Ménetreuil

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Ménetreuil
Ménetreuil (Frankreich)
Ménetreuil
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Terres de Bresse
Koordinaten 46° 35′ N, 5° 7′ OKoordinaten: 46° 35′ N, 5° 7′ O
Höhe 174–203 m
Fläche 15,04 km2
Einwohner 410 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km2
Postleitzahl 71470
INSEE-Code

Ménetreuil ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Die Gemeinde hat 410 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), die Ménetreuillais, resp. Ménetreuillaises, genannt werden.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RancyJouvençonLa Chapelle-ThècleMontpont-en-BresseLa Chapelle-NaudeBantangesMénetreuil mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Ménetreuil liegt in der Landschaft Bresse, im Süden des Arrondissement Louhans, 10 Kilometer südwestlich von Louhans. Die nordöstliche Gemeindegrenze folgt den Windungen der Sane-Morte,[2] die auf diesem Abschnitt etliche Biefs aufnimmt, künstliche Wasserläufe, die der Bewirtschaftung der Étangs dienen, insbesondere den Ruisseau de Corgeat[3] aus dem Gebiet von Montpont-en-Bresse. Von Süden fließt die Sane-Vive,[4] bildet einen Teil der südlichen Gemeindegrenze und vereinigt sich bei der Moulin de Montjay mit der Sane-Morte; gemeinsam bilden sie als Sane einen Teil der südwestlichen Gemeindegrenze. Ménetreuil liegt an der Departementsstraße D475 (Rancy – D12 in La Chapelle-Naude). Weitere wichtige Straßen finden sich nicht im Gemeindegebiet, das schwach bewaldet ist und von den Wasserläufen geprägt wird. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Bagneux, Bois, Bordes, Bruyères, Buclière, Buissonée, Cadolles, Champ-Chapeau, Comté, Cour-Basse, Cours-Barbier, Court-Chêne, Les Devus, Francillière, Grandes-Terres, Granges-d’en-Haut, Grange-Meunier, Guichard, Hautefoy, Maraude, Montagny, Montjay, Perret, Perrières, Petit-Perret, Planche, Rambeau, Renaules, Rippe-Bouquet, Templière, Vallée, Varamagnien, Vavre, Vernois, Villarets.[5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Ménetreuil ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 806 mm Niederschläge.

Ménetreuil
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ménetreuil
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,9 6,9 12,4 16,0 19,9 23,4 25,7 25,2 21,8 15,7 9,6 5,4 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,3 2,6 5,6 9,1 12,5 14,4 13,9 11,4 7,0 3,2 0,2 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,3 7,5 10,8 14,5 17,9 20,0 19,5 16,6 11,3 6,4 2,8 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 60 57 57 58 78 78 58 78 78 66 75 63 Σ 806
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte Nennung des Ortes geht zurück auf 1155 Ecclesia de Monistrolio, die dem Heiligen Petrus geweihte Kirche[6] muss also bereits bestanden haben. Worauf die Ortsbezeichnung Monistrolio, Monestruel zurückzuführen ist, ist nicht bekannt, sie führte jedoch zum heutigen Gemeindenamen Ménetreuil. Bis nach der Revolution wurde er ohne Accent aigu geschrieben, heute findet man auch Ménétreuil und das akzentlose Menetreuil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet bestanden ehemals drei verschiedene Herrschaften, die älteste, die Herrschaft von Rambeau, geht zurück auf eine Familie Ramboz. Jeann de Ramboz stiftete 1377 eine Kapelle in der Kirche von Ménetreuil. Durch ihre Heirat gelangte die Herrschaft in den Besitz von Jean de Charnez. Die Herrschaft Les Devus war im Besitz der Herren von Brancion und gehörten zur Baronie Montpont, beide hatten eine eigene Burg. Schließlich bestand noch die Herrschaft Montjay, die im Besitz der Familie Fyot de la Marche war und deren Schloss auf einer Insel in der Sane stand, mit Zug- und fester Brücke.

Die Gemeinde liegt in einem recht heiklen Gebiet, in dem die Gewässer, die sie durchqueren, große Strecken des Jurafusses entwässern. Aus neuester Zeit werden folgende Naturkatastrophen vermerkt:

  • Sturmschäden vom 6. bis 10. November 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 8. bis 31. Dezember 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 12. bis 13. Mai 1983
  • Überschwemmungen und Murgang vom 6. bis 20. Mai 1985
  • Überschwemmungen und Murgang vom 5. bis 10. Oktober 1993
  • Überschwemmungen und Murgang vom 24. bis 26. Oktober 1999
  • Überschwemmungen und Murgang vom 24. bis 26. November 2002
  • Erdbewegungen als Folge der Trockenheit und anschließendem Wasserausgleich vom 1. Juli bis 30. September 2003
  • Überschwemmungen und Murgang vom 17. bis 19. April 2005

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [7])
179318001821183118411851186118721881189119011911192119311946196219751990199920062011
81990289492595010209479609981048979967892798696554451357338350405
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche fünfzehn Landwirtschaftsbetriebe sowie drei Betriebe der Baubranche. Als AOC-Produkte sind in Ménetreuil Crème et beurre de Bresse[8][9] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[10] und Dinde de Bresse.[11]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École maternelle, die der Académie de Dijon[12] untersteht und von 20 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ménetreuil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ménetreuil. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Ménetreuil. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Ménetreuil. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Ménetreuil. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ménetreuil. auf habitants.fr. Abgerufen am 31. Dezember 2015 (französisch).
  2. La Sane-Morte, Länge 54.6 km, Zufluss zur Sane-Vive, Quelle bei 46° 22′ 31,4″ N, 5° 11′ 28,3″ O in Foissiat auf ca. 218 m, Mündung bei 46° 34′ 30″ N, 5° 5′ 38,8″ O in Ménetreuil auf ca. 177 m, La Sane-Morte auf sandre.eaufrance.fr
  3. Ruisseau de Corgeat, Länge 6,8 km, Zufluss zur Sane-Morte, Quelle bei 46° 33′ 45,7″ N, 5° 11′ 57,5″ O in Montpont-en-Bresse auf ca. 200 m, Mündung bei 46° 35′ 35,9″ N, 5° 8′ 18,6″ O in Bantanges auf ca. 180 m, Ruisseau de Corgeat auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Sane oder Sane-Vive, Länge 46,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 23′ 55″ N, 5° 9′ 4,7″ O in Lescheroux auf ca. 217 m, Mündung bei 46° 32′ 24,7″ N, 5° 0′ 52,2″ O in La Genête auf 172 m, La Sane-Vive auf sandre.eaufrance.fr
  5. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Ménetreuil).
  6. Kurzbeschrieb der Kirche. von Ménetreuil. Paroisse Saint Jean-Baptiste en Bresse, abgerufen am 30. Mai 2015 (französisch).
  7. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 2. Januar 2015 (französisch).
  8. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  9. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  10. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  13. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Ménetreuil. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).