Lynden (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Lynden

Die Familie van Lynden ist ein altes geldrisches Adelsgeschlecht. Der Zweig der Grafen von Aspremont-Lynden gelangte 1620 zur Reichsstandschaft in der Grafschaft Reckheim, somit in den Hochadel. Die Grafschaft wurde 1795 von Frankreich annektiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrschaft Lienden im 17. Jahrhundert

Ursprünglich stammt das Geschlecht aus Lienden in der Landschaft Betuwe in den heutigen Niederlanden (das dortige Stammschloss Huis ter Lede wurde 1823 abgebrochen).

Die Familie besteht aus mehreren Zweigen. Die meisten sind in den Niederlanden geblieben und stellten mehrere hochrangige Militärs, Politiker und Minister der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen und der Niederlande.

Von 1375 bis 1931 war die Familie auf Schloss Hemmen (Gemeinde Overbetuwe, Gelderland) ansässig, zeitweilig auch auf Schloss Aalst (bei Zaltbommel) und Sinderen (bei Voorst).

Grafschaft Reckheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert ging Thierry de Lynden an den Hof des Fürstbischofs von Lüttich, Erhard von der Mark, heiratete dessen Nichte Katharina, verkaufte später seine niederländischen Besitzungen und erwarb Güter (u.a. Dormaal) im Fürstbistum. Dessen Regenten diente er als Haushofmeister und Geheimer Rat. Sein Sohn Hermann von Lynden (1547-1603) erwarb 1579 von Wilhelm von Quadt-Wykradt die Herrschaft Reckheim (heute Rekem in Belgien), sein Bruder Robert von Lynden (ca. 1535 - 1610) die Herrschaft Stoumont mit Schloss Froidcourt. Beide waren hochrangige Militärs. 1610 wurden sie zu Reichsfreiherren erhoben. 1676 erhielten ihre Nachfahren den Reichsgrafenstand unter dem Namen Aspremont-Lynden, unter Bezug auf eine angebliche (jedoch auf Fälschung beruhende) Abstammung von den im 14. Jahrhundert erloschenen lothringischen Grafen von Apremont, die ein ähnliches Wappen geführt hatten. Die Grafschaft Reckheim gehörte seither dem Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis und ihre Besitzer dem westfälischen Reichsgrafenkollegium an.

Dieser Zweig stellte hochrangige Militärs, Politiker und Minister im Fürstbistum Lüttich, im Heiligen Römischen Reich und später in Belgien. Mehrere Mitglieder dieses Zweiges dienten den Habsburgern und ließ sich in Österreich-Ungarn nieder, darunter der Feldmarschall Graf Ferdinand Gobert von Aspremont-Lynden (1689-1772), der durch seine Ehe mit Julia Barbara Rákóczi Besitzungen in Ungarn erhielt; Spuren sind heute vor allem in Österreich, der Slowakei, Ungarn und Tschechien zu finden, so das Palais Aspremont in Bratislava und das Palais Erdödy-Fürstenberg in Wien.

1793 wurde die Grafschaft Reckheim von Frankreich besetzt, 1795 annektiert. Graf Johann Nepomuk Gobert von Aspremont-Lynden wurde 1802 mit dem Kloster Baindt in Württemberg und einer Rente entschädigt, 1812 verkaufte er jedoch das Kloster.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig in den Niederlanden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig in Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orte im Zusammenhang mit der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Barvaux, seit 1680 im Besitz der Familie
Ehemaliges Palais Aspremont in Bratislava

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gedenktafel der ehemaligen Studierenden und Fakultäten der Universität Notre-Dame de la Paix (FUNDP) in Namur starben während der beiden Weltkriege, Namur (Namen)
  2. http://www.lednickerovne.sk/park.phtml?id3=18456
  3. http://www.historickeparky.nt.sk/stranka/Lednicke-Rovne
  4. Genealogisches Staats-Handbuch, 66. Jahrgang, Verlag von Franz Varrentrapp, Frankfurt am Main 1835, S. 384
  5. British Museum
  6. British Museum