Märkisches Gymnasium Iserlohn

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Märkisches Gymnasium Iserlohn
Schulgebäude auf dem Hemberg
Schulform Gymnasium
Schulnummer 169638
Gründung 1609
Adresse

Alexander-Pfänder-Weg 7

Ort Iserlohn
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 23′ 22,5″ N, 7° 42′ 4,1″ OKoordinaten: 51° 23′ 22,5″ N, 7° 42′ 4,1″ O
Träger Stadt Iserlohn
Schüler 1113 (Stand: 2011)
Lehrkräfte 70
Leitung Rita Köhler
Website www.mgi-iserlohn.de

Das Märkische Gymnasium Iserlohn (MGI), ist neben dem Gymnasium An der Stenner und dem Gymnasium Letmathe eines von drei städtischen Gymnasien im Gebiet der Stadt Iserlohn im Sauerland.

Das Märkische Gymnasium ist mit über 400 Jahren die älteste Schule Iserlohns, deren Ursprünge in der 1609 gegründeten Lateinschule liegen. Heute befindet sich das Gymnasium auf dem Hemberg und bildet zusammen mit der „Realschule am Hemberg“ das „Schul- und Sportzentrum Hemberg“ der Stadt Iserlohn. Das Märkische Gymnasium und das Gymnasium An der Stenner befinden sich in einer engen Kooperationsgemeinschaft. So werden in der Oberstufe häufig Kurse zusammengelegt, so dass vielfältigere Kursangebote vorhanden sind.

Im Gebäude des MGI befindet sich das Hembergmuseum, das sich vor allem mit Archäologie und Paläontologie befasst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1609 gründeten der Iserlohner Magistrat und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde das Lyzeum Iserlohnense als sog. schola sancta. Das erste Gebäude war ein Steinhaus neben der Obersten Stadtkirche direkt an der Stadtmauer, in dem zuvor eine Lateinschule untergebracht war, aus der wahrscheinlich die unteren Klassen übernommen wurden. Im 18. Jahrhundert wurden verstärkt wissenschaftliche Inhalte (Realien) gelehrt, bevor die Schule 1793 in eine Lateinschule umgewandelt wurde. Ein Zugang zur Schule war über lange Zeit nur evangelischen Schülern vorbehalten.

1817 wurden Teile des Lyzeums mit anderen Schulen zur Simultanschule zusammengelegt, an der nun konfessionsübergreifend unterrichtet wurde. Die Schulformen bestanden teilweise parallel, so entstand 1840 die Höhere Bürgerschule. Aufgrund finanzieller Probleme wurde die Simultanschule 1847 wieder aufgelöst. 1863 entstand auf einem Grundstück oberhalb des Gaswerks an der Chaussee im Baarbachtal (heute Standort der Postfiliale) ein Neubau für die neuen Schulformen Realschule I. Ordnung und das Realgymnasium.

Die Schülerschaft wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stetig. Waren es 1850 etwa zehn Schüler, so hatte die Schule 1869 148 Schüler, 1871 schon 171. Über 80 % der Schüler waren evangelisch, die übrigen katholisch und jüdisch. Das Einzugsgebiet lag nicht nur im (damaligen) Stadtgebiet Iserlohns, es kamen auch Schüler aus Unna, Wattenscheid und sogar Danzig.[1] Wegen der steigenden Schülerzahlen (1906: 361 Schüler) wurde bis 1899 eine Turnhalle errichtet, sowie 1910 ein Erweiterungsbau.

Ab 1919 existierten ein Reformrealgymnasium und eine Oberrealschule. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Schule erneut um einen Anbau erweitert (1959), und um 1961 eine Oberstufe etabliert. Es folgte der Schulneubau am Hemberg bis zum Jahr 1977. Im Jahr 2016 erhielt die Schule den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage[2][3].

Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäudeansicht im Jubiläumsjahr 2009
„Drei Stelen“
  • 1609–1617 Johann Wittekind
  • ab 1617 Rötger Westhoff, Casper Redecker
  • 1651–1659 Steffen Engelberti
  • 1659–1703 Bernd Quittmann
  • 1703–1718 Thomas Forstmann
  • 1718–1761 Franz Teodor Torck
  • 1762–1765 Andreas Karsch
  • 1765–1785 Johann W. Petersen
  • 1785–1787 Meyer
  • 1787–1793 Johann F. Hülsmann
  • 1793–1839 Friedrich Dahlenkamp
  • 1839–1863 Johann Jacob Kruse (* 24. Januar 1809 in Süchteln, † 2. Juli 1873 Iserlohn)
  • 1863–1869 Meißel
  • 1869–1895 Hugo Langguth
  • 1895–1921 Hemmo Suhr
  • 1921–1931 Eugen Remus
  • 1931–1954 Max Müller
  • 1954–1959 Günther Hohlwein
  • 1960–1985 Gustav Muthmann
  • 1985–2002 Franz-Josef Schlotmann
  • 2002–2012 Gerhard Müller-Frerich
  • seit 2013: Rita Köhler (2011–2013 kommissarisch)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Götz Bettge: Iserlohn-Lexikon. Hans-Herbert Mönnig Verlag, Iserlohn 1987, ISBN 3-922885-37-3.
  • Berkemeier/Bleicher/Muthmann (Hrsg.): Gymnasium Iserlohnense 1609-1984, Iserlohn 1984.
  • Panzer, Ulrich: Vom Maultrichter zum Sprachlabor - Iserlohns höhere Jungenschule im Wandel der Zeiten, Iserlohn 1977

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel im Iserlohner Kreisanzeiger vom 5. September 2009: 400 Jahre MGI: Aus der Historie
  2. Märkisches Gymnasium Iserlohn: Titelverleihung Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, abgerufen am 21. Februar 2016
  3. Märkisches Gymnasium Iserlohn auf der Projektseite Courage-Schule, abgerufen am 21. Februar 2016