Lyonel-Feininger-Galerie

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Ehemaliger Kürassierhof mit Tordurchgang zum Museumshof (2008)
Eingangsbereich des Neubaus (2017)

Die Lyonel-Feininger-Galerie ist ein 1986 gegründetes Personalmuseum in Quedlinburg. 2006 wurde es in die Trägerschaft der Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in Halle überführt und bereits 2003 in das Blaubuch als Kultureller Gedächtnisort aufgenommen. Damit gehört das Museum heute zu einem der kulturellen Leuchttürme in den neuen Bundesländern.[1] Das Museum ist seit 2014 Teil der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.

Die Museumssammlung wurde als bewegliches Kulturdenkmal unter der Erfassungsnummer 094 21194 in das örtliche Denkmalverzeichnis eingetragen.[2]

Geschichte und Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde bereits zu DDR-Zeiten, im Jahre 1986, eröffnet. Es zeigt Werke des berühmten Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger, die vom Quedlinburger Hermann Klumpp, einem ehemaligen Schüler des Bauhauses, vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt worden waren. Die Sammlung von Feininger-Werken in Quedlinburg ist einer der umfangreichsten geschlossenen Bestände von Grafiken, Radierungen, Lithografien und Holzschnitten des Künstlers weltweit und zudem das einzige Feininger-Museum. Es dokumentiert alle seine Schaffensperioden in Deutschland von den 1890er Jahren bis 1937.

1997 wurde im Innenhof des Gebäudekomplexes gegenüber dem Schloss Quedlinburg ein Neubau mit zusätzlicher Ausstellungsfläche errichtet. Neben dem Hauptzugang am Finkenherd gibt es einen zweiten Zugang neben dem Klopstockhaus am Schloßberg.

Werke von Lovis Corinth, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Emil Nolde ergänzen die Sammlung, ebenso wie die seit 2005 beherbergten Dauerleihgaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 2019 erfolgte mit der Gründung der unselbständigen Stiftung Lyonel Feininger Sammlung Armin Rühl eine Sammlungserweiterung um bedeutende Karikaturen und Comiczeichnungen aus dem Frühwerk des Künstlers der 1890er und der ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Aus konservatorischen Gründen können die lichtempfindlichen Bestände der Arbeiten auf Papier stets nur in wechselnden Präsentationen gezeigt werden. Seit 2014 gibt es im Erdgeschoss des Museums die kleine Dauerausstellung Lyonel Feininger. Sammlung Dr. Hermann Klumpp.

2014 übernahm Michael Freitag die Leitung des Museums. Er erweiterte das Profil des Museums zu einem „Museum für grafische Künste“. Seither fanden zahlreiche Ausstellungen unter diesem Fokus statt. 2019 thematisierte er anlässlich des Jubiläumsjahres 100 Jahre Bauhaus mit der Ausstellung Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus erstmals das Zusammenwirken zahlreicher Mitglieder der Familie Feininger über drei Generationen hinweg. Seit 1. September 2020 ist die Kunsthistorikerin Gloria Köpnick neue Leiterin der Lyonel-Feininger-Galerie.[3]

Förderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1998 gegründete Förderverein unterstützt die Arbeit des Museums. 2015 gehörten ihm 154 Mitglieder an.[4] Weiterhin unterstützt die Harzsparkasse regelmäßig die Ziele des Fördervereins.

Fördergelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2020 hat die Galerie Zuwendungen vom Landkreis Harz sowie der Stadt Quedlinburg in Höhe von 200.000 € und 10.000 € bekommen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Logika GmbH München (Hrsg.): Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg. Die Sammlung Dr. Hermann Klumpp.
  • Feininger-Galerie Quedlinburg (Hrsg.): Lyonel Feininger: Segelschiff mit blauem Angler. Die Quedlinburger Sammlung Dr. Hermann Klumpp Grafik Zeichnung Malerei 1906–1937. Stiftung Moritzburg, 2006, ISBN 3-86105-128-1.
  • Petra Werner: Der Fall Feininger. Koehler und Amelang Verlag Leipzig, 2006, ISBN 978-3-7338-0341-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lyonel-Feininger-Galerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Raabe: Blaubuch 2006. (PDF, 1,4 MB) Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), 2006, S. 185ff, abgerufen am 24. September 2013.
  2. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. März 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Harz.pdf, Seite 527 f. (Memento des Originals vom 28. Juli 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/padoka.landtag.sachsen-anhalt.de
  3. Goslarsche Zeitung, GZ, GZ live Redaktion: Neue Museums-Direktorin in Quedlinburg | GZ Live. Abgerufen am 22. September 2020.
  4. Förderverein - Geschichte und Ziele. (Nicht mehr online verfügbar.) Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, archiviert vom Original am 11. September 2015; abgerufen am 19. Oktober 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.feininger-galerie.de
  5. Landtag von Sachsen-Anhalt: Kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Rüdiger Erben im Landtag Sachsen-Anhalt. 16. Oktober 2020, abgerufen am 20. Oktober 2020.

Koordinaten: 51° 47′ 12,2″ N, 11° 8′ 10,9″ O