Lydia (Bibel)

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Kapelle in Philippi an dem Ort, an dem Lydia von Paulus wahrscheinlich getauft wurde
Griechische Ikone der Lydia von Philippi, Lindenholz, 14 × 17 cm, griechische Aufschrift: Η Αγία Λυδία η Φιλιππησία (Heilige Lydia aus Philippi)

Lydia (griechisch Λυδία η Φιλιππησία) war eine Purpurhändlerin im antiken Philippi, die im Neuen Testament erwähnt und als Heilige verehrt wird.

Laut dem Bericht der Apostelgeschichte nahm sie den Apostel Paulus von Tarsus und seinen Begleiter Silas in ihr Haus auf und ließ sich und die Angehörigen ihres Hauses taufen. Sie stammte aus Thyatira (heute: Akhisar) in Kleinasien und gehörte vermutlich zu den sogenannten gottesfürchtigen Griechen, die als Nichtjuden in die Synagogen gingen und dort im Gottesdienst zuhörten.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Lydia ist ursprünglich eine Herkunftsbezeichnung. Er bezeichnet eine Frau aus der Landschaft Lydien im Westen der heutigen Türkei.[1]

Biblisches Zeugnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Apostelgeschichte 16,14:
Eine Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; sie war eine Gottesfürchtige, und der Herr öffnete ihr das Herz, so dass sie den Worten des Paulus aufmerksam lauschte.
  • Apostelgeschichte 16,40:
Vom Gefängnis aus gingen die beiden zu Lydia. Dort fanden sie die Brüder, sprachen ihnen Mut zu und zogen dann weiter.
Die Taufe der Lydia, Gemälde von Marie Ellenrieder (1861), Alte Nationalgalerie Berlin

Lydia war demnach die erste Person auf europäischem Boden (in der Stadt Philippi, Griechenland), die den christlichen Glauben annahm. Sie drängte nicht nur Paulus und Silas, bei ihr zu wohnen, sondern es scheint sich laut Vers 40 auch fortan die christliche Gemeinde in ihrem Haus versammelt zu haben. Im Philipperbrief erwähnt Paulus die besondere finanzielle Hilfe durch diese Gemeinde, was ebenfalls Lydia angerechnet wird. Somit wird ihr allgemein eine herausragende Stellung zwischen Mäzenin und Gemeindeleiterin beigemessen.

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lydia wird in den orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt. Ihr Gedenktag ist der 3. August, und sie gilt als Schutzpatronin der Färber.

Auch in evangelischen Kirchen gilt sie als denkwürdige Glaubenszeugin. So ist ihr Gedenktag in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika der 27. Januar und in der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode der 25. Oktober. Auch in Deutschland sind mehrere evangelische Gemeinden nach ihr benannt, beispielsweise in Berlin, Dortmund, Bielefeld, Bünde und Frankfurt am Main. Die einzige katholische Pfarrei, die als Pfarrpatronin die Heilige Lydia erwählt hat, ist die zum 1. Januar 2023 neu errichtete Pfarrei Simmern-Rheinböllen.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Pierre Sterck-Degueldre: Eine Frau namens Lydia. Zu Geschichte und Komposition in Apostelgeschichte 16,11–15.40. Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament 2/176. Mohr Siebeck, Tübingen 2004, ISBN 3-16-147993-9.
  • Eva Ebel: Lydia und Berenike. Zwei selbständige Frauen bei Lukas. 3. Auflage. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, ISBN 978-3-374-02681-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eva Ebel: Lydia. In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2012, abgerufen am 24. August 2022.
  2. Pfarrei Simmern-Rheinböllen St. Lydia. Abgerufen am 31. Januar 2023.