Lys (Pyrénées-Atlantiques)

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Lys
Lys (Frankreich)
Lys
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Oloron-Sainte-Marie
Kanton Oloron-Sainte-Marie-2
Gemeindeverband Communes de la Vallée d’Ossau
Koordinaten 43° 8′ N, 0° 21′ WKoordinaten: 43° 8′ N, 0° 21′ W
Höhe 304–510 m
Fläche 15,40 km2
Einwohner 343 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km2
Postleitzahl 64260
INSEE-Code

Lys ist eine französische Gemeinde mit 343 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Oloron-Sainte-Marie und zum Kanton Oloron-Sainte-Marie-2 (bis 2015: Kanton Arudy).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Lo Lis.[1] Er entstammt dem gascognischen Wort lis und bedeutet „flaches Gelände“. Die Bewohner werden Lysois und Lysoises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lys liegt ca. 30 km südöstlich von Oloron-Sainte-Marie in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Haut-de-Bosdarros
Sévignacq-Meyracq Nachbargemeinden Bruges-Capbis-Mifaget
Sainte-Colome Louvie-Juzon

Lys liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Luz, ein Nebenfluss des Gave de Pau, strömt zusammen mit seinen Nebenflüssen,

  • dem Luz de Casalis und
  • dem Gest mit seinem Zufluss,
    • dem Ruisseau de Herran,

durch das Gebiet der Gemeinde.

Ebenso bewässert der Landistou, ein Nebenfluss des Béez, das Gemeindegebiet zusammen mit seinen Zuflüssen

  • Ruisseau de Lespereu,
  • Ruisseau de Betbeder,
  • Ruisseau du Chourrup,
  • Ruisseau de Bonnasserre und
  • Ruisseau de Lazerau.

Lys wird außerdem vom gleichnamigen Landistou sowie vom Ruisseau de la Fontaine de Mesplé und seinem Zufluss, dem Ruisseau de Subercase, durchquert.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lys war lange Zeit ein Weiler der Gemeinde Sainte-Colome. In den Schriften erschien Lys 1727 in der Form Lis-Sainte-Colomme. Auf der Karte von Cassini 1750 ist der Weiler in der Form Lys eingetragen. Am 2. Januar 1859 wurde Lys eine eigenständige Gemeinde.[4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Höchstständen der Einwohnerzahl von über 1000 nach der Gründung der Gemeinde reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis zur Jahrtausendwende auf ein Niveau von rund 350 Einwohnern, welches bis heute gehalten wird. Ein besonders markanter Rückgang ist hierbei in der Zeit mach dem Ersten Weltkrieg zu erkennen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2015
Einwohner 518 450 430 412 376 348 353 356 343
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche, gewidmet Mariä Himmelfahrt. Ein erster Neubau fand am Ende des 18. oder zu Beginn des 19. Jahrhunderts statt. Nach dem Scheitern eines Projekts eines erneuten Wiederaufbaus im Jahre 1874, wurde 1902 das Projekt der Architekten Pierre Gabarret und Jules Noutary genehmigt. Es sah einen Neubau an derselben Stelle der früheren Kirche mit einer südlichen Hauptfassade unter Wiederverwendung der Materialien des alten Gebäudes vor. Die Arbeiten wurden zwischen 1904 und 1906 ausgeführt. Die neue Kirche besitzt ein dreischiffiges Langhaus mit vier Jochen. Die Seitenschiffe sind durch Rundbogenarkaden abgetrennt. Der Glockenturm über dem Eingangs besitzt einen mit Schiefer gedeckten Helm. Die Glasfenster mit Figurendarstellungen werden den Glasmalern Louis-Victor Gesta aus Toulouse oder Gustave Pierre Dagrant aus Bordeaux zugeschrieben.[10][11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty très affiné

Die Landwirtschaft ist traditionell einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde. Lys liegt in der Zone AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch.[12]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[13]
Gesamt = 58

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lys verfügt über die private Grundschule „Calandreta deu Lis“ mit 24 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[14]

Logo des Jakobswegs

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Rundweg von 4,4 km Länge mit einem Höhenunterschied von 120 m führt vom Zentrum der Gemeinde in die umliegenden Hügel.[16]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lys ist erreichbar über die Routes départementales 232, 287, 288 und 388.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lys (Pyrénées-Atlantiques) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lys (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 31. August 2017.
  2. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitants.fr. Abgerufen am 31. August 2017.
  3. Ma commune : Lys (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 31. August 2017.
  4. Lys (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 31. August 2017.
  5. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 107. 1863. Abgerufen am 31. August 2017.
  6. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 31. August 2017.
  7. Notice Communale Lys (fr) EHESS. Abgerufen am 31. August 2017.
  8. Populations légales 2006 Commune de Lys (64363) (fr) INSEE. Abgerufen am 31. August 2017.
  9. Populations légales 2014 Commune de Lys (64363) (fr) INSEE. Abgerufen am 31. August 2017.
  10. Conseil régional d’Aquitaine: Eglise de l’Assomption de la Bienheureuse Vierge Marie (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 31. August 2017.
  11. église paroissiale de l’Assomption-de-la-Bienheureuse-Vierge-Marie (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 31. August 2017.
  12. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 31. August 2017.
  13. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Lys (64363) (fr) INSEE. Abgerufen am 31. August 2017.
  14. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 31. August 2017.
  15. GR®78 : le chemin du piémont pyrénéen (fr) Comité Régional de la Randonnée Pédestre Midi-Pyrénées. Abgerufen am 31. August 2017.
  16. 38 - Circuit patrimoine Lys (fr, PDF) Tourismusbüro der Communauté de communes de la Vallée d’Ossau. Abgerufen am 31. August 2017.