Mädlerpassage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mädlerpassage mit Auerbachs Keller (2009)
Nordeingang der Mädlerpassage (2009)

Die Mädlerpassage ist ein in der Innenstadt von Leipzig (Grimmaische Straße/Neumarkt) gelegener überdachter Einzelhandels-, Restaurations- und Dienstleistungskomplex und zugleich eine der wenigen vollständig erhaltenen und prachtvollsten Ladenpassagen der Messestadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grundstück war zwischen 1530 und 1911 mit dem Gebäudekomplex Auerbachs Hof bebaut. Am 1. Januar 1911 wurde Auerbachs Hof sowie ein benachbartes Grundstück an den Koffer- und Lederfabrikanten Anton Mädler (1864–1925) verkauft. Dieser ließ sämtliche Gebäude abreißen und von 1912 bis 1914 das Messehaus Mädler-Passage nach Plänen des Architekten Theodor Kösser errichten.

Es entstand ein fünfgeschossiges Durchgangshaus mit einer 142 m langen, viergeschossigen Passage. Das Rundbogenportal am Passageneingang wird von zwei lebensgroßen weiblichen Gewandfiguren flankiert, die Weintrauben und eine Vase tragen. Sie nehmen Bezug auf die Zweckbestimmung des Hauses als Weinkeller (Auerbachs Keller) und Messehaus der Branchen Porzellan, Keramik und Steingut (Ausstellungsfläche 5.700 m²). Seit 1969 befindet sich in der Rotunde der Passage ein Porzellanglockenspiel aus Meißener Porzellan. Bis 1989 wurde die Mädler-Passage als Messehaus genutzt.

Nach der Wende kaufte Jürgen Schneider 1991 für 80 Mio. DM die Mehrheit an der Immobilie von der Mädler Erbengemeinschaft.[1] Er wollte die Passage sanieren. Dazu kam es nicht, nachdem sein Unternehmen in Konkurs ging.[2] 1995 übernahm die Commerzbank die Mehrheit.[3]

Von 1995 bis 1997 wurde die Passage umfangreich saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Die Commerzbank verkaufte ihre Mehrheitsbeteiligung an der Mädler-Passage Grundstück GmbH & Co. KG 2008 an ein Unternehmen der MIB Unternehmensgruppe, Berlin/Leipzig. Die übrigen Anteile gehören einer Enkelin Anton Mädlers.[3]

Neben dem geschichtsträchtigen Auerbachs Keller im Untergeschoss befinden sich in der Passage über 20 kleine Ladengeschäfte und Gaststätten. Die Obergeschosse fungieren nicht mehr als Messestandort, sondern bieten unter anderem Platz für Büroräume und das Kabarett Sanftwut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Hocquél: Die Leipziger Passagen. Architektur von europäischem Rang. Sax-Verlag, Markkleeberg 2007, ISBN 978-3-930076-90-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mädlerpassage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1994-1997 Der Gauner mit der weißen Weste In: einestages.spiegel.de
  2. Steffen Winter: Mehr Remmidemmi! Mehr Licht! In: Spiegel Online vom 4. Mai 2009
  3. a b MIB kauft Mädler-Passage in Leipzig In: Immobilien Zeitung online vom 24. April 2008

Koordinaten: 51° 20′ 22″ N, 12° 22′ 32″ O