Lyonel-Feininger-Galerie

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Ehemaliger Kürassierhof mit Tordurchgang zum Museumshof (2008)
Eingangsbereich des Neubaus

Die Lyonel-Feininger-Galerie ist ein 1986 gegründetes Personalmuseum in Quedlinburg. 2006 wurde es in die Trägerschaft der Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in Halle überführt und bereits 2003 in das Blaubuch als Kultureller Gedächtnisort aufgenommen. Damit gehört das Museum heute zu einem der kulturellen Leuchttürme in den neuen Bundesländern.[1] Das Museum ist seit 2014 Teil der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.

Die Museumssammlung wurde als bewegliches Kulturdenkmal unter der Erfassungsnummer 094 21194 in das örtliche Denkmalverzeichnis eingetragen.[2]

Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde bereits zu DDR-Zeiten, im Jahre 1986, eröffnet. Es zeigt Werke des berühmten Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger, die vom Quedlinburger Hermann Klumpp, einem ehemaligen Schüler des Bauhauses, vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt worden waren. Die Sammlung von Feininger-Werken in Quedlinburg ist einer der umfangreichsten geschlossenen Bestände von Grafiken, Radierungen, Lithografien und Holzschnitten des Künstlers weltweit und zudem das einzige Feininger-Museum in Europa. Es dokumentiert alle seine Schaffensperioden in Deutschland von den 1890er Jahren bis 1937.

1997 wurde im Innenhof des Gebäudekomplexes nahe dem Schloss Quedlinburg ein Neubau mit zusätzlicher Ausstellungsfläche errichtet. Neben dem Hauptzugang gegenüber dem Finkenherd gibt es einen zweiten Zugang links neben dem Klopstockhaus am Schloßberg.

Werke von Lovis Corinth, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Emil Nolde ergänzen die Sammlung, ebenso wie die seit 2005 beherbergten Dauerleihgaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Zahlreiche Druckgrafiken aus der Zeit der DDR können aufgrund von Platzproblemen kaum gezeigt werden. Aus konservatorischen Gründen können die lichtempfindlichen Bestände der Arbeiten auf Papier stets nur in wechselnden Präsentationen gezeigt werden. Seit 2014 gibt es jedoch die kleine Dauerausstellung Lyonel Feininger. Sammlung Dr. Hermann Klumpp.

2014 übernahm Michael Freitag die Leitung des Museums. Er erweiterte das Profil des Museum zu einem „Museum für grafische Künste“. Seither fanden zahlreiche Ausstellungen unter diesem Fokus statt. 2019 thematisierte er anlässlich des Jubiläumsjahres 100 Jahre Bauhaus mit der Ausstellung Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus erstmals das Zusammenwirken zahlreicher Mitglieder der Familie Feininger über drei Generationen hinweg.

Förderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1998 gegründete Förderverein unterstützt die Arbeit des Museums. 2015 gehörten ihm 154 Mitglieder an.[3] Weiterhin unterstützt die Harzsparkasse in unregelmäßigen Abständen mit Spenden die Ziele des Fördervereins.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Logika GmbH München (Hrsg.): Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg. Die Sammlung Dr. Hermann Klumpp.
  • Feininger-Galerie Quedlinburg (Hrsg.): Lyonel Feininger: Segelschiff mit blauem Angler. Die Quedlinburger Sammlung Dr. Hermann Klumpp Grafik Zeichnung Malerei 1906–1937. Stiftung Moritzburg, 2006, ISBN 3-86105-128-1.
  • Petra Werner: Der Fall Feininger. Koehler und Amelang Verlag Leipzig, 2006, ISBN 978-3-7338-0341-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Raabe: Blaubuch 2006. (PDF, 1,4 MB) Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), 2006, S. 185ff, abgerufen am 24. September 2013.
  2. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. März 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Harz.pdf, Seite 527 f.
  3. Förderverein - Geschichte und Ziele. Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, abgerufen am 19. Oktober 2015.

Koordinaten: 51° 47′ 12,2″ N, 11° 8′ 10,9″ O