Méhana

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Landgemeinde Méhana
Landgemeinde Méhana (Niger)
Landgemeinde Méhana
Landgemeinde Méhana
Koordinaten 14° 24′ N, 1° 8′ OKoordinaten: 14° 24′ N, 1° 8′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Téra
Einwohner 27.660 (2010)

Méhana (andere Schreibweisen: Mehana, Méhanna, Mehanna) ist eine Landgemeinde im Departement Téra in Niger.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Méhana befindet sich in der südlichen Sahelzone und liegt am rechten Ufer des Flusses Niger nordwestlich der Regionalhauptstadt Tillabéri. Die Nachbargemeinden Méhanas sind Dessa und Sinder im Osten sowie Kokorou im Norden, Süden und Westen. Das Gemeindegebiet ist in 15 administrative Dörfer, ein traditionelles Dorf, 30 Weiler und zwei Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Méhana.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1899 gelangte das Gebiet von Méhana als Teil des neu geschaffenen Kreises Sinder unter französische Militärverwaltung. 1905 wurde der Ort dem neuen Militärterritorium Niger angeschlossen.[3] Méhana war zunächst Bestandteil des Kantons Kokorou und wurde 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform als eigenständige Landgemeinde aus dem Kanton herausgelöst.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Méhana 20.884 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 27.660 Einwohner berechnet.[4] Méhana zählt zu den Hauptsiedlungsgebieten der Songhai in Niger, neben der Stadt Tillabéri und dem Dorf Wanzerbé im Gemeindegebiet von Gorouol.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Méhana befindet sich ein bedeutender Markt, den die Kolonialmacht Frankreich in den 1930er Jahren anlegte.[6] Der Markttag ist Mittwoch.[7] Die Gemeinde liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte liegt eine gut erhaltene Freitagsmoschee, eine Hof-Moschee. Sie wurde 1958 unter einem Imam aus Timbuktu errichtet und hatte keinen Vorgängerbau. Die Gesamtanlage weist eine Fläche von 1200 Quadratmetern auf. 720 Quadratmeter entfallen allein auf den Innenhof, weitere 336 auf das Betraumgebäude. Auf der Westseite des Innenhofes steht ein Nebengebäude, in dem die Madrasa, eingerahmt von zwei Niembaumreihen, untergebracht ist. Die Hofmauer ist schmucklos und ungegliedert. Zugänge befinden sich an der Nord- und Südseite. Das Betraumgebäude ist als Queranlage errichtet und beherbergt einen exzentrisch ausgerichteten, quaderförmigen Mihrāb-Vorbau. Der Innenraum ist in sechs Traversalschiffe gegliedert. Die Zugänge sind pilzbogenförmig, bei einer Durchgangshöhe von zwei Metern. Neben dem Mihrāb ist an der Qibla-Wand ein Minbar errichtet.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dany Hellal: Un exemple de coopération Nord-Sud. Margny-lès-Compiègne et Méhanna (France-Niger). L’Harmattan, Paris 2014, ISBN 978-2-343-03967-1.
  • Dorothee Gruner, Die Lehmmoschee am Niger, Dokumentation eines traditionellen Bautyps, Franz Steiner Verlag Stuttgart, 1990, ISBN 3-515-05357-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 234–235.
  4. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  5. Tunde Adeleke: Songhay. Rosen, New York 1996, ISBN 0-8239-1986-2, S. 11.
  6. Paul Stoller: Fusions of the Worlds. An Ethnography of Possession Among the Songhay of Niger. University of Chicago Press, Chicago 1997, ISBN 0-226-77544-5, S. 130.
  7. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 60.
  8. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  9. Dorothee Gruner, Die Lehmmoschee am Niger, S. 338 (s. Lit.)