Männer-Volleyballnationalmannschaft der DDR

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Deutsche Demokratische Republik
Flag of East Germany.svg
Verband Confédération Européenne de Volleyball
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1956, 1962–1982
Bestes Ergebnis Weltmeister 1970
Olympische Spiele
Endrundenteilnahmen 1968, 1972
Bestes Ergebnis Silber 1972
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 1958–1983, 1989
Bestes Ergebnis Vierter 1967 und 1971
World Cup
Endrundenteilnahmen 1965, 1969
Bestes Ergebnis Sieger 1969
Weltliga
Endrundenteilnahmen keine
'Bestes Ergebnis keine
Europaliga
Endrundenteilnahmen keine
Bestes Ergebnis keine
(Stand: 11. September 2012)

Die Männer-Volleyballnationalmannschaft der DDR war eine Auswahl der besten ostdeutschen Spieler, die die Deutsche Demokratische Republik bei internationalen Turnieren und Länderspielen repräsentierte. Sie existierte während der deutschen Teilung parallel zur Mannschaft der Bundesrepublik. Ihre größten Erfolge waren der Gewinn der Weltmeisterschaft 1970 und die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1972. Nach der Wiedervereinigung setzten einige aktive Spieler der DDR ihre Karriere in der gemeinsamen deutschen Nationalmannschaft fort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DDR nahm 1956 in Paris zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft teilte und erreichte den zwölften Platz. Einen Rang besser war sie 1962 in der Sowjetunion. Vier Jahre später steigerten sich die Männer aus Ostdeutschland und verpassten beim Turnier in der CSSR als Vierter nur knapp die Medaillenränge. 1970 in Bulgarien gelang ihnen der größte Erfolg in der WM-Geschichte der DDR. Die Mannschaft blieb bereits in der Vorrunde bei nur einem verlorenen Satz ungeschlagen. In der Finalrunde besiegte sie unter anderem den Titelverteidiger Tschechoslowakei, bevor es am vorletzten Spieltag eine 2:3-Niederlage gegen Japan gab. Im entscheidenden letzten Spiel gegen die Gastgeber gewann die DDR den fünften Satz nach deutlichem Rückstand und wurde Weltmeister.[1] 1974 in Mexiko kam der Titelverteidiger auf den vierten Platz. Bei den nächsten Turnieren 1978 in Italien sowie 1982 in Argentinien wurde die DDR-Auswahl Neunter und Zwölfter. Anschließend konnte sie sich nicht mehr für die Weltmeisterschaft qualifizieren.

Europameisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1958 in Prag nahm die DDR erstmals an einer Europameisterschaft teil. Dabei kam es im ersten Spiel der Vorrunde zum Duell mit der Bundesrepublik, das die ostdeutschen Volleyballer mit 3:0 für sich entschieden. In der Finalrunde gewannen sie schließlich die Gruppe, die um die Plätze 9 bis 16 spielte. Das gleiche Ergebnis erreichte die DDR 1963 in Rumänien. Diesmal kam es im letzten Spiel des Turniers zum Aufeinandertreffen der beiden deutschen Mannschaften. Vier Jahre später verbesserte sich die DDR bei der EM in der Türkei auf den vierten Platz. 1971 in Italien trat die Mannschaft als amtierender Weltmeister an, verpasste aber erneut knapp die Medaillenränge. Nach dem siebten Rang 1975 wurde die DDR 1977 und 1979 jeweils Neunter. In der Vorrunde der EM 1981 kam es erneut zum deutschen Duell, das die DDR 3:0 gewann. Anschließend verlor die DDR in der Finalgruppe jedoch alle fünf Spiele und wurde Sechster. Zwei Jahre später waren die Ostdeutschen Gastgeber der EM 1983. In der Finalgruppe gelang ihnen nur ein Sieg gegen Italien, weshalb sie das Turnier wieder auf dem sechsten Rang beendeten. Anschließend verpassten sie zwei Turniere. Beim letzten EM-Auftritt vor der Wiedervereinigung kam es 1989 in Schweden noch einmal zum deutschen Duell. Diesmal unterlag die DDR der Bundesrepublik und verlor somit alle Vorrundenspiele. Bei den Platzierungsspielen war sie jedoch erfolgreicher und kam auf den neunten Platz.

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DDR nahm an zwei olympischen Turnieren teil. 1968 in Mexiko-Stadt spielten alle Teilnehmer in einer Gruppe und die DDR belegte den vierten Rang. 1972 in München besiegten die Ostdeutschen unter anderem den Gastgeber und kamen als Gruppenzweiter hinter Japan weiter. Nachdem sie im Halbfinale den Titelverteidiger Sowjetunion bezwungen hatten, trafen sie im Endspiel wieder auf die Asiaten, die mit 3:1 siegten. Die Silbermedaille ist bisher das beste Ergebnis einer deutschen Mannschaften bei Olympischen Spielen.

World Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ersten Ausgabe des World Cup qualifizierte sich die DDR 1965 in Polen als Gruppensieger für die Finalrunde. Dort wurde sie schließlich Fünfter. Vier Jahre später waren die Ostdeutschen Gastgeber des World Cup 1969. Sie überstanden die Vorrunde ohne Niederlage und verloren in der Finalgruppe nur das letzte Spiel gegen Japan. Trotzdem setzten sie sich in der Gesamtwertung knapp vor den Asiaten durch und gewannen den Wettbewerb. Es war gleichzeitig ihre letzte Teilnahme.

Weltliga / Europaliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese beiden Wettbewerbe entstanden erst nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik.


Trainer der A-Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von bis Name
1951 1952 Herbert Gabriel
1953 1954 Werner Brock
1955 1955 Gerhard Feck
1955 1957 Fritz Döring
1957 1958 Helmut Hampel
1959 1959 Fritz Döring
1960 1974 Herbert Jenter
1975 1978 Kurt Radde
1979 1980 Herbert Jenter
1981 1983 Lothar Schröter
1984 1986 Bernd Walther
1987 1987 Rolf Hornschuch
1988 1990 Ulrich Sernow

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Holz: Vergessene Überflieger. Volleyball-Magazin, ; abgerufen am 11. September 2012.