Mädesüß

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Mädesüß
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Mädesüß
Wissenschaftlicher Name
Filipendula
Mill.

Mädesüß (Filipendula) (auch Spierstaude) ist eine Gattung in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vorkommt. Den Namen Filipendula von filum = Faden und pendulus = herabhängend hat die Gattung von den an Fäden hängenden Wurzelknollen des Knolligen Mädesüß (Filipendula vulgaris). Er wurde zunächst nur für diese Art verwandt und erst später auf die ganze Gattung ausgedehnt. Dieser Namen findet sich anscheinend erstmals in einer Rezeptsammlung des 12. Jahrhunderts aus Salerno von Nikolaos Praepositus[1].

Beschreibung[Bearbeiten]

Mädesüß-Arten sind ausdauernde, subdiözische, krautige Pflanzen. Die Blätter stehen sowohl in einer Rosette wie auch wechselständig am Stängel und sind unterbrochen gefiedert. Nebenblätter sind vorhanden, relativ groß und am Rand eingeschnitten.

Der Blütenstand ist eine spirrenähnliche zusammengesetzte Traube. Die Blüten sind fünf-, selten bis siebenzählig, zwittrig oder selten eingeschlechtig.

Der Blütenbecher ist schwach tassenförmig und oben offen, ein Außenkelch fehlt. Die zurückgebogenen und dauerhaften Kelchblätter grenzen aneinander, überdecken sich aber nicht. Die Kronblätter sind weiß, cremefarben, rosa oder rot.

Ein Diskus ist nicht sichtbar, es gibt zwanzig bis fünfundvierzig Staubblätter. Die fünf bis fünfzehn (selten weniger) Stempel setzen auf dem Grund des Blütenbechers oder einem niedrigen Ring an. Die beiden Samenanlagen sind hängend angebracht.

Die Frucht ist eine balgfruchtähnliche Achäne mit festem Perikarp, die sich nicht öffnet und nur einen Samen trägt. Die Samen haben nur sehr wenig Endosperm. Die Chromosomenzahl beträgt 2n=14, 28 bzw. 42, es finden sich regelmäßig Aneuploidien.

Verbreitung[Bearbeiten]

Mädesüß-Arten finden sich in Europa und den gemäßigten Breiten Asiens bis nach Yunnan und in den Himalaya sowie im östlichen Nordamerika. Sie wachsen in Wäldern und auf offenen Standorten (Grasland), häufig mit feuchten Böden.

Systematik[Bearbeiten]

Kamtschatka-Mädesüß (Filipendula kamtschatica)
Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris)

Die Gattung Mädesüß (Filipendula) wurde 1754 von Philip Miller erstbeschrieben. Sie wird ohne Zuordnung zu einer Tribus oder Supertribus in die Unterfamilie Rosoideae der Rosengewächse gestellt und umfasst 15 Arten, darunter:

Literatur[Bearbeiten]

  • C. Kalkman: Rosaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants - Volume VI - Flowering Plants - Dicotyledons - Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. Springer-Verlag, Berlin 2004, S. 361, ISBN 978-3-540-06512-8
  • Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7

Belege[Bearbeiten]

  1. Heinrich E. Weber: Rosaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage Band IV, Teil 2 A, Seite 275. Blackwell-Wissenschafts-Verlag Berlin 1995. ISBN 3-8263-3016-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Filipendula – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien