Mödesse

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Koordinaten: 52° 22′ 18″ N, 10° 17′ 43″ O

Mödesse
Gemeinde Edemissen
Wappen von Mödesse
Höhe: ca. 69 m ü. NHN
Einwohner: 377 (30. Mrz. 2012)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31234
Vorwahl: 05176
Mödesse (Niedersachsen)
Mödesse

Lage von Mödesse in Niedersachsen

Das Dorfgemeinschaftshaus

Das Dorfgemeinschaftshaus

Mödesse (niederdeutsch Me’esse) ist eine Ortschaft in der Gemeinde Edemissen im Landkreis Peine in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mödesse liegt nördlich der Kreisstadt Peine zwischen den beiden Oberzentren Hannover und Braunschweig am Rande der Südheide.

Der Ort wird umgeben von Blumenhagen im Norden, Meerdorf (Gemeinde Wendeburg) im Südosten, Stederdorf (Stadt Peine) im Südwesten und dem Hauptort der Gemeinde, Edemissen, im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird als „Müddesse“ erstmals im Jahre 1413 urkundlich erwähnt. „... eine Wiese gehörte zu den Gütern, die vom Amt Neubrück an die Stadt Braunschweig verpfändet wurden“. Im Steuerregister des Amtes Meinersen von 1616 wird von zwei Höfen berichtet: „... sie brauchen nicht einmal Burgfest zu leisten, sind die Landfolge schuldig und müssen auch ihr Vieh verschatzen lassen“. Weiter heißt es: „... im übrigen sind sie des Rates zu Braunschweig Zinsleute“. Von 1532 bis 1885 gehörte der Ort zur Gografschaft Edemissen im Amt Meinersen. Seither gehört Mödesse zum Landkreis Peine. 1965 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Edemissen, Alvesse, Blumenhagen, Mödesse, Voigtholz-Ahlemissen zur Samtgemeinde Edemissen. Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen kam es am 1. März 1974 zur Bildung der Einheitsgemeinde Edemissen aus den Ortschaften der Samtgemeinde Edemissen und weiteren acht selbständigen Gemeinden.[1]

Das Gut

Auf eine wechselvolle Geschichte blickt das Gut „Mödesser Hof“ zurück. Schon vor 1840 ließ ein Peiner Kaufmannssohn den Hof auf dem vom Braunschweiger Großen Waisenhaus BMV gepachteten Wald- und Brachland errichten. Der Erbauer verkalkulierte sich einige Jahre darauf finanziell. 1847 gab er auf und wanderte nach Venezuela aus. Danach lösten sich in kurzer Folge verschiedene Besitzer bzw. Pächter ab.

Die Münzfunde

Im Jahre 1890 legte ein Bauer auf seinem Feld beim Pflügen ein Gefäß mit etwa 3000 Münzen frei. Es handelte sich hierbei um Hohlmünzen - sogenannte Brakteaten. Ein zweiter Fund auf dem gleichen Acker im Jahre 1956 mit über 2000 Brakteaten zog erneut die Aufmerksamkeit auf Mödesse. [2] Kurios - ein im Jahre 1991 aufgestellter Gedenkstein an die Münzfunde verschwand schon bald - spurlos. Einen weiteren Gedenkstein an die Münzfunde stellten die Mödesser später im Ortskern neben dem Ehrenmal auf. Dieser ist auch heute noch vorhanden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1821 51
1848 85
1. Dezember 1871 ¹ 109
1. Dezember 1885 ¹ 131
1. Dezember 1905 ¹ 131
16. Juni 1925 ¹ 188
16. Juni 1933 ¹ 182
17. Mai 1939 ¹ 161
29. Oktober 1946 ¹ 359
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 348
6. Juni 1961 ¹ 265
1. März 1964 264
27. Mai 1970 ¹ 250

¹ Volkszählungsergebnis

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner Mödesses sind überwiegend evangelisch-lutherisch. Der Ort gehört schon immer zum Kirchspiel Edemissen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile Mödesse und Blumenhagen bilden einen gemeinsamen Ortsrat.

Ortsbürgermeister ist Imke Jeske-Werner CDU, Mödesse, Stellvertreter Carsten Gödecke CDU, Blumenhagen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei einseitig geprägte Hohlmünzen, sogenannte Brakteaten, zwei Prägungen Herzog Heinrichs mit einem herschauenden schreitenden Löwen, und eine bischöflich hildesheimische Münze mit einem Kreuz, repräsentieren den hier gefundenen Schatz im Mödesser Wappen. Obwohl es sich um Silberstücke handelt, erscheinen sie golden auf blauen Grund, um durch den Farbenzweiklang Blau-Gold (Gelb) an die jahrhundertelange Zugehörigkeit Mödesses zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg zu erinnern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenmal zum Gedenken der Opfer der beiden Weltkriege

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 2. Wochenende im August, wird durch die Volksfestgemeinschaft das dreitägige Volksfest ausgerichtet.
  • Am Ostersonntag wird das Osterfeuer abgebrannt.
  • Im jährlichen Wechsel finden Bürgerversammlung und Feuerwehrball statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulkinder aus Mödesse besuchen in der Regel zunächst die Grundschule in Edemissen. Die nächsten weiterführenden Schulen sind die Hauptschule und die Realschule in Edemissen, das Gymnasium am Silberkamp, das Ratsgymnasium und die Integrierte Gesamtschule, jeweils in Peine.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Mödesse führt eine unregelmäßig bediente Buslinie zwischen Edemissen (dort mit Umsteigemöglichkeit nach Peine) und Wipshausen (dort mit Umsteigemöglichkeit nach Braunschweig; die Linie ist Teil des Verbundtarif Region Braunschweig). Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Peine (Verbundtarif Region Braunschweig; an der Bahnstrecke Braunschweig-Hannover gelegen) sowie in Dedenhausen und Dollbergen (Großraum-Verkehr Hannover; an der Bahnstrecke Wolfsburg-Hannover gelegen) in jeweils acht bis zehn Kilometern Entfernung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V.: Die Gemeinde Edemissen, Die Reihe Archivbilder, Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V., Sutton Verlag 2007
  • Jürgen Dieckhoff: Edemissen - Wohlfühlgemeinde, Gemeinde Edemissen 1999
  • Walter Gehrmann: Münzfunde in der Region Peine, Eine Zusammenfassung der bisher entdeckten Schätze. Schriftenreihe des Kreismuseums Peine Nr. 4, Peine 1991
  • Wilhelm Jesse: Der zweite Brakteatenfund von Mödesse und die Kunst der Brakteaten zur Zeit Heinrichs des Löwen. Braunschweig 1957.
  • Paul Jonas Meier: Der Münzfund von Mödesse. Heft 2 der Beiträge zur Brakteatenkunde des nördlichen Harzes. Hannover 1892

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 217.
  2. Münzfunde in Mödesse. „Der künstlerisch und monetär wertvolle Münzschatz von Mödesse“