Luxair

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Luxair
Logo der Luxair
Boeing 737-800 der Luxair
IATA-Code: LG
ICAO-Code: LGL
Rufzeichen: LUXAIR
Gründung: 1962[1]
Sitz: Sandweiler, LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Drehkreuz:

Flughafen Luxemburg

Heimatflughafen:

Flughafen Luxemburg

IATA-Prefixcode: 149
Leitung: Adrien Ney (CEO)
Mitarbeiterzahl: 2.438[2] (2015)
Umsatz: 505,4 Millionen[2] (2015)
Fluggastaufkommen: 1,8 Millionen[2] (2015)
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 16 (+ 1 Bestellung)
Ziele: international
Website: www.luxair.lu

Luxair (eigentlich LUXAIR - Société Luxembourgeoise de Navigation Aérienne) ist die nationale Fluggesellschaft Luxemburgs mit Sitz in Sandweiler und Basis auf dem Flughafen Luxemburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sud Aviation Caravelle der Luxair im Jahr 1976

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1950er-Jahre wurde Luxemburg, einer der Gründerstaaten der Europäischen Gemeinschaft, als Sitz mehrerer wichtiger europäischer Einrichtungen benannt. Diese Umstände bewirkten eine immer größere Nachfrage nach effizienten Flugverbindungen zwischen Luxemburg und anderen europäischen Hauptstädten. Folglich wurde die 1948 gegründete Luxembourg Airlines Company 1961 umstrukturiert, um dem Andrang gerecht zu werden. Sie wurde in Luxair - Société Luxembourgeoise de Navigation Aérienne umbenannt. 1962 nahm Luxair mit der Einführung der Route zwischen Luxemburg und Paris und mit einer Fokker F-27 den Flugbetrieb auf.[3]

Ein Jahr später kaufte Luxair das erste eigene Flugzeug, eine Fokker F-27. Von 1964 bis 1969, betrieb Luxair drei Lockheed L-1649A Starliner in Zusammenarbeit mit Trek Airways auf der Strecke Luxemburg–Johannesburg. Die drei Starliner flogen unter den damaligen Farben von Luxair. Der zunehmende Luftverkehr zwischen Luxemburg und den großen europäischen Städten machte bald den Kauf von zusätzlichen Flugzeugen unumgänglich. 1967 bestand die Luftflotte von Luxair aus drei Fokker F-27 und einer Vickers Viscount. Die Viscount wurde 1970 durch das erste Strahlflugzeug der Fluggesellschaft, eine Sud Aviation Caravelle, ersetzt. Die erste Boeing 737-200 wurde 1977 bestellt. 1987 leaste man eine 747-SP der South African Airways. Im Laufe der Jahre ersetzte Luxair nach und nach seine Flotte durch modernere 737-400 und -500 sowie Fokker 50 und Embraer EMB 120.[3]

Entwicklung seit den 1990er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 747-SP der Luxair im Jahr 1990

Im Oktober 1997 kaufte Luxair zwei neue Embraer ERJ 145, welche bei ihr den Beinamen EUROJET tragen. Im September 1998 bestellte Luxair fünf weitere ERJ 145. 2004 kaufte Luxair zudem zwei neue Boeing 737-700. Eine weitere Maschine wurde im Januar 2005 geliefert. Außerdem wurden zwei Embraer ERJ 135 erworben, die Ende Januar und Ende Februar 2005 ausgeliefert wurden. Im März 2005 verkaufte die Luxair die drei noch verbliebenen Fokker 50 und stellte damit den Betrieb von Turboprops vorerst ein - das damalige Konzept sah eine reine Flotte mit Strahltriebwerken vor.

Im Jahr 2005 wurde entgegen dem damaligen Branchentrend ein Verlust von 12 Millionen Euro eingeflogen, sodass Luxair Anfang April 2006 eine Restrukturierung seiner Aktivitäten unter dem Motto „Building A New Airline“ (dt. etwa Eine neue Fluggesellschaft schaffen) ankündigte.[4] Das neue Konzept sah einen Abbau der Beschäftigtenzahl sowie eine mittelfristige Rückkehr zu Turboprop-Maschinen vor. Im Juni 2006 wurde schließlich bekannt, dass Luxair drei Bombardier Dash 8Q-400 bestellt und Optionen für weitere drei Flugzeuge vereinbart hat. Die erste Maschine wurde am 31. Mai 2007 ausgeliefert und trug als erste die neue Bemalung der Gesellschaft.[5]

Luxair ist seit dem 29. März 2009 vollintegrierter Partner im Vielfliegerprogramm Miles & More der Lufthansa.[6] Am 24. November 2009 traf eine geleaste Boeing 737-800 in Luxemburg ein. Sie sollte ab März 2010 die letzte 737-500 ersetzen. Am 5. Februar 2011 traf die fünfte und vorerst letzte bestellte Bombardier Dash 8Q-400 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen LX-LGF um 16:05 Uhr auf dem Flughafen Luxemburg ein.[7]

seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund erneut hoher Verluste war Luxair 2011 gezwungen, die Zahl ihrer Flugzeuge und Ziele zu reduzieren.[8] So wurden die beiden Embraer ERJ 135 ausgemustert und die Verbindungen nach Prag und Dublin gestrichen.[9] 2012 hatte Luxair einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe.[10]

2013 und 2014 hat Luxair zwei neue Boeing 737-800 mit dem neuen „Boeing Sky Interior“ in Betrieb genommen. Dadurch konnte Luxair ihre letzte 737-500 aus der Flotte ausmustern.[11]

Anteilseigner der Luxair Group sind mit Stand Juni 2017 der Staat Luxemburg (39,05 %), Spuerkeess - Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat S.A. (21,81 %), Banque internationale à Luxembourg S.A. (13,14 %), Delfin (13,00 %), Luxair (10,00 %), Luxair Finance (2,86 %) und Andere (0,14 %). Luxair ist darüber hinaus mit 35,10 % an der Frachtfluggesellschaft Cargolux beteiligt.[12]

Lufthansa bot am 1. September 2015 die Anteile in Höhe von 13 % dem Luxemburgischen Staat an, um die Flüge aus Luxemburg nach Frankfurt am Main oder München selbst anzubieten.[13] Der Luxemburgische Staat verkaufte die Anteile wiederum an die Finanzholding-Gesellschaft Delfin Finance von Leonardo Del Vecchio.[14]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luxair führt Linien- und auch Charterflüge hauptsächlich auf Kurz- und Mittelstrecken innerhalb Europas durch.[15]

Im deutschsprachigen Raum werden Berlin-Tegel, Bremen, Genf, Hamburg, München, Saarbrücken und Wien angeflogen.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bombardier Dash 8Q-400 der Luxair

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand Juni 2017 besteht die Flotte der Luxair aus 16 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 4,7 Jahren:[16]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[17] Anmerkungen Sitzplätze[18]
Boeing 737-700 02 mit Winglets ausgestattet 141
Boeing 737-800 04 186
Bombardier Dash 8Q-400 10 1 Auslieferung vsl. Oktober 2017[19] 76
Gesamt 16 1

Zuvor eingesetzte Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lockheed L-1649A Starliner der Luxair im Jahr 1965

In der Vergangenheit setzte Luxair unter anderem folgende Flugzeugtypen ein:[20]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luxair verzeichnet in ihrer Geschichte drei Flugzeugverluste, wobei auch Todesopfer zu beklagen waren:[21]

  • Am 19. Juni 1958 verunglückte eine Curtiss C-46 Commando mit dem Luftfahrzeugkennzeichen LX-LAA bei einem Trainingsflug auf dem Flughafen Stuttgart. Bei der Landung brach das linke Hauptfahrwerk, das Flugzeug kam von der Bahn ab und fing Feuer. Es gab keine Todesopfer, die Maschine wurde jedoch zerstört.[22]
  • Am 22. Dezember 1969 verunglückte auf Luxair-Flug 303 eine Vickers Viscount (LX-LGC) bei der Landung auf dem Flughafen Luxemburg. Die aus Frankfurt am Main kommende Maschine rollte über die Landebahn hinaus, dabei brach das Bugfahrwerk. Alle Passagiere kamen mit dem Schrecken davon, die Maschine wurde jedoch irreparabel beschädigt.[23]
  • Am 6. November 2002 stürzte eine Fokker 50 (LX-LGB) auf Luxair-Flug 9642 in dichten Nebel aus Berlin-Tempelhof kommend beim Anflug auf die Landebahn 24 kurz vor dem Flughafen Luxemburg auf ein Feld nahe Niederanven. Dabei kamen 20 Menschen, unter ihnen der luxemburgische Maler Michel Majerus, ums Leben. Lediglich der Kapitän und ein Passagier überlebten den Absturz schwerverletzt.[24]
  • Am 30. September 2015 verunglückte eine Bombardier DHC-8-400 (LX-LGH) auf Luxair-Flug 9562 beim Start auf dem Flughafen Saarbrücken. Die aus Hamburg kommende Maschine sollte nach einer planmäßigen Zwischenlandung nach Luxemburg weiterfliegen. Laut Untersuchung der BFU fuhr die Copilotin irrtümlich das Fahrwerk noch vor dem Abheben ein.[25] Das Flugzeug rutschte über die Startbahn und kam wenig später auf dieser zum Stillstand. Keiner der 16 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder wurde verletzt.[26] Aufgrund der Schwere der Beschädigung verzichtete Luxair auf eine Reparatur und entschied sich für einen Neukauf der Maschine.[27]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luxair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ana.public.lu – Historique (französisch)
  2. a b c luxairgroup.lu – Facts and Figures (englisch), abgerufen am 6. Juni 2017
  3. a b luxairgroup.lu - History (englisch), abgerufen am 29. August 2011
  4. SRKlimaschutz aus Kostengründen, 28. März 2007
  5. flugzeugbilder.de – Foto Luxair De Havilland Canada DHC-8-402Q LX-LGA
  6. miles-and-more.com – Luxair: Meilen sammeln & einlösen
  7. Luxemburger WortLuxair hat fünfte Q400 erhalten, 8. Februar 2011
  8. Luxemburger WortLuxair plant strategische Anpassungen, 2. Juli 2011
  9. Luxemburger WortLuxair: Fluggeschäft bereitet Sorgen, 6. Juli 2011
  10. TageblattDie Luxair steht am Abgrund, 18. März 2013
  11. aerotelegraph.com – Nachwuchs bei Luxair, 12. November 2012 abgerufen am 6. Juni 2017
  12. luxairgroup.com – Shareholders (englisch), abgerufen am 6. Juni 2017
  13. dpa-AFX: Lufthansa will Luxair-Anteile an Luxemburg verkaufen. finanzen.net, 1. September 2015, abgerufen am 21. September 2015.
  14. aerotelegraph.com – Luxair findet Lufthansa-Nachfolger abgerufen am 16. Dezember 2015
  15. luxair.lu – Zielgebietskarte abgerufen am 19. Juni 2017
  16. ch-aviationLuxair (englisch), abgerufen am 6. Juni 2017
  17. Bombardier AerospaceCommercial Aircraft Status Reports (englisch), abgerufen am 6. Juni 2017
  18. luxairgroup.lu – Our Fleet (englisch), abgerufen am 6. Juni 2017
  19. aerotelegraph.com – Luxair kauft eine weitere Bombardier Dash 8 Q400 abgerufen am 13. Dezember 2016
  20. airfleets.net – Luxair (englisch), abgerufen am 6. Juni 2017
  21. Daten über die Fluggesellschaft Luxair im Aviation Safety Network, abgerufen am 3. Oktober 2013
  22. Flugunfalldaten und -bericht LX-LAA im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. Februar 2016
  23. Flugunfalldaten und -bericht LX-LGC im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. Februar 2016
  24. mt.public.lu – FINAL REPORT (REVISED ISSUE) (englisch; PDF; 17,4 MB), abgerufen am 7. Juli 2012
  25. aero.de – Upps, sorry - BFU klärt Startunfall bei Luxair auf abgerufen am 23. Februar 2016
  26. aerotelegraph.com – Unfall in Saarbrücken: Warum wagte der Luxair-Pilot die Bauchlandung?, 1. Oktober 2015
  27. aerotelegraph.com – Verunfallte Flugzeuge: British Airways flickt, Luxair kauft neu, 24. Dezember 2015