Luxemburg beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge von Luxemburg
Übertragende Rundfunkanstalt
RTL
Erste Teilnahme
1956
Bisher letzte Teilnahme
1993
Anzahl der Teilnahmen
37 (Stand 1993)
Höchste Platzierung
1 (1961, 1965, 1972, 1973, 1983)
Höchste Punktzahl
142 (1983)
Niedrigste Punktzahl
0 (1970)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
39,53 (Stand 1993)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,55 (Stand 1993)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Luxemburgs als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Liste der Beiträge[Bearbeiten]

Farblegende:   – Siege.   – Punktgleichheit mit dem letzten Platz.   – Beiträge ohne Finalteilnahme.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Übersetzung Platz Punkte
1956 Michèle Arnaud Les amants de minuit
(Simone Laurencin / Jacques Lassry)
Die Verliebten um Mitternacht 00 00
1956 Michèle Arnaud Ne crois pas
(Christian Guitreau)
Glaub nicht 00 00
1957 Danièle Dupré Amours mortes (Tant de peine)
(Jean-Pierre Kemmer / Jacques Taber)
Gestorbene Lieben (So viel Schmerz) 04/10 008
1958 Solange Berry Un grand amour
(Michel Eric / Monique Laniece, Raymond Roche)
Eine große Liebe 09/10 001
1959 Auf Teilnahme verzichtet
1960 Camillo Felgen Sou laang wéi s du do bast
(Henri Moots, Jean Roderes / Henri Moots)
Solange du da bist 13/13 001
1961 Jean-Claude Pascal Nous les amoureux
(Jacques Datin / Maurice Vidalin)
Wir, die Verliebten 01/16 031
1962 Camillo Felgen Petit bonhomme
(Jacques Datin / Maurice Vidalin)
Kleines Kerlchen 03/16 011
1963 Nana Mouskouri À force de prier
(Raymond Bernard / Pierre Delanoë)
Durch hartnäckiges Beten 08/16 013
1964 Hugues Aufray Dès que le printemps revient
(Hugues Aufray / Jacques Plante)
Sobald der Frühling zurückkommt 04/16 014
1965 France Gall Poupée de cire, poupée de son
(Serge Gainsbourg)
Wachspuppe, Holzspanpuppe 01/18 032
1966 Michèle Torr Ce soir je t’attendais
(Bernard Kesslair / Jacques Chaumelle)
An jenem Abend wartete ich auf dich 10/18 007
1967 Vicky Leandros L’amour est bleu
(André Popp / Pierre Cour)
Die Liebe ist blau 04/17 017
1968 Chris Baldo & Sophie Garel Nous vivrons d’amour
(Carlos Leresche / Jacques Demarny)
Wir werden von Liebe leben 11/17 005
1969 Romuald Cathérine
(Paul Mauriat, André Borgioli / André di Fusco)
11/16 007
1970 David Alexandre Winter Je suis tombé du ciel
(Yves de Vriendt / Eddy Marnay)
Ich bin vom Himmel gefallen 12/12 000
1971 Monique Melsen Pomme, pomme, pomme
(Hubert Giraud / Pierre Cour)
Apfel, Apfel, Apfel 13/18 070
1972 Vicky Leandros Après toi
(Mario Panas, Klaus Munro / Yves Dessca, Klaus Munro)
Nach dir 01/18 128
1973 Anne-Marie David Tu te reconnaîtras
(Claude Morgan / Vline Buggy)
Du wirst dich wiedererkennen 01/17 129
1974 Ireen Sheer Bye Bye I Love You
(Ralph Siegel / Michael Kunze)
Tschüss, ich liebe dich 04/17 014
1975 Géraldine Toi
(Bill Martin, Phil Coulter, Pierre Cour)
Du 05/19 084
1976 Jürgen Marcus Chansons pour ceux qui s’aiment
(Jack White / Fred Jay, Vline Buggy)
Lieder für die, die sich lieben 14/18 017
1977 Anne-Marie B. Frère Jacques
(Pierre Cour, Guy Béart)
Bruder Jakob 16/18 017
1978 Baccara Parlez-vous français?
(Rolf Soja / Frank Dostal, Péter Zentner)
Sprechen Sie Französisch? 07/20 073
1979 Jeane Manson J’ai déjà vu ça dans tes yeux
(Jean Renard)
Ich sah es schon in deinen Augen 13/19 044
1980 Sophie & Magaly Papa pingouin
(Ralph Siegel, Bernd Meinunger / Pierre Delanoë, Jean-Paul Cara)
Papa Pinguin 09/19 056
1981 Jean-Claude Pascal C’est peut-être pas l’Amérique
(Sophie Makhno, Jean-Claude Pascal, Jean-Claude Petit)
Das ist vielleicht nicht Amerika 11/20 041
1982 Svetlana Cours après le temps
(Cyril Assous / Michel Jouveaux)
Lauf der Zeit hinterher 06/18 078
1983 Corinne Hermès Si la vie est cadeau
(Jean-Pierre Millers / Alain Garcia)
Falls das Leben ein Geschenk ist 01/20 142
1984 Sophie Carle 100 % d’amour
(Jean-Pierre Goussaud / Jean Beriat, Patrick James)
100 % Liebe 10/19 039
1985 Margo, Franck Olivier,
Diane Solomon, Ireen Sheer,
Malcolm Roberts & Chris Roberts
Children, Kinder, enfants
(Ralph Siegel / Jean Beriat, Bernd Meinunger)
Kinder, Kinder, Kinder 13/19 037
1986 Sherisse Laurence L’amour de ma vie
(Rolf Soja / Frank Dostal, Alain Garcia)
Die Liebe meines Lebens 03/20 117
1987 Plastic Bertrand Amour, amour
(Plastic Bertrand, Alec Mansion)
Liebe, Liebe 21/22 004
1988 Lara Fabian Croire
(Jacques Cardona / Alain Garcia)
Glauben 04/21 090
1989 Park Café Monsieur
(Maggie Parke, Gast Waltzing / Bernard Loncheval, Yves Lacomblez, Maggie Parke)
(Mein) Herr 20/22 008
1990 Céline Carzo Quand je te rêve
(Jean-Charles France / Thierry Delianis)
Wenn ich von dir träume 13/22 038
1991 Sarah Bray Un baiser volé
(Patrick Hippert / Mick Wersant, Linda Lecomte)
Ein gestohlener Kuss 14/22 029
1992 Marion Welter & Kontinent Sou fräi
(Jang Linster, Ab van Goor)
So frei 21/23 010
1993 Modern Times Donne-moi une chance
(Jimmy Martin, Patrick Hippert)
Gib mir eine Chance 20/25 011
seit 1994 Auf Teilnahme verzichtet

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten]

Luxemburg nahm bereits an der ersten Ausgabe des Eurovision Song Contest 1956 in Lugano und von da an regelmäßig teil. 1959 blieb das Land aus unbekannten Gründen dem Wettbewerb fern, kehrte aber bereits im Folgejahr zurück. Seit 1994 wurde aus Desinteresse nicht mehr an der Veranstaltung teilgenommen.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten]

Luxemburg konnte fünf Siege erringen: 1961 mit Jean-Claude Pascal und dem Lied Nous les amoureux; 1965 mit dem von Serge Gainsbourg geschriebenen und von France Gall vorgetragenen Lied Poupée de cire, poupée de son; 1972 gewann Vicky Leandros bei ihrer zweiten Teilnahme für das Großherzogtum mit dem Lied Après toi; im darauffolgenden Jahr holte Anne-Marie David mit dem Lied Tu te reconnaîtras den Sieg im eigenen Land. Zuletzt gewann mit Si la vie est cadeau von Corinne Hermès 1983 in München ein Beitrag aus Luxemburg den Wettbewerb. Zudem kam das Land noch zweimal auf den dritten und fünfmal auf den vierten Platz und gehört damit zu den erfolgreicheren Kandidaten beim Wettbewerb, obwohl nur 17 der 36 Teilnahmen mit bekanntem Ergebnis – also knapp weniger als die Hälfte – in der vorderen Tabellenhälfte endeten. Phasen mit schwachen Ergebnissen hatte Luxemburg vor allem Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre sowie bei den letzten fünf Teilnahmen. Zudem wurde Luxemburg dreimal letzter, kam aber dennoch eher selten unter die letzten fünf.

Kommerzielle Erfolge[Bearbeiten]

Einige luxemburgische Beiträge wurden internationale Hits. Der erste war wohl Poupée de cire, poupée de son aus dem Jahre 1965, das europaweit in oberen Rängen der Charts vertreten war. Einen noch größeren Erfolg hatte Vicky Leandros einige Jahre später mit ihrem Siegertitel Après toi, der kommerziell sehr erfolgreich war und weltweit die meistverkaufte Single des Jahres 1972 wurde. Mit Parlez-vous français? hatten Baccara 1978 einen kleineren Hit und erreichten unter anderem in Schweden die Top10[1]. Der vierte Siegertitel, Tu te reconnaîtras, war in einigen Ländern in den Top 10. Géraldine war mit der englischen Fassung ihres Beitrages von 1975 in Irland erfolgreich, Jürgen Marcus mit der deutschen Fassung seines Beitrages in Deutschland. Corinne Hermès' Beitrag war in Frankreich recht erfolgreich.

Andere Lieder wurden als Coverversionen Hits, allen voran L’amour est bleu aus dem Jahr 1967, das schon in der Originalversion unter anderem in Deutschland in den Charts war, am meisten Erfolg aber mit einer Instrumentalversion hatte, die den ersten Platz in den US-Charts belegte. 2006 wurde das Lied Le papa pingouin – 26 Jahre nachdem es am Wettbewerb vorgetragen wurde – von Pigloo in einer Kinderlied-Fassung eingespielt ein Nummer-eins-Hit in Frankreich und eine der meistverkauften Singles des Jahres.[2]

Teilnehmer[Bearbeiten]

Nur wenige der luxemburgischen Vertreter stammten aus dem Großherzogtum; die meisten kamen ursprünglich aus Frankreich (z.B. 1961, 1965, 1973), Deutschland (z.B. 1976, 1985), Griechenland (1963, 1967, 1972) und Belgien (1987). Viele der Sänger waren vor und nach ihrem Auftritt auch mit anderen Titeln sehr erfolgreich, wie zum Beispiel Baccara, Vicky Leandros, Jürgen Marcus, Plastic Bertrand, Nana Mouskouri oder Lara Fabian.

Sprachen[Bearbeiten]

Luxemburg hat drei offizielle Landessprachen: Französisch, Lëtzebuergesch und Deutsch, wobei fast alle Beiträge komplett auf Französisch gesungen wurden. 1960 und 1992 wurden die jeweiligen Lieder komplett auf Lëtzebuergesch gesungen, allerdings mit wenig Erfolg. 1985 wurde Children, Kinder, enfants, wie der Titel vermuten ließ, dreisprachig vorgetragen, neben Französisch und einigen Worten auf Englisch kam erstmals die deutsche Sprache zum Einsatz. Der bisher letzte Beitrag aus dem Jahr 1993 wurde auf Französisch und Lëtzebuergesch vorgestellt.

Ab den 1960er Jahren wurden fast alle Beiträge auch in anderen Sprachen aufgenommen, diese waren zumeist Deutsch und Englisch, aber auch häufig Italienisch und Spanisch. Die Siegertitel von 1965 und 1972 wurden auf Japanisch veröffentlicht, letzterer auch auf Griechisch.[3]

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Luxemburg erhielt 1992 zehn Punkte aus Malta – die einzigen überhaupt des Abends. Im Jahr darauf erhielt Luxemburg erneut zehn Punkte aus Malta, diesmal von insgesamt elf.
  • Der einzige Sieg, nach dem Luxemburg den Wettbewerb nicht ausrichtete, war 1973; bei den anderen vier Siegen fand der Wettbewerb im Folgejahr jeweils in Luxemburg-Stadt statt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://swedishcharts.com/search.asp?search=Baccara&cat=s
  2. http://www.esctoday.com/news/read/5842
  3. http://www.diggiloo.net/?lu.year_asc

Quellen[Bearbeiten]

  • Chartssurfer
  • John Kennedy O'Connor: Eurovision Song Contest – Das offizielle Buch zu 50 Jahren europäischer Popgeschichte, Gondrom 2005
  • Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Hoffmann und Campe 2002.