Lutz Kayser

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Lutz Tilo Ferdinand Kayser (* 31. März 1939 in Stuttgart; † 19. November 2017 auf Bikendrik Island auf den Marshallinseln[1]) war ein deutscher Flugzeugbauer, Raketentechniker und Luftfahrttechniker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater, der Chemiker Ludwig Kayser, war Vorstandsmitglied der Süddeutschen Zucker AG. Sein Bruder Manfred wurde Geschäftsführer im Lindauer Werk der Dornier-Werke.[2]

Lutz Kayser besuchte das Karls-Gymnasium in Stuttgart, als er 1955/56 Gründungsmitglied der von Eugen Sänger geleiteten Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt an der Universität Stuttgart e. V. wurde. Hier freundete er sich mit Wolfgang Pilz an. Sein Ingenieurstudium der Aeronautik und Raumfahrt an der Universität Stuttgart schloss er 1968 mit dem Diplomexamen ab.

Er arbeitete am Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen. 1970 gründete er in Stuttgart die Technologieforschungs GmbH.

Von 1975 bis 1987 entwickelte Kayser das OTRAG-Konzept. Auf der Suche nach einem Startplatz in Indonesien und Südamerika begegnete er zufällig einem Finanzmann, der das Rumble in the Jungle (1974) in Zaire mitorganisierte.[3] Nach der Beinahe-Pleite und Sanierungsvergleich musste er 1981 den Vorsitz an Frank Wukasch abtreten.[4]

Danach lebte Kayser lange in Tripolis und entwickelte Aufwindkraftwerke. 2002 war er Professor und Direktor Technical Education an der Libyschen Akademie der Wissenschaften.[5]

Er wurde CEO und Präsident der Firma von Braun Debus Kayser Rocket Science in Wilmington, Delaware. 2007 ließ Kayser sich auf den Marshallinseln nieder. 2008 trat er Interorbital Systems bei.[6]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Untersuchungen an einem Zweistoff-Heißgas-Raketentriebwerk zur Bahn- und Lageregelung TIROC (Bundesministerium für Forschung und Technologie. Forschungsbericht. Weltraumforschung); Zentralstelle für Luft- und Raumfahrtdokumentation und -information (ZLDI) der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt. 1973
  • mit anderen: Das internationale System der Einheiten: Umrechnungsfaktoren aller englischen und deutschen Masseinheiten in das S. I. Herausgeber. 1967

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R.I.P. Lutz Kayser – German Rocket Pioneer. In: Lin Kayser. (linkayser.com [abgerufen am 21. November 2017]).
  2. Dann wäre Deutschland führend in der Welt. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1978, S. 52–65 (online).
  3. Michael Ohnewald: Ein schwäbisches Himmelfahrtskommando. In: Stuttgarter Zeitung. 30. Juni 2007, S. 3, abgerufen am 3. März 2011 (PDF; 569 kB).
  4. Extravaganzen mit Gaddafi. In: Der Spiegel. Nr. 45, 1981, S. 74–78 (online).
  5. Bernd Leitenberger: OTRAG Rakete. Abgerufen am 3. März 2011.
  6. Michael Ohnewald: Zwischen den Fronten des Kalten Krieges. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 36/2010. 12. September 2010, S. 6, abgerufen am 3. März 2011 (PDF; 406 kB).