Lutz Riemann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lutz Riemann (* 19. Dezember 1940 in Stettin) ist ein deutscher Schauspieler, Journalist und Autor. Er erlangte Bekanntheit durch Rollen in mehreren DEFA-Filmen und als Oberleutnant Zimmermann in der Reihe „Polizeiruf 110“ des DFF.

Leben[Bearbeiten]

Lutz Riemann wuchs in Lubmin auf und erlernte zunächst auf der Peene-Werft in Wolgast den Beruf des Schiffbauers. Dort fand er durch die Mitarbeit in einer Laienspielgruppe Interesse am Schauspielerberuf. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam und bis 1964 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Sein Debüt hatte er in den 1960er Jahren am Meininger Theater, anschließend spielte er am Theater in Weimar. Seit einem schweren Autounfall 1973 ist er freiberuflich tätig. Bühnengastspiele hatte er an den Theatern von Neustrelitz und Meiningen und am Theater im Palast (TiP) in Berlin.

Bei der DEFA übernahm er erstmals 1962 eine Rolle, der Film „Wind von vorn“ wurde jedoch nicht fertiggestellt. In folgenden DEFA-Filmen stellte er häufig Proletarier dar. In den 1980er Jahren spielte er den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann in den Filmen Das Ermittlungsverfahren und Die Mahnung. Die Rolle des Oberleutnant Zimmermann im „Polizeiruf 110“ von 1983 bis 1991 brachte ihm große Popularität beim DDR-Fernsehpublikum.

Nach der Wende arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Redakteur und Moderator beim NDR Fernsehen. Hier war er unter anderem als Außenreporter des „Nordmagazins“ zu sehen. Zusammen mit Michael Schmidt gab er das Buch „Der Untergang der Beluga“ heraus, in dem sich die beiden Autoren mit dem Schiffsunglück des Sassnitzer Fischkutters „Beluga“ befassen.

Tätigkeit als IM[Bearbeiten]

Im August 2013 wurde bekannt, dass Riemann seit den 1960er Jahren unter dem Decknamen „Richard König“ als Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit tätig war. Er berichtete über Künstlerkollegen sowie über den SPD-Politiker Peer Steinbrück, mit dessen Cousine er verheiratet ist. Riemann gibt an, er habe sich aus „weltanschaulicher Überzeugung“ zu dieser Tätigkeit verpflichtet.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dirk Banse, Michael Behrendt: Steinbrück, Stasi und „die Freunde“. In: Welt am Sonntag vom 18. August 2013, S. 2–3.