Lutz Koch (Paläontologe)

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Lutz Koch (* 1941) ist ein deutscher Lehrer, Fossiliensammler und Paläontologe.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koch war Rektor einer Schule in Wetter an der Ruhr.

Er sammelte insbesondere im rechtsrheinischen Schiefergebirge und in Dänemark[1] und ist besonders für den Fund des ältesten Geißelskorpions der Welt aus dem Karbon der Ziegeleigrube Vorhalle bekannt, den er 1983 mit Carsten Brauckmann veröffentlichte.

Koch publizierte ca. 100 wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Arbeiten, u. a. auch über die Kluterthöhle. An der Erstbeschreibung von 15 Arten war er beteiligt; vier Arten wurden ihm zu Ehren benannt: das Insekt Kochopteron hoffmannorum Brauckmann 1984, der Ostrakode Conchoprimitiella lukochi Schallreuter 1996 und die Gastropoden Praeturbonitella kochi Heidelberger 2005 und Mourlonia kochi Heidelberger 2008.

2002 erhielt er die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille der DGG für paläontologische Forschung im Ordovizium des Rheinischen Schiefergebirges und im Jahr 2015 den Mary Anning Award der Palaeontological Association London.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit C. Brauckmann: Prothelyponus naufragus n. sp., ein neuer Geißelskorpion [Arachnida: Thelyphonida: Thelyphonidae] aus dem Namurium (unteres Ober-Karbon) von West-Deutschland. – Entomologia Generalis, 9, 1983, S. 63-73; Stuttgart.
  • mit C. Brauckmann, M. Kemper: Spinnentiere (Arachnida) und Insekten aus den Vorhalle-Schichten (Namurium B, Ober-Karbon) von Hagen-Vorhalle (West-Deutschland), Geologie und Paläontologie in Westfalen, 3, 1985, S. 1-132,
  • mit U. Lemke, C. Brauckmann: Vom Ordovizium bis zum Devon. Die fossile Welt des Ebbe-Gebirges, Hagen 1990
  • Die Ziegeleigruben im flözleeren Namur des Ruhrkarbon, in Werner K. Weidert, Klassische Fundstellen der Paläontologie, Band 1, Goldschneck Verlag 1988[3]
  • Das Prädevon des Ebbe-Sattels, in Werner K. Weidert, Klassische Fundstellen der Paläontologie, Band 3, Goldschneck Verlag 1995
  • Der Schwelmer Kalk, in: Werner K. Weidert, Klassische Fundstellen der Paläontologie, Band 2, Goldschneck Verlag 1990
  • Aus Devon, Karbon und Kreide: die fossile Welt des nordwestlichen Sauerlands, Hagen: v. d. Linnepe 1984
  • Herausgeber: Das Klutert-Buch. Altes und Neues über einen der höhlenreichsten Berge Deutschlands, Hagen, 1992
  • Herausgeber: Fossilien aus dem Schwelmer Kalk, Gelsenkirchen 1995
  • Die Familie Cyclopygidae (Trilobita) im Ordovizium des Ebbe-Sattels und Remscheider Sattels (Rheinisches Schiefergebirge, Deutschland), Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie, Abhandlungen 213(3),1999, S.375-341
  • Corrugatagnostus (Metagnostidae, Trilobita) aus dem Ordovizium des Ebbe-Sattels (Rheinisches Schiefergebirge, Deutschland), Geologica et Palaeontologica, 33, 1999, S. 9-19
  • mit D. Heidelberger: Gastropoda from the Givetian "Massenkalk" of Schwelm and Hohenlimburg (Sauerland, Rheinisches Schiefergebirge, Germany), Geologica et Palaeontologica, Sonderband 4, 2005, S. 1-107
  • mit M. Sachse, S. Voigt: Durch Steine und Pflanzen lernen. Der Zuckerberg in Ennepetal als außerschulischer Lernort. – Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung, 1. Sonderheft, 2007
  • mit S. Voigt, L. Kruse: Höhlen und Karst in Ennepetal. Erdgeschichte, Kulturgeschichte, Erforschungsgeschichte, Ennepetal 2010 (darin von Koch: Zur Geologie des Oberen Mitteldevon (Givet-Stufe) im Raum Ennepetal)
  • mit U. Lemke, L. Schöllmann: Neue Trilobiten-Funde aus dem Ordovizium des Ebbe-Sattels (Rheinisches Schiefergebirge, Deutschland), Geologie und Paläontologie in Westfalen; H. 80, 2011
  • mit R. Schallreuter: Ostrakoden aus dem Ordovizium des Ebbe-Sattels (Rheinisches Schiefergebirge, Westfalen, Deutschland), Geologie und Paläontologie in Westfalen; H. 80, 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Er veröffentlichte in den 1980er Jahren in der Zeitschrift Fossilien über die Moler-Formation des Limfjord, Møns Klint, Stevns Klint und Bornholm
  2. Medal and Award Winners List. In: palass.org. The Palaeontological Association, abgerufen am 17. Januar 2016.
  3. mit kurzer Biografie