Neue Luzerner Zeitung

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Neue Luzerner Zeitung
Logo Neue Luzerner Zeitung
Beschreibung Schweizer Tageszeitung
Verlag Neue Luzerner Zeitung AG
Erstausgabe 1. Juli 1828 (Vaterland/Waldstätterbote)
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
(WEMF-Auflagebulletin 2015[1])
119'673 Exemplare
Verbreitete Auflage (WEMF-Auflagebulletin 2015) 122'401 Exemplare
Reichweite (WEMF MACH Basic 2015-II[2]) 0,294 Mio. Leser
Chefredaktor Thomas Bornhauser
Herausgeber Erwin Bachmann
Weblink www.luzernerzeitung.ch

Die Neue Luzerner Zeitung (Neue LZ) ist eine Schweizer Tageszeitung. Sie erscheint von Montag bis Samstag als Hauptblatt für den Kanton Luzern und in vier Regionalausgaben für die Zentralschweizer Kantone Zug, Uri, Obwalden und Nidwalden. Zusätzlich erscheint sie seit September 2008 sonntags unter dem Titel Zentralschweiz am Sonntag.

Auflage[Bearbeiten]

Die Gesamtauflage beträgt 119'673 verkaufte bzw. 122'401 verbreitete Exemplare (2015)[1] und unterteilt sich in das Hauptblatt und die vier Regionalausgaben, die jeweils mit eigener Titelseite und eigenem Regionalteil produziert werden, sowie seit 2014 den Boten der Urschweiz. Die Neue Luzerner Zeitung erreicht damit laut WEMF rund 294'000 Leser.[2].

Titel Verkaufte
Auflage[1]
Konkurrenz Logo
Neue Luzerner Zeitung 69'119 Logo Neue Luzerner Zeitung
Neue Urner Zeitung 3'638 Urner Wochenblatt Logo Neue Urner Zeitung
Neue Obwaldner Zeitung 5'486 Logo Neue Obwaldner Zeitung
Neue Nidwaldner Zeitung 7'593 Logo Neue Nidwaldner Zeitung
Neue Zuger Zeitung 17'007 Logo Neue Zuger Zeitung

Die Neue Schwyzer Zeitung, die Regionalausgabe für den Kanton Schwyz mit einer Auflage von zuletzt rund 3'400 Exemplaren, wurde per 31. Dezember 2013 eingestellt. Seither besteht eine Kooperation mit der vorherigen Konkurrenzzeitung Bote der Urschweiz, welche überregionale Berichte und Inserate der Neuen LZ übernimmt.[3][4] Die jeweilige betriebliche Unabhängigkeit ist nicht eingeschränkt.[5] Der Bote der Urschweiz erreicht eine Auflage von 16'047 verkauften bzw. 17'009 verbreiteten Exemplaren (2015)[1] und eine Reichweite von 42'000 Lesern (WEMF MACH Basic 2015-II).

Online-Portal[Bearbeiten]

Die Neue Luzerner Zeitung AG führt ebenfalls eine Online-Plattformen. Bis zum 7. Dezember 2010 hiess die Website «zisch.ch». Seither ist der Onlineauftritt unter «luzernerzeitung.ch» bzw. den jeweiligen Regionalausgaben wie «urnerzeitung.ch», «zugerzeitung.ch» usw. erreichbar. Seit der Namensänderung sind zudem auch nationale und internationale Nachrichten auf der Website aufgeschaltet, die von dem Produkt «NZZ Online» der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) stammen.

Geschichte[Bearbeiten]

Vaterland[Bearbeiten]

Das Vaterland war eine katholische Luzerner Tageszeitung, welche von 1871 bis 1991 erschien. Es fusionierte mit dem liberalen Luzerner Tagblatt zur Luzerner Zeitung.

Gründung und Ausbau[Bearbeiten]

Das Vaterland war die Nachfolgerin der 1833 von den Gebrüdern Raeber in Luzern lancierten Luzerner Zeitung. Diese erschien ab 1834 zweimal wöchentlich. 1842–1846 erschien sie unter dem Namen Staatszeitung der katholischen Schweiz, ab 1847 wieder unter dem alten Namen Luzerner Zeitung, erst zweimal, ab 1849 dreimal wöchentlich. 1863, nach der Fusion mit der Schweizer Zeitung, wagte sie den Sprung zur Tageszeitung, ab 1. Oktober 1871 nannte sie sich zwei Tage lang Eidgenössisches Kreuz, danach Vaterland.

Parteiblatt der Katholisch-Konservativen[Bearbeiten]

Das Vaterland blieb stets ein katholisch-konservatives Presseorgan. Durch seine Ausrichtung hatte es eine treue Leserschaft und steigerte die Auflage von 6'000 im Jahre 1891 auf 58'360 Exemplare im Jahre 1980. In den 1980er Jahren begann die Parteipresse zu bröckeln, und die Tatsache, dass es in Luzern drei Tageszeitungen gab, erschwerte das Inserategeschäft.

Fusion mit dem Erzfeind[Bearbeiten]

Ab 1971 führte das konservative Vaterland zusammen mit dem liberalen Luzerner Tagblatt den gemeinsamen Inseratepool «Tandem», der dem Tagblatt das Überleben sicherte. Die Einführung des Pools sorgte in der Innerschweiz für Furore, waren sich die beiden Blätter doch politisch spinnefeind. Um gegen die nicht parteigebundenen Luzerner Neuesten Nachrichten (LNN) bestehen zu können, war diese wirtschaftliche Annäherung jedoch unabdingbar. Doch verloren beide Tageszeitungen immer mehr Abonnenten an die LNN, welche von allen drei Zeitungen den umfangreichsten Sportteil hatte. Dies führte dazu, dass sich die beiden politischen Zeitungen im Jahr 1991 zur Luzerner Zeitung zusammenschlossen.

Vor der Fusion erschien das Vaterland mit den zu täglich erscheinenden Regionalausgaben erweiterten, ehemals selbständigen Wochenzeitungen Schwyzer Zeitung, Nidwaldner Volksblatt und der neu gegründeten Zuger Zeitung.

Luzerner Tagblatt[Bearbeiten]

Das Luzerner Tagblatt erschien erstmals am 1. Januar 1852. Es handelte sich dabei um ein Blatt mit politisch liberaler Tendenz im Besitz von Xaver Meyer. 1879 verkaufte dieser seine Buchdruckerei an den Zürcher Heinrich Keller. 1916 wurde die Kollektivgesellschaft (später Familien-Aktiengesellschaft) Buchdruckerei Keller & Co gegründet. Zum Luzerner Tagblatt gehörten die Regionalausgaben Nidwaldner Tagblatt, Zuger Tagblatt und Gotthard Post/Urner Tagblatt. Durch Fehler in der Geschäftsführung kam das Verlagshaus in den achtziger Jahren finanziell ins Schlingern, und der Zusammenschluss der FDP-nahen Zeitung mit der CVP-nahen Zeitungsgruppe Vaterland wurde schliesslich unvermeidlich. Das Luzerner Tagblatt erschien am 31. Oktober 1991 zum letzten Mal und ging am 2. November 1991 in der Luzerner Zeitung auf.

Luzerner Zeitung (LZ)[Bearbeiten]

Die Luzerner Zeitung entstand am 2. November 1991 durch die Fusion der beiden Tageszeitungen Luzerner Tagblatt und Vaterland und ihren jeweiligen Kopfblättern. Sie erschien mit Regionalausgaben für die fünf weiteren Zentralschweizer Kantone Zug, Schwyz, Uri, Obwalden und Nidwalden. Am 1. Januar 1996 ging die Zeitung durch die Fusion mit den Luzerner Neusten Nachrichten in der Neuen Luzerner Zeitung auf.

Luzerner Neu[e]ste Nachrichten (LNN)[Bearbeiten]

Vom Luzerner Tages-Anzeiger zur LNN[Bearbeiten]

Die Luzerner Neusten Nachrichten (LNN) waren eine Tageszeitung in Luzern. Die Zeitung erschien 98 Jahre, vom 24. Oktober 1897 (als Luzerner Tages-Anzeiger) bis zum 30. Dezember 1995.

1918 wurden daraus die Luzerner Neuesten Nachrichten. 1973 übernahm das Verlagshaus Ringier von der Familie Bucher das gesamte Aktienpaket der C. J. Bucher AG. 1975 wurde die Zeitung in Luzerner Neuste Nachrichten umbenannt.

Fusion mit der Luzerner Zeitung[Bearbeiten]

Wegen der Übernahme der Berner Zeitung Der Bund durch Ringier verdrängte die Konkurrenz im Jahr 1993 die LNN aus einem wichtigen Schweizer Werbepool. Von diesem harten Schlag konnten sich die LNN finanziell nicht mehr erholen; sie wurden für den Eigentümer, das Verlagshaus Ringier, zum Verlustgeschäft. Ende 1995 erfolgte die Fusion mit der Luzerner Zeitung zur Neuen Luzerner Zeitung, die am 3. Januar 1996 zum ersten Mal erschien.[6]

Die Luzerner Neusten Nachrichten waren jahrelang Hauptsponsor des FC Luzern.

Besitzverhältnisse[Bearbeiten]

Bei der Gründung der Neuen Luzerner Zeitung 1996 wurde diese von der Neuen Luzerner Medien AG herausgegeben, einem Tochterunternehmen der Luzerner Zeitung AG (51 % Anteile) mit Beteiligung der Ringier AG mit 49 %. 1998 wurde die Luzerner Zeitung AG in LZ Medien Holding und 1999 die Neue Luzerner Medien AG in Neue Luzerner Zeitung AG umbenannt und operierte seitdem als Teil der LZ Medien Holding.[6]

Ringier verkaufte 2002 seinen 49-%-Anteil an der Neuen LZ an die NZZ-Gruppe. Diese brachte den Anteil in die LZ Medien Holding ein. Dadurch wurde die Neue Luzerner Zeitung AG eine 100-prozentige Tochter der LZ Medien Holding. Im Gegenzug erhielt die NZZ einen 33-%-Anteil an der LZ Medien Holding.[6]

Die NZZ-Gruppe konnte ihre Beteiligung im Laufe der Zeit weiter ausbauen. Im April 2010 erreichte sie einen Anteil von 75 % an der Freien Presse Holding AG, St. Gallen, der wiederum zu 80 % die LZ Medien Holding gehörte.[7] Seit Herbst 2014 gehört die FPH Freie Presse Holding zu 100 % zur NZZ-Mediengruppe. Die FPH besitzt 91 % der LZ Medien Holding, 9 % gehören diversen weiteren Aktionären.

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Huber: Geschichte der politischen Presse im Kanton Luzern von 1914–1945 (= Luzerner Historische Veröffentlichungen, Band 25). Rex-Verlag, Luzern/Stuttgart 1989, ISBN 3-7252-0529-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d WEMF-Auflagebulletin 2015, S. 17 (PDF; 624 kB).
  2. a b WEMF Total Audience 2015-2, S. 6 (PDF; 1 MB).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format«Bote der Urschweiz» wird neuer Partner. In: Neue Luzerner Zeitung. 25. Juni 2013, abgerufen am 2. Januar 2014.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMiriam Eisner: «Bote der Urschweiz» startet in neue Zukunft. In: SRF. 30. Dezember 2013, abgerufen am 2. Januar 2014.
  5. Kooperation mit «Bote» startet. In: Neue Luzerner Zeitung. 31. Dezember 2013.
  6. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFirmenchronik LZ Medien Holding AG. Die wichtigsten Etappen in der Unternehmensgeschichte. Informationsseite der LZ Medien, abgerufen am 26. November 2011 (PDF; 38 kB).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNZZ Mediengruppe. Beteiligungen. NZZ Mediengruppe, abgerufen am 26. November 2011.