Luzón (Spanien)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gemeinde Luzón
Luzón – Ortsbild
Luzón – Ortsbild
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Luzón
Luzón (Spanien) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilienla ManchaKastilien-La Mancha Kastilien-La Mancha
Provinz: Guadalajara
Comarca: Señorío de Molina-Alto Tajo
Koordinaten 41° 2′ N, 2° 17′ WKoordinaten: 41° 2′ N, 2° 17′ W
Höhe: 1176 msnm
Fläche: 56,98 km²
Einwohner: 67 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 1,18 Einw./km²
Postleitzahl: 19285
Gemeindenummer (INE): 19163 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine

Luzón bezeichnet einen Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 67 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Nordosten der Provinz Guadalajara in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha. Die katholische Kirchengemeinde gehört zum Bistum Sigüenza-Guadalajara.

Toponym[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird angenommen, dass der Ortsname vom keltiberischen Volksstamm der Lusonen herzuleiten ist.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Luzón liegt am Oberlauf des Río Tajuña im gebirgigen Nordosten der Provinz Guadalajara nahe der Grenze zur Provinz Soria in einer Höhe von ca. 1180 Metern ü. d. M. Die Entfernung zur südwestlich gelegenen Provinzhauptstadt Guadalajara beträgt knapp 100 Kilometer (Fahrtstrecke). Die Stadt Sigüenza befindet sich etwa 40 Kilometer westlich; der kleine aber historisch und kulturell bedeutsame Ort Medinaceli liegt nur etwa 30 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 420 234 144 97 81 78

Zählte die Gemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch etwa knapp 1.000 Einwohner, ist die Bevölkerungsentwicklung infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft und des damit einhergehenden Verlusts von Arbeitsplätzen in den letzten Jahrzehnten stark rückläufig.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde lebte jahrhundertelang ausschließlich vom Getreideanbau (Gerste und Weizen), der hauptsächlich für die Selbstversorgung betrieben wurde; auch Viehhaltung (Schafe, Ziegen, Hühner) fand in geringem Maße statt. Der Ort Anguita diente als merkantiles, handwerkliches und kulturelles Zentrum für die inzwischen zumeist verschwundenen Weiler und Einzelgehöfte in seiner Umgebung. Heute spielt die Landwirtschaft immer noch die wichtigste Rolle, doch sind auch Einnahmen aus dem Tourismus (Vermietung von Ferienwohnungen) zu verzeichnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Hügel des Gemeindegebiets wurde das keltiberische Castrum von La Cava freigelegt; dagegen wurden weder römische noch westgotische Spuren entdeckt. Nach der arabisch-maurischen Eroberung entvölkerten sich weite Gebiete im Norden der Iberischen Halbinsel, die nach der im 10. Jahrhundert begonnenen und in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts unter Alfons VI. vollendeten Rückeroberung (reconquista) Neukastiliens, die in der Einnahme der etwa 200 Kilometer weiter südwestlich gelegenen Stadt Toledo im Jahr 1085 ihren vorläufigen Höhepunkt fand, neu- oder wiederbesiedelt wurden (repoblación). Die Region gehörte im hohen Mittelalter zur Villa y Tierra de Medinaceli; in dieser Zeit wurde die Bevölkerung der Stadt Medinaceli und der umliegenden Orte vorübergehend exkommuniziert, weil diese sich weigerte, sich an den Kosten für den Neubau der Kathedrale von Sigüenza zu beteiligen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iglesia de San Pedro Apóstol
  • Die örtliche Pfarrkirche ist dem Apostel Petrus geweiht und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der Bau beeindruckt vor allem durch seine in einem Glockengeschoss endende, aber insgesamt eher burgartig wirkende Westfassade, deren rechter Strebepfeiler in der Barockzeit noch einen Aufsatz in Form eines Glockengiebels (espadaña) erhielt. Das Renaissanceportal der Kirche befindet sich – wie in der Region üblich – auf der Südseite. Das einschiffige Langhaus und das Querhaus beeindrucken durch ihre Höhe. Der barocke Altarretabel in der Apsis stammt aus dem Jahr 1747 und wurde von dem Bildschnitzer Francisco del Castillo gefertigt. Aus etwa derselben Zeit stammen die beiden Altaraufsätze im Transept.
  • Auf einem Hügel oberhalb des Ortes befindet sich die Ermita de la Virgen de la Peña, die ein Bildnis der als wundertätig verehrten Ortspatronin, der Jungfrau María, beherbergt.
Castro Celtibérico de La Cava
  • Am Weg in Richtung des außerhalb des Ortes gelegenen Friedhofs steht die deutlich kleinere Ermita de San Roque.
  • In der Nähe eines Brunnens befindet sich eine Viehtränke und ein restauriertes Waschhaus aus dem 19. Jahrhundert.
  • Etwa anderthalb Kilometer außerhalb des Ortes wurde bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Keltiberische Castrum La Cava freigelegt. Der hierhin führende Wanderweg verläuft weiter in Richtung Westen bis zu dem etwa 15 Kilometer entfernten Nachbarort Anguita, in dessen Umgebung ebenfalls keltiberische Spuren zu finden sind.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möglicherweise ist der Name der philippinischen Hauptinsel Luzón vom spanischen Ort abgeleitet worden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luzón (Spanien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).