.
  • Siegfried Meurer (Hrsg.): Die Bibel in der Welt. Band 21: Die neue Lutherbibel. Beiträge zum revidierten Text 1984. Stuttgart 1985.
  • Siegfried Meurer (Hrsg.), Die Apokryphenfrage im ökumenischen Horizont. Die Stellung der Spätschriften des Alten Testaments im biblischen Schrifttum und ihre Bedeutung in den kirchlichen Traditionen des Ostens und Westens (Jahrbuch der Deutschen Bibelgesellschaft), 2. Aufl. Stuttgart 1993, darin besonders:
    • Klaus Dietrich Fricke, Der Apokryphenteil der Lutherbibel, S. 51-82
  • Siegfried Meurer (Hrsg.): Was Christum treibet. Martin Luther und seine Bibelübersetzung. Bibel im Gespräch Bd.4, Stuttgart 1996, darin besonders:
    • Fritz Tschirch: Luthers Septembertestament. Eine Wende in der Übersetzung der Bibel ins Deutsche, S. 11–23
    • Klaus Dietrich Fricke: Dem Volk aufs Maul sehen. Bemerkungen zu Luthers Verdeutschungsgrundsätzen, S. 24–37
    • Wolfgang Haubrichs: Die Sprache Martin Luthers, S. 52–69
    • Hartmut Hövelmann: Die Markierung von Kernstellen in der Lutherbibel. Ihre Entstehung, ihre Entwicklung, ihre Problematik, S. 70–88

Der Weg zur Revision von 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Lippold: Die Lutherbibel – Einblick in eine Revisionsarbeit. In: Evangelische Orientierung 1/2007, S. 10–11
  • Corinna Dahlgrün, Jens Haustein (Hrsg.): Anmut und Sprachgewalt. Zur Zukunft der Lutherbibel. Beiträge der Jenaer Tagung 2012. Stuttgart 2013.
  • Arndt Elmar Schnepper: Kleines Lob der Lutherbibel. Warum die Übersetzung des Reformators nach 500 Jahren noch Zukunft hat, in: Faszination Bibel 1/2014, S. 58–60.
  • Melanie Lange, Martin Rösel (Hrsg.) "Was Dolmetschen für Kunst und Arbeit sei". Die Lutherbibel und andere deutsche Bibelübersetzungen; Beiträge der Rostocker Konferenz 2013, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2014, Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2014, ISBN 978-3-374-03789-6.
  • Margot Käßmann, Martin Rösel: Die Bibel Martin Luthers. Ein Buch und seine Geschichte, Stuttgart / Leipzig 2016, ISBN 978-3-438-06275-8.
  • Martin Rösel, Revision und Neuübersetzung. Die Apokryphen in der Lutherbibel 2017, in: Albrecht Buschmann (Hrsg.), Gutes Übersetzen. Neue Perspektiven für Theorie und Praxis des Literaturübersetzens, Berlin/Boston 2015, S. 283-296
  • Christoph Kähler, Die Lutherbibel als Baustelle?, in: Faszination Bibel 3/2016, S. 20-23
  • Christoph Kähler, Treue gegenüber dem biblischen Text: Zum Reformationsjubiuläum eine revidierte Lutherbibel, in: Deutsches Pfarrerblatt 1 / 2016 [80]
  • Jürgen Ebach, Mehr Bibel oder mehr Luther? Beobachtungen und Impressionen zur neuen Revision der Lutherbibel [81]

Die Lutherbibel, insbesondere die Revision 2017, aus katholischer Sicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich H. J Körtner, Im Anfang war die Übersetzung. Kanon, Bibelübersetzung und konfessionelle Identitäten im Christentum, in: Marianne Grohmann, Ursula Ragacs, Religion übersetzen: Übersetzung und Textrezeption als Transformationsphänomene von Religion, Göttingen 2017, S. 179-202
  • Thomas Söding, Die Bibel für alle. Kurze Einführung in die neue Einheitsübersetzung, Herder 2017, ISBN 978-3-451-37813-3.
  • Martin Luther und "seine" Bibel, Bibel und Kirche Heft 1/2017, darin besonders:
    • Stefan Michel, Die Lutherbibel in den Händen seiner Kollegen. Martin Luther und die Helfer seiner Bibelübersetzung, S. 22-30.
    • Bettina Eltrop / Franz Josef Backhaus, Die Lutherbibel als Baustelle? Fragen an Landesbischof Christoph Kähler zur vierten kirchenamtlichen Revision 2017, S. 41-4
  • Peter Neuner, Die Heilige Schrift im Werk Martin Luthers [82]
  • Thomas Söding, Das Testament der Reformation [83][84]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Lutherbibel – Quellen und Volltexte
 Commons: Lutherbibel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Art. "Bibel". Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  2. Kommentar zur Lutherbibel 2017. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  3. Art. "Bibel", NAK von A bis Z. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  4. Albrecht Beutel: Ein Meisterstück der deutschen Prosa. Die Anfänge der Lutherbibel auf dem Hintergrund früherer Bibelübersetzungen. In: Bibel und Kirche. Januar 2017, S. 14.
  5. Stefan Michel: Die Lutherbibel in den Händen seiner Kollegen. S. 23.
  6. Stefan Michel: Die Lutherbibel in den Händen seiner Kollegen. S. 23.
  7. Hans Volz: Luthers deutsche Bibelübersetzung. S. 52*.
  8. Dieter Gutzen: „Denn wer dolmetzschen wil…“ S. 252.
  9. Novum Testamentum Graece. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  10. Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche der Union (Hrsg.): Evangelisches Gottesdienstbuch. 3. Auflage. Berlin, Bielefeld, Hannover 2003, S. 73.
  11. Novum Testamentum Graece. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  12. Stefan Michel: Die Lutherbibel in den Händen seiner Kollegen. S. 24.
  13. Stefan Michel: Die Lutherbibel in den Händen seiner Kollegen. S. 25.
  14. Documents representing the beginning and the early development of the Reformation initiated by Martin Luther. UNESCO, abgerufen am 13. Oktober 2017 (PDF; 62 kB, englisch).
  15. Martin Luthers Exemplar der Hebräischen Bibelausgabe. Abgerufen am 12. Oktober 2017.
  16. Hans Volz: Luthers deutsche Bibelübersetzung. S. 132*.
  17. Andreas Berger: Luther – eine Zerreißprobe. Eine Schau im Braunschweigischen Landesmuseum beleuchtet diue Reformation als gesellschaftlichen Umbruch. In: Braunschweiger Zeitung. 5. Mai 2017.
  18. Hans Volz: Luthers deutsche Bibelübersetzung. S. 135*.
  19. D. Martin Luther: Die ganzer Heilige Schrifft Deudsch. Hrsg.: Hans Volz. 1. Auflage. Band 2. München 1972, S. 1516.
  20. D. Martin Luther: Die ganzer Heilige Schrifft Deudsch. Hrsg.: Hans Volz. 1. Auflage. Band 1. München 1972, S. 926.
  21. Jürgen Ebach: Mehr Bibel oder mehr Luther? S. 6.
  22. Hans Volz: Luthers deutsche Bibelübersetzung. S. 130*.
  23. Wolfgang Haubrichs: Die Sprache Martin Luthers. S. 63.
  24. Jacob Grimm: Deutsche Grammatik. 2. Auflage. Band 1. Kassel 1822, S. xi.
  25. Werner Besch: Deutscher Bibelwortschatz in der frühen Neuzeit. S. 11.
  26. Werner Besch: Deutscher Bibelwortschatz in der Frühen Neuzeit. S. 11.
  27. Oskar Reichmann: Lexikalische Varianten im frühneuhochdeutschen Bibelwortschatz und die neuhochdeutsche Schriftsprache: Fakten und Reflexionen. In: Anja Lobenstein-Reichmann / Oskar Reichmann (Hrsg.): Frühneuhochdeutsch: Aufgaben und Probleme seiner linguistischen Beschreibung. Olms, Hildesheim 2011, ISBN 978-3-487-14657-7, S. 383–478.
  28. Anja Lobenstein-Reichmann: Martin Luther, Bible Translation, and the German Language. In: Oxford Research Encyclopedia of Religion. Oxford University Press, 2017, abgerufen am 12. August 2017 (englisch).
  29. Deutsche Bibelgesellschaft: Redensarten und Sprichwörter der Bibel. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
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