Lutwin Beck

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Lutwin Beck (* 13. Januar 1927 in Saarbrücken) ist ein deutscher Gynäkologe und Geburtshelfer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1927 im Saarland geboren, wurde Lutwin Beck am Ende des Zweiten Weltkriegs noch als Luftwaffenhelfer verpflichtet. Nach Kriegsende studierte er Medizin an der Sorbonne in Paris und der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Hier wurde Beck 1952 nach Verteidigung seiner Dissertationsschrift Die Muskulatur des Nierenbeckens und des oberen Teiles des Harnleiters bei Hund, Katze, Schwein und Mensch zum Dr. med. promoviert. Er absolvierte danach eine Ausbildung in Anästhesiologie in Syracuse (New York). Nach seiner Rückkehr übernahm er eine Position an der Landesfrauenklinik Wuppertal unter Karl Julius Anselmino (1900–1978). Später wechselte Lutwin Beck an die Universitätsfrauenklinik Mainz unter dem Direktorat von Volker Friedberg. 1967 habilitierte er sich an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit der Habilitationsschrift Morphologie und Funktion der Muskulatur der weiblichen Harnröhre. Zugleich wurde er Oberarzt und profilierte sich mit der Entwicklung urodynamischer Messsysteme. Aus Mainz erhielt Beck den Ruf auf die C4-Professur an der Düsseldorfer Universitätsfrauenklinik. Das Amt des Klinikdirektors übernahm er im August 1971. Er leitete die Klinik bis zu seiner Emeritierung 1993. Zu seinem Nachfolger wurde Hans Georg Bender berufen.

Lutwin Beck war zweimaliger Vorsitzender der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, von 1984 bis 1986 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie (DGGG) und organisierte deren Kongress 1986 in Düsseldorf. Beide Gesellschaften ernannten ihn später zum Ehrenmitglied. Viele Jahre war Beck Repräsentant der DGGG im FIGO-Vorstand und Vorsitzender der Krebsgesellschaft NRW (früher GBK) und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Er ist Repräsentant für medizinische Fragen in der Görres-Gesellschaft, Mitglied des Kuratoriums der Hufeland-Stiftung und Mitherausgeber des Bioethischen Lexikons. Von 1983 bis 2009 war er außerdem Mitherausgeber der Zeitschrift Der Gynäkologe. Viele Jahre war Lutwin Beck zudem ärztlicher Vorsitzender der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein.

Lutwin Beck ist verheiratet mit seiner Kommilitonin Margret Beck, die er während der Studienzeit in Frankfurt kennengelernt hatte. Das Paar hat vier Kinder, eine Tochter und drei Söhne.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutwin Beck: Die Muskulatur des Nierenbeckens und des oberen Teiles des Harnleiters bei Hund, Katze, Schwein und Mensch. Dissertation, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 1952
  • Lutwin Beck: Morphologie und Funktion der Muskulatur der weiblichen Harnröhre. Habilitationsschrift, Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1967
  • Lutwin Beck: Geburtshilfliche Anästhesie und Analgesie. Thieme-Verlag, Stuttgart 1968
  • Lutwin Beck: Hormone related malignant tumors. Springer-Verlag, Berlin 1990
  • Lutwin Beck: Forensische Fragen in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer-Verlag, Berlin 1994
  • Lutwin Beck: Zur Geschichte der Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer Verlag, Heidelberg 1986, ISBN 3-540-16338-7
  • Lutwin Beck: Intra- und postoperative Komplikation in Gynäkologie: unter Berücksichtigung urologischer und intestinaler Komplikationen. Thieme-Verlag, Stuttgart 1978

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ludwig, Walter Jonat: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe – Vom Programm zur Botschaft. A short history (1886–2008) of the German Society of Gynecology and Obstetrics reviewing its 57 congresses. 2. Auflage 2008. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, ISBN 3-00-009676-0
  • Hans Georg Bender: Prof. Lutwin Beck zum 80. Geburtstag. Frauenarzt 48 (2007), 175, online (PDF-Dokument; 156 kB)